Ein Vortrag in Kooperation mit      

 

Montag, 30. September 2019


Referent: Philipp Rode, Executive Director des Forschungszentrums 'LSE Cities' an der London School of Economics


Städte sind die Motoren nationalen und globalen Wachstums. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und urbanisierten Regionen, aber ihr Anteil am globalen Bruttosozialprodukt beträgt heute schon 80 %. Fast das gesamte Bevölkerungswachstum in den
kommenden 15 Jahren wird in den städtischen Ballungsgebieten stattfinden. Für die Entwicklung des Wachstums, der Lebensqualität und des CO2 Ausstoßes steht enorm viel auf dem Spiel. Mit den städtischen Strukturen, die heute gebaut werden, ob Straßen oder Gebäude, werden wir die nächsten 100 Jahre leben müssen und sie werden entscheiden, wie viel Treibhausgasemissionen wir produzieren werden. Welche Wechselwirkung gibt es zwischen dem räumliche Gefüge einer Stadt und der Herausbildung ihrer Mobilitätsmuster?


Philipp Rode ist Executive Director des Forschungszentrums 'LSE Cities' an der London School of Economics and Political Science und stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse seiner Forschung und Beratertätigkeit in Großbritannien und vielen anderen Städten dieser Welt vor. In seinen Forschungen zur Struktur, Entwicklung und Regierung von Städten untersucht das von Philipp Rode geleitet Forschungszentrum LSE Cities die Triebkräfte und Mechanismen der Entwicklung urbaner Regionen und die Wirkung unterschiedlicher Politiken.

Sein Vortrag behandelte diese Themen:

  • Das Zeitalter der Stadt, worum geht es bei der globalen Urbanisierung und was haben Städte damit zu tun?
  • Die Herausforderungen des Stadtverkehrs im Kontext der gebauten Form der Stadt.
  • Welche Entwicklungstrends und -muster lassen sich in der Stadtentwicklung heute schon erkennen?
  • Welche Zukunftsszenarien sind möglich?
  • Wie kann die Zukunft der Städte so gestaltet werden, dass die Entwicklung sowohl der Stadt als auch des Verkehrs in die richtige Richtung gehen?


Im Vergleich so unterschiedlicher Städte wie Berlin und Atlanta, Los Angeles und London oder Hongkong und Mumbai konnte Philipp Rode anschaulich vermitteln, wie die Planung kompakterer, gut vernetzter Städte mit leistungsfähigen Massentransportsystemen helfen kann, mit diesen Herausforderungen besser umzugehen. Er machte deutlich, dass solche Städte nicht nur produktiver, sondern auch sozial inklusiver, widerstandsfähiger, sauberer, leiser und sicherer sind.


Nach dem Vortrag gab es eine sehr rege Diskussion mit dem Publikum, in der Philipp Rode zuletzt noch gute Ratschläge gab, wie man das 'Bollwerk Bayerisches Verkehrsministerium' dazu überreden könnte, seine Investitionsprioritäten beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Sinne des Klimaschutzes zu setzten. Rode riet, von der Staatsregierung zu fordern, dass sie offen legt, welchen Einfluss Investitionsentscheidungen im Verkehrssektor auf das Klima haben. Die Stadt Konstanz macht dies schon so!

Philipp Rode erhielt ausgiebigen Applaus für seinen so fundierten wie hervorragend illustrierten Vortrag.


Hier können Sie seinen Vortrag anschauen und herunterladen.

Wer sich näher mit den Forschungen von Philipp Rode befassen will, wird hier fündig:

- National Transport Policy and Cities: Key policy interventions to drive compact and connected urban growth, 2019

- The Intergrated Ideal in Urban Governance, 2016

- Accessibility in Cities: Transport and Urban Form, in: Global Schindler Award 2015 Shenzen Essys, ab Seite 14