6. März  2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“

Referent: Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Bundesgeschäftsführer            

In Kooperation mit dem Bündnis für saubere Luft in München (Für weitere Informationen klicken Sie: hier)



Luftverschmutzung ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Im Oktober 2017 veröffentlichte die EU-Kommission die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Stickstoffdioxid: Mit 12.860 vorzeitigen Todesfällen sterben durch dieses Abgasgift – statistisch gesehen – jährlich viermal so viele Menschen wie durch Verkehrsunfälle. Der Verursacher ist längst bekannt: Der motorisierte Autoverkehr. Moderne Dieselmotoren erzeugen durch die höher Verdichtung und Verbrennungstemperatur mehr Stickoxide als 25 Jahre alte Euro-1-Diesel-Pkw.

Doch die Bundesregierung versäumt es – seit vielen Jahren und in bester Kenntnis der (technischen, ökologischen und gesundheitlichen) Zusammenhänge –, die deutschen Autohersteller in die Pflicht zu nehmen und wirkungsvolle technische Nachrüstungen anzuordnen; ja, auf europäischer Ebene verhindert sie  beständig schärfere Grenzwerte und Messverfahren. Im Gegenteil, auch strafrechtlich relevante Betrügereien der Chefs der Autokonzerne – siehe USA – werden durch Wegschauen von Aufsichtsbehörden und Politik belohnt.

Ausgerechnet München führt die Negativliste aller deutschen Städte mit Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid an. An 260 Straßen im Stadtgebiet wird der Stockoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft regelmäßig überschritten – da hilft auch geschäftiges Aufstellen neuer Messröhrchen nichts. Grenzwerte, die seit dem 01. Januar 2010 gelten und damit (statistisch) rund 5.000 Münchner*innen das Leben gekostet haben!
Denn auch in München versagt die Politik: Eine dringend notwendige Verkehrswende zur deutlichen Reduktion des Autoverkehrs in der Stadt wird bis heute verhindert. Nun bleiben nur noch Fahrverbote, um die gesetzlichen Grenzwerte schnellstmöglich einzuhalten. Diese umzusetzen verweigert sich die Bayerische Staatsregierung – und wurde dafür rechtskräftig zur Zahlung von Zwangsgeldern verurteilt.
Wenige Tage vor unserer Veranstaltung, am 22.02.2018, wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abschließend über die diversen Klagen in Sachen „Fahrtverbote in Städten“ geurteilt haben. Wir werden also hochaktuell informieren können. Unsere Prognose: Es geht nicht mehr um das „OB“, sondern nur noch um das „WIE“!“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und ihr Geschäftsführer Jürgen Resch haben trotz massivster Gegenwehr (bis hin zu Daten-Einbruch und persönlicher Bedrohung) durch jahrelange Rechtsverfahren – ohne eine einzige Klage verloren zu haben! – den Stein für Luftreinhaltung in Deutschland ins Rollen gebracht.

 

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Bundesgeschäftsführer            

Kommentare  

#6 Willi Kleiner 2018-02-20 11:30
Gerne möchte ich noch auf folgenden Artikel hinweisen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/bmw-gegen-deutsche-umwelthilfe-wer-manipuliert-hier-15454720.html

Wilhelm Kleiner
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#5 Klaus von Birgelen 2018-02-20 09:35
Ihre Behauptungen kann man so nicht stehen lassen. Die Sache ist komplexer – siehe Spektrum vom 04.11.2017.„Wie viele Emissionen setzen Elektroautos wirklich frei“
FAZIT: „Elektroautos können in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Straßenverkehr umweltfreundlic her zu gestalten – mancher findet sogar, es sei die einzige realistische Strategie. Dazu müssen allerdings die Weichen heute richtig gestellt werden: Die Herstellung und der Gebrauch der Batteriemobile muss effizienter werden, der Strom zum Fahren sollte aus zusätzlich errichteten regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind nicht der beste Weg.
Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Insbesondere sollte die Zahl der gefahrenen Kilometer nach dem Umstieg nicht steigen, weil die anteiligen Kosten und der Effekt für die Umwelt so gering erscheint. Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Elektroauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“
Link abgerufen am 16.02.18 http://www.spektrum.de/news/wie-ist-die-umweltbilanz-von-elektroautos/1514423

Die deutsche Ökostromquote 2018 nähert sich der 40%-Marke, Tendenz weiter steigend.
siehe Fraunhofer-ISE – Energycharts: https://www.energy-charts.de/ren_share_de.htm?source=ren-share&period=annual&year=all

Bei der E-Auto-Frage sind neben dem wichtigen CO2-Aspekt, weitere lokale Emissionen von Bedeutung, welche die Gesundheit der Menschen vor Ort beeinträchtigen : z.B. Stickoxide und Lärm.

