Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

Dienstag, 6. November 2018
19:00 Uhr

Sparda Bank, Arnulf Straße 15, 80335 München (ÖPNV "S-Bahnhof Hackerbrücke")

Referentin: Dr. Julia Schwaiger

Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Weltweit werden derzeit jähr-lich über 300 Mio. t produziert. Sie bieten im praktischen Gebrauch einerseits viele Vorteile. Andererseits können sie aber auch bei unsachgemäßer Entsorgung oder durch achtloses Wegwerfen enorme Probleme verursachen. So gelangen nach aktuellen Schätzungen über 12 Mio. t Kunststoffabfälle in die Weltmeere. Ein Großteil davon stammt aus dem Binnen-land und wird über Flüsse in die Ozeane eingetragen.
Die Meeresverschmutzung durch Plastik ist derzeit in aller Mund und bewegt die Gemüter, insbesondere, wenn tote Wale oder Vögel an den Stränden angetroffen werden, deren Mä-gen mit Plastik gefüllt sind. Das Problem ist, dass Kunststoffe (synthetische Polymere) im Wasser nicht abgebaut werden, sondern auf Grund von Zersetzungsprozessen zu sogenann-tem Mikroplastik zerfallen, das über hunderte von Jahren im Wasser verbleiben kann. Ein weiteres Problem stellen möglicherweise die bei der Herstellung von Kunststoffen verwen-deten Additive, wie Weichmacher oder Flammschutzmittel dar.
Außerdem können Mikroplastikpartikel aus Kunststoffbekleidung, Reinigungsmitteln oder Kosmetika über das Abwasser und die Kläranlagen in die Flüsse gelangen. Eine weitere Ein-tragsquelle kann der Abrieb von Kunststoffprodukten wie z.B. Reifen darstellen, der über Windverfrachtungen oder sog. Regenauslässe in der Kanalisation direkt in die Flüsse gelangt. Je nach Quelle wird wird zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik unterschieden. Unter Mikroplastik versteht man Kunststoffteilchen, deren Durchmesser kleiner 5 mm be-trägt.
Das Vorkommen von Mikroplastik in den Weltmeeren ist schon seit den 1970-er Jahren be-kannt. Binnengewässer werden erst seit Kurzem auf Mikroplastik untersucht. Die Erfor-schung möglicher Auswirkungen auf Tiere in Flüssen und Seen steht noch ganz am Anfang.
Anfang 2014 hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ein umfangreiches Forschungsprojekt zum Thema Mikroplastik in Bayerischen Gewässern ge-startet. Das Projekt wird vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Zusammenarbeit mit der Uni-versität Bayreuth und der TU München durchgeführt und verfolgt drei Schwerpunkte:
1. Die Entwicklung standardisierter Nachweismethoden.
2. Untersuchung ausgewählter Flüsse und Seen sowie den Ablauf von Kläranlagen auf eine Belastung durch Mikroplastik und
3. Mögliche Auswirkungen auf Gewässerorganismen.
Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor.
Frau Dr. Julia Schwaiger, die das Vorhaben beim LfU Bayern leitet, wird die Ergebnisse prä-sentieren. Anschließen werden wir diskutieren, welche Forderungen an die Politik sich dar-aus ergeben und was jede(r) Einzelne zur Lösung dieses Problem beitragen kann.

Zur Person: Dr. Julia Schwaiger
Nach dem Studium der Tiermedizin und anschließender Promotion an der LMU München nahm Dr. Julia Schwaiger 1989 ihre Tätigkeit an der damaligen Landesanstalt für Wasserforschung auf. 1994 erfolgte die Ernennung zur „Fachtierärztin für Fische“ durch die Bayerische Landestierärztekammer. Heute leitet Dr. Schwaiger am Bayerischen Landesamt für Umwelt das Referat Aquatische Toxikologie und Pathologie und hat zugleich die betriebliche Leitung der Dienststelle Wielenbach inne. Während ihrer gesamten beruflichen Laufbahn befasste sich Dr. Schwaiger mit den Auswirkungen von Spurenstoffen, darunter Arzneimittel und hormonell wirksame Stoffe, auf Fische. In den letzten Jahren beschäftige sie sich darüber hinaus intensiv mit dem Thema Mikroplastik in Binnengewässern sowie daraus resultierenden Konsequenzen für aquatische Organismen.

