8. Oktober 2014
Exkursion Energiespardorf Wartaweil

Im Rahmen des Projektes „Nachhaltigkeit von Kindesbeinen an“ ermöglichte die Umwelt-Akademie e.V. aus München zwei 4. Klassen der Grundschule Süd aus Puchheim einen Ausflug ins Jugend- und Naturschutzzentrum Wartaweil. Aus dem vielfältigen Programm der Umweltbildungsangebote hatten sie die Möglichkeit, anhand des „Energiespardorfes“ modelhaft die komplexen Zusammenhänge von Energieerzeugungsmaßnahmen und Energieverbrauchssituationen zu simulieren.

Wollen sich Kinder und Jugendliche eigentlich auch an der Energiewende beteiligen? Wer die Schülerinnen und Schüler der beiden vierten Klassen der Grundschule Puchheim erlebt hat, die sich am vergangenen Mittwoch mit dem ENERGIESPARDORF des BUND Naturschutz in Wartaweil beschäftigt haben, hatte da keinen Zweifel. Hier wurde an einem Modell ausprobiert, was beim Landkreis Fürstenfeldbruck in Wirklichkeit ebenfalls auf der Agenda steht: Der Umstieg auf Erneuerbare Energien bis 2030.

Das dies keine leichte Aufgabe ist wurde ebenfalls deutlich. Zuerst musste einmal mit einem Energiefahrrad selbst Strom erzeugt werden. Beim Anschluss von verschiedenen Geräten, wie Glühbirne, Radio, Föhn und Wasserkocher, spürte man am eigenen Leib welche Leistung dafür notwendig war. Einen halben Liter Wasser zum Kochen zu bringen gelang auch dann nicht, wenn sich die ganze Klasse beim Treten abwechselte.

Bei dem Modell handelt es sich um eine Art Eisenbahnlandschaft mit Häusern, Wald, Feldern, Wiesen und Mooren. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es innerhalb der Kursdauer die Energieversorgung des Dorfes von Atomkraft und fossilen Energieträgern auf regenerative Energien umzustellen. Dabei wird schnell klar, dass der enorme Energieverbrauch des Dorfes mit ca. 8000 Einwohnern halbiert werden muss, wenn das Ziel erreicht werden soll. Denn Sonne und Wind besitzen zwar, wenn auch nicht immer nutzbar, ein fast nicht auszuschöpfendes Potential, aber die Fläche die zur Energieerzeugung genutzt werden kann, die ist begrenzt.

Die Kinder schlüpfen, um über die zukünftige Energieversorgung ihres Dorfes entscheiden, in verschiedene Rollen: Es gibt Landwirte, Elektrohändler, Handwerker, Planer, Energieversorger, Pfarrer, Naturschützer und einen Betreiber des Atomkraftwerkes. Alle sind Bürgerinnen und Bürger des Dorfes und sitzen zusammen im Gemeinderat.


                             

Nach drei Stunden sind auf den Häuschen Photovoltaikanlagen entstanden, es drehen sich zwei Windräder, eine Biogasanlage ist in Betrieb gegangen und die Haushalte sind alle mit modernen energiesparenden Geräten ausgestattet. Das Ziel ist also erreicht. Das wichtigste war aber der Weg dorthin. Bei den vielen Diskussionen haben die Kinder viel erfahren über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieerzeugungsarten und Stromsparmaßnahmen, aber auch über die CO2-Speicherung auf der Fläche in Mooren und Wäldern. Sie haben Handlungsalternativen entwickelt und dabei festgestellt, dass niedriger Energieverbrauch nicht automatisch Verzicht bedeutet, sondern intelligentes Nützen von Einrichtungen und Geräten.

Als der Kursleiter fragte „Was hat Dir am meisten Spaß gemacht?“ konnte man von den Kindern oft Rückmeldungen, wie „selber entscheiden“, „miteinander eine Lösung finden“ und „etwas für die Zukunft tun“ hören. Vielleicht sollten auch richtige Entscheidungsträger das STROMSPARDORF buchen.

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