Rückblick In Kooperation

Das Münchner Forum Nachhaltigkeit lädt ein zur Online-Präsentation des jüngsten Berichts an den Club of Rome, verfasst von Prof. Dr. Christian Berg. Wie wir in Sachen Nachhaltigkeit Barrieren überwinden und zukunftsfähig handeln, sind die beiden Leitfragen seiner jüngst erschienenen Arbeit, die er in dem Vortrag vorstellen wird. Für mehr Information klicken Sie bitte hier.

Referent: Prof. Dr.-Ing. Dr. Christian Berg (TU Clausthal)
Zeit: Dienstag, 16.6.2020, ab 19.00 Uhr
Format: Online-Veranstaltung via Zoom
Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

 

Donnerstag: 16.01.2020

Referent: Dr. Thomas Bruhn


Während wir umgeben sind von Nachrichten über Klimawandel, Artensterben oder soziale
Spaltung, wird es für uns als Einzelne immer schwieriger, uns in dieser Situation
zu orientieren und zu erkennen, wo und wie wir selbst handeln können. Angesichts der
schieren Ausmaße und Komplexität der globalen Herausforderungen, aber auch angesichts
des Scheiterns von Gesellschaft und Politik bei der Bewältigung etwa der Klimakrise
fühlen sich Menschen oft machtlos: überfordert und enttäuscht zugleich.

• Welche Hoffnung besteht in dieser Zeit des beschleunigten komplexen Wandels
für die Zukunft der menschlichen Zivilisation?
• Wie ist es möglich, selbst mitzugestalten an der Entwicklung zukunftsfähiger
Lebensweisen?
• Und was hat das alles zu tun mit einem tiefen Wandel in unserem persönlichen
Bewusstsein und unserem Verständnis vom Aufbau der Wirklichkeit?

Der Vortrags- und Diskussionsabend beleuchtet den aktuellen Wandel in der Beziehung
zwischen Menschheit und Erde im sogenannten Anthropozän und wie die
Menschheit ihre Rolle und Verantwortung darin neu erkennt. Der Physiker und Nachhaltigkeitsforscher
Dr. Thomas Bruhn gibt dazu Einblicke in die (Erd-)Systemforschung,
Philosophie und Sozialpsychologie und zeigt Ansätze auf für die Wirkungsmöglichkeiten
jedes Einzelnen. Er lädt ein, gemeinsam über die grundlegenden Fragen des Menschseins neu zu reflektieren, und macht Mut für die Zukunft.
Dr. Thomas Bruhn ist Forschungsgruppenleiter für das Projekt AMA („A Mindset for the
Anthropocene“) und Bereichssprecher am Institute for Advanced Sustainability Studies
(IASS) in Potsdam sowie Mitglied der Deutschen Gesellschaft Club of Rome.
Der Abend ist dem Andenken an den 2014 verstorbenen Physiker, Naturphilosophen
und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr gewidmet.  

 

Zur AStA TUM „Ringvorlesung Umwelt“

lud Die Umwelt-Akademie e.V. , Klimaherbst 2019, Friday-For-Future, München, BN Bayern, München, Münchner Forum Nachhaltigkeit (MFN), Green City eV, Münchner Volkshochschule (MVHS) und das Forum Öko-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)  gerne ein.

Mittwoch, den 23. Oktober 2019 (19:30UHr)

Referent: Prof. Dr. Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Berlin

„Die Idee des Klimawandels ist von den Chinesen erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den USA zu schaden“ (Donald Trump, 2012). Doch da hilft kein Populismus: Der Klimawandel ist real. Nicht: „morgen“, nicht: „nur da unten im Süden“.
Die steigenden globalen Durchschnittstemperaturen lassen befürchten, dass das politische Ziel von Paris (2015) nach Begrenzung der Erderhitzung auf maximal +1,5o C gegenüber vorindustrieller Zeit nicht mehr erreichbar ist; das „CO2-Budget“ dafür wird bis 2040 verbraucht sein, „übermorgen“ also: Extremwetterereignisse weltweit zunehmend, Dürreschäden auch in Deutschland, Hochwässer in Europa, Anstiege der Meeresspiegel überraschend stark, Gletscherschmelzen und andere Kipping-points, ungezählte Klimaflüchtlinge, Kriege um Wasser und Nahrung… Der Vergleich zu Titanic liegt nahe.
Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein heftiges Handlungsdefizit. Insbesondere auch in Deutschland: Die CO2- Emissionen sind auf gleichem niedrigen Trend wie die in den USA:
https://www.solarinitiativen.de/jahrestagung_2019_rosenheim  