Einladung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung
im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Nachhaltigkeit, Klimawandel, Energiewende“

in Kooperation mit Umweltinstitut München e.V.

in Kooperation mit urgewald e.V.  

in Kooperation mit fossil free

Mittwoch, den 07.11.2018
19.00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, (ÖPNV „Goetheplatz“)

Referenten: Vladimir Slivjak, Umweltorganisation EcoDefense (Russland), Michael Schabl, Bündnis „Raus aus der Steinkohle“

Mit gesetzlich vorgesehener Mehrheit entschieden die Münchner*innen vor einem Jahr, am 5. November 2017, in einem Bürgerentscheid, die Verbrennung von Steinkohle in „ihrem“ Kraftwerk bis Ende 2022 zu stoppen. Möglich war dies, weil Block 2 des Heizkraftwerks Nord im Besitz der Stadtwerke München ist; diese wiederum sind Eigentum der Stadt München und damit von uns allen Münchner Bürger*innen.
Hauptbegründung: Allein die Kohleverbrennung im HKW Nord2 erzeugt so viel CO2-Emissionen pro Jahr wie der gesamte PKW- und LKW-Verkehr in München. Nur durch eine vorgezogene Abschaltung kann die Stadt ihre selbstgesteckten Klimaziele überhaupt erreichen. Da München über ein einzigartiges Geothermie-Potenzial verfügt, kann die Wärmeversorgung auch künftig gesichert werden; Strom ist ohnehin ausreichend vorhanden – auch dank erneuerbarer Quellen.
Doch noch ist der Steinkohleblock am Netz und somit auf Kohleimporte angewiesen. Die in München verbrannte Kohle kommt zu großen Teilen aus der Region Kuzbass (Russland), über 5.000 km östlich von München. Während die russische Kohle in München für warme Stuben sorgt, zahlt die lokale Bevölkerung im Kuzbass die Zeche: Die Verschmutzung von Luft und Boden führt zu zahlreichen Krankheitsfällen, die Umsiedlung ganzer Ortschaften entwurzelt indigene Gemeinden, kohlekritische Stimmen werden von Behörden gegängelt und kriminalisiert.
Ein Jahr nach der Entscheidung möchten wir einen genaueren Blick darauf werfen, woher die Kohle für das Heizkraftwerk Nord stammt und mit welchen Folgen die Förderung der importierten Kohle verbunden ist. Und wir fragen: Wie steht es um die Umsetzung des Bürgerentscheids zum Kohleausstieg, welche Bausteine werden in welchem Zeitplan umgesetzt? Die Münchner Bevölkerung hat ein Anrecht darauf, endlich informiert zu werden, wie es weitergeht. Bislang jedenfalls blieben Stadtrat und Stadtwerke in dieser Frage stumm.

    

 

in Kooperation mit  

 

Donnerstag, 08.11.2018
19:30 Uhr
Seidlvilla, Nikolaipl. 1B, 80802 München (ÖPNV "Giselastraße")

Referent: Prof. Dr. Dr. Peter Höppe; ehem. Bereichsleiter Geo Risk Research/Corporate Climate Centre, Munich Re; Experte für Naturgefahren, Klimawandel, Biometeorologie; Chair von Munic Climate Insurance Initiative (MCII); Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Institut für Nachhaltige Kapitalanlagen (NKI)


Die durch Extremwetterereignisse verursachten Schäden betrugen 2017 global rd. 330 Mrd. US$.
Nie zuvor waren sie so hoch.
 