Wir klären am 19.06.2018 in einer eigenen DUA-Veranstaltu ng wie E-Fahrzeuge die Umwelt schon heute mehr entlasten als ein Diesel.
Eines stimmt: Der gesetzliche zulässige Grenzwert für bestimmte Gase ist am Arbeitsplatz tatsächlich höher als im Strassenverkehr oder in der Abluft von Kraftwerken. Finde ich auch absolut nicht in Ordnung.

Klaus von Birgelen
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#4 Sylvia Hladky 2018-02-20 09:28
Die Aussage, dass der Dieselmotor zur Einhaltung der Klimaziele erforderlich ist, ist falsch. Eine neue Studie des ICCT belegt das Gegenteil, siehe unten und www.theicct.org
Auszug aus dem Bericht des International Council on Clean Transportation vom
Januar 2018:
GERINGERER BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ
Zwar haben Diesel-Pkw gegenüber Benzinfahrzeuge n einen geringeren Verbrauch.
Dieser liegt jedoch vor allem im höheren Energiegehalt von Dieselkraftstof f begründet.
Ein deutlicher Vorteil des Diesels beim Klimaschutz ist jedoch nicht gegeben, wie die
folgenden Punkte deutlich machen:
»» Beim Verbrennen eines Liters Diesel entsteht nicht nur mehr Energie als bei Benzin,
sondern gleichzeitig auch eine höhere Menge des klimaschädliche n Kohlendioxids
(CO2), da der Kohlenstoffante il im Dieselkraftstof f höher ist. Der Vorteil eines Dieselfahrzeugs hinsichtlich CO2 ist daher deutlich geringer, als ein Blick auf den Kraftstoffverbr auchsuggeriert.
»» Im Durchschnitt emittiert ein Diesel-Pkw heute in etwa 15% weniger CO2 als ein
konventionelles Benzinerfahrzeu g derselben Größenklasse. In der Summe über alle
Fahrzeugklassen hinweg liegen die CO2-Emissionen für Diesel-Pkw in Deutschland
jedoch bei 131 Gramm pro Kilometer (g/km) und damit etwas höher als für Benzinfahrzeuge
(130 g/km). Oftmals wird der niedrigere Verbrauch von Dieselfahrzeugen
durch die Wahl eines größeren Fahrzeugtyps, eines leistungsstärke ren Motors sowie
von Sonderausstattu ngen (über-)kompensiert.
»» Zudem weisen Diesel-Pkw im realen Alltagsbetrieb eine höhere Abweichung gegenüber
den offiziellen Angaben zu Kraftstoffverbr auch und CO2-Emissionen auf, als
dies für Benzinfahrzeuge der Fall ist3.
Sylvia Hladky
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#3 Willi Kleiner 2018-02-20 09:03
Es ist sehr überraschend und völlig unakzeptabel, dass die „Umweltakademie “ einem dubiosen und primär kommerziell orientiertem „Abzockverein“ wie die „Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)“ mit der Organisation des u.g. Vortrages, die Bühne für dessen Politik bereiten will!
Herr Resch ist ja bekannt für seine Aktionen, sich profilneurotisc h und polemischer unsachlicher Art in den Vordergrund zu spielen; Ein Beispiel ist der Dieselskandal, der seinerzeit von der EPA und CARB aufgedeckt wurde und die DUH in Trittbrettfahre rmanier aufgesprungen ist.
Ein weiteres Beispiel war der untaugliche Versuch der DUH, der BMW-AG zu unterstellen, schmutzige Dieselmotoren mit Abschalteinrich tung in den Markt zu bringen. Eine Untersuchung mit Gutachten des unabhängigen TÜVs hat das Gegenteil bewiesen, leider keine Stellungnahme dazu mehr von der DUH.
Die Liste ließ sich beliebig fortsetzen.
Wenn die Umweltakademie ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen will, sollte sie diesen geplanten Vortrag nicht organisieren.

