Mittwoch, 11. Mai 2016

Referentinnen:

  • Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz
  • Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München

„Wir müssen die Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent senken, damit unser Planet für künftige Generationen lebenswert bleibt“, betonte Dr. Helmut Paschlau, Vorstand der Umwelt-Akademie e.V. (DUA), in seiner Ansprache anlässlich des Beitritts zur Bayerischen Klima-Allianz. Angesichts dieser weltweiten Herausforderung und dem weiter steigenden Druck auf die globalen Ressourcen sei eine völlig veränderte Einstellung zur Nutzung unserer Naturgüter oberstes Gebot, erklärte Paschlau. „Wissen zu vermitteln und zum nachhaltigen Handeln zu motivieren, verstehen wir deshalb als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung“, so der DUA-Vorstand.

Mit dem Beitritt zur Klima-Allianz verpflichten sich die Bayerische Staatsregierung und DUA zu aktiver Kooperation im Sinn der Stärkung des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit in Bayern. „Bayern nimmt den Auftrag von Paris an. Bis 2050 wollen wir die Treibhausgas-Emissionen auf weniger als zwei Tonnen pro Kopf und Jahr senken“, sagte Ministerin Scharf bei der Veranstaltung in den Räumen des Bankhauses Donner & Reuschel.

Die Ministerin dankte der DUA, die sich seit mehr als 25 Jahren für den Wissenstransfer und die Umweltbildung in München einsetzt. Als Partner der Bayerischen Klima-Allianz strebt die DUA an, ihre Aktivitäten über die Metropolregion München hinaus auszuweiten. „ Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Dabei ist jeder gefordert. Ich freue mich daher, die DUA als offiziellen Partner der Klima-Allianz zu begrüßen“, so Scharf. „Die bayerische Klima-Allianz ist eine tragende Säule der bayerischen Klimapolitik. Sie bündelt Kräfte vor Ort, tauscht Informationen aus und stimmt Aktivitäten aufeinander ab. So verankern wir den Klimaschutzgedanken in der Gesellschaft“, erklärte die Ministerin.

Auch Münchens neue Umweltreferentin Stephanie Jacobs dankte in ihrer Festrede den Initiatoren der Umwelt-Akademie für ihren Einsatz. Sie verbreitete Zuversicht, dass die Herausforderungen durch neues Denken gemeistert werden. Die Landeshauptstadt München habe ein breites Spektrum von Klimaschutzprogrammen aufgelegt, damit die Klimaziele erreicht werden, sagte Jacobs.

In der Publikumsdiskussion mit hochrangigen Vertretern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft wurde den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung die Botschaft mit auf den Weg gegeben, eine Kluft zwischen Zielen und Handeln zu vermeiden. Viel Zustimmung erhielt eine Wortmeldung, die darauf hinwies, dass die notwendigen Veränderungen nicht mit „bayerischer Gemütlichkeit“ geschafft werden können, vielmehr sei „eine Revolution in der Wirtschaftsweise“ erforderlich. „Wenn wir weitermachen wie bisher, wird das nicht reichen“, warnte auch Paschlau.

Forderungen nach härteren Sanktionen für klimaschädliches Verhalten Einzelner erteilte Jacobs eine Absage. „Wir brauchen Angebote statt Verbote“, sagte Jacobs, "nur so erreichen wir die dringend erforderliche nachhaltige Lebensstiländerung". Die Umweltreferentin warnte angesichts der Wohnungsbauprogramme davor, für bezahlbaren Wohnraum die Energiestandards herunter zu setzen. „Gebäude, die nicht effizient sind, sind die Bestandssanierungen von morgen“. Sie forderte die Anwesenden auf, gemeinsam neue Wege zu gehen und zitierte den ehemaligen Münchner Albert Einstein: "Man kann Probleme nicht mit dem Denken lösen, das die Probleme verursacht hat.“

Die Bayerische Staatsregierung hat die Bayerische Klima-Allianz 2004 gemeinsam mit dem Bund Naturschutz gegründet. Die Partner der Klima-Allianz haben sich zum Ziel gesetzt, in einem breiten Netzwerk das Bewusstsein für das Thema Klimaschutz zu stärken, mit gemeinsamen Aktionen Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen zu wecken und klimafreundliches Verhalten zu fördern. Die Partner der Klima-Allianz aus Umwelt- und kommunalen Spitzenverbänden, Kirchen, Jugendarbeit, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft repräsentieren ein breites Spektrum der bayerischen Gesellschaft. Weitere Informationen unter www.klimawandel-meistern.bayern.de

Der Beitritt der Umwelt-Akadmie zur Klima-Allianz wurde in den schönen Räumen
der Donner & Reuschel Bank gefeiert.

