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Mittwoch 23. Mai 2018

19:00 Uhr

Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, (ÖPNV Goetheplatz)

Referentin: Prof. Dr. Miranda A. Schreurs, Lehrstuhl für Umwelt- und Klimapolitik, Hochschule für Politik an der TU München;
Sachverständigenrat für Umweltfragen, ehem. Mitglied; “Nationales Begleitgremium” zur Endlager-Suche, d.h. zur Standortauswahl eines Lagers für hoch radioaktive Abfallstoffe; Vorsitzende (zusammen mit Prof. Dr. Klaus Töpfer), von Bundestag und Bundesrat gewähltes Mitglied

Die Suche nach einem Endlagerstandort für atomare Abfälle kann als ein "wicked problem" (böses Problem) bezeichnet werden, ein Problem, das sich durch hohe Komplexitätsgrade und Unsicherheiten auszeichnet.

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle begann vor mehr als 50 Jahren, aber der Prozess war fehlgeleitet: Top-down-Entscheidungen, bei denen öffentliches Wissen, Interessen und Bedenken nicht ausreichend berücksichtigt wurden, führten zu einem hohen Widerstand gegen die ausgewählten Standorte. Die Atommüllpolitik war geprägt von gesellschaftlichen Konflikten, Protesten gegen Atommülllager, Blockaden von Castor-Transporten... Das führte zu einer Schwächung des Vertrauens in die Politik der Bundesregierung in Bezug auf Fragen der Atommüll-Entsorgung. Dieses mangelnde Vertrauen wurde durch Probleme deutlich verstärkt, wie sie inzwischen in bestehenden Lagerstätten wie der Schachtanlage Asse II oder im Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) aufgetreten sind.

Die Nuklearkatastrophe in Fukushima, Japan, am 11. März 2011 löste in Deutschland die zweite Entscheidung für einen „Atomausstieg“ aus; der Ausstieg aus dem Betrieb von Kernkraftanlagen soll bis 2022 abgeschlossen sein. Zusammen mit der Tatsache, dass bestehende Zwischenlager-Anlagen für radioaktive Abfälle nur noch für einige Jahrzehnte genehmigt und zugelassen sind, bedeutet das, dass nun dringend tragbare Lösungen für das Atommüllproblem gefunden werden müssen.

Zusammen mit der Entscheidung 2011 für eine beschleunigte Stilllegung von Kernkraftwerken wurde beschlossen, einen Neuanfang bei der Suche nach einem Endlager zu unternehmen. Dies hat – auf Basis des „Standortauswahl“-Gesetzes vom Juli 2013 – zur Bildung neuer institutioneller Strukturen und Entscheidungsprozesse geführt: Die neu entstandene „Bundesgesellschaft für Endlagerung“ (BGE) hat die Aufgabe, das Standortauswahlverfahren für ein Endlager insbesondere für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle umzusetzen. Dies beinhaltet das Identifizieren von Orten (in Deutschland), die für ein solches Endlager geeignet sein könnten. Das reorganisierte „Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit“ (BfE) ist die Regulierungs- und Aufsichtsbehörde des Bundes für die Beseitigung von radioaktiven Abfällen; eine weitere wichtige Aufgabe des BfE ist die Öffentlichkeitsarbeit. Das neugeschaffene „Nationale Begleitgremium“, dessen Mitglieder vom Bundestag gewählt wurden, wurde gegründet, um das öffentliche Vertrauen in den Such-Prozess wiederherzustellen, indem sichergestellt werden soll, dass die Entscheidungsprozesse transparent und für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung der Endlagersuche? Was wurde bisher erreicht und was sind die nächsten Schritte in diesem Prozess? Wird es möglich sein, die öffentliche Akzeptanz für ein Endlager für hoch radioaktive Abfallstoffe zu gewinnen?

Quelle Foto

Zum Weiterlesen:

Artikel "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe": Klicken Sie bitte hier.
Artikel des nationalen Begleitgremiums: Klicken Sie bitte hier.

 

 

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