Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

26. April 2018 (Tag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl !)
19:00 Uhr
Donner&Reuschel AG, Friedrichstraße 18, 80802 München (U-Bahn Giselastr.)

Bitte beachten: Da wir die Teilnehmerzahl auf max. 90 begrenzen müssen, ist eine vorherige Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unbedingt erforderlich.

Referent:  Dr. Franz Alt, Journalist, umwelt-engagierter Journalist, Bestseller-Autor (drei Mio. Auflage in 22 Sprachen), Träger diverser Auszeichnungen und Preise; Baden-Baden

Grußwort:  Stephanie Jacobs, Berufsmäßige Stadträtin, Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München

Energieversorgung ist die kritischste aller Infrastrukturen: Sie ermöglicht uns angenehme Temperaturen, bringt Licht in die Dunkelheit, treibt unsere Handy‘s und Computer ebenso wie unsere Industrie, bildet eine der Grundlagen unseres Lebens, für Versorgung,  Telekommunikation, Mobilität oder medizinische Dienste. Ohne Energie käme unser aller Leben zum Erliegen.

Wesentliche Elemente künftiger Energieversorgung werden die „drei E“ sein: Neben Erneuerbaren Energien eine höhere Energieeffizienz und das Energiesparen. Der CO2-induzierte Klimawandel – insbesondere aus der Verbrennung fossiler Ressourcen – könnte zum einen zu nie dagewesenen Rückschlägen für die menschliche Zivilisation und Kultur führen. Deshalb sollten sich Weltwirtschaft und Weltpolitik auf die fatalen Wirkungen der Erderwärmung und seiner Bekämpfung konzentrieren.

Zum anderen verschärfen sich die Konflikte um die nicht-erneuerbaren Energien von Jahr zu Jahr: Irak-Krieg, Iran-Krise oder Abhängigkeit erzeugendes Gas aus Sibirien sind nur die Vorboten künftiger Konflikte um die letzten Reserven, wenn wir in den nächsten Jahrzehnten nicht zu 100 % auf Erneuerbare Energien umsteigen.

Doch Elektrizität und Wärme wird künftig nicht mehr primär zentral in großen Kraftwerken produziert und über weite Entfernungen verteilt, sondern dezentral und verbrauchernah mit einer wind- und sonnenarme Zeiten ausgleichenden Zwischenspeicherung. Die Grenze zwischen Energie-Produzenten und -Konsumenten verschwimmt. „Prosumer“ erzeugen Energie selbst, verbrauchen diese und speisen überschüssigen Strom/Wärme in ein öffentliches Netz ein. Sie beteiligen sich verstärkt direkt am Energiemarkt und werden ein wichtiger Teil der Strom- und Wärmeerzeugung.

Keine Frage: Für die künftigen Anforderungen an eine höchst-flexible Energiewende braucht es innovative Köpfe, die Ungewöhnliches denken und neue Lösungen schaffen. Schon heute ist klar, dass eine Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität notwendig ist; doch umfassende Lösungen fehlen noch. Power-to-Heat Lösungen ermöglichen die Umwandlung überschüssigen Wind-Stroms in Wärme, für Nahwärmenetze und industriellen Wärme- und Kältebedarf. Elektrofahrzeuge können durch intelligentes Laden Strom-Lastspitzen vermeiden und Entladen Speicherfunktionen übernehmen. Und Power-to-Gas-Lösungen aus überschüssigem EE-Strom werden temporäre und saisonale Speicherung via Erdgas-Netz darstellen, gar die bislang verpönte Nachtspeicher-Heizung wieder sinnvoll machen.

Voraussetzung für solche Lösungen ist eine „digitale Revolution“ für einen effizienteren Datenaustausch zwischen allen Sektor-Beteiligten, der auf gemeinsamen Standards beruht, die sowohl sensible Verbraucherdaten schützen als auch fairen Wettbewerb garantieren.