         

v. l. n. r. Paul Greineder (Vorsitzender des Vorstands, Umwelt-Akademie e.V.),
Ulrike Scharf (Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz),
Dr. Helmut Paschlau (Vorstand, Umwelt-Akademie e.V.)

Beitrittserklärung zur Klima-Allianz: Klicken sie hier
 

Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz
Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München

Dr. Helmut Theiler (Bayerisches Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz; Abteilungsleiter Klimaschutz)
und Stephanie Jacobs beantworten die Fragen des Auditoriums.

Paul Greineder bedankt sich bei Stephanie Jacobs.

 

Kommentare  

#3 aus der Schmitten 2016-05-30 09:15
Sehr geehrter Herr Dr. Paschlau,

vielen Dank für Ihre Antwort und Einschätzung!
Ich bin da sehr bei Ihnen. Wir werden diesen Kraftakt jedoch noch tatkräftig unterstützen müssen, damit er auch gelingt. Besonders weil genauso viele dagegen arbeiten (werden). Daher finde ich die Bewusstseinsbil dung, die Sie mit der Umwelt-Akademie vornehmen sehr wichtig und unterstützenswert.
Ich verfolge Ihre Veranstaltungen bereits sehr interessiert, seit ich vor kurzem München neu zugezogen bin. Vielen Dank und weiter so, ich werde oft dabei sein.

Freundliche Grüße,
Nelly aus der Schmitten
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#2 Helmut Paschlau 2016-05-30 09:14
Sehr geehrte Frau aus der Schmitten,

nicht Klima-Paris alleine, aber G7, Laudato Si, EU-Klimaziele, SDG-Beschlüsse der UN und dann COP21 haben doch zu einer Unumkehrbarkeit in Sachen Dekarbonisierun g, Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung geführt. Das wird in allen Staaten der Welt, insbesondere auch den (westlichen) Industrieländer n wirksam zu spüren sein: Beispielsweise wird der Stadtrat der LH München im Sommer die neuen Klimaziele für München beschließen: -80% CO2 bis 2035, -90% bis 2050. Das ist nur ohne Kohle, Gas und Öl erreichbar - in einer (!) Generation.

Zum Klimagipfel siehe: http://www.die-umwelt-akademie.de/index.php/veranstaltungen/rueckblick/mutbuerger-fuer-energiewende-rueckblick/518-klimakonferenz-in-paris-durchbruch-oder-chaos-wie-geht-s-weiter

Seit sechs Jahren machen wir eine Veranstaltungsr eihe "Mutbürger für Energiewende!", wo wir uns auch heftig mit Klimawandel etc. auseinandersetz en: Sie finden künftige Themen und alle Veranstaltungen im Rückblick unter www.die-umwelt-akademie.de Denn Ihre Fragen lassen sich beantworten; aber sicher nicht mit wenigen Worten. Wir laden Sie ein, teilzuhaben.

Beste Grüße
H. Paschlau
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#1 aus der Schmitten 2016-05-30 09:12
Guten Tag,
ich war gestern bei Ihrer spannenden Veranstaltung, bin leider nicht dazu gekommen meine Frage anzubringen bei der Diskussion im Anschluss.

Nun richte ich sie hier doch noch gerne an Sie.

Was denken Sie, was hat das Pariser Klimaabkommen verändert/bewir kt/ermöglicht, was der Umsetzung des Klimaschutzes, der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland (oder anderer europäischer Länder) nutzen kann? Anders gefragt: was müssen wir daraus nutzen? was hat sich verändert?

Ich bin gespannt auf Ihre Einschätzung. Vielen Dank schon mal.

Freundliche Grüße,
Nelly aus der Schmitten
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