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Wir wünschen Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch!

Editorial

Nachhaltige Lebensstile in München und ein Plädoyer für mehr Natur in der Stadt:
„Lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen“

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Umwelt-Akademie! 

München ist eine der anziehendsten Städte Deutschlands. Das ist gut, der Laden brummt – dabei leidet keine andere deutsche Großstadt mehr als München z.B.  unter PKW- Luftverschmutzung, ungelöste Verkehrslenkung, Verdichtung, Gentrifizierung... Alleine auf den frei gewordenen Bahnflächen des ehemaligen Rangierbahnhofs  zwischen Hauptbahnhof und Pasing wurde eine neue Stadt mit 30.000 Einwohnern gebaut. Bei der jeweils genehmigten rasanten Siedlungsentwicklung fehlen Kommunen-übergreifende Mobilitätskonzepte, verantwortbare Sozialpläne und wirksame Umweltkonzepte mit regionaler Lebensmittelversorgung.
Ganze Bevölkerungsschichten werden regelrecht vertrieben, weil sie sich ihr brummendes München nicht mehr leisten können, Häuser werden luxussaniert, Mietpreise explodieren, und das trotz exzessiver Bautätigkeit mit neuen Siedlungen, Gewerbeparks und Straßenzügen zulasten grüner Flächen: Flächenfraß!

Wir können das gesamte Geschehen bewerten. Aufgabe der Umwelt-Akademie ist es, auch hierüber zu informieren, zu motivieren und zum Handeln anzuregen, im Großen und im Kleinen. Transformation zu einer nachhaltigen (urbanen) Gesellschaft heißt die Zukunfts-Aufgabe.

Wir stehen, was „Natur in der Stadt“ anbelangt, noch am Anfang. Viele der aktuell zukunftsweisend gestaltbaren Flächen im öffentlichen ebenso wie im privaten Bereich müssen noch entdeckt und entwickelt werden. Auch wenn ein fachübergreifend abgestimmtes  und auf lokale Gegebenheiten ausgerichtetes Biodiversitätskonzept auf sich warten lässt, können wir uns politisch engagieren, und wir können selbst und eigenverantwortlich mit dem Machbaren beginnen: am eigenen Balkon und vor unserer Haustüre; uns am Arbeitsplatz mit anderen Interessierten austauschen, uns daran erfreuen und zugleich kleine Zeichen setzen: Urban gardening, Bienenstöcke auf Balkonen, Vorgärten und Dächern; Obstanlagen und Blumenwiesen; neue Gemeinschaftsgärten und solidarische Landwirtschaft. Sich in Initiativen zu engagieren, zeigt Wirkung; alles zusammen liefert Lebensqualität mit Wissen und Bewusstsein, mit bunter Blumenvielfalt und Summen der Bienen mit frischen Kräutern, Gemüse, Beeren und Obst, gerne selbst gepflückt. Biodiversität lässt sich "erleben" und sie kann auch gut schmecken.

Erste Schulen sind mit tastenden Schritten – auch mit Unterstützung der Umwelt-Akademie – auf gutem Wege, unser Konzept "Natur in der Stadt" umzusetzen. Der Münchner Ernährungsrat nimmt 2018 seine Arbeit auf. Er kann das niedrigschwellige Angebot „essbare Schulhöfe“ und „essbare Kindergärten“ bald auf die offizielle Agenda setzen und mit dem Segen der Stadtspitze zum Münchner Standard erklären (siehe auch Rubrik "Wissenswertes).

Dr. Nico Döring

 

 

 

Dr. Nico Döring

Dr. Nico Döring,
Vorsitzender des Vorstands

Unsere Themenschwerpunkte

Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld

Ausblick

Islamisches Bankensystem

13. März 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft München e.V. (IBZ), Amalienstr. 38, U3/U6 Haltestelle „Universität“

Referent: Sabarßen Neticha, KT-Bank, Frankfurt; Islamic Compliance Officer

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

Bedingungsloses Grundeinkommen - ja oder nein?

Podiumsdiskussion

 

Dienstag, 10. Juli 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum (IBZ)Podiumsteilnehmer:bisher zugesagt hat: Sabine Wiest, Bundespartei Bedingungsloses Grundeinkommen, Vorsitzende

Podiumsteilnehmer:

bisher zugesagt hat:
Sabine Wiest, Bundespartei Bedingungsloses Grundeinkommen, Vorsitzende

 

Dr. Schwingenstein

Für das Thema „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Cristoph Schwingenstein.

Rückblick

Divestment Symposium - Klima im Blick: Kein Geld in Kohle, Öl und Gas

Mittwoch, 5. Juli 2017

Klima im Blick! Kein Geld in Kohle, Öl und Gas: Für Mittwoch, den 5. Juli 2017, lud die Klimaschutzinitiative Fossil Free München, der Die Umwelt-Akademie e.V. und sneep, das Studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik, gemeinsam zu einer Podiumsdiskussion über die Verantwortung von Banken, Versicherungen, Kirchen und Orden bei der Geldanlagestrategie ein. Insbesondere sollte die Rolle des sogenannten Divestment, d.h. dem gezielten Abzug von Geldern aus Geldanlageformen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen, im Vordergrund stehen. Zu Beginn stimmte eine Keynote von Sabine Pex (oekom research AG) die rund 60 Zuhörer/-innen in das Thema Nachhaltiges Investment und Divestment ein. Danach diskutierte das Podium (s. unten) ca. 1 Stunde lang, ob Finanzakteur/-innen der genannten Bereiche heute bereits Divestment nutzen und wie das im Alltag aussieht. Die Teilnehmer/-innen argumentierten überwiegend Pro Divestment. In der Praxis sind harte Kriterien für ein Divestment von Kohle, Gas und Öl aber noch die Seltenheit. Berlin hat da mit einer 0% Anforderung den Benchmark gesetzt. Im Anschluss wurden eine Vielzahl von Fragen aus dem Publikum erörtert, die insbesondere die konkrete Ausgestaltung betrafen. Wir bedanken uns sehr bei den ca. 60 Teilnehmer/-innen, die sich trotz der hochsommerlichen Außentemperaturen an dieser Diskussion beteiligten!

Keynote:
Sabine Pex (oekom research AG, Senior Manager Client Relations)

Das Podium:
Maurice Attenberger (GLS Gemeinschaftsbank eG, Regionalleiter Bayern)
Prof. Dr. Wolfgang Gehra (Deutsche Franziskanerprovinz, Kfm. Berater)
Stephan Jentgens (Bischöfliche Aktion Adveniat e.V., Geschäftsführer)
Dr. Marie-Luise Meinhold (ver.de für nachhaltige Entwicklung e.G., Vorstand)
Dr. Helmut Paschlau (Die Umwelt-Akademie e.V., Vorstand)
Moderiert von:
Regine Richter (urgewald e.V., Biologin)

Veranstalter:
Fossil Free München
Die Umwelt-Akademie e.V.
sneep München 
Ausgewählte O-Töne der Podiumsteilnehmer/-innen:

Sabine Pex (oekom research AG) stimmte mit einem positiven Eindruck aus ihrem beruflichen Umfeld ein: sie verzeichne seit 1-2 Jahren ein „ansteigendes Momentum in Sachen Nachhaltigkeit im Finanzmarkt“, so dass „sich wirklich etwas tut“. Sie wolle „Mut machen“, trotz der ernsten Lage. Sabine Pex ging auf die besondere Rolle einer Researchagentur, wie die oekom research AG, ein: oekom research liefere Investoren überhaupt erst die Informationsbasis, um Anlageentscheidungen an ökologische und soziale Kriterien zu knüpfen. Man liefere Informationen zu über 6.200 Emittenten (Unternehmen und Staaten) bezüglich deren Nachhaltigkeitsleistung (sog. ESG-Kriterien) im Sinne eines Rankings. Damit können Investoren Emittenten a) ausschließen, b) Positivselektionen durchführen oder c) in den Dialog treten und so Veränderung bewirken. All dieses Strategien seien auch für das Ziel Divestment anzuwenden. Zum Schluss betonte sie, dass aktuell die EU ihre regulativen Eingriffe im Sinne nachhaltigen Investments ausrichte: „Divestment ist erst der Anfang – die SDG’s sind das Ziel.“ Auf eine Wortmeldung zu CO2-Abgaben: ja – sie würde eine solche begrüßen. „Der Handlungsbedarf“ aufgrund der Theorie zu planetarischen Grenzen zeige aber, dass. z.B. Biodiversität eine noch dringendere Reaktion als der Klimawandel erfordert. Die Sustainable Development Goals (SDGs) adressieren dies und sie seien auch der Handlungsrahmen für EU-Regulierung, woraus sich ihr Optimismus speise. Nichtsdestotrotz seien nur 2,8% der Geldanlagen in Deutschland laut Umfrage des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) „nachhaltig“ – das spräche Bände und erfordere weiteres Handeln von uns an Nachhaltigkeit Interessierten – insbesondere mit Bllick auf unsere Rolle als Privatkunden.

