Veranstaltungsreihe: Mutbürger für Energiewende!

Dienstag, 17. Juli 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.

Referent: Dr. habil. Weert Canzler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik im Wissenschaftzentrum Berlin für Sozialforschung

Der Klima-Gipfel von Paris hat klare Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase gesetzt, doch im Verkehrssektor, der fast zu 100 Prozent karbonisiert ist, gibt es so gut wie keine Fortschritte. Gerade im Straßenverkehr wurden alle Effizienzgewinne der letzten  Jahrzehnte durch mehr Verkehr, größere Fahrzeuge und längere Wege aufgefressen. Dabei  ist die Technik des Verbrennungsmotors ausgereizt. Das ist die eigentliche Erkenntnis des Dieselgate-Skandals.


Eine Verkehrswende erfordert den Abschied von den fossilen Energien. Bis Mitte des Jahrhunderts, also in gut 30 Jahren, muss der Verkehr fast vollständig dekarbonisiert sein. Ein großer Teil des Öls, das verfeuert werden könnte, muss im Boden bleiben. Nur so ist ein unkontrollierter Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde zu verhindern. Die Elektrifizierung des Verkehrs bei gleichzeitigem Ausbau der Wind- und Solarenergieanlagen ist derzeit die meistdiskutierte Strategie, dieser Herausforderung zu begegnen.
Eine Verkehrswende bedeutet jedoch mehr als nur das Antriebsaggregat auszutauschen. Es geht vielmehr um die effiziente Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel. Eine solche Verknüpfung ist dank der Digitalisierung auch möglich und eine Reihe von Start-ups setzen darauf. Über digitale Plattformen werden Zugänge gewährleistet, das einzelne Verkehrsmittel verschwindet dahinter. Allerdings ist die Verkehrswende nicht nur eine technische Herausforderung. Wir müssen uns auch gedanklich von der überkommenen Vorstellung des privaten Autos lösen.  

Wo liegen die größten Hindernisse für eine Verkehrswende? Welche Interessen sind betroffen? Wo gibt es schon Fortschritte - in Berlin, in München? Wie komme ich in Zukunft von A nach B?

Zum Weiterlesen:
Interview mit Weert Canzler in den Münchner Stadtgesprächen vom Dezember 2017 Klicken Sie bitte hier.
Die digitale Mobilitätsrevolution - Vom Ende des Verkehrs, wie wir ihn kannten, Weert Canzler, Andreas Knie, eokom Verlag 2016 Klicken Sie bitte hier.

 

in Kooperation mit:  

Donnerstag, 26. Juli 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum (IBZ), Amalienstrasse 38, 80799 München  (ÖPNV "Univerität")

Referenten: Dr. Anne von Streit, Lehr- und Forschungseinheit Mensch-Umwelt-Beziehungen, Department für Geographie an der LMU München 
Stefan Drexlmeier, Leiter der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Energiewende Oberland und Vorstandsvorsitzender des Energiewende Oberland - Kompetenzzentrum Energie EKO e.V. 

Zahlreiche Initiativen in Deutschland und in Bayern haben auf regionaler Ebene die Energiewende von unten angeschoben und innovative Potentiale für die gesamtdeutsche Energiewende geliefert. Vielfach sind diese Initiativen auf zivilgesellschaftliches Engagement gegründet und haben sich zum Teil über die Jahre zunehmend professionalisiert. So sind zahlreiche Erneuerbare-Energie-Regionen entstanden, die sich das Ziel der vollständigen dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien und damit ambitioniertere Ausbauziele als die der Bundes- oder Landesregierungen gesetzt haben. Motive solcher Initiativen sind nicht nur Chancen durch die Realisierung regionaler Wertschöpfung, sondern auch Hoffnungen auf eine Demokratisierung der Energieerzeugung und -nutzung durch kleinteiligere technische und soziale Strukturen im Energiesystem:

Im Zusammenspiel mit diesen lokalen Basisinitiativen bildete das EEG seit 2000 über finanzielle Anreize die Geschäftsgrundlage für den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien. Die garantierte Einspeisevergütung und die relativ leichte Umsetzbarkeit machten Investitionen in erneuerbare Energien ab 2000 auch für Akteure wie Einzelpersonen, Energiegenossenschaften, kleine und mittlere Stadtwerke attraktiv, während die großen Energieversorger nur wenig in Erneuerbare Energien investierten. 2016 waren 42 Prozent der Erneuerbarer-Energien-Anlagen in Deutschland in der Hand von Privatleuten (inkl. Energiegenossenschaften) und Landwirten (Trend: research 2017).

Derzeit sehen sich jedoch viele Initiativen mit zahlreichen Hemmnissen konfrontiert, die den Ausbau erneuerbarer Energien auf regionaler Ebene erschweren: Die Novellierungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ab 2012 und dessen Umstellung auf das Ausschreibungsverfahren 2016 haben zu einem Einbruch des dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere bei PV- und Biogasanlagen – geführt. So verfehlte Deutschland 2017 das im EEG festgelegte jährliche Zubauziel beim PV-Ausbau deutlich; bei Biogas ist der Ausbau fast zum Erliegen gekommen und aufgrund des bayerischen Abstandsgesetzes 10H herrscht „Stillstand bei der Windkraft“ (SZ vom 25.01.2018). Damit wurde die „Bürgerenergiewende“ deutlich geschwächt; das zeigt sich auch an den seit mehreren Jahren rückläufigen Gründungszahlen von Energiegenossenschaften. Gleichzeitig wurden mit dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien auch die lokalen Konflikte um den Bau von Anlagen zahlreicher: Lokale Natur- und Umweltschutzgruppen, betroffene Anwohner und Tourismusvertreter versuchen häufig den Bau von größeren Erneuerbaren-Energie-Anlagen zu verhindern.

Wie gehen regionale Energiewende-Initiativen mit diesen Herausforderungen um und welche Aktivitäten unternehmen sie, um die regionale Energiewende zu stärken? Und: Wie spielen die veränderten äußeren Rahmenbedingungen mit den Konflikten auf regionaler Ebene zusammen? Letztendlich: Was muss passieren, dass die Energiewende wieder eine Bürgerenergiewende wird?



Dr. Anne von Streit, Foto eigen

Die Referentin beschäftigt sich in ihrer Forschung mit Fragen von Nachhaltigkeitstransitionen und leitet das Wissenschafts-Praxis-Projekt INOLA (Innovationen für ein nachhaltiges Land‐ und Energiemanagement auf regionaler Ebene). Unter anderem hat sie über Energieinitiativen in ganz Bayern, insbesondere im Oberland, geforscht. Mehr Informationen: www.inola-region.de.
Für die an den Vortrag anschließende Diskussion werden auch andere Vertreter*Innen von Energieagenturen, Energieinitiativen… in Bayern zugegen sein und sich – unter anderem an Infotischen – bekannt machen:

Energie-Genossenschaft


Zukunftswerk eG, Starnberg


Energieagentur Südostbayern


Fünfseenland eG


Energiewende Landkreis       
Starnberg e.V  

 

 

27. September 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft München e.V. (IBZ), Amalienstr. 38, U3/U6 Haltestelle „Universität“

Referent: Prof. Dr. Michael Meyen, LMU, Institut Kommunkationswissenschaften und Medienforschung

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

Einladung  zur  politischen  Podiumsdiskussion  von  Die Umwelt-Akademie e.V.  und Netzwerk Klimaherbst e.V. und Forum für Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft

 

in Koorpertation mit  und

Donnerstag, 18. Oktober 2018
19:00 Uhr

Einsteinstr. 28, Haus B, 2.Stock Zimmer 2.23, 81675 München (U-Bahnhof Max-Weber-Platz)

Podiumsteilnehmer:
Sebastian Schall, CSU
Jens Röver, SPD
Sabine Krieger, GRÜNE
Sonja Haider, ÖDP

Mit dem bei der Klimaschutzkonferenz Ende 2015 in Paris beschlossenen Klima-Abkommen bekennt sich die Weltgemeinschaft völkerrechtlich verbindlich zum Ziel, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu reduzieren; sie will  Anstrengungen unternehmen, die globale Erwärmung gar auf <1,5 Grad zu begrenzen.

Mit dem Titel „Klimaschutzziele und -strategie München 2050“ hat der Stadtrat der  Landeshauptstadt München im Mai 2015 beim Öko-Institut (Freiburg) ein Fachgutachten beauftragt, mit dem der IST-Zustand des Klimaschutzes in München im Verhältnis zu den bislang gesetzten Klimazielen 2030 ermittelt und darauf aufbauend konkrete Vorschläge für neue Klimaziele und Klimaschutzmaßnahmen bis 2050 erarbeitet werden sollten.
Der Stadtrat hat im April 2016 einen „Klimaschutzaktionsplan“ und im September 2017 dann auf Basis des ÖkoInstitut-Gutachtens beschlossen, dass München bis 2050 „klimaneutral“ sein solle: Von 10,9 Tonnen CO2 pro Person und Jahr (Durchschnitt Deutschland 2017) soll die CO2-Emission pro Kopf und Jahr  in   München    bis 2050 auf rd. 0,3 t CO2  abgesenkt werden: In Anlehnung an die Klimaziele für Deutschland soll also eine  Reduzierung um >95% erreicht werden. https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt/Klimaschutz_und_Energie/Klimaneutralitaet.html

Die umweltpolitischen Sprecher/innen im Münchner Rathaus sind auch im „Klimaherbst 2018“ wieder eingeladen, uns zu erläutern, wie und mit welchen Maßnahmen diese ehrgeizigen Ziele umgesetzt werden sollen – und was seit Beschlußfassung 2017 konkret auf den Weg gebracht und erreicht wurde!

Dabei startet die Podiumsdiskussion mit Fragen von vier  fachkundigen „Mentoren“ aus der Zivilgesellschaft zu folgenden Schwerpunkten:
•    Bauen, Wohnen, Wärme
•    Energien aus erneuerbaren Quellen in München
•    Strom aus Bürgerhand
•    Energie und Mobilität

Anschließend folgen Fragen aus Publikum und Diskussion mit dem Publikum.


Hinweis: Die politische Podiumsdiskussion steht im fachlichen Zusammenhang mit der Vortragsveranstaltung von Die Umwelt-Akademie e.V. am 11.10.2018, 19:00h, München, Zukunftssalon:
"Vor Katowice: Wie schlecht steht's um die deutsche Klimapolitik?"
Prof. Dr. Andreas Löschel, Universität Münster, Lehrstuhl für Mikroökonomik, insb. Energie- und Ressourcenökonomik.
(Anmerkung: Die COP 24 , die nächste UN-Klimakonferenz, findet vom 3. bis 14. Dezember 2018 in Katowice (Polen) statt).

 

Donnerstag, 25. Oktober 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, (ÖPNV „Goetheplatz“)

Referent: Prof. Dr. Andreas Knie; TU Berlin, LS Soziologie; Leiter Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik im Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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