Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Dienstag, den 25.Juni 2019
19:00 Uhr

Referentin: Dr. Angelika Hilbeck 

Ort: münchner zukunftssalon oekom e.V., Waltherstr. 29. Rgb., 2. Stock, 80337 München, U-Bahn Goetheplatz

Moderation: Dr. Manuel Schneider (oekom e.V.)

In jüngster Zeit wird über eine Reihe von Technologien diskutiert, die auch als „Genome Editing“ bezeichnet werden und die u.a. zur Herstellung neuer gentechnisch veränderter Tiere und Pflanzen eingesetzt werden. Diese neueren molekularbiologischen Verfahren, darunter CRISPR/Cas als das bekannteste, erlauben noch tiefere und weitergehende Eingriffe in das Erbgut als die bisherige Gentechnik. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Die Anwendung dieser neueren Gentechniken ist jedoch mit ungewissen Neben- und Folgewirkungen für Konsumenten, Natur und Umwelt verbunden. Sie ist daher im Sinne der Risikovorsorge zu regulieren. Der Europäische Gerichtshof hat in seinem wegweisenden Urteil vom Juli 2018 entschieden, dass auch die neuen Gentechnikverfahren dem europäischen Gentechnikrecht unterliegen. Gegen diese Entscheidung laufen zur Zeit Teile der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Sturm, da sie eine Blockade der in ihren Augen verheißungsvollen Technik und daran geknüpfter Geschäftsmodelle befürchten. Eine Novellierung des Gentechnikrechts nach der Europawahl ist bereits angekündigt.

In dem Vortragsabend wollen wir die Verfahren der neuen Gentechnik für Laien verständlich vorstellen und hinsichtlich ihrer Potenziale und Risiken bewerten. In einem zweiten Schritt soll das Thema in den größeren Zusammenhang von Fragen einer global zukunftsfähigen Landwirtschaft gestellt werden. Die Referentin wird agrarökologische Alternativen aufzeigen, um Erträge zu steigern, Schädlingsbefall zu minimieren oder Pflanzen angesichts des globalen Klimawandels dürre- und hitzeresistenter zu machen.

Die Agrarbiologin Dr. Angelika Hilbeck arbeitet seit 2000 am Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich und leitet dort die Forschungsgruppe Umweltbiosicherheit und Agrarökologie. Sie befasst sich in der Lehre und Forschung mit den Auswirkungen der Agro-Gentechnik auf Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Umwelt. Sie hat u.a. am Weltagrarbericht (IAASTD 2008) mitgearbeitet und ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied des European Networks of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER).


Wir würden uns freuen, Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen, und
wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns über Ihr Kommen unter: Fax 09 11 / 30844-81779 oder E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informierten.




 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Donnerstag, den 11. Juli 2019 19:00 Uhr


Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor des Institute for Advanced Sustainable Studies (IASS) in Potsdam und international einer der renommiertesten Resilienz- und Risikoforscher

Ort: münchner zukunftssalon; oekom e.V., Waltherstr. 29. Rgb., 2. Stock, 80337 München, U-Bahn Goetheplatz

 

Der Klimawandel kommt „schleichend“ daher. Sein hohes Bedrohungspotenzial wird deutlich unterschätzt, weil er uns – außer bei einem zu heißen Sommer 2018 – nicht täglich und nicht mit plötzlichen Katastrophen trifft. Weil klimabedingte Ereignisse örtlich und zeitlich weit entfernt voneinander stattfinden, nehmen wir die dahinterstehenden systemischen Risiken mit ihren Ursache-Wirkungs-Ketten nicht wahr.

Systemische Risiken wie der Klimawandel unterscheiden sich von herkömmlichen: Sie sind hochkomplex, eng vernetzt mit anderen Risiken, strahlen auf unterschiedliche Wirtschafts- und Lebensbereiche aus, werden wegen ihrer Nicht-Linearität unterschätzt und sind schwer zu begrenzen. Zudem überschreiten sie nicht nur nationale Grenzen, sondern auch solche zwischen wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Systemen.