Keynote Sabine Pex: Klicken Sie hier

Regine Richter (urgewald e.V.) moderierte das fünfköpfige Podium an. Als Vertreterin von urgewald e.V. ist sie mit dem Thema Divestment bestens vertraut, denn urgewald arbeitet seit über 25 Jahren unter dem Motto „Wer das Geld gibt, trägt die Verantwortung für das Geschäft“. Dessen sorgfältige Recherche, unkonventionelle Ideen und mutiges Engagement haben u.a. bereits RWE, die Deutsche Bank als auch der norwegische Pensionsfonds GNPF zu spüren bekommen. Sie führte das Publikum entlang von konkreten Fragen für jeden einzelnen Podiumsgast durch das Thema und verstand es Schwerpunkte wie Pointen zu setzen. Eine Wortmeldung befasste sich mit Städten und Kommunen: „der ganze Prozess muss ja von unten funktionieren“ – welche Best Practice in Städten zu Divestment gibt es denn bereits? Berlin, Münster, Stuttgart, Bremen gäben gute Ansätze, die gern bilateral im Gespräch thematisiert werden könnten. Sie nähme mit, wie wichtig die Vernetzung ist und lobte die Konzeption der Veranstaltung, bei der mitgedacht (und in der Besetzung des Panels reflektiert) wurde, dass Münchens Handeln auch globale Auswirkungen aufweist.

Dr. Helmut Paschlau (Die Umwelt-Akademie e.V.) diskutierte den für München relevanten Ausstieg aus der fossilen Brennstoffen konkret am Heizkraftwerk Nord 2. Dieses verfeuere „jährlich 800.000 t Steinkohle“ (3-4 Vollzüge pro Tag) und repräsentiere „17% der gesamten CO2-Emissionen Münchens“. Als Energieberater der Energiekommission des Münchner Stadtrates könne er nur ein „frühestmögliches Abschalten dieses Kohlekraftwerkes“ fordern. Auch ökonomisch mache dies Sinn: Das könne er selbst bestens beurteilen, weil er das Kraftwerk seinerzeit als kaufmännischer Projektleiter der Stadt München einst selbst aufgrund von Vorgaben des Bundes projektiert hatte. Er wie auch die Verantwortlichen der Stadt München kennen bereits Szenarien um eine Dekarbonisierung bis 2050 umzusetzen: deren Schreckenskraft sollte alle Hebel in Gang setzen. Bereits heute zahle die Stadt München jährlich 32 Mio. Euro für Klimaschutz. „Ganz erhebliche Geldbeträge“ würden zusätzlich für Klimaanpassungen wie die Öffnung der Stadtbäche, Erweiterung der Kanalisation, Bereitstellung von Krankenbetten für Hitzegeschädigte etc. nötig sein. Auf Wortmeldungen empfahl er, sich die Entscheidungsstrukturen bei Geldanlagen genau anzuschauen. Es sei auch zu überlegen, ob Ausschlusskriterien auf Länder- oder Unternehmensebene wirken. Sei Todesstrafe ein solches, könnten amerikanische Firmen per se nicht mehr im Depot landen. Auf die Publikumsfrage, ob sich der Münchner Stadtrat bewusst sei, in welcher Höhe sich die externen Kosten des Steinkohlekraftwerks bewegten: man „könnte es wissen“, es „spiele in der Abwägung aber – erstaunlicher Weise – keine Rolle“. Den Abgeordneten sei aber durch aktuelle Beratungen zu den Klimazielen 2050 bekannt, wie stark die Einschnitte für die Erreichung des 2 Grad Ziels in München sein müssen. „Keiner kann sich (dies) vorstellen.“

Stephan Jentgens (Bischöfliche Aktion Adveniat e.V., Geschäftsführer) sprach „vom Faktor Mensch“, der insbesondere der Kirche am Herzen liege. Man könne „über die Entwicklung der Umwelt“ sprechen, aber man meine damit „unsere Zukunft“. „Unsere Perspektive, so wie wir leben, heißt wir externalisieren das, was unbequem ist“, zitierte er den Münchner Soziologen Stephan Lessenich. Wir lebten auf „Kosten von Gottes Schöpfung“ und „über die Verhältnisse – und das ist das Dramatische – anderer“. Er überzeugte das Publikum mit eindringlichen Geschichten aus der Arbeit Adveniats vor Ort in Latein- und Südamerika: bis zu 30% der Steinkohle deutscher Energieversorger kommen aus Kolumbien. Diese kolumbianischen Kohleminen würden Menschen bedrohen, vertreiben, gar töten. Es resultiere auch gravierender Wassermangel – ein „Skandal“ wie Stephan Jentgens findet. Viele kennen die Geschichte der „Blutkohle“ (auch gründlich recherchiert von urgewald e.V.) – es zu aus seinem Mund zu hören, macht die Dringlichkeit von Divestment umso deutlicher. Ein zweites Beispiel drehte sich um Bürgschaften der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die die ILO-Normen unberücksichtigt ließen. Adveniat legt selbst ca. 60 Mio. Euro pro Jahr für die Projektfinanzierung an. Dafür seien klare Kriterien definiert: nicht in Rüstung, Kernreaktoren, pornografische Produkte, Kinderarbeit, Biokraftstoffe aus Lebensmitteln, Waffenherstellung, nicht-nachhaltige Waldwirtschaft etc. Damit könne die Kirche „auch ruhiger schlafen, weil es ihre inhaltlichen Ziele verfolgt“. Auf eine spätere Wortmeldung, dass Kohle, Öl und Gas aktuell noch nicht konkret benannt sei: indirekt seien Investments z.B. in Kohle durch andere Kriterien ausgeschlossen, aber direkt stünde Kohle nicht unter den Ausschlusskriterien. Der Nachhaltigkeitsfilter muss „sich mit der Zeit weiterentwickeln“. Das würde er mitnehmen und innerhalb von Adveniat diskutieren. Auf eine andere Wortmeldung zum Thema Vernetzung sinnierte er nach: gäbe es z.B. ein Versicherungsunternehmen, die einen Rechtsschutz für seine Mandanten in Zentralamerika begründet? Die höhere Prämie würde Adveniat natürlich zahlen. Er wäre „bereit darüber nachzudenken“, falls es dies nicht gäbe. Welche Argumente könnte die Kirche überzeugen, sich zu Divestment zu bekennen? Die katholische Kirche sei da „ein Spiegelbild der Gesellschaft“. Die Diskussion zu ethisch-nachhaltigem Investment habe er innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz begleitet. „Wir haben da einige Schritte geschafft“, wenngleich die evangelische Kirche „eindeutig“ voran wäre, insbesondere im Bereich Controlling. Anzupacken wären die Kirchen vor Ort: die Hilfswerke seien vergleichsweise „arme Schlucker“, die die Schäden nur allzu gut kennen und ein „Stachel im Fleisch“ markieren. Stephan Jentgens appelliert an das Publikum: „Stellen Sie Fragen nach nachhaltigem Investment, nach guter Geldanlage […] von Ihrer Kirche […] stellen Sie diese Frage massiv!“ „Stellen Sie die Frage, wie es vereinbar ist, dass die katholische Kirche nach dem Evangelium für die Schwachen antritt und diese Frage nicht reflektiert beantwortet.“ Die Antwort auf die Frage, ob sie ihr eigenes Haus bzw. ihre Eigenanlagen einer Nachhaltigkeitsstrategie unterworfen hätten, wäre der „Lackmusstest für eine Kirchgemeinde oder ein Bankinstitut“.