Dies alles bedeutet einen fundamentalen Wandel im bisherigen Energie-Denken. Erreichbar bis 2050 – oder nicht doch schon früher?

 

   

Dr. Franz Alt, Foto: Sonnenseite.com                                      Berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs, 19.10.2017

8. Mai 2018
19:00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München, U-Bahn U4/U5 Haltestelle Odeonsplatz

Referent: Dipl. Ing. agr. Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG)


„Es ist Zeit, das System als Ganzes in Frage zu stellen“, sagte der ehemalige Präsident der ehrenwerten Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, in seinem Interview in DIE ZEIT vom 23.02.2017. Bartmer sei „einer der einflussreichsten Bauern Deutschlands“, so die ZEIT; mit „das ganze System“ meinte er die hiesige industrielle Landwirtschaft.

Grund genug für Die Umwelt-Akademie e.V., nachzufragen, ob wir da wohl etwas falsch verstanden hätten…

Nein, haben wir nicht: Die Fachgesellschaft der Landwirtschaft, die DLG also, will – im Gegensatz etwa zum Bauernverband als Berufsverband –„die Wende auf dem Acker“. Aber nicht die Wende zurück!

Mit Selbstbewusstsein sagt die DLG, „wir Landwirte haben Fehler gemacht“. Es werde nur noch eine geringe Zahl von Feldfrüchten – Weizen, Mais, Raps, Zuckerrüben – angebaut; das führe mit zunehmendem chemischem Pflanzenschutz zur Gefahr von Resistenzen, die die Anbausysteme instabiler machen. Die Kunst der Vielfalt sei vernachlässigt worden. Und das zunehmende Versagen der Chemie bereitet Sorgen: „Stellen Sie sich vor, Sie sind Patient, und es gibt keine wirkungsvollen Medikamente mehr!“.

Gebraucht würden zukünftig kombinierte Lösungen aus Züchtung und Pflanzenschutz, die passgenau auf den jeweiligen Standort zugeschnitten sind. Aber nicht wie in den guten alten Zeiten von Monsanto & Co; sondern Nutzung des gesamten landwirtschaftlichen Könnens und der Vielfalt aller ackerbaulicher Werkzeuge – wie den Pflug oder den Striegel zur Unkrauteindämmung –, das Zusammenwirken von Mechanik und biotechnologischen Pflanzenschutzmitteln aus Pilzen und Bakterien.

Auch offene und transparente biotechnologische Züchtung von nachhaltigen und seltenen Pflanzensorten – z.B. von proteinhaltigen Erbsen zur Futtermittelherstellung – mittels CRISPR sei erforderlich, um Kultursorten widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu machen. CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) sind Abschnitte sich wiederholender DNA im Erbgut von vielen Bakterien und Archaeen (Urbakterien); sie unterstützen einen Mechanismus, der Resistenzen gegen das Eindringen von fremdem Erbgut durch Viren oder Plasmide ermöglicht, und sind hierdurch ein Teil des Immunsystem-Äquivalents von vielen Bakterien. Dieses System bildet die Grundlage der gentechnischen CRISPR/Cas-Methode zur Erzeugung von gentechnisch veränderten Organismen. Wissenschaftler sehen darin Chancen auch für den Ökolandbau. Ganz gegen die Interessen der Agrarkonzerne, die sich auf wenige, ökonomisch aussichtsreiche Pflanzen konzentrieren, könne CRISPR auch von kleinen und mittleren Züchtern gemanagt werden.