    
                                              
Der finale Kohleausstieg in Deutschland: Zu zaghaft, zu spät. 100% Strom und Wärme nur noch aus erneuerbaren Energien bis 2040 unrealistisch. Vorschläge der Verkehrskommission zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich völlig unzureichend („entgegen jedem gesunden Menschenverstand“). Abschied von Benzin- und Dieselmotor bis 2025, E- oder Wasserstoffmobilität für alle – in den Sternen. Beschleunigung der Energieeinsparung durch Wärmedämmung, Umbau der Ölheizungen im Bestand – Fehlanzeige. Beiträge von Landwirtschaft und Konsumwirtschaft undefiniert. Investitionen in energiearme Zukunftstechnologien: Kein Thema. „Klimakabinett“ und Klima-Gesetz: Polit-Folklore. CO2-Abgabe ohne Zusatzbelastungen, wie in anderen Ländern – nicht mit dieser GroKo. Vollständiger Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und EE-Elektrifizierung für alle Sektoren bis 2040… ???

Die junge Generation hat das Problem verstanden. Ja, es gibt Handlungsmöglichkeiten, vergleichbar den Anstrengungen zur ersten Mondlandung. Zu allererst ist die Politik gefragt, klare Rahmenbedingungen für einen Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft zu definieren und auch gegen Lobby-Interessen durchzusetzen. Aber auch der_die Einzelne ist gefragt, Suffizienz ist das Stichwort – jede(r) kann seinen Beitrag leisten.
Das stellte Prof. Quaschning deutlich dar, diskutierte mit uns und forderte von uns konkretes Handeln.

 

 

Veranstaltung in Kooperation mit      

 

 

Samstag, 21. September 2019

"Essbare Stadt im Naturgarten-Ein Lebensraum mit Vielfalt"

München hat viele versiegelte Flächen, welche in heißen Sommern  dazu beitragen, das Stadtklima aufzuheizen. Zdem ist in vielen Bereichen nur wenig biologische Vielfalt vorhanden. Mit Entsiegelung, Fassadenbegrünung und mit einer Mischung aus verschiedenen Wild- und Kulturpflanzen kann hierzu ein großartiger Beitrag geleistet werden.

Dazu wurde im Kirchlichen Zentrum in der Preysingstraße am 21. September 2019 in Zusammenarbeit mit dem Freiwilligendienst ein Anfang gemacht. Beim Pflanzen und Verarbeiten der Früchte (von anderen schon Ernte fähigen Anlagen)wurden Gespräche geführt, was diesbezüglich am Gelände noch alles gemacht werden kann.

Dabei  kamen Fragen auf, die jeden der beginnt sich damit zu beschäftigen, auf.

Welche Früchte können in der Stadt gegessen werden?

Woher kommt unser Obst und Gemüse?

Was darf ichernten und wie verwerte ich das Obst und Gemüse?

Ist das städtische Obst durch die Luftverschmutzung belastet?

Wird mit Pflanzen und aktiver Stadtbegrünung das Stadtklima besser?

Wird das Leben in der Stadt mit mehr Grünflächen lebenswerter?

Wie bekomme ich auch in der Stadt eine höhere Biodiversität?

Wo und wie haben Tiere in der Stadt noch Rückzugsmöglichkeiten?

Wie lassen sich Erholungszonen Ernten und Biodiversität verknüpfen?

 

Die jungen Leute waren begeistert von den Ideen, welche in den Diskussionen aufkamen. Von der Balkonbepflanzung mit Kräutern, Wildkräutern und bienenfreundlichen Blumen (https://wildermeter.de)  über Fassadenbegrünung mit essbaren Pflanzen zu Beeten in Grünflächen zum Anbau von Obst und Gemüse. In Erholungszonen könnten neben Wald- Laubbäumen ebenso gut Obstbäume oder Bäume mit Wildfrüchten stehen, welche dann auch beerntet werden können (aber nicht müssen).