Beim Klimawandel geht es – neben den Risiken – auch um Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit, globale ökologische und gesellschaftliche Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und gesellschaftlich vermittelte Ressourcen für künftige Entwicklungen zu nutzen.

  • Wie kann angesichts der globalen Klimaveränderungen auf den unterschiedlichen Ebenen unserer Gesellschaft Resilienz aufgebaut und gefördert werden?
  • Und wie kann Zukunft so vergegenwärtigt werden, dass die Berücksichtigung von Langfristfolgen stärker Eingang in die – auch globale – politische und gesellschaftliche Praxis findet.
  • Kurzum: Wie können verantwortbare und handhabbare Zukünfte aussehen?

Antworten auf diese Fragen gibt in seinem Vortrag Prof. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor des Institute for Advanced Sustainable Studies (IASS) in Potsdam und international einer der renommiertesten Resilienz- und Risikoforscher.

Wir würden uns freuen, Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen, und wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns über Ihr Kommen unter Fax 09 11 / 30844-81779 oder E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informierten.

 

 

Montag: 17.09.2019

19:00 Uhr

Referent: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Professor für Verfahrenstechnik an der Hochschule Augsburg, Geschäftsführer der bifa Umweltinstitut GmbH in Augsburg

Ort: münchner zukunftssalon oekom e.V., Waltherstr. 29. Rgb., 2. Stock, 80337 München, U-Bahn Goetheplatz

„Ressourcenschutz und Recycling – konzentrieren wir uns auf die richtigen Fragen und Stoffe?

Würden alle Menschen so leben wie die Deutsche Bevölkerung, bräuchten wir mehr als drei Erden, um den Ressourcenbedarf zu decken. Gleichzeitig lobt sich Deutschland gerne als Recyclingweltmeister. Und mit einer offiziellen Recycling-Quote von 65 % scheinen wir ja auch im Vergleich mit anderen EU-Staaten recht gut abzuschneiden.

Tatsächlich beträgt der Sekundärrohstoffeinsatz in Deutschland gerade einmal rd. 14 %. Das ist zwar verglichen mit dem Weltdurchschnitt von ca. 10 % deutlich besser, aber immer noch relativ marginal. Von einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sind wir auch in Deutschland noch meilenweit entfernt.

In der öffentlichen Wahrnehmung scheint sich derzeit alles um das Thema Plastik zu drehen. Und in der Tat muss dringend mehr gegen die unsachgemäße Entsorgung von Plastikabfällen – insbesondere wegen der Verschmutzung der Weltmeere – unternommen werden.

Aus der Sicht des Ressourcenschutzes ist z.B. das Thema Metalle jedoch wesentlich gravierender. Denn während ein postfossiles Zeitalter durchaus vorstellbar ist, trifft dies bei Metallen definitiv nicht zu. Eine Frage ist auch, ob wir durch Recycling den gesamten Ressourcenbedarf decken können oder ob nicht noch ganz andere Strategien der Suffizienz verfolgt werden müssen. Was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich echte Produktverantwortung? Auf diese und weitere Fragen wird Prof. Dr. Rommel vom bifa-Umweltinstitut in Augsburg – ein profunder Kenner der Kreislaufwirtschaft – mit Daten und Fakten sowie praktischen Beispielen in seinem Vortrag eingehen und notwendige Strategien aufzeigen.

In der anschließenden Diskussion besteht noch die Möglichkeit, einzelne Punkte weiter zu vertiefen. Die Moderation der Diskussion übernimmt Helmut Schmidt, Vorstand der DUA für den Bereich nachhaltige Lebensstile.“

 

Professor für Verfahrenstechnik an der Hochschule Augsburg

Geschäftsführer der bifa Umweltinstitut GmbH in Augsburg

 

 

 

 

 

 

Einladung Vortrag in Kooperation mit      

 

 

Montag, 30. September 2019, 19:00 Uhr Einlass ab 18:30 Uhr

Wer?     Philipp Rode, Executive Director des Forschungszentrums 'LSE Cities' an der London School of Economics

Wo?      Münchner Volkshochschule, Einsteinstr. 28, Großer Saal (ÖPNV Max-Weber-Platz)

Philipp Rode, Executive Director des Forschungszentrums 'LSE Cities' an der London School of Economics, wird in seinem Vortrag über den Zusammenhang des räumlichen Gefüges einer Stadt mit der Herausbildung ihrer Mobilitätsmuster sprechen. Diese Wechselbeziehung ist vor allem in einer Zeit noch nie da gewesener urbaner Expansion von Bedeutung.