Die Daten der großen Rückversicherer zeigen sehr deutliche Trends bei der Häufigkeit von schadenrelevanten Ereignissen und auch bei den von ihnen verursachten Schäden. Ein großer Teil der steigenden Schäden kann durch höhere Exposition von Menschen und Sachwerten, getrieben von Bevölkerungswachstum und steigendem Wohlstand erklärt werden. Wenn man die Schadentrends jedoch mit sozioökonomischen Veränderungen adjustiert, verbleiben oftmals immer noch deutliche Anstiege. Diese müssen dann vor allem durch eine veränderte Gefährdungslage erklärt werden:
Insbesondere für Schäden, die z.B. durch starke Gewitterereignisse verursacht werden, gibt es eine sehr plausible Indizienkette dafür, dass der Klimawandel eine relevante Rolle spielt.

2017 war global das „Jahr der Rekorde“: Das Jahr mit den höchsten, durch Unwetter-Ereignisse verursachten Schäden, das Jahr mit dem heftigsten Wirbelsturm über dem Atlantik („Irma“) und dem heftigsten Regensturm über dem Golf von Mexiko („Harvey“), das wärmste Non-El-Nino-Jahr mit  Durchschnittstemperaturen von 1,2o C über Vor-Industrie-Niveau… Und in Mitteleuropa, Juni 2017: Tief „Rasmund“, heftiger und andauernder Starkregen mit den höchsten Regenmengen von 269 mm innerhalb 36 Stunden in Brandenburg, Deutschland.

Der Klimawandel wird weiter fortschreiten. Selbst wenn die im “Paris Agreement“, der Vereinbarung der 195 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes von 2015 gemachten Versprechungen zur Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen erfüllt werden. Deshalb sind Anpassungsmaßnahmen an die schon heute nicht mehr abwendbaren Veränderungen unverzichtbar.

Diese können aus Präventionsmaßnahmen wie z.B. verbessertem Küstenschutz und Deichbau entlang von Flüssen, aber auch innovativen Klimaversicherungslösungen bestehen. Hierbei gibt es eine Verantwortung der Industrieländer, die ärmeren Länder zu unterstützen, die besonders hart vom Klimawandel getroffen werden.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang noch auf unsere inhaltlich passende Veranstaltung 13.12.2018, 19:00 Uhr, „IBZ“: „Klimawandel: Risiko und Resilienz“ mit Prof. Dr. Ortwin Renn, Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam

 

Prof. Dr. Dr. Peter Höppe

Zum Weiterlesen:

Den Artikel über Unwetter finden Sie hier.
De Beitrag"Der globale Klimawandel und seine Auswirkung auf Deutschland" finden Sie hier.
Den Beitrag Sieben Positionen deutscher Versicherer zu den Folgen des Klimawandels finden Sie hier.

 

in Kooperation mit „Münchner Ernährungsrat e.V.“

in Kooperation mit „Kartoffelkombinat e.V.“

in Kooperation mit „Slow Food Deutschland“, München 

 

Dienstag, 13. November 2018
19:00 Uhr

GLS Bank, Bruderstraße 5A, 80538 München (ÖPNV "Lehel")

Referentin und Referent: Angelika Gsellmann, Hermannsdorf + Daniel Überall, Kartoffelkombinat

Raus aus dem beliebigen Konsum: Solidarische Ernährungswirtschaft

Heute wollen wir wieder was lernen. Nicht Theorie, sondern Praxis. Von denjenigen, die es täglich tun:

Nämlich nicht (nur) „Solidarische Landwirtschaft“ (SoLaWi), sondern „Solidarische Ernährung“ (SoErWi) bewerkstelligen. Die etwas anderes anzubieten haben; wo jede(r) aktiv mitwirken kann; für alle, die Geld nachhaltig anlegen wollen; wer sich gute Lebensmittel nicht vom Discounter, sondern direkt vom Erzeuger beliefern lassen will: „Nachhaltig, regional, saisonal“ ist das neue Bio.
Gerechte Weltwirtschaft (er)leben, Agrar- und Ernährungswende fördern, Produktion und Konsumtion zusammenschnüren, einzigartige  Kundenbeziehung pflegen, an einem Standort besonders gute Lebensmittel herstellen, gutes Leben für Erzeuger, Hersteller, Händler, Pro- und Konsumenten ermöglichen.  