Willi Kleiner
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#2 Dr. Helmut Paschlau 2018-02-16 08:42
Apropos „Glaubenskrieg“ : Nachdem nun auch die augenscheinlich en Folgen des wissenschaftlic h längst eindeutig bewiesenen Klimawandels nicht mehr zu leugnen sind, hört man immer weniger von den „Klimakriegern“ ; den nachweislich von der us-amerikanisch en Ölindustrie bezahlten lautstarken Leugnern einer von Menschen gemachten Erderwärmung. Kommen nun die „Dieselkrieger“ , bezahlt von VW, Daimler & Co.?

Kennen Sie den: „Was ist der Unterschied zwischen Affen und Menschen, die mit Dieselgasen beaufschlagt werden? Beide sterben. Aber bei Affen ist der öffentliche Aufschrei größer“. Nur: Dieser zynische Witz übersieht das Faktum, dass pro Jahr fast 13.000 Menschen in Deutschland an Stickoxiden sterben.

Ohne dass Städte und Gemeinden die zur Gesundheit der Menschen erlassenen gesetzlichen Grenzwerte u.a. bei Stickoxiden einhalten – München lässt grüßen! Selbst ein gerichtliches Zwangsgeld ignoriert der Freistaat Bayern. Von Amtsgerichten, über Oberlandesgeric hte bis – jetzt dann am 22.02. – zu Bundesrichtern, die bislang allen Klagen der Deutschen Umwelthilfe Recht gaben (die DUH hat keine einzige Klage verloren!) – alle auf einen „Abzockerverein “ hereingefallen? !

Darüber darf man, nein, muss man in einer DUA-Veranstaltu ng vortragen und diskutieren!! Es gehört zur 26-jährigen Tradition der DUA, dass auch „heiße“ Eisen angepackt werden. Und das wird so bleiben.

Den passenden Artikel finden Sie in der ZEIT online Ausgabe vom 07.02.2018: http://www.zeit.de/2018/07/juergen-resch-fahrverbote-diesel-betrug/komplettansicht

Dr. Helmut Paschlau
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#1 Günter Elsbett 2018-02-08 15:42
Das derzeitige Diesel-Bashing gleicht schon einem Glaubenskrieg, den man auf unsinnige Statistiken gründet, mit denen man alles beweisen kann.

Statistisch gesehen verschmutzt ein Elektroauto in Deutschland beim heutigen Strommix (zu 2 Dritteln aus fossilem Öl, Stein- und Braunkohle und Atomkraft) die Umwelt wesentlich mehr als ein moderner Diesel. Statistisch gesehen sterben in Ländern mit wenig Dieselfahrzeuge n die Menschen viel früher, als in Ländern in denen es viele Dieselautos gibt. Statistisch gesehen hält man sich auf einer verkehrsreichen Straße viel kürzer auf, als am Arbeitsplatz, für den 10-mal höhere Stickoxidgrenzw erte für gesund gehalten werden. Hallo?

Der Diesel hat sich in sog. hochentwickelte n Ländern als ein Segen erwiesen und nicht als Fluch. 100% aller Lastwagen haben Dieselmotoren – nicht weil man statistisch damit mehr Menschen umbringen kann als mit Benzinmotoren, die viel mehr Sprit verbrauchen und CO2 erzeugen, sondern weil es nichts Besseres gibt. Es gibt keine sparsamere und umweltfreundlic here Antriebstechnik als den heutigen Dieselmotor, solange Strom nicht überwiegend aus regenerativer Energie erzeugt wird. Statt die Technik der Dieselmotoren (die heute, wenn sie auf neuestem Stand ist, schon fast stickoxidfrei ist) weiter zu verbessern, wird hier mutwillig von blindwütigen Umwelt-Gurus, kriminellen Automobilmanage rn und ahnungslosen Politikern das Image einer großartigen Ingenieursleist ung zerstört, ohne das eine echte Alternative verfügbar ist, die ganz schnell – wenn man sie in großem Stil einführen würde – unendlich viel größere Probleme aufwerfen würde; aber darüber muss man sich ja heute noch keine Gedanken machen: Hauptsache man verbannt erst mal die Autos aus der Stadt und wundert sich dann, dass immer noch Menschen sterben – wahrscheinlich weil sie ins Krankenhaus laufen müssen.
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