Schließlich solle die Landwirtschaft unabhängiger werden vom Geschäftsgebaren des Handels; nicht warten, bis er noch massiver Einfluss auf Produktqualität und Produktionsbedingungen nehme und – via Preis – die Schraube weiter zuungunsten Umwelt und Tierschutz drehe. Aber auch unabhängiger werden vom bisherigen Agrarsystem der EU-Subventionen; Beihilfen sollten künftig schrittweise konsequent gekoppelt werden an zusätzliche Leistungen der Landwirte für die Umwelt, im Sinne von gesellschaftlichen Leistungen, die der Markt sonst nicht entlohnt. An Hanglagen etwa oder für andere wichtige Kulturlandschaften; auch für (Dorf-) Projekte zur Stützung ländlicher Räume, um sie vor der sozialen Auszehrung zu bewahren.

Genügend Thesen für die erforderlichen kontroversen Debatten mit und um die Landwirtschaft der Zukunft!

Dipl. Ing. agr. Hubertus Paetow, Präsident

der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft

(DLG); Foto: dlg.org

Vortrags- und Diskusionsveranstaltung

In unserer Veranstaltungsreihe "Transformation zu Nachhaltigkeit"

in Koorperation mit

Dienstag, 15. Mai 2018
19.00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.

Referent: Prof. Dr. Meinhard Miegel, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung kulturelle Erneuerung

Obwohl Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in aller Munde sind, gehen die Vorstellungen darüber, was dies eigentlich ist, weit auseinander.

Entsprechend schwierig ist es, eine Politik zu formulieren, die zu einer Annäherung an diese Zielbegriffe führen könnte. Nicht selten leisten Bevölkerungsgruppen auch vehementen Widerstand gegen das, was von anderen als wünschenswert angestrebt wird. Nicht zuletzt deshalb sind nicht nur Natur und Umwelt, sondern auch Individuen und Gesellschaft mitunter überfordert.

Auch wenn es immer unterschiedliche Sichtweisen geben wird: Ein gesellschaftlicher Grundkonsens in dieser Frage scheint unverzichtbar.

Zum Weiterlesen: Klicken Sie bitte hier

Teilnehmer und Teilnehmerinnen? Da wir die Teilnehmerzahl begrenzen müssen, bitten wir Sie, sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. Bitte haben Sie Verständnis, dass Mitglieder der Umwelt-Akademie vorrangig berücksichtigt werden. Vielen Dank!

Anmeldungen werden bis spätestens 10. Mai 2018 gerne angenommen!

 

Prof. Dr. Meinhard Miegel, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung kulturelle Erneuerung

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

in Zusammenarbeit mit Die Umwelt-Akademie e.V.

Mittwoch, den 16. Mai 2018
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG,  (ÖPNV Hackerbrücke)


Referent: Dr. Luitgard Marschall 

Moderation: Dr. Manuel Schneider (oekom e.V.)

Ebenso unbekannt wie unverzichtbar: so lassen sich die 17 Metalle charakterisieren, die unter dem Begriff „Seltene Erden“ in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Ihre besondere Bedeutung verdanken sie der Tatsache, dass sie in äußerst sensiblen Bereichen Einsatz finden: Nicht nur für die digitale Welt, für Smartphones und Computer, sondern auch für Windräder, Hybrid- und Elektroautos sind sie unverzichtbar – ganz abgesehen von ihrer Bedeutung für die Militärtechnologie. Die Seltenen Erden stehen wie kaum ein anderes Metall für die großen Themen unserer Zeit – sei es die Energiewende, sei es die Industrie 4.0.

In der öffentlichen Diskussion dominieren – angesichts immer wieder drohender Versorgungsengpässe – die technischen und ökonomischen Aspekte. In dem Vortrag sollen vor allem die ökologischen und politischen Konflikte aufgezeigt werden, die im Endprodukt nicht mehr sichtbar sind: Einerseits sind die Metalle wichtige Bestandteile „grüner Zukunftstechnologien“, andererseits sind ihr Abbau und ihre Gewinnung selbst wenig nachhaltig, vielmehr mit hohen Umweltrisiken und gesundheitlichen Gefahren verbunden. Dies verdeutlichen u.a. Recherchen der Referentin in Malaysia, von denen sie in ihrem Vortrag berichten wird. – So stellt sich die zentrale Frage:

Welche Perspektiven und Praktiken gibt es für eine nachhaltigere Nutzung dieser wichtigen Substanzen?

Luitgard Marschall studierte Pharmazie und promovierte im Fach Technikgeschichte. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität München und am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg tätig, wo sie sich zuletzt intensiv mit der Stoffgeschichte der Seltenen Erden beschäftigt hat.

Wir würden uns freuen, Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen, und wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns über Ihr Kommen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informierten.

Buchhinweis: Luitgard Marschall & Heike Holdinghausen: Seltene Erden.

Hinweis: Den Link des letzten Vortrags in unserer Reihe von Dr. Andreas Segerer am 10. April zum Thema „Insektensterben"  auf dem Youtube-Kanal des Münchner Forum Nachhaltigkeit finden Sie hier.





 

 in Kooperation mit  

Mittwoch 23. Mai 2018

19:00 Uhr

Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, (ÖPNV Goetheplatz)

Referentin: Prof. Dr. Miranda A. Schreurs, Lehrstuhl für Umwelt- und Klimapolitik, Hochschule für Politik an der TU München;
Sachverständigenrat für Umweltfragen, ehem. Mitglied; “Nationales Begleitgremium” zur Endlager-Suche, d.h. zur Standortauswahl eines Lagers für hoch radioaktive Abfallstoffe; Vorsitzende (zusammen mit Prof. Dr. Klaus Töpfer), von Bundestag und Bundesrat gewähltes Mitglied

Die Suche nach einem Endlagerstandort für atomare Abfälle kann als ein "wicked problem" (böses Problem) bezeichnet werden, ein Problem, das sich durch hohe Komplexitätsgrade und Unsicherheiten auszeichnet.

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle begann vor mehr als 50 Jahren, aber der Prozess war fehlgeleitet: Top-down-Entscheidungen, bei denen öffentliches Wissen, Interessen und Bedenken nicht ausreichend berücksichtigt wurden, führten zu einem hohen Widerstand gegen die ausgewählten Standorte. Die Atommüllpolitik war geprägt von gesellschaftlichen Konflikten, Protesten gegen Atommülllager, Blockaden von Castor-Transporten... Das führte zu einer Schwächung des Vertrauens in die Politik der Bundesregierung in Bezug auf Fragen der Atommüll-Entsorgung. Dieses mangelnde Vertrauen wurde durch Probleme deutlich verstärkt, wie sie inzwischen in bestehenden Lagerstätten wie der Schachtanlage Asse II oder im Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) aufgetreten sind.

Die Nuklearkatastrophe in Fukushima, Japan, am 11. März 2011 löste in Deutschland die zweite Entscheidung für einen „Atomausstieg“ aus; der Ausstieg aus dem Betrieb von Kernkraftanlagen soll bis 2022 abgeschlossen sein. Zusammen mit der Tatsache, dass bestehende Zwischenlager-Anlagen für radioaktive Abfälle nur noch für einige Jahrzehnte genehmigt und zugelassen sind, bedeutet das, dass nun dringend tragbare Lösungen für das Atommüllproblem gefunden werden müssen.

