15. Juli 2014
19:00h
Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der Technischen Universität München (TUM), Amalienstr. 38 (U-Bahn Universität)

Referentin: Sabine Pex, Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), Mitglied des Vorstands, Koordinatorin der Arbeitsgruppe Öko-Label

Wieder einmal eine Gelegenheit, um über den eigenen Lebensstil im Umgang mit Geld nachzudenken: Nachhaltige Geldanlagen sind gut für das Gewissen, oft auch gut für den Geldbeutel. Das Angebot „grüner“ Finanzprodukte ist durchaus vielfältig, unter „Nachhaltigkeit“ lasse sich alles verkaufen, sagen Banker. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW boten Anfang 2014  68 Prozent der 340 befragten Kreditinstitute nachhaltige Geldanlagen an.

Doch das Angebot nimmt ab: 2012 waren es 72 Prozent aller Kreditinstitute, 2011 fast einhundert Prozent. Denn die Nachfrage ist rückläufig. Liegt das daran, dass das schlechte Gewissen kleiner wird und/oder die nachhaltigen Renditen abnehmen? Oder trifft es eher zu, dass angesichts des unüberblickbaren Angebots große Verunsicherung darüber herrscht, was „nachhaltig“ wirklich meint.  „Gewinnmaximierung“ jedenfalls sollte es nicht sein. Oft wird Etikettenschwindel betrieben: Da wird etwa ein „Nachhaltigkeitsfonds“ mit einem Solarpark angeboten, in dem aber auch Unternehmens-Aktien enthalten sind, die zu „maximal“ 5 Prozent in Atomkraftwerke investieren; in neun von zehn „Öko-Fonds“ finden sich – direkt oder versteckt – Rüstungsunternehmen. Vorrang – so scheint es – haben Unternehmen mit einer gut geschmierten Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Abteilung. Vor allem für Privatpersonen ist es schwer, sich für ein bestimmtes Fondsangebot zu entscheiden, denn eine unabhängige Beurteilung der Frage, ob ein Fonds als ethisch und ökologisch einwandfrei zu bezeichnen ist, steht bisher nicht zur Verfügung.

Nachhaltige Fonds gibt es im deutschsprachigen Raum seit etwa 25 Jahren mit zunehmendem Erfolg. Heute hat man die Wahl unter mehr als 300 Angeboten, die kaum mehr überschaubar sind. Daher sind die Mitglieder des Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zu der Überzeugung gelangt, dass ein Qualitätssiegel, wie es das etwa im Bereich Lebensmittel oder Holz seit längerem gibt, auch für den Finanzbereich nötig ist. Nur ein allgemein anerkanntes Zertifikat kann letztlich einem Fonds Glaubwürdigkeit verleihen. Dementsprechend wurde eine Ausschreibung gestartet, um die Umsetzungsphase zu beginnen. Ziel ist, einen Zertifizierungs- und Überwachungsprozess zu organisieren und schließlich ein Gütesiegel zu verleihen. Das Qualitätssiegel des FNG wird für sogenannte Publikumsfonds erarbeitet, von denen Anteile allgemein über die Banken erworben werden können.

Sabine Pex, stellvertretende Vorsitzende des FNG und Koordinatorin der dortigen Arbeitsgruppe Öko-Label  berichtete  über den Stand der Arbeit an diesem Projekt. Sie betonte, dass ein Qualitätssiegel für den Anleger die aufwendige eigene Beschäftigung mit der Thematik ersetze. Auch die meisten Berater in den Banken und Vermögensverwaltungen sind mit der Erklärung der spezifischen Eigenheiten jedes Fonds überfordert. Es mangelt oft nicht nur an Kenntnissen, sondern zudem an der nötigen Zeit im Gespräch mit den Kunden.   

Über die Kriterien, nach denen Unternehmen und öffentliche Institutionen zu beurteilen sind, gibt es in den grundsätzlichen Ansichten inzwischen weitgehende Übereinstimmung. Dabei spielen Ausschlusskriterien und ethisch- soziale Bewertungen die entscheidende Rolle.
Das FNG wird den Prozess der Entwicklung des Qualitätssiegels leiten und in Kürze eine geeignete Institution mit der Ausführung beauftragen. Über das Resultat wird die Umwelt-Akademie dann informieren.

Präsentation Sabine Pex: Klicken Sie hier

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