Sobald man auf den Geschmack gekommen ist und den Naturbezug hat , sind auch ein paar Walnüsse, Haselnüsse oder Äpfel, welche beim Spaziergang aufgelesen werden und später als leckere unterhaltsame Knabberei an den Herbsttag erinnern eine Freude.

Für mich war es ein schöner Nachmittag mit vielen guten Gesprächen. Viele Anregungen konnte ich aus meiner Praxis weitergeben, auch über den Marmeladentopf hinaus.

Maria Hager

Die Präsentation finden Sie hier.


Das Podiumsgespräch eingeführt durch Doris Bose gab den Auftakt  „vom Wissen zum Handeln

    
Juliane Kahl mit ihrer Etiketten Werkstatt                  Maria Hager mit ihren freiwilligen Helfern bei Marmelade (Fruchtaufstrich) Kochen


  Unsere Landschaftsgärtnerin Carmen Lefeber bei der Aussaat von Wildkräutern

 

Laudato si’ von großen Grünflächen bis zur grünen Fassade und zur Fensterbank als Lebensraum:
mit dem besonderen Schwerpunkt Insektenfreundliche Pflanzen in Topf und Kasten

Hintergrund: Artenschutz und die Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus

 

Artenvielfalt ist wichtig für das Überleben der Menschheit. Der drastische Artenschwund in Bayern, Deutschland und auch der Artenschwund weltweit ist dokumentiert. Die verheerenden Folgen und Ursachen sind bekannt. Besonders der starke Rückgang der Insekten ist besorgniserregend. Insekten spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bestäubung der menschlichen Nahrungspflanzen. „Die weitaus größte Mehrheit [der Tier- und Pflanzenarten] stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen“, schreibt  Papst Franziskus  in der Enzyklika „Laudato si’“ aus dem Jahr 2015. Und mahnt: „Dazu haben wir kein Recht.“ Denn nun könnten sie nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch ihre Botschaft vermitteln. Einen ganzen Abschnitt widmet er dem Thema „Der Verlust der Biologischen Vielfalt“ und in Punkt 34 bezieht er sich explizit auf den notwendigen Schutz der Insekten, neben Pilzen, Algen, Würmern, Reptilien und Mikroorganismen.

 

Das Konzept: Vom Reden zum Handeln im eigenen Verantwortungsbereich

 

Bepflanzung und Begrünung von allen möglichen verfügbaren Flächen, die noch nicht lebendig sind. Freiflächen, Beeten, Blumenkästen, Töpfen und Kübeln mit insektennützlichen einheimischen Wildpflanzen auf Fensterbänken, Balkonen und Terrassen. „Wildniszonen“  an geeigneten Orten zum Beobachten und zum Lernen  bieten eine interessante Bereicherung.

 

Ziele:  Alles Leben ist vielseitig und dabei in Verbundenheit. Wir können einzelne Ziele nennen, wobei das Ganze vielschichtiger und größer ist als Einzelheiten die wir hier aufzählen.


1) Artenschutz | Insekten im urbanen Raum fördern

Die traditionelle bayerische Geranienbepflanzung hat einen geringeren ökologischen Wert als ein Maisfeld. In Blumenkästen, Töpfen und Kübeln für Fensterbänke, Balkone oder Terrassen gedeihen jedoch auch viele insektennützliche einheimische Wildpflanzen. Sie liefern Pollen und Nektar für Honigbienen, Wildbienen, Solitärwespen, Hummeln, Wanzen, Bienen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge. Vögel fressen die Früchte und Samen.

 

2) Klimaschutz vor der Haustür: Unser Stadtklima verbessern

München gehört zu den am stärksten versiegelten Städten Deutschlands. Die Begrünung von Fensterbänken und Balkonen und Fassaden mit Wildpflanzen gewinnt in der Vertikalen wertvolle Grünfläche zurück und kann so im urbanen Raum einen Beitrag zur Förderung der Insekten leisten, das städtische überhitzte Klima erträglich machen und die Luft reinigen und erfrischen.

 

3) Essbare Stadt nach  dem erfolgreichen Vorbild von Andernach

Städte können theoretisch ihre Früchte und ihr Frischgemüse außer im Winter und Frühling weitgehend selbst erzeugen.