Prof. Dr. Wolfgang Gehra (Deutsche Franziskanerprovinz, Kfm. Berater) wies zuerst darauf hin, dass er seine eigenen Studierenden über nachhaltige Finanzanlagen umfassend aufkläre und er dieses Thema seit 8 Jahren als kaufmännischer, weltlicher Berater der Deutschen Franziskanerprovinz betreue. Es gäbe „keine pauschalen Zuschüsse aus der Kirchensteuer von der Amtskirche“. Als Orden päpstlichen Rechts sind die Franziskaner sowohl zivil- als auch kirchenrechtlich unabhängig von den Ortsdiözesen, dennoch bestehen vielfältige Beziehungen auf unterschiedlichen Ebenen. Beispielsweise wenn ein Franziskanerbruder als Seelsorger in einer Pfarrei tätig ist. Die Franziskanerprovinz läge Geld z.B. aus Rücklagen von ordentlichen Gehältern an, um die Altersvorsorge für ihre Mitglieder zu sichern. Bei Spenden, die langfristig einer Einrichtung zur Verfügung stehen, wird die Zweckbindung durch die Trennung der Depots berücksichtigt. Prof. Dr. Gehra selbst hatte zu Beginn „Altlasten vorgefunden“, die in den Depots der Provinz schlummerten. Banker konnten ihm z.B. nicht erklären, warum bestimmte Fonds, die „nicht mit dem Profil des Ordens“ übereinstimmten, im Depot lägen. Manche harte Diskussion wurde geführt. Man müsse dabei „positiv lästig sein“, führte er später aus. Heute arbeite man mit oekom research eng zusammen: Ein rigider Ausschlusskatalog von 40 Kriterien kombiniert mit einem Best-in-Class Ansatz reduziere das Anlageuniversum auf ca. 800 Emittenten. Diese Vorgaben würden klar kommuniziert, per Mandat an verschiedene Banken in Auftrag gegeben und laufend kontrolliert. Daraus resultieren auch höhere Kosten durch „stock picking“. Das sei der Orden aber bereits zu zahlen; diese „Position sei halt nicht verhandelbar“. Dies führte vereinzelt auch zur Beendigung einer Geschäftsbeziehung zu Banken. Für Engagement wäre der Orden „etwas zu klein“. Diesen Ansatz prüfe man aber derzeit in Verbund mit anderen Netzwerken. Auf die Wortmeldung zum sogenannten „terrAssisi-Fonds“ antwortete er, dass dieser nicht von der Deutschen Franziskanerprovinz, sondern der Missionszentrale der Franziskaner aufgelegt sei. Es gäbe zwar viele Gemeinsamkeiten, aber auch „qualitative Beurteilungsunterschiede“, so dass der Fonds für die Deutsche Franziskanerprovinz selbst nicht als Geldanlage in Frage kommt. Es gäbe aktuell „keinen Fonds, der auf das Profil der Deutschen Franziskanerprovinz“ passt. Ob er mit den „großen Tankern da draußen“, z.B. dem Erzbistum München und Freising, Gespräche zu ethisch-nachhaltigem Investieren führe? Es gäbe aktuell keinen systematischen Austausch oder Arbeitskreis. Er teile aber den Optimismus von Frau Pex, denn eine bayerische Pfarrei folgt der Franziskanerprovinz auf ihrem nachhaltigen Weg. Prof. Dr. Gehra appelliert an das Publikum: „Seien Sie beharrlich!“ Er wünsche sich natürlich, dass es in manchen Diözesenstrukturen schneller voranginge. Man müsse „positiv lästig sein“; auch „lästiger sein als lästig.“ Dann würden auch Strukturen reagieren, die „progressiver sein müssten“, es aber nicht seien.

Maurice Attenberger (GLS Gemeinschaftsbank eG, Regionalleiter Bayern) erklärte eingangs die hauseigene Engagement Politik der GLS eigenen Fondslösungen, den GLS Unternehmensdialog. Jedes Unternehmen müsse der GLS zuerst „glaubhaft versichern“, dass sich sein Geschäftsmodell mit den GLS Anlage- und Finanzierungskriterien deckt. Die GLS Bank trägt ihr Handeln transparent in die Gesellschaft: dies sei auf gls.de frei zugänglich. Die Genossenschaftsidee der GLS verlange, dass „jeder versteht, dass es unsere Welt ist, die wir gestalten wollen“; dass „jeder mitmachen könne“. Die Frage, wohin mit dem Geld nach dem Divestment: die GLS läge Geld nach ihren strikten Anlage- und Finanzierungskriterien in Lebensbereiche wie Mobilität, Ernährung, Wohnen, Soziales, erneuerbare Energien und Bildung an, z.B. in Landwirte, die eine Umstellung zum ökologischen Landbau angehen oder alternative Lehrkonzepte oder Wohnprojekte. Auf Wortmeldungen bemerkte er, dass die GLS über jedes Anlageobjekt des GLS Aktienfonds eine Begründung für das Investment online verfügbar vorhielte.

Dr. Marie-Luise Meinhold (ver.de für nachhaltige Entwicklung e.G., Gründerin und Vorstand, Geld mit Sinn e.V., Vorstand) meinte, dass eine Versicherung „viel Geld bewegt und das man damit auch etwas Vernünftiges machen könne“. Versicherungen wären eine Art „Geldsammelstelle“, die dieses Geld „dann auch anlegen“. Negative wie positive Beispiele wären bereits von den Vorrednern genannt worden. Sie setze auf Schwerpunkte wie z.B. erneuerbare Energien, die direkt den Klimaschutz unterstützen könnten. Innovativ an ver.de sei, dass der Schadensersatz nach eingetretenem Schaden in einer Sachversicherung bisher keine konkreten Vorgaben bezüglich der Erneuerung nach nachhaltigen Kriterien enthielte. Ver.de würde z.B. fördern, wenn alte Lichtsysteme durch energieeffizientere LEDs ersetzt würden. Kunden würden auch belohnt, wenn keine Schäden entstünden. Anreize bestünden ebenfalls durch Reduktion der Versicherungsbeiträge für getätigte Energieeffizienzinvestitionen und den Austausch von Ideen im ver.de Community Netzwerk. Dr. Meinhold machte sich für eine nachhaltige Finanzwende stark. Diese könne besonders gut vom Standort München ausgehen, weil hier einerseits ein potenter Finanz- und Versicherungsstandort sei, der sehr viel Geld angelegt und bewegt. Jeder 4. Arbeitsplatz in der Versicherungswirtschaft läge in München. Das allein sei Grund genug, sich diesem Sektor in München zuzuwenden. Andererseits hat München nicht nur viele soziale und ökologisch orientierte Organisationen wie das ÖBZ, sondern auch einige, die sich explizit mit der Verbindung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten beschäftigen, wie Agenda21, BenE München, die Gemeinwohlökonomie Bewegung oder Fossil Free München. Ebenso hat München einige Pioniere des nachhaltigen Finanzsektors aufzuweisen, wie Sabine Pex von oekom research, Dr. Stefan Klotz von VIF-Consult, Geld mit Sinn e.V., Veronika Sepp von Mehrwert Finanzen, das Projekt 21 und Mitglieder von ökofinanz-21 e.V., wie Mathias Winkler, Thomas Grimm und Andrea Pelka. Durch die vielen Kontakte untereinander besteht Grund zur Hoffnung, dass die Finanzwende von München aus Fahrt aufnehmen könne und die Macht des Geldes zugunsten des Klimas und des Gemeinwohls genutzt werden könne. Auf Wortmeldungen gibt Dr. Meinhold an, dass auch die Lobbying Aktivitäten einen starken Hinweis auf die Gesinnung von Banken geben würden. Wir sollten im Sinne des gemeinsamen „weiten Weges“ für den nachhaltigen Pfad, nicht den „Kopf in den Sand stecken“, sondern auch über Wahlen die Rahmenbedingungen für das Handeln der Finanzakteure ändern.

Die Veranstalter im Kurzporträt:
Fossil Free München ist Teil der weltweiten Kampagne für Divestment von 350.org. Kernaufgabe der Initiative in München ist es, die Landeshauptstadt München sowie Münchner Körperschaften, Stiftungen und private Organisationen zu bewegen, ihre Geldanlagen aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe abzuziehen. Die Divestment-Kampagne will in erster Linie den politischen Einfluss der Kohle-, Öl- und Gasindustrie schwächen und das positive Signal an Investor/-innen senden, dass sich die Welt von fossilen Brennstoffen weg und hin zu Erneuerbaren Energien bewegt.

Die Umwelt-Akademie e.V. möchte dazu beizutragen, dass sich unsere Gesellschaft ihrer Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung stärker bewusst wird und ihr Handeln danach ausrichtet. Seit 25 Jahren geben wir Impulse, ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Gerechtigkeit und soziale Balance langfristig zu sichern. Denn verantwortungsvolles Handeln für Mitmenschen, Umwelt und zukünftige Generationen braucht Wissensgewinn, Gestaltungskompetenz und vor allem Mut zum Handeln gegenüber mächtig scheinenden Einzelinteressen. Unabhängig von Politik und Lobbys fördern wir Diskurs und Dialog um gesellschaftliche Konflikte – und deren Lösung.

sneep, das Studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik, steht für „student network for ethics in economics and practice“ und bildet eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. sneep hat sich zum Ziel gesetzt, den kritischen Diskurs über ethisches und nachhaltiges Wirtschaften in der Theorie und der Praxis anzuregen. Als interdisziplinäres Netzwerk möchten wir Studierende sowie junge Berufseinsteiger/-innen dazu animieren, außerhalb der Grenzen von „klassischer Ökonomie“ zu denken und so Möglichkeiten für ein Wirtschaften im 21. Jahrhundert aufzeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was machen "nachhaltige Versicherungen" anders?

Donnerstag, 20. Juli  2017

Referentin: Dr. Mari-Luise Meinhold, Gründerin der „nachhaltigen Versicherung“ ver.de

Nachhaltige Versicherungen wollen aktiv einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten, indem sie nachhaltigen Versicherungsschutz anbieten. Das bedeutet: Das Produkt oder die Dienstleistung "Versicherungsschutz" steht im Zeichen des Ziels, gesellschaftlichen Mehrwert in ökologischer und sozialer Hinsicht zu schaffen.

Das Geschäftsmodell von Versicherungen ist im Kern eine „Geldsammelstelle“; denn die Versicherungsbeiträge vieler Kunden werden zunächst eingesammelt und angelegt, um später dem einzelnen Versicherungsnehmer ausbezahlt zu werden. Daher ist es ein guter Hebel, um zu nachhaltiger Entwicklung beizutragen; mit der Bewegung des Geldes ist jedesmal eine Wirkung verbunden.
Das bedeutet konkret, dass gerade die Geldanlage positiv wirkt, wenn dabei auf ökologische Aspekte wie CO2-Emissionen oder auch der Einfluß auf die Biodiversität beachtet wird. Bei zwei Kapitalanlagemöglichkeiten, die gleichermaßen nach den Vorgaben der Aufsichtsbehörden geeignet sind, wird dann nicht die ausgewählt, die die höchste Wirtschaftlichkeit ausweist, sondern die, die bei einer Abwägung der Wirtschaftlichkeit, der ökologischen und der sozialen Aspekten den meisten "Sinn" macht. Das kann auch bedeuten, dass sie den geringstmöglichen Schaden erzeugt.

Nachhaltig interessierte Personen wollen Gegenstände, die noch funktionieren, so lange wie möglich nutzen, weil die Herstellung eines neuen Gegenstandes oftmals auch einen großen ökologischen Fußabdruck mit sich bringt. Doch wenn etwas zerstört wurde, ersetzt eine „nachhaltige Versicherung“ Dinge, die zerstört wurden, nicht einfach "nach gleicher Art und Güte", wie es üblich ist, sondern berücksichtigt, bewertet und fördert darüber hinaus, dass das „neue Ding“ beispielsweise energieeffizienter, fairer hergestellt und gesünder ist, als das „zerstörte Ding“.

All diese Wirkungen können erfasst und gemessen werden; und darüber kann in einer Gemeinwohlökonomie-Bilanz berichtet werden.
Eine „nachhaltige Versicherung“ kann auch nachhaltiges Verhalten „belohnen“, indem und wie sie die Prämien gestaltet. Dadurch entsteht auch für Interessenten ein Anreiz, noch einmal zu prüfen, an welcher Stelle eine Investition beispielsweise in erneuerbare Energien zur Eigennutzung oder eine Verhaltensänderung wie beispielsweise der Wechsel zu einem nachhaltigen Stromanbieter jetzt mal konkret umgesetzt wird. Oftmals wollte man ja "immer schon" solche Entscheidungen umsetzen; hier ist es gut, wenn zur intrinsischen Motivation noch ein finanzieller Anreiz winkt.

Weil Versicherungen nicht nur große Summen an Geld bewegen, sondern auch alle gesellschaftlichen Schichten und alle Wirtschaftsbereiche erreichen, kann dieses Geschäftsmodell gut zu einer Transformation der Gesellschaft beitragen. Allerdings fehlt bisher der Beweis, dass das tatsächlich geht, und daher bewegen sich die etablierten Versicherungs-Gesellschaften kaum. Ver-de, eine neue „nachhaltige Versicherungsgesellschaft“ – eine Genossenschaft – will das ändern. Es soll damit ein positives Beispiel gesetzt werden, wie es die Energiewerke Schönau oder die GLS-Bank in ihren Märkten getan haben. Um zu zeigen, dass es geht, und auch wie.

Präsentation Dr. Mari-Luise Meinhold: Klicken Sie hier

Infografik ver.de: Klicken Sie hier

Artikel "Können Versicherungen zur großen Transformation beitragen?" aus ÖkologischesWirtschaften: Klicken Sie hier

 

 

 

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit "Geld mit Sinn e.V." durchgeführt.

Nachhaltig Geld anlegen – gewußt wie

Dienstag, 05.12.2017

Referentin: Sabine Pex, Vorstandsmitglied Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), Berlin,   oekom research AG, München

Die Süddeutsche Zeitung hat es – in ihrem Wirtschaftsteil, rechtzeitig zum G20-Gipfel – ganz neu entdeckt: Investoren interessieren sich zunehmend für Konzernkultur, soziale Belange und Umweltschutz!! (SZ 26.07.2017, S.17).

Als wir, die Umwelt-Akademie e.V., vor über 20 Jahren begannen mit dem Schwerpunkt „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld“, gab es nicht mal den Begriff „Nachhaltigkeit“. Heute bietet jede „normale“ Bank „nachhaltiges Geldanlegen“ an, in Form entsprechender Aktien, in Form von Renten-Fonds, in Form von ETF-Sparplänen… Das Versprechen „Nachhaltigkeit“ ist im normalen Sprachgebrauch aber leider immer noch vielfach gemeint als: Höhere Renditen trotz niedriger Zinsen.  

Wie soll man sich da auskennen, was wirklich ökologisch_sozial_ökonomisch nachhaltig ist?

Die Referentin klärte uns auf über die wichtigsten Fragen, wenn man Geld verantwortlich nachhaltig investieren und anlegen will. In Stichworten:

ESG, SRI, ETF, SPO...: Was bedeutet das eigentlich, "Nachhaltige Geldanlage"?
                    Definition, Abgrenzung der verschiedenen kursierenden Begriffe
                    Marktüberblick
                    Erläuterung der unterschiedlichen nachhaltigen Investmentstile
                    Research & Rating als „conditio sine qua non“, also unverzichtbar

Labels, Logos & Co.: Ist Nachhaltigkeit in der Geldanlage ein geschützter Begriff? Und ist Nachhaltigkeit drin, wenn Nachhaltigkeit draufsteht?
                    Prinzip Nachhaltigkeitssiegel in der Geldanlage
                    Abgrenzung der verschiedenen Ansätze
                    Wer reguliert (und kontrolliert) eigentlich "Qualitätssiegel nachhaltige Geldanlagen"?
                    Überblick über die wichtigsten Qualitätssiegel

Nische oder Normalität? Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit als Faktor beim Geldanlegen in der Beratung von Kunden?
                    Hol- oder Bringschuld: Wer muss die Frage nach der Nachhaltigkeit stellen, Kunde oder Bank?
                    der kontraproduktive Effekt der Finanzkrise: Nachhaltigkeit als bürokratischer Faktor: Kundengespräch, Verkaufsprospekt,
                    Beratungsprotokoll

Die Frage der Regulierung: Was kann die öffentliche Hand tun, damit Nachhaltigkeit bei ihren eigenen Geldanlagen zur Normalität wird?
                    Regulierungsaufgabe versus Vorbildfunktion: Eigenanlagen der öffentlichen Hände
                    Beispiele: "Berlin-Index", "Green Bonds NRW", "Nachhaltigkeitsanleihe München"
                    bestehende und künftige Regulierung (EU-Ebene!)

Keine Kohle für die Kohle: Wieviel CO2-Emissionen aus Kohle, Öl und Gas "produziert" mein angelegtes Geld? Welche Möglichkeiten habe ich als Anleger, dies in Erfahrung zu bringen und "emissionsfrei" zu investieren?
                    die grundsätzliche Berechnungslogik zu CO2-Emissionen von Anlageprodukten
                    Portale & Fragen an den Kundenberater

Gibt’s was Neues - etwas, was noch nicht jeder Kundenberater weiß?

Nach dem Vortrag blieb genügend Zeit für Fragen. Da die Zahl der Einzelpunkte im Vortrag und die der (Nach-) Fragen viel zu groß war, hier zu den Details des Vortrags:

Präsentation Sabine Pex: Klicken Sie hier

Sowie ein zusätzlicher Artikel „Klima-Rating für Kleinanleger“ vom 22.11.2017:

https://www.klimaretter.info/konsum/hintergrund/23816-klima-rating-fuer-kleinanleger

 

 

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit "Geld mit Sinn e.V." durchgeführt.

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Ausblick

 Die Zukunft des (Lebensmittel-)Einkaufens

Dienstag, 6. Februar 2018
19:00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München, U-Bahn U4/U5 Haltestelle Odeonsplatz

Referent: Stephan Paulke, basic AG, Vorstandsvorsitzender

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!



 

Georg Schweisfurth

 

Für das Thema „Ökologische Ernährung“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Georg Schweisfurth

"Es ist Zeit, das ganze (Landwirtschafts-)System in Frage zu stellen"

Dienstag, 8. Mai 2018
19:00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München, U-Bahn U4/U5 Haltestelle Odeonsplatz

Referent: Hubertus Paetow, Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), Vizepräsident

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Rückblick

Die EU-Agrar- und -Fischereipolitik als Fluchtursache



aus der Veranstaltungsreihe „Werteorientierte Marktwirtschaft“ und „Ökologische Landwirtschaft und Ernährung“

Dienstag, 20. Juni 2017

20.6.17 war Welt-Flüchtlingstag: 65,6 Mio. Menschen auf der Erde flüchten, meldete das UN-Flüchtlingswerk UNHCR. 2/3 davon innerhalb der Grenzen „ihres“ Staates, etwa 20 Mio. Flüchtende überschreiten Landesgrenzen; nur ein geringer Anteil kommt nach Europa. „Afrika sitzt auf gepackten Koffern“ – stimmt nicht. Dennoch behauptet der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Gerd Müller, 2017 sei mit 300.000 bis 400.000 afrikanischen Bootsflüchtlingen zu rechnen, die in Italien ankommen.

