Veranstaltungen in Kooperation

Dienstag 11.02.2020, 19:00-21:00 Uhr

Ort: Sparda-Bank Café, Arnulfstr. 15, 80335 München

Referent: Dr. Felix Christian Matthes, Öko-Institut für Angewandte Ökologie e.V., Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik, Berlin

Vortrag und Diskussion

Die globale, die europäische und die deutsche Klimaschutzpolitik sind noch nicht auf das max. +1,5°C-Ziel gegenüber vorindustrieller Zeit (Paris, 2015) ausgerichtet: Global sind die CO2-Emissionen tendenziell stagnierend (aktuell leicht steigend), eine wirkliche Trendumkehr ist nicht erkennbar. Ähnliches gilt für Europa, die neue EU-Kommission wird für die Sektoren Energiewirtschaft, Industrie und Luftfahrt (Bereich EU-ETS-Zertifikate) erheblich nachsteuern müssen. Deutschland verfehlt seine nationalen Ziele für 2020. Die bisher für die Zielerreichung 2021 bis 2030 vorgesehenen Maßnahmen und „Zertfikat“-CO2-Preise für den Verkehrs- und Gebäude-Sektor aus dem „Klimapaket“ der Bundesregierung reichen nach eigenem Bekunden nicht aus, um die europarechtlich verbindlichen CO2-Emissionsminderungen zu erreichen – und das wird teuer: Die Nationale Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ prognostiziert Pönal-Strafen bis 63 Milliarden Euro, zahlbar aus dem Bundeshaushalt. Weitergehende Maßnahmen bis 2050 („Klimaneutralität“) sind aufgelistet, aber definitiv unzureichend.

Lichtblicke gibt es: Im (internationalen) Stromsektor sind veränderte Investitionsmuster klar erkennbar; Leitmärkte für Verkehr, Energie und Gebäude könnten die Technologielandschaft stark decarbonisieren; das vorhandene Portfolio klimafreundlicher Optionen erlaubt Flexibilitäten und Maßnahmenpakete, auch in anderen Sektoren (Landwirtschaft, Flüge). Auch in Deutschland hat zumindest die Energiewende spätestens nach den Ergebnissen der Kohle-Kommission wieder ein neues Ziel; auch ist klar, dass deutlich weitergehende Maßnahmen sowie CO2-Preissignale kommen müssen – wenn auch Ausmaß und Schnelligkeit noch heftig umstritten sind. Aber der Strukturwandel geht viel zu langsam voran – das hat strukturelle Ursachen. Es mangelt nicht an Ideen und (technischen) Potenzialen, wohl aber an Strategien. Darüber wollen wir uns informieren lassen und mit einem namhaften Experten diskutieren.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit: Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Kreisgruppe München, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, Fossil Free München, Green City, Klima Herbst