Kostenmäßig ist nicht viel um zu Ziergehölzen  und Blumenrabatten. Je nach Kultur sind diese „Kunstflächen“ mit Wechselgrün, die in unseren Städten allgegenwärtig  sind, sogar günstiger.

Zudem haben die essbaren Städte  eine soziale Komponente , die ebenso bedeutend ist wie die ökologische und die nährende.  Und sobald es sich herumgesprochen hat, erntet jeder gerne beim Abendspaziergang. Andernach stellt auf diese Weise auf öffentlichen Grünflächen etwas mehr als ein Prozent von dem Obst und  Gemüses her, das in der Stadt gegessen wird. Und jedes Jahr kommt ein neues Segment dazu.   Und zusammen macht das ca. 5 000 000kg Obst und Gemüse in Andernach pro Jahr(163 kg Konsum / Kopf und Jahr , 30 000 Einwohner).

 

4) Pädagogik, Naturbeobachtung aus nächster Nähe

Mitarbeiter, Bewohner, Studenten, Schüler, Besucher erleben Biologie aus nächster Nähe. Beispiel Lebenszyklus Pflanzen: Das Wachsen, Blühen, die Bestäubung, Frucht- und Samenbildung von Pflanzen. Beispiel Bestäuberinsekten: Bienen, die Nektar trinken und Pollen sammeln. Zahlreiche Schulprojekte im Fach Biologie, die direkt an das Leben auf der Fensterbank anknüpfen, sind denkbar, ebenso Pflanzaktionen oder Balkonkastenpatenschaften von Schulklassen.

 

5) Bewusstseinsbildung | Wertschätzung
Durch die Naturbeobachtung entsteht eine Wertschätzung der Schöpfung und der Wunsch diese zu erhalten und nicht weiter zu zerstören.

 Katherina Heuberger

 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Dienstag, den 25.Juni 2019

Referentin: Dr. Angelika Hilbeck 

Moderation: Dr. Manuel Schneider (oekom e.V.)

In jüngster Zeit wird über eine Reihe von Technologien diskutiert, die auch als „Genome Editing“ bezeichnet werden und die u.a. zur Herstellung neuer gentechnisch veränderter Tiere und Pflanzen eingesetzt werden. Diese neueren molekularbiologischen Verfahren, darunter CRISPR/Cas als das bekannteste, erlauben noch tiefere und weitergehende Eingriffe in das Erbgut als die bisherige Gentechnik. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Die Anwendung dieser neueren Gentechniken ist jedoch mit ungewissen Neben- und Folgewirkungen für Konsumenten, Natur und Umwelt verbunden. Sie ist daher im Sinne der Risikovorsorge zu regulieren. Der Europäische Gerichtshof hat in seinem wegweisenden Urteil vom Juli 2018 entschieden, dass auch die neuen Gentechnikverfahren dem europäischen Gentechnikrecht unterliegen. Gegen diese Entscheidung laufen zur Zeit Teile der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Sturm, da sie eine Blockade der in ihren Augen verheißungsvollen Technik und daran geknüpfter Geschäftsmodelle befürchten. Eine Novellierung des Gentechnikrechts nach der Europawahl ist bereits angekündigt.

In dem Vortragsabend wollten wir die Verfahren der neuen Gentechnik für Laien verständlich vorstellen und hinsichtlich ihrer Potenziale und Risiken bewerten. In einem zweiten Schritt sollte das Thema in den größeren Zusammenhang von Fragen einer global zukunftsfähigen Landwirtschaft gestellt werden. Die Referentin zeigte agrarökologische Alternativen auf, um Erträge zu steigern, Schädlingsbefall zu minimieren oder Pflanzen angesichts des globalen Klimawandels dürre- und hitzeresistenter zu machen.

Die Agrarbiologin Dr. Angelika Hilbeck arbeitet seit 2000 am Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich und leitet dort die Forschungsgruppe Umweltbiosicherheit und Agrarökologie. Sie befasst sich in der Lehre und Forschung mit den Auswirkungen der Agro-Gentechnik auf Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Umwelt. Sie hat u.a. am Weltagrarbericht (IAASTD 2008) mitgearbeitet und ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied des European Networks of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER).