Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Montag: 11.03.2019

Referentin: Prof. Dr. Marianne Gronemeyer

Seit Menschengedenken arbeiten wir uns an ihnen ab: Kinder loten ihre Grenzen aus,
Ländergrenzen werden umkämpft und vor „Eindringlingen“ geschützt, und die Medizin
zögert die letzte aller Grenzen, den Tod, immer weiter hinaus.

Doch je mehr wir versuchen, Grenzen zu überwinden und aufzulösen, desto stärker
kehren sie zurück: angesichts „grenzenloser Flüchtlingsströme“ schotten sich immer
mehr Länder ab; und unser Lebensstil zwingt uns, in „Grenzwerten“ zu denken, um die
fatalen Folgen unseres vermeintlich „grenzenlosen“ Wachstums einzudämmen.
An den Grenzen scheiden sich die Geister. Entgrenzung und neue Grenzsetzungen
überlagern sich in einem paradoxen Durcheinander. Welche Grenzen sind sinnvoll,
welche nicht?

In Ihrem Vortrag lotet Marianne Gronemeyer aus, wie Grenzen zustande kommen, was
sie bedeuten – und was sie uns darüber sagen, wer wir sind.
Die Referentin war lange Zeit Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften
und beschäftigt sich in ihren Publikationen mit dem Geschwindigkeitsrausch unserer
Gesellschaft und der Versäumnisangst des modernen Menschen. Sie steht in der
Denktradition des Kulturphilosophen Ivan Illichs und wendet sich globalisierungskritisch
gegen die Welteinheitskultur des Konsumismus und plädiert für kulturelle Vielfalt.
Neben ihrer wissenschaftlichen und umfangreichen publizistischen Arbeit war sie mehrere
Jahre im Aufsichtsrat von Greenpeace Deutschland tätig. 2011 erhielt sie den renommierten
Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung.


 

Buchhinweis: Marianne Gronemeyer: Die Grenze. Was uns verbindet, indem es trennt.
Nachdenken über ein Paradox der Moderne. oekom verlag: München 2018 (www.oekom.de)

Veranstalter / Initiatoren
§ oekom e.V.

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