Deshalb wollen wir Ihnen/Euch sieben Initiativen, Genossenschaften, Läden, Teams, Landwirte und Gärtnereien… vorstellen; in Wort, in Bild, mit Musik und Kostproben, in Gesprächen, mit Flyern und Info-Material:

- Ökoesel – der Mitgliederladen, München
- Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V.
- Platanenblatt GmbH, Wangen
- Das Gärtner-Team Auergarden, München
- Waldgärtner – SoLaWi in München
- Bioland-Gärtnerei Hecker, Olching
- Kartoffelkombinat im Dorf München

Dass es natürlich noch viel mehr SoErWi- und SoLaWi-Aktive gibt, zeigt diese Such-Plattform:
solidarische-landwirtschaft.org/index.php?id=273&L=0

Anmeldung:        ist wegen beengter Platzverhältnisse erforderlich:    

                           Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

                           Teilnehmer erhalten vorab eine Bestätigung

Kosten:              keine, aber um Spenden wird gebeten

 

    

in Kooperation mit   und 

 

13. Dezember 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum (IBZ), Amalienstrasse 38, 80799 München  (ÖPNV "Universität")

Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn, Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam

 

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

Dienstag, den 18. Dezember 2018

Einladung zu einer Exkursion
in Kooperation mit „Münchner Ernährungsrat e.V.“                                  


„(Wie?) Kann man Brot CO2-neutral backen?“


Es geht nicht um Weihnachtsplätzchen, sondern um Brot: Seit mehr als 30 Jahren verfolgt die Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH die Strategie einer nachhaltigen Unternehmensführung. Neben der Verwendung von Rohstoffen aus anerkannt ökologischer Landwirtschaft liegt der Schwerpunkt des Umweltmanagementsystems EMAS insbesondere auf der Ressourcenschonung und dem Klimaschutz. 2017 wurde die CO2e-neutrale Produktion des Unternehmensverbundes zertifiziert.

Trotz ökologischer Wirtschaftsweise entstehen auch in der Hofpfisterei, der Meyermühle, Stocker’s Backstube und der Metzgerei Landfrau  noch verbleibende CO2e-Emissionen, wenn bei der Herstellung und dem Vertrieb der Öko-Lebensmittel fossile Energien verbrannt oder Kältemittel verbraucht werden. Backöfen, Gebäudeheizung und Warmwasser-Erwärmung sowie Transporte benötigen Heizöl, Gas oder Diesel, hinzu kommt der Stromverbrauch, in Kühl- und Klimaanlagen auch Kältemittel.
Das alles kann man stark reduzieren, Ressourcen, Energie und Strom sparen – wie es die Hofpfisterei schon lange tut. Und: Erneuerbare Energien oder auch natürliche Kältemittel nutzen, Abfälle vermeiden, reduzieren und ökologisch/energetisch sinnvoll wiederverwenden/-verwerten. Eine gute Partnerschaft und ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch mit allen Lieferanten und Dienstleistern sowie eine intensive Schulung und Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstützen den ökologischen Weg.

Das wollen wir uns anschauen und vor Ort erklären lassen, quasi in der Backstube. Und der Frage nachgehen, wo bei der CO2-Zertifizierung „Klima-neutral“ die Bilanzgrenzen von Input und Output gezogen wurden; wo noch Verbesserungspotenziale gehoben werden sollen; wo und wie (hinreichend wirksam und nachgewiesen) nicht vermeidbare CO2e-Emissionen kompensiert werden.  
 

Wann?                    Dienstag, 18.12.2018, 17:00 – 19:00 Uhr
Wer?                       Vertreter*Innen der Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH
Wo?                        München, der Treffpunkt wird den angemeldeten Teilnehmer*innen mitgeteilt
Anmeldung:         wegen begrenzter Teilnehmerzahl unbedingt erforderlich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kosten:                  10€ pro Person; wird zu Beginn beim Treffpunkt eingesammelt; für weitere Spenden sind wir dankbar

 

 

     

 

 

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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