Donnerstag, 26. Februar 2015
19:00 Uhr
Neues Rathaus, Ratstrinkstube (erreichbar durch Haupteingang am Fischbrunnen), Marienplatz 8, München

Referenten:
Michael Hardi, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA II
Thomas Haser, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA III

Was bedeutet „nachhaltige Stadtentwicklung“? Wir wollten klären, dass und warum es in Zukunft nicht mehr ausreicht, die Stadt „grüner“ zu machen oder Häuser besser zu dämmen.

Mit Michael Hardi und Thomas Haser berichteten zwei Planer aus der Münchner Stadtverwaltung von ihren praktischen Erfahrungen und erläuterten die Komplexität möglicher Lösungen. Wenn die Stadt München die Herausforderungen der Zukunft in den Griff bekommen möchte, müssen neben der Ökologie ebenso der ökonomische und der sozio-kulturelle Bereich im Fokus sein. Hinzu kommen muß der Blick auf die Menschen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Lebensgewohnheiten. Und das alles vor dem Hintergrund des Wachstumsdrucks der – gewünscht oder nicht – „boomtown“ München, deren Einwohnerzahl bis 2030 geschätzt um 15 Prozent wächst, mit einem Bedarf an rund 152.000 neuen Wohnungen. Wie bitte soll das „nachhaltig“ vonstatten gehen können?

Die Landeshauptstadt München hat sich mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats vom 17.12.2008 mit der Übernahme der Ziele des europäischen Netzwerks “Klima-Bündnis e.V.” hohe Ziele gesteckt: Die CO2-Emissionen sollen alle fünf Jahre um zehn Prozent reduziert, der CO2-Ausstoß bis spätestens 2030 – bezogen auf das Basisjahr 1990 – halbiert werden.

Von den Referenten erfuhren wir, mit welchen Schritten die Klimagas-Reduktion strategisch erreicht werden soll und wie wir uns auf den Klimawandel städtebaulich vorbereiten müssen. Einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Stadt liefern innovative Energiekonzepte. Beispielgebend sind hierfür die Projekte “Solare Nahwärme Ackermannbogen”, die Geothermieanlage in Riem und das Projekt “Energiegerechte Stadtentwicklung Freiham-Neuaubing”. Können die im Detail vorgerechneten Ideen zur „Ökologischen Mustersiedlung Prinz-Eugen-Kaserne“, die Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne und die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Münchner Nordosten Modellprojekte für eine enkeltaugliche Stadtentwicklung sein?

Die Mitarbeiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München gaben uns einen Einblick in die integrierte Arbeitsweise auf den unterschiedlichen Planungsebenen.

Stets war klar: Die individuellen Interessen der Menschen/der Betroffenen harmonieren oftmals nicht mit übergeordneten Zielen der Stadtentwicklung: Wer in einem Gartenstadt-Viertel ein altes alleinstehendes Haus im Grünen erbt, möchte vielleicht das Grundstück maximal verwerten, etwa mit einem Vier-Spänner – das schafft Wohnraum und hilft der Verdichtung, stört aber wegen des Fällens von Bäumen die Nachbarschaft und verschlechtert die ökologische Situation; immer dann, wenn rechtliche Vorschriften einem solchen Ansinnen nicht entgegen stehen. Und: Die Zeit der Zugbrücken, die den Zuzug von Einwohnern verhindern könnten, sind vorbei.  

Vortrag Michael Hardi: Klicken Sie hier

Vortrag Thomas Haser: Klicken Sie hier

 

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