Zusammen mit der Entscheidung 2011 für eine beschleunigte Stilllegung von Kernkraftwerken wurde beschlossen, einen Neuanfang bei der Suche nach einem Endlager zu unternehmen. Dies hat – auf Basis des „Standortauswahl“-Gesetzes vom Juli 2013 – zur Bildung neuer institutioneller Strukturen und Entscheidungsprozesse geführt: Die neu entstandene „Bundesgesellschaft für Endlagerung“ (BGE) hat die Aufgabe, das Standortauswahlverfahren für ein Endlager insbesondere für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle umzusetzen. Dies beinhaltet das Identifizieren von Orten (in Deutschland), die für ein solches Endlager geeignet sein könnten. Das reorganisierte „Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit“ (BfE) ist die Regulierungs- und Aufsichtsbehörde des Bundes für die Beseitigung von radioaktiven Abfällen; eine weitere wichtige Aufgabe des BfE ist die Öffentlichkeitsarbeit. Das neugeschaffene „Nationale Begleitgremium“, dessen Mitglieder vom Bundestag gewählt wurden, wurde gegründet, um das öffentliche Vertrauen in den Such-Prozess wiederherzustellen, indem sichergestellt werden soll, dass die Entscheidungsprozesse transparent und für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung der Endlagersuche? Was wurde bisher erreicht und was sind die nächsten Schritte in diesem Prozess? Wird es möglich sein, die öffentliche Akzeptanz für ein Endlager für hoch radioaktive Abfallstoffe zu gewinnen?

Quelle Foto

Zum Weiterlesen:

Artikel "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe": Klicken Sie bitte hier.
Artikel des nationalen Begleitgremiums: Klicken Sie bitte hier.

 

 

in Kooperation mit der

und mit 

 

12. Juni 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.  


Referent: Prof. Dr. Günther Bachmann, Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Generalsekretär

Mit der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie am 11. Jan. 2017 hat die Bundesregierung die Nachhaltigkeitspolitik aus dem Jahr 2002 konsequent weiterentwickelt und „eine Nachhaltigkeitsarchitektur geschaffen, die uns als solide Grundlage für die nationale Umsetzung der Agenda 2030 dient“. Tatsächlich hat die „Agenda 2030“ die bisher eher abstrakten und theoretischen Vorstellungen über nachhaltige Entwicklung erstmals in 17 Ziele konkretisiert und damit einen globalen Orientierungsrahmen geschaffen. Die deutsche Bundesregierung hat sich zur ambitionierten Umsetzung der „Agenda 2030“ verpflichtet, sie entstammen dem Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu den „Sustainable Development Goals (SDG)“ vom September 2015.

Mit der nationalen Strategie soll aufgezeigt werden,
• wie die Chancen auf ein Leben in Wohlstand weltweit heute und zukünftig erhöht werden können,
• wie die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden können und wie ein Leben in Würde für alle Menschen auf der Welt ermöglicht werden kann.

Deutschland weist in vielen Bereichen bereits hohe Standards auf. Gleichwohl sind wir in vielen Bereichen noch sehr weit von einem nachhaltigen Leben, nachhaltigem Wirtschaften und einem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen entfernt. Wertet man die Indikatoren, die zum Monitoring der Nachhaltigkeitsentwicklung verwendet werden, aus, ergibt sich ein negativer Trend.

Drohen wir zu scheitern, wie es das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (berlin-institut.org) in der Streitschrift „VIELE ZIELE, WENIG PLAN - warum Kommunen und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nicht zusammenfinden (September 2017)“ kritisiert hat? Brauchen wir nicht endlich mehr Verbindlichkeit insbesondere bzgl. Chancengerechtigkeit auch in Deutschland sowie verstärkte, messbare Maßnahmen bei Klima- und Ressourcenschonung? Steht der von maßgebenden Politikern geforderte Freihandel nicht diametral den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN entgegen? Droht ein Scheitern a là „Klimaziele 2020“ – Sind diese nicht mehr erreichbar und geht es weiter wie gehabt?!
Pof. Dr. Bachmann wird berichten, wie der Transformationsauftrag für Deutschland gelingen kann. Der RNE berät die Bundesregierung seit 2001 in allen Fragen der Nachhaltigkeit. Seine 15 Mitglieder werden jeweils für die Dauer von drei Jahren von der Bundeskanzlerin berufen und stehen je nach ihrem fachlichen Hintergrund für die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit in der Definition des Deutschen Bundestages: Ökologie, Ökonomie, Soziales.
Zum Weiterlesen: Klicken Sie bitte hier.

 

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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