Was treibt Menschen dazu, die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen? Neben der Hoffnung, Bürgerkrieg oder despotischen Regimen zu entkommen, sind es nicht selten auch wirtschaftliche Gründe, z.B. hervorgerufen durch den Klimawandel (wir berichteten: Klicken Sie hier ). Wer ohne Perspektive ist, sich in der Heimat ein Leben aufzubauen, sucht eben nach einer neuen Heimat.

Gerade weil wir gern ein bisschen die Nase rümpfen über die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, lohnt sich ein Blick darauf, wie die EU, also wir, unseren Teil dazu beitragen, Afrikanern in ihrer Heimat die Existenzgrundlage zu entziehen.

Eingeladen war Francisco Marí, Referent für Welthandel, Agrarhandel und Meerespolitik bei Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst. Ein Voll-Profi, seit 15 Jahren in der Entwicklungs- und Flüchtlingsarbeit tätig, sieben Jahre Kamerun, teilweise beteiligt an internationalen Verhandlungen zwischen EU und afrikanischen Ländern. Sein Vortrag zeugte von praktischen Erfahrungen und Herzblut.

Präsentation: Klicken Sie hier

Sowohl die Agrar- als auch die Fischereipolitik der EU haben zur Folge, dass afrikanische Märkte geschwächt werden – zum eigenen Vorteil der EU-Mitgliedsländer versteht sich. Beispiel Hühnerfleisch: Nicht nur Hähnchenteile, die bei uns nicht gern gegessen werden wie Beine und Füße landen in Afrika, sondern auch ganze verarbeitete und tiefgefrorene Hühnchen. Es gibt in Ghana praktisch keine Geflügelproduktion mehr, die Züchter sind pleite gegangen. Weil EU-Bauern dafür subventioniert werden, dass sie möglichst viel (und nicht auf Qualität ausgerichtet) Geflügel produzieren – mit den hiesigen Umweltbelastungen wie dem Aufkommen von Gülle, die auf unsere Felder ausgebracht wird und unser Trinkwasser belastet. So kommt es, dass EU-Hühnchen billiger sind als ghanaische; auch weil die EU dort keine oder nur geringe Einfuhrzölle bezahlen muss. Das ermöglichen Wirtschaftsabkommen – sog. „Freihandelsverträge“ –, die den afrikanischen Ländern auferlegen, ihre Märkte für EU-Importe zu öffnen und ihre Zölle nach und nach abzuschaffen – unter dem Deckmäntelchen, nur ein freier Markt würde Afrika wettbewerbsfähig machen.

Oder die Milchwirtschaft in Kamerun: Einerseits finanziert und baut die EU eine funkelnagelneue Molkerei vom Feinsten, um den Viehbauern, die ursprünglich auf Fleischwirtschaft konzentriert sind, nun auch Perspektiven in der Milchwirtschaft zu eröffnen. Gleichzeitig exportiert die EU hoch-subventioniertes EU-Milchpulver nach Kamerun zu Preisen, die die Kosten der örtlichen Milchproduktion niemals decken kann.

Auch in der Fischereipolitik tut die EU so, als täte sie den afrikanischen Staaten noch einen Gefallen, wenn sie deren Gewässer leer fischt. Immerhin landen etwa 80 Prozent des vor den Küsten Afrikas gefangenen Fischs auf dortigen Märkten – allerdings ebenfalls zu Dumpingpreisen, die die lokalen Fischer ruinieren. Verarbeitet wird der dort angelandeter Fisch oftmals zu Fischmehl, das als Futter für Zuchtfisch in (europäischen oder asiatischen) Aqua-Kulturen landet; subventioniert durch die EU.
Als Kenia etwa zögerte, ein solches Freihandels-Abkommen zu schließen, wurden kurzfristig die Zölle auf deren Exportprodukte in die EU wie Kaffee, Schnittblumen etc. drastisch angehoben. Mit dem gewünschten Ergebnis.

Es müssen endlich faire Handelsbeziehungen geschaffen werden, die allen Beteiligten ihr wirtschaftliches Auskommen und damit eine Existenz im eigenen Heimatland sichern. Die EU-Kommission weiß um diese Zusammenhänge, negiert sie aber oder behauptet, „Afrika ist halt noch nicht soweit“; wichtiger: Die Vorgabe an die EU-Kommission, auch mit afrikanischen Ländern Freihandelsabkommen abzuschließen, stammt vom EU-Rat – also den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten – von vor 15 Jahren; seither werden solche Verträge halt abgeschlossen, ohne die Folgen zu beachten. Nun soll mit europäischen und deutschen Entwicklungshilfe-Geldern (!!) militärische Kräfte aufgestellt und ausgebildet werden mit dem Ziel, Menschen nicht über die Grenzen der afrikanischen Länder flüchten zu lassen.
Bei der Bundesregierung also ist anzusetzen. Z.B. bei den nächsten Wahlen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit "Slow Food Deutschland e.V." durchgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Film-Matinée: Code of Survival - Die Geschichte vom Ende der Gentechnik

 

Eine Veranstaltung von BürgerStiftung München und Die-Umwelt-Akademie e.V. 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“ mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat werden Jahr für Jahr weltweit auf Felder ausgebracht. Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resistente Unkräuter, die sich in biblischen Ausmaßen vermehren und nun ein Superwachstum an den Tag legen, das Nutzpflanzen überwuchert und abtötet. Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzt der Film drei nachhaltige Projekte entgegen:

Die Teeplantage AMBOOTIA in Indien in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Himalaya. In 2000m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Landwirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise verhindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten.

Das Projekt SEKEM des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, der vor 40 Jahren inmitten der Wüste seine biologische Farm gründete. SEKEM beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann und wir zeigen, wie es funktioniert.

Der unbeugsame Bayer FRANZ AUNKOFER war einer der ersten Biobauern Deutschlands – auf alle Fälle aber der erste biologische Schweinemäster. Durch seine Pionierarbeit erwirtschaftet er inzwischen denselben Ertrag, wie im konventionellen Anbau – ohne einen Tropfen Gift. Nur der Bauer sollte an der Landwirtschaft verdienen und nicht die Chemiegiganten.

Der eindrückliche Film konfrontiert die heilende Kraft der ökologischen Landwirtschaft mit den Auswirkungen des giftgestützten Anbaus. Er wirft die Frage auf: In welcher Art von Landwirtschaft liegt der CODE OF SURVIVAL auf unserem Planeten?

Für die Kinobesucher stand nach dem Film die Antwort fest: Den zerstörerischen Vorgehensweisen von Monasanto, Bayer und Co muss massiv entgegengetreten werden. Aber wie? In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, wie machtlos wir uns gegenüber einer vom Lobbyismus beherrschten Politik fühlen. Was bleibt ist die in einer Demokratie gegebene Möglichkeit, zu protestieren, zu demonstrieren, sich geimeinnützig zu engagieren, NGO' s zu unterstützen usw. Und jeder Einzelne sollte natürlich darauf achten, im privaten Bereich, sei es auf dem Balkon, im Garten oder auf dem eigenen Grundstück ökolgisch sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen. 

 

 

 

Diese Veranstaltung fand statt im Rahmen des Münchner Klimaherbstes

 

Gesundheit und Eigenverantwortung

Ausblick

Bewusstes Essen - der Blockbuster für ein langes Leben!

Dienstag, 16. Januar 2018
19.00 Uhr
im Café Sparda, Sparda-Bank München eG, Arnulfstraße 15, 80335 München
U-Bahn: Haltstelle „Hauptbahnhof“, Nordausgang; von dort fußläufig 10 Minuten; S-Bahn: Haltestelle „Hackerbrücke“, Ausgang Richtung ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof); von dort fußläufig 5 Minuten

Referent: Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler, Geschäftsführender Koordinator des Tumorzentrums München (http://www.tumorzentrum-muenchen.de/patienten.html)

Essen und Bewegung sind die Blockbuster für ein langes, gesundes Leben. Auf dem Weg zur gesunden Ernährung begegnen uns aber zwei große Stolpersteine:  

Entscheidend ist erstens der Verzehr von ökologisch produziertem Gemüse, Obst, Getreide und von artgerecht-gehaltenen und -gefütterten Nutztieren. Beides gibt es, aber nicht an „jeder Ecke“.

Der zweite nicht minder schwierig zu überwindende Stolperstein ist das Kochen. Wer dieses wunderbare Handwerk nicht in seinen Grundsätzen beherrscht, wird es schwer haben, sich langfristig gesund zu ernähren.

Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler sieht es als unabdingbare Grundlage für eine gesunde Ernährung, die Menschen wieder zum Kochen zu motivieren und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu fördern.

Vor allem für schwer erkrankte Menschen ist es wichtig, die Ernährung Ihren jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Prof. Nüssler wird  am Beispiel von Tumorerkrankungen erklären, welchen Einfluss unser Essverhalten auf Entstehung und Verlauf von Erkrankungen und allgemein auf ein erfülltes und gesundes Leben haben kann. Dabei geht es ihm auch um die Wertschätzung der Lebensmittel und der Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Volkmar Nüssler hat gemeinsam mit dem Verein „Food & Health“ (http://www.food-and-health.org/de/) die Koch-App "HealthFood" für Tumor-Patienten entwickelt. Außerdem ist er Autor des Krebs-Kochbuches "Stark gegen Krebs. Wie Sie mit der richtigen Ernährung vorbeugen, die Heilung unterstützen und Kraft schöpfen. Präventives Essen gegen Krebs. Gerichte für die Gesundheit."

 


 

Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler, Geschäftsführender Koordinator des Tumorzentrums München

Saubere Luft in München - und anderswo

Dienstag, 6. März  2018
19:00 Uhr
Café Sparda, Sparda-Bank München eG, Arnulfstraße 15, 80335 München, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“

Referent: Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Bundesgeschäftsführer



Luftverschmutzung ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Im Oktober 2017 veröffentlichte die EU-Kommission die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Stickstoffdioxid: Mit 12.860 vorzeitigen Todesfällen sterben durch dieses Abgasgift – statistisch gesehen – jährlich viermal so viele Menschen wie durch Verkehrsunfälle. Der Verursacher ist längst bekannt: Der motorisierte Autoverkehr. Moderne Dieselmotoren erzeugen durch die höher Verdichtung und Verbrennungstemperatur mehr Stickoxide als 25 Jahre alte Euro-1-Diesel-Pkw.

Doch die Bundesregierung versäumt es – seit vielen Jahren und in bester Kenntnis der (technischen, ökologischen und gesundheitlichen) Zusammenhänge –, die deutschen Autohersteller in die Pflicht zu nehmen und wirkungsvolle technische Nachrüstungen anzuordnen; ja, auf europäischer Ebene verhindert sie  beständig schärfere Grenzwerte und Messverfahren. Im Gegenteil, auch strafrechtlich relevante Betrügereien der Chefs der Autokonzerne – siehe USA – werden durch Wegschauen von Aufsichtsbehörden und Politik belohnt.

Ausgerechnet München führt die Negativliste aller deutschen Städte mit Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid an. An 260 Straßen im Stadtgebiet wird der Stockoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft regelmäßig überschritten – da hilft auch geschäftiges Aufstellen neuer Messröhrchen nichts. Grenzwerte, die seit dem 01. Januar 2010 gelten und damit (statistisch) rund 5.000 Münchner*innen das Leben gekostet haben!
Denn auch in München versagt die Politik: Eine dringend notwendige Verkehrswende zur deutlichen Reduktion des Autoverkehrs in der Stadt wird bis heute verhindert. Nun bleiben nur noch Fahrverbote, um die gesetzlichen Grenzwerte schnellstmöglich einzuhalten. Diese umzusetzen verweigert sich die Bayerische Staatsregierung – und wurde dafür rechtskräftig zur Zahlung von Zwangsgeldern verurteilt.
Wenige Tage vor unserer Veranstaltung, am 22.02.2018, wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abschließend über die diversen Klagen in Sachen „Fahrtverbote in Städten“ geurteilt haben. Wir werden also hochaktuell informieren können. Unsere Prognose: Es geht nicht mehr um das „OB“, sondern nur noch um das „WIE“!“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und ihr Geschäftsführer Jürgen Resch haben trotz massivster Gegenwehr (bis hin zu Daten-Einbruch und persönlicher Bedrohung) durch jahrelange Rechtsverfahren – ohne eine einzige Klage verloren zu haben! – den Stein für Luftreinhaltung in Deutschland ins Rollen gebracht.

 

Paul Greineder

Für das Thema „Eigenverantwortung und Gesundheit“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Paul Greineder.

 

In Kooperation mit dem Bündnis für saubere Luft

Rückblick

Zeitpolitik und nachhaltiges Leben

Dienstag, 4. Juli 2017

Referent: Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) e.V., Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit können inzwischen die meisten Menschen etwas anfangen. Was aber meint Zeitpolitik? Und was haben beide miteinander zu tun?

Jedem von uns steht es offen, sein privates Leben nachhaltig(er) zu gestalten. Schließlich können wir frei entscheiden, ob wir unseren Kühlschrank mit Bioprodukten füllen, fair hergestellte Kleidung kaufen, Erledigungen lieber zu Fuß oder per Rad machen, mit Holzpellets statt Erdöl heizen. Ein nachhaltiger Lebensstil geht aber über das reine Konsumverhalten hinaus und fragt auch danach, wie wir mit unserer Zeit, unserem individuellen Lebensrhythmus und damit langfristig mit unserer Gesundheit und Zufriedenheit umgehen. Hier, im privaten Bereich, sind wir unser „eigener Herr“:  Ob wir unsere Freizeit mithilfe einer OrganizerApp minutiös durchplanen oder lieber unseren Zeitwohlstand genießen und die Seele baumeln lassen – das haben wir selbst in der Hand.

Im öffentlichen Leben dagegen sind dem persönlichen Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit bezüglich unserer alltäglichen Zeitstrukturen oftmals Grenzen gesetzt: So könnten an den meisten Schulen  Schulbeginn und -schluss, in den Betrieben Arbeitszeiten, Öffnungszeiten von Behörden und Dienstleistern und öffentlicher Nahverkehr in Kommunen besser aufeinander abgestimmt sein, um den Menschen einen nachhaltigeren Tagesablauf zu ermöglichen; im Sinne von mehr Wohlbefinden, Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit, also mehr Lebensqualität.

Und hier kommt die Zeitpolitik ins Spiel. „Politik“ verstanden als Aushandlungsprozess zwischen verschiedenen Beteiligten, z.B. Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber über die zeitliche Gestaltung der Arbeitszeit (Beginn/Ende, Freizeit, Arbeitszeitverkürzung, Elternzeit, neue Arbeitszeitmodelle etc.), z.B. im Stadtrat über die Genehmigung (oder Verweigerung) eines zusätzlichen Einkaufstags am Sonntag, z.B. im Bayerischen Landtag über die Einführung eines zusätzlichen Feiertages (wie z.B. der Reformationstag in Bayern), z.B. in der Gesamtgesellschaft über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (zusätzlich „freie“ Zeit, Freimachung eines Arbeitsplatzes für eine andere Person/“für“ Roboter) usw.

Die Aufgabe von Zeitpolitik ist es, nachhaltige Lebensstile zu unterstützen, indem sie die politischen Rahmenbedingungen entsprechend setzt und damit einem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Lebensqualität in allen Bereichen den Weg bereitet. Was genau kann die Politik, die Gesellschaft und der Einzelne tun, um die Alltagszeitstrukturen zu verbessern und damit eine zukunftsfähige, gesunde und nachhaltige Lebensweise zu fördern? Welche Modelle gibt es bereits – und mit welchen Ergebnissen? Wie lässt sich der Ansatz „für mehr Zeit-Investition eine bessere Umwelt“ verwirklichen? Beispiel: Zur Arbeit radeln verbraucht zwar mehr individuelle Zeit, eine Zeit-Investition also, verbessert aber durch Minderung von Schadstoffemissionen beim Autofahren die Umweltsituation – wie kann der Einzelne dazu motiviert werden, wie kann Kommune, wie kann Arbeitswelt solche Investitionen unterstützen?

Diese Fragen hat Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Experte auf dem Gebiet der Ethik der Zeit und der Zeitpolitik, mit uns diskutiert. Zeit als tiefgreifendes gesellschaftspolitisches Thema.

Präsentation Dr. Jürgen P. Rinderspacher: Klicken Sie hier

 

 

Mutbürger für Energiewende!

Ausblick

 

Klimaschutz – warum tun wir nicht, was wir tun sollten? Oder müssten!“

Donnerstag, 25. Januar 2018
19:00 Uhr
Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm- Str. 24, 80331 München (Nähe Sendlinger Tor, U-Bahn) Klicken Sie hier

Referent: Prof. Dr. Harald Lesch, Ludwigs-Maximilian-Universität (Astrophysik), Hochschule für Philosophie (Naturphilosophie) 

„Klimaschutz ist ja schön und gut, aber wo bleibt mein Vorteil?“, „Alles halb so wild: Das werden künftige Techniken lösen“, „Du willst doch auf unser Wirtschaftswachstum nicht verzichten – das ist doch gut für mich“

Wo liegt die Kluft zwischen Sollen und Sein?

Bis 2050 muss die Erderwärmung auf +2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt sein; gleichzeitig wollen dann ca. 9 Milliarden Menschen (unseren?) Wohlstand und Entwicklung haben. Das wird mit „Weiter-so“ nicht gehen, die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Die Antwort auf den Klimawandel kann nur eine nachhaltige Industrie-, Energie- und Klimapolitik (um nur einige Politikfelder anzusprechen) sein, die das Klima tatsächlich schützt, industrielle Innovationen fördert, eine langfristige, Umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgung sichert und sozialen Fortschritt voranbringt.

Bruttoinlandsprodukt und dessen Wachstum machen nicht glücklich, zeigt die Glücksforschung; soziale Beziehungen sind im Leben von Menschen zentrale Elemente. Das grandiose Scheitern der Entkopplungsstrategie (Ressourcenverbrauch zu BIP) zeigt, dass es Anreize zur Milderung des Wachstumsimperativ geben muss, Stichwort: Postwachstumsökonomie. Denn Wachstum und Nachhaltigkeit – beides ist gleichzeitig nicht zu haben.

Brauchen wir, gibt es einen großen Zukunftsentwurf? Ist try-and-error, also ein step-by-step-Weg  erfolgsversprechender? Also Problemanalyse, Visions-Entwicklung, Experimente, Lernen & Ausweiten; Problemanalyse, Visions-Entwicklung, Experimente… Für den Prozess einer „großen Transformation“ bedarf es Bewußtseinsänderung in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft. Change-Prozesse erzeugen Unsicherheiten und Ängste; es bedarf gezielter Strategien im Umgang mit unterschiedlichen Akteuren in der Ambivalenz zwischen Akzeptanz und Opposition: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ (Lao Tse). 

 


 

 

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit "Geld mit Sinn e.V." durchgeführt.

Klimaziele 2030/2040 - was können wir (noch) erreichen?

Donnerstag, 22. Februar 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“.

Referent: Philipp Godron, AGORA-Energiewende, Berlin; Projektleiter Internationale Energiepolitik

Deutschland sieht sich beim Klimaschutz als Vorreiter. Bis 2020 sollen die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen. Dieses Ziel hat die große Koalition bereits 2007 im Integrierten Energie- und Klimaprogramm festgelegt; seither wurde es – auf Branchen heruntergebrochen – immer wieder bekräftigt, zuletzt auch in den Sondierungsgesprächen für eine neue Regierung; wieweit es durch die neue Bundesregierung bestätigt und mit konkreten Maßnahmen unterfüttert werden wird, bleibt abzuwarten.

Doch die Lücke zum Ziel ist groß. Im Jahr 2016 lag die Emissionsminderung bei (zu geringen) minus 28 Prozent verglichen zu 1990; die Differenz zum 2020-Ziel beträgt 150 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Der im April 2017 vorgelegte Klimaschutz-Projektionsbericht der

Bundesregierung prognostiziert, dass die bereits beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen dazu führen werden, dass die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 (nur) um 35 Prozent sinken. Lag 2016 die durchschnittliche globale Erderwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit schon bei +1,3 Grad Celsius, so ergäbe rechnerisch die 30-jährig gemittelte Steigerung von +0,1oC/a eine Erderwärmung von +1,5oC bereits in 2018/2019 und von +2oC in 2025!

Erschwerend kommt hinzu: Der Projektionsbericht der bisherigen Bundesregierung geht von veralteten Annahmen aus: Die tatsächliche Entwicklung in etlichen, für den Treibhausgasausstoß relevanten Bereichen wird nämlich deutlich unterschätzt. Dies hat Agora Energiewende auf Basis neuerer Zahlen vor kurzem erneut aufgezeigt. Das Ergebnis ist (leider), dass die Klimaschutzlücke deutlich größer ist als bislang gedacht.

Die neue Bundesregierung wird daher kurzfristig ganz erheblich nachlegen müssen, will sie zumindest noch in die Nähe des 2020-Klimaschutzziels von -40% kommen. Notwendig ist ein konkretes Sofortprogramm, das noch im ersten Halbjahr 2018 beschlossen werden muss, um bis 2020 noch einige Wirkung entfalten zu können.

Zugleich gilt: In Deutschland steht nun, mit Blick auf die kommende Dekade, die zweite Phase der Energiewende an. Jetzt geht es darum, nicht nur die Strom-, sondern auch eine Wende in allen Sektoren, namentlich in der Wärme- und Mobilitätswende, anzuschieben – um auch die ökonomischen Chancen einer umfassenden Energiewende entschlossen zu nutzen. Auf bisherigen Erfolgen beim erneuerbaren Strom sollten wir uns nicht ausruhen, wenn Deutschland im globalen Wettlauf um in den Zukunftsmärkten der Energiewendetechnologien die Nase vorne haben will. So haben etwa China und Kalifornien bei Erneuerbaren Energien und der Elektromobilität jüngst sehr ehrgeizige Ziele beschlossen – und mit konkreter Politik unterlegt.

Vor diesem Hintergrund zeichnet die führende Agentur „Agora Energiewende“ das „Big Picture 2020/2030“ und legt erneut fundierte Vorschläge vor, wie ein zukunftsweisendes „Gemeinschaftswerk Energiewende“ gleichzeitig Versorgungssicherheit, ökonomischen Erfolg und Klimaschutz gewährleisten kann.



 Dr. Helmut Paschlau

Für das Thema "Mutbürger für Energiewende!" engagiert sich unser Vorstandsmitglied
Dr. Helmut Paschlau

 

In Kooperation mit Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft Green Budget Germany (FÖS)

Energiewende: Die soziale Frage

Donnerstag, 22. März 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“

Referenten: Krause-Böhm, Verbraucherzentrale; Janke, Stadtwerke München; Hammann, Caritas

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld! 

 

 

Energiewende ohne Umweltschutz?

Exkursion

Samstag, 21. April 2018
9:00 Uhr

Exkursionsleitung: Claus Kumutat, Landesamt für Umwelt (LfU), Augsburg, Präsident

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

 

Energiewende - wie wir alle gewinnen werden

Donnertag, 26. April 2018
19:00 Uhr
Donner&Reuschel AG, Friedrichstraße 18, 80802 München

Referent: Dr. Franz Alt, Journalist

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Die globale  Wende zu 100% Erneuerbare Energie

28. Juni 2018
19:00 Uhr
Ort wird noch bekannt gegeben

Referent: Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, 2005 - 2013 und Autor des Entwurfs des EEG 2000

Weitere Informationen folgen in Kürze. Vielen Dank für Ihre Geduld!

 

 
 

Regionale Energiewenden in Bayern

Donnertag, 26. Juli 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG

Referentin: Dr. Anne von Streit, LMU, Depart. Geographie/Mensch-Umwelt-Beziehungen

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 
 

Medienlogik und Medienwirkung - am Beispiel der Energiewende

Dienstag, 9. Oktober 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft München e.V. (IBZ), Amalienstr. 38, U3/U6 Haltestelle „Universität“

Referent: Prof. Dr. Michael Meyen, LMU, Institut Kommunkationswissenschaften und Medienforschung

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Klimaziele 2050: Podiumsdiskussion mit den umweltpolitischen Sprechern_innen im Münchner Rathaus

Donnerstag, 18. Oktober 2018
19:00 Uhr
Gasteig

Podiumsteilnehmer:
Sebastian Schall, CSU
Jens Röver, SPD
Sabine Krieger, GRÜNE
Sonja Haider, ÖDP


Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 
 

Klimagerechtigkeit für die Völker der Welt - konkret

Donnerstag, 22. November 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG,

Referent: Prof. Dr. Michael Reder, Münchner Hochschule für Politik

 Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

Klimawandel: Risiko und Resilienz

Donnerstag, 13. Dezember 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG

Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn, Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Rückblick

Klimaschutz - Sinn und Unsinn. (Volks-) Wirtschaftlich betrachtet

Donnerstag, 30. November 2017

Referentin: Prof. Dr. Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und erschöpfbare Ressourcen

Wann immer es um Entscheidungen geht, die unter Knappheit zu treffen sind, versuchen Ökonomen die Kosten und Nutzen zu ermitteln, die mit diesen Entscheidungen einhergehen. Für eine einzelne Investitionsentscheidung mag dies noch relativ unkompliziert sein; wenn es aber um Kosten und Nutzen des Klimawandels geht, wird dies vielfach komplexer.
 
Dieser Vortrag hat, nach einer kurzen Einführung zum aktuellen Stand globaler Klimapolitik und zu den Herausforderungen, die mit der Erreichung der 1.5°C- Grenze Erwärmung der Atmosphäre verbunden sind, einige der Schwierigkeiten vorgestellt, die mit einer (globalen) monetären Bewertung von Klimaschutzanstrengungen verbunden sind.

Diese Schwierigkeiten zeigen sich nicht zuletzt in extrem unterschiedlichen Kosten- und Nutzenschätzungen, zu denen diese Bewertungsversuche führen: So geben Studien die Kosten, die mit der Emission einer Tonne CO2 verbunden sind, zwischen erstaunlichen 7 US$ und erstaunlichen 2400 US$ an. Obwohl beide Werte Extremfälle darstellen, verdeutlichen sie doch, in welchem Ausmaß volkswirtschaftliche Kostenschätzungen von unterschiedlichen Methoden und Annahmen – auch über (regionale) „Gewinner“ und „Verlierer“ des Klimawandels und deren finanzieller Auswirkung – abhängig sind.
(A.d.V.: Der Gutachter zur Kohleverbrennung im Heizkraftwerk München Nord2, das Öko-Institut Freiburg, gibt die Folgeschäden durch CO2-Emissionen mit 160€/Tonne CO2 an; die betriebswirtschaftlichen Verluste der Stadtwerke München aus der Stillegung der Kohleverbrennung belaufen sich dagegen nur auf rd. 20€/t CO2).   

Genug Stoff für internationale Klimaverhandlungen und ungezählte Forschungsprojekte weltweit. Zu fragen ist aber grundsätzlich auch, ob sich Klimaschutz – in ökonomischen Kategorien – „lohnen“ muss.

Die Referentin hat einen auch für Laien spannungsvollen Vortrag ge-, in der Diskussion kräftig mitgehalten und zur o.g. Frage eindeutig Stellung genommen:

Klicken Sier hier 

Ihr ökonomisches Fazit: Um CO2-Emissionen in Europa wirkungsvoll zu reduzieren, wäre die glaubhafte Einführung eines Preises für die Emission je einer Tonne CO2 erforderlich – in Form von „Emissionsrechten“ für alle Art von Emittenten, also nicht nur für Industrieanlagen, sondern etwa auch für Autobesitzer; deren Gesamtmenge müsste konsequent reduziert werden – und so vorhersehbar Verknappung = Verteuerung signalisieren.

 

 

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der "Studententischen Vertretung der Technischen Universität München" und "Fossil Free München" durchgeführt.

 

Biodiversität

Ausblick

Wie hilft die Forschung, den Artenschwund zu stoppen?

Donnerstag, 18. Januar 2018
19:00 Uhr
Museum Mensch und Natur, Schloß Nymphenburg, 80638 München, Trambahn 17, Bus 51 und 151: Haltestellte Schloss Nymphenburg

Referent: Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Leiter Zoolog. Staatssammlung

Carl von Linné, Alexander von Humboldt und Charles Darwin ordneten Tiere und Pflanzen nach ihren sichtbaren Merkmalen in Klassen, Gattungen und Arten. Vor 200 Jahren beschrieben sie in ihren Werken wegweisend die vielseitigen Wechselwirkungen in der Natur.

Mit der genetischen Bestimmung von Tieren und Pflanzen (DNA-Barcoding) lassen sich neue Zusammenhänge entdecken. Damit sind z.B. bereits über 20.000 von ca. 36.000 Tierarten in Bayern molekular erfasst.

Der Vortrag reicht von den Grundlagen der Bestimmung von Arten und ihrer Entwicklung, dem aktiven Artenschutz von Flora und Fauna zum Wohle von Natur und Mensch bis zu den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen hinsichtlich "Metabarcoding" und "Umwelt-Barcoding". Er stellt praktische Anwendungsfelder vor wie Entdeckung neuer Tierarten (Taxonomie), die Beantwortung der Frage, „welche Art ist wann und wo“ (Monitoring), die „Schädlings“-Bekämpfung und die Aufklärung krimineller Handlungen (Forensik). Und er zeigt auf, wie mit der Etablierung von Hintergrund-Bibliotheken in Service-Centern das Angebot von jedem Interessenten, sei es Wissenschaftler, Behörde oder Laie, genutzt werden kann.

Hier in München spielt die Zoologische Staatssammlung – gefördert durch die Bayerische Staatsregierung – dabei eine bedeutende Rolle.

 

Dr. Nico Döring

Für das Thema „Biodversität" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Nico Döring.

Flächenfrass in Bayern: Triebkräfte und Folgen

Donnerstag, 12. April 2018
19:00 Uhr
Museum Mensch und Natur, Schloß Nymphenburg, 80638 München, Trambahn 17, Bus 51 und 151: Haltestellte Schloss Nymphenburg

Referent: Prof. Hubert Weiger, BUND Naturschutz Bayern, Vorsitzender; F. Leidgraf, Luftfotograf

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Nachhaltigkeit lernen - von Kindesbeinen an

Rückblick

Vom Samen bis zum Einmachglas

Marmeladekochen mit Christine

Sehr aufgeregt erwarteten uns die sechs Schüler des Tillmann Kinder- und Jugendhauses. Mit Feuereifer wurden Plattpfirsiche gewaschen, geschnitten und 2 kg in einem großen Topf gekocht. Eines der Highlights war die Benutzung des Pürierstabes zum Mußen der Früchte. Als die Brioche im Ofen duftete und der Geruch der kochenden Pfirsiche durch die Räume der Tagesstätte zog, wurde die Vorfreude auf diese Leckereien noch größer.Die noch warme Marmelade mit Brioche, die deutlich weniger Zucker als normaler Kuchen hat, schmeckte den Kindern und den Betreuern ausgezeichnet. Und nach dem Etikettieren durfte jedes Kind ein Glas selbstgemachte Marmelade mit nach Hause nehmen und für die Brotzeit in der Tagesstätte blieben auch noch einige Gläser übrig.Christine Krémer, Ernährungsexpertin

  

 

Für das Thema „Nachhaltigkeit lernen - von Kindesbeinen an" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Klaus von Birgelen.

 

Die BayWa Stiftung unterstützt das Tillmann Kinder- und Jugendhaus mit Bildungs- und Erlebnisprojekten, um die Fähigkeiten junger Menschen zu stärken.

Exkursion - Isar einmal anders

Exkursion der Ferienbetreuungs-Gruppe Baierbrunn zur Isar

8. August 2017

Die achtzehn Kinder zwischen 6 und 10 Jahren und zwei Betreuer der Ferienbetreuung Baierbrunn haben den Ausflug in das städtische Gebiet "unserer" Isar sehr genossen.Wir trafen Herrn Dr. Döring pünktlich am Schinderstadl. Von dort aus wanderten wir zurück Richtung neuer Fischtreppe. Dazwischen erklärte uns Herr Dr. Döring das alte Wasserkraftwerk und die daneben angelegte alte Fischtreppe.Der Vergleich zur neuen Treppe war für alle Kinder gut verständlich, man konnte sich gut vorstellen, wieviel einfacher die neue Treppe für die Fische zu überwinden ist.Dann ging es hinunter auf die Flaucherinseln und mit großer Begeisterung stürmten die Kinder entlang der Uferbereiche und der Isar. Es wurden kleine Fischchen gefangen (und gleich wieder freigelassen), neue Dämme gebaut, neue Durchflüsse gegraben und einfach nur auf die Isar geschaut. Eine größere Gruppe baute mit Treibholz eine Brücke - die sogar stabil war.  Dazwischen gab es wieder einen kleinen Vortrag über die verschiedenen Wasserschichten der Isar mit ihren unterschiedlichen Lebewesen: die "Isarquellen" mit kühlem Grundwasser und dem Laichzug der Nasen. Die Kinder waren mit Eifer dabei und stürzten sich danach wieder in ihre jeweiligen Baustellen.Für diesen rundum gelungenen Tag mit vielen Anregungen und neuen Ideen möchten wir uns ganz herzlich bei Dr. Nico Döring und der Umwelt-Akademie bedanken.

Kathrin Thomßen

 

 

Wie schauen Bienen aus?

Besuch bei der Imkerin Carmen Grimbs

In der ersten Sommerferienwoche 2017 machten an zwei Nachmittagen Kinder des Tillmann-Kinder- und Jugendhauses München von dem Angebot der Umwelt-Akademie Gebrauch und besuchten mich und meine Bienen auf dem Gelände des  Abenteuerspielplatzes Neuhausen.

Am ersten Tag bestand die Gruppe aus vier Jungs, die schon viel Wissen mitbrachten, da sie die Bienen bereits in der Schule durchgenommen hatten. Sie waren neugierig, noch mehr zu erfahren und weitere Zusammenhänge zu verstehen.

Am zweiten Tag kamen vier Jungs und zwei Mädchen, die etwas jünger waren und nicht so viel Vorwissen mitbrachten, aber sehr interessiert waren.

Zunächst machten wir uns Gedanken zu vielen Dingen rund um die Biene wie z.B.

  • Wie schauen Bienen aus?
  • Wie kann man sie von anderen Insekten unterscheiden?
  • Welche wichtige Aufgabe haben die Bienen?
  • Wofür ist der Honig?
  • Wer lebt in einen Bienenvolk?
  • Wie vermehrt sich ein Bienenvolk?
  • Welche Aufgabe haben die jeweiligen Bienen?
  • Wie schaut so