Dienstag, 4. Februar 2014
19:00 Uhr
Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“)

Referent:

  •  Thomas Myck, Umweltbundesamt, Leiter des Fachgebiets Lärmminderung, Dessau

Beim Thema  „Lärm“ denken viele zunächst nur an Flugzeuglärm. Aber: 42 Prozent der Bundesbürger fühlen sich vom Nachbarschaftslärm beeinträchtigt. 54 Prozent nervt der  Verkehrslärm,  gefolgt von Zug-, Schiffs- und Fluglärm. Nicht zu vergessen der Lärm von Maschinen und Geräten bei Baumaßnahmen. „Umgebungslärm“ hat viele Facetten, vom alltäglichen Musikgedudel in Kaufhäusern bis hin zu schlafraubenden Beeinträchtigungen aus hellhörigen Nachbar-Wohnungen.

Mit dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) sollen durch Lärmschutz „schädliche Umwelteinwirkungen“ eingegrenzt werden. Dabei geht es stets um künftige (Genehmigungs-) Maßnahmen; Lärm aus dem (Bau-, Verkehrs-, Nachbarschafts-) Bestand zu reduzieren, ist nicht intendiert. Die EU-Umgebungslärm-Richtlinie von 2002 schreibt vor, „schädliche Auswirkungen einschließlich Belästigungen durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern“. Genützt hat es bislang wenig.

Wer aus Peking oder Delhi nach München reist, merkt, wie „still“ München ist; wer weiter nach Bad Bayersoien im Vor-Allgäu fährt, atmet auf, fühlt sich unbeschwerter, schläft besser, „hier ist ja richtig still“. Lärm ist zu einer – unbemerkten – Umwelt-/Umfeld-Belastung deshalb geworden, weil wir diese gesundheitsbeeinträchtigende Geißel bewusst kaum mehr wahrnehmen; unser Unterbewusstes jedoch schon. Das kann zu Nervosität, Schlaflosigkeit, Depression führen. Doch wir sind nicht nur Opfer; wir sind auch Täter, Nachbar, Bauherr, Flugreisender.

Der Vortrag von Herrn Myk zeigte uns die ganze Breite des Themas, das sich nicht nur auf Flughäfen oder Verkehr beschränkt, sondern uns in allen Lebenslagen begleitet.  Gelernt haben wir, dass Lärm einen beträchtlichen Teil der Herz- und Kreislauferkrankungen verursacht.

Präsentation Thomas Myck: Klicken Sie hier

 

 

Kommentare  

#3 Ilse Bothma 2014-02-07 07:48
Es interessiert mich sehr. Ich bin Lehrerin in Suedafrika, Durban und wir behandeln momentan die Umwelt.
Ich werde meine Schueler informieren, die Webseite zu beobachten fuer Entschluesse und Meinungen.

Vielen Dank.
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#2 Gunhild 2014-01-31 21:24
Lange glaubte man, Lärm sei nicht so tragisch, weil er anders als Gifte und Radioaktivität kein Spuren hinterlässt. Doch, er hinterlässt Spuren im menschlichen Körper, die in Form hormoneller Veränderungen auch materielle Spuren sind. Sie wirken und machen im Übermaß krank.
Also dürfen wir Lärm nicht bagatellisieren , sondern müssen sensibel auf die Wirkungen achten, damit wir dann auch die Überzeugungskra ft gewinnen, die Lärm-Verhältnis se zu ändern.
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#1 Gunhild 2014-01-31 21:17
Lange glaubten wir ja, Lärm wäre nichts, denn wenn er aufhört, hinterlässt er keine Reste, Abfälle und Spuren, anders als Gifte und Radioaktivität. Aber er hinterlässt Spuren im Körper, Spuren von Stress, die sich zumindest auf hormoneller Ebene dann doch materialisieren und unsere Gesundheit beeinflussen.
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