Er wird Ergebnisse seiner Forschung vorstellen, in der er so unterschiedliche Städte wie Berlin und Atlanta, Los Angeles und London oder Hong Kong und Mumbai vergleichend untersucht.

Wir freuen uns, auch ohne Voranmeldung, auf Ihr Kommen.

 

 Einladung  zur  politischen  Podiumsdiskussion  in Kooperation mit     

Donnerstag, 17. Oktober 2019
19:00 Uhr

Wer?     Die umwelt- bzw. energiepolitischen Sprecher*innen der Parteien im Münchner Stadtrat:Sebastian Schall, CSU; Jens Röver,  SPD; Sabine Krieger, Bündnis 90 / DIE GRÜNEN; Tobias Ruff, ÖDP

Wo?                  Münchner Volkshochschule, Einsteinstr. 28, Großer Saal (ÖPNV Max-Weber-Platz)

 

Mit dem völkerrechtlich verbindlichen Klima-Abkommen von Paris 2015 bekennt sich die internationale Staatengemeinschaft dazu, die Erderwärmung auf unter +2o C gegenüber vorindustriellen Werten zu reduzieren; angestrebt wird eine Begrenzung auf maximal +1,5o C. Das Fachgutachten des Öko-Institut (Freiburg) vom Juli 2017 „Klimaschutzziele und -strategie München 2050“ hat aufgezeigt, was das für München bedeutet: Von heute etwa 6-7 Tonnen CO2 pro Person und Jahr (energetisch!) sollen diese CO2-Emissionen bis 2030 auf 3 t CO2 und bis 2050 auf 0,3 t CO2 / P*a abgesenkt werden. So hat es der Stadtrat München am 27. September 2017 beschlossen.

 

Nun sind wir alle gefragt: Die Konsument*innen, Hochschulen, produzierende Industrie, Religionsgemeinschaften, Bauwirtschaft, Schüler*innen, die Verwaltung der Stadt selbst, Klima-Initiativen… Und, nach der wichtigsten CO2-Emissionsquelle, der Wärmeerzeugung, vor allem der private und öffentliche Verkehr; dessen Emissionen sind in den letzten 30 Jahren nicht zurückgegangen.

 

Wie jedes Jahr wollen wir die verantwortlichen Vertreter*innen Ihrer Parteien befragen und kräftig mit ihnen diskutieren, wie die Minderungsziele hin zu einem „klimaneutralen München“ paket- und schrittweise konkret erreicht werden sollen (denn schon 2030 sollen die heutigen 6 t CO2 / P*a  halbiert sein). Und zwar nicht allgemein über „Verkehrspolitik in München“, sondern – in Anlehnung an den städtischen „Klimaschutzaktionsplan“ – für den Sektor „Klimawandel und Mobilität“.

 
Zunächst werden vier fachkundige Mentor*innen die Politiker*innen befragen:

  • Wird der neue Verkehrswegeplan wirklich klimaneutral?
    (Helmut Schmidt, Die Umwelt-Akademie eV, München)
  • Wo kommt all der Ökostrom für die vielen E-Mobile her?
    (Dr. Andreas Horn, Solardoktor.de, Ismaning)
  • Wird die aktive Mobilität, also Fuß- und Radverkehr, ein wichtiger Baustein der CO2-Minderungs-Antworten sein?    (Andreas Schuster, Green City e.V., München)
  • Welche „Bilder“ für klimaneutrale Mobilität brauchen wir?
    (Dr. Florian Kutzner, Sozialpsychologe, decision-context, Heidelberg)

Anschließend Fragen aus dem Publikum und Diskussion.

