Online-Veranstaltung am 29.03.2021 um 19:00 Uhr


Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement bei der Sparda-Bank München eG.:
Gewinnerzielung, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit – Wie geht das zusammen?

und

Christian Stupka, Gründungsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO und Vorstand der Genossenschaftlichen Immobilienagentur München (GIMA) :
Wohnungsbau-Genossenschaften in München – Gewähr für bezahlbaren Wohnraum

Die Wurzeln der modernen Genossenschaft lassen sich auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts datieren. Die frühe Zeit der Industrialisierung war eine Epoche der großen Veränderungen, in der viele Kleinunternehmer und Handwerker um ihr Überleben kämpfen mussten. Statt wie früher die Versorgung der Bevölkerung bei kleinen Handwerksbetrieben vor Ort zu erledigen, wurde diese in zunehmendem Maße durch industriell hergestellte – oftmals kostengünstigere – Produkte ersetzt.

Diese Entwicklung führte dazu, dass sich die Kleinunternehmer und Handwerker zusammenschließen mussten, um sich durch freiwillige Kooperationen vor der Armut zu schützen. Die wirtschaftlichen Vorteile waren also der primäre Grund für die Entstehung der Genossenschaften. So auch bei der Sparda-Bank München eG: Die oberbayerische Genossenschaftsbank – damals „Reichsbahn-Spar- und Darlehenskasse München eGmbH“ – geht auf den Wunsch von 33 Eisenbahnern im Jahr 1930 zurück, nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ in finanziellen Angelegenheiten solidarisch zusammenzustehen.

Heute gibt es in Deutschland über 1000 Genossenschaftsbanken und fast 2000 Wohnungsbau-Genossenschaften. Die Genossenschaft ist damit eine der tragenden Säulen der nationalen Wirtschaft. Während Wohnungsbau-Genossenschaften primär das Ziel haben, ihre Genossen dauerhaft mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen, ist Aufgabe der genossenschaftsrechtlich organisierten Banken, die Förderung des wirtschaftlichen Erfolgs zum Wohle aller Mitglieder. Dabei steht bei der Sparda-Bank München nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Geschäftspolitik zugunsten der Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt in der Region. Damit möchte die oberbayerische Genossenschaftsbank als erste Gemeinwohl-Bank in Deutschland auch den Beweis antreten, dass Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung sehr wohl vereinbar sind.

Bei den Wohnungsbau-Genossenschaften geht es nicht nur um ein spekulationsfreies und selbstbestimmtes Wohnen, sondern auch das gemeinsame Planen und das Zusammenleben in der Gemeinschaft.

Die genossenschaftliche Art von Zusammenschlüssen stärkt, wie es die UNESCO 2016 formuliert hat, in besonderer Weise das Gemeinleben und bietet innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Aus diesem Grund zählen Genossenschaften seit November 2016 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Die Genossenschaft spielt also nicht nur eine große Rolle in der Entwicklung der Wirtschaft, sondern auch bis heute in der Gesellschaft.

Anmeldung zur Veranstaltung:

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