Diese Veranstaltung steht im engen Zusammenhang mit den Klimaherbst-Veranstaltungen
am 10.10.2019 „Verkehrssektor im Wandel: Mit Wasserstoff und Brennstoffzelle!“
am 23.10.2019 „„Deutsche Klimapolitik nicht besser als bei Trump: Dringender Appell zum Handeln!“
und am 29.10.2019 „Wie künftig tanken? Mit Windstrom an E-Tankstellen – wie sonst??“.
Zum Weiterlesen empfehlen wir: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt/Klimaschutz_und_Energie/Klimaneutralitaet.html

 

   

Zur AStA TUM „Ringvorlesung Umwelt“

lädt Die Umwelt-Akademie e.V. , Klimaherbst 2019, Friday-For-Future, München, BN Bayern, München, Münchner Forum Nachhaltigkeit (MFN), Green City eV, Münchner Volkshochschule (MVHS) und das Forum Öko-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)  gerne ein.

Mittwoch, den 23. Oktober 2019 (19:30UHr)

Referent: Prof. Dr. Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Berlin

Ort:
TUM, Hörsaal

„Die Idee des Klimawandels ist von den Chinesen erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den USA zu schaden“ (Donald Trump, 2012). Doch da hilft kein Populismus: Der Klimawandel ist real. Nicht: „morgen“, nicht: „nur da unten im Süden“.
Die steigenden globalen Durchschnittstemperaturen lassen befürchten, dass das politische Ziel von Paris (2015) nach Begrenzung der Erderhitzung auf maximal +1,5o C gegenüber vorindustrieller Zeit nicht mehr erreichbar ist; das „CO2-Budget“ dafür wird bis 2040 verbraucht sein, „übermorgen“ also: Extremwetterereignisse weltweit zunehmend, Dürreschäden auch in Deutschland, Hochwässer in Europa, Anstiege der Meeresspiegel überraschend stark, Gletscherschmelzen und andere Kipping-points, ungezählte Klimaflüchtlinge, Kriege um Wasser und Nahrung… Der Vergleich zu Titanic liegt nahe.
Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein heftiges Handlungsdefizit. Insbesondere auch in Deutschland: Die CO2- Emissionen sind auf gleichem niedrigen Trend wie die in den USA:
https://www.solarinitiativen.de/jahrestagung_2019_rosenheim  

    
                                              
Der finale Kohleausstieg in Deutschland: Zu zaghaft, zu spät. 100% Strom und Wärme nur noch aus erneuerbaren Energien bis 2040 unrealistisch. Vorschläge der Verkehrskommission zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich völlig unzureichend („entgegen jedem gesunden Menschenverstand“). Abschied von Benzin- und Dieselmotor bis 2025, E- oder Wasserstoffmobilität für alle – in den Sternen. Beschleunigung der Energieeinsparung durch Wärmedämmung, Umbau der Ölheizungen im Bestand – Fehlanzeige. Beiträge von Landwirtschaft und Konsumwirtschaft undefiniert. Investitionen in energiearme Zukunftstechnologien: Kein Thema. „Klimakabinett“ und Klima-Gesetz: Polit-Folklore. CO2-Abgabe ohne Zusatzbelastungen, wie in anderen Ländern – nicht mit dieser GroKo. Vollständiger Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und EE-Elektrifizierung für alle Sektoren bis 2040… ???

Die junge Generation hat das Problem verstanden. Ja, es gibt Handlungsmöglichkeiten, vergleichbar den Anstrengungen zur ersten Mondlandung. Zu allererst ist die Politik gefragt, klare Rahmenbedingungen für einen Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft zu definieren und auch gegen Lobby-Interessen durchzusetzen. Aber auch der_die Einzelne ist gefragt, Suffizienz ist das Stichwort – jede(r) kann seinen Beitrag leisten.
Das wird Prof. Quaschning deutlich darstellen, mit uns diskutieren und von uns konkretes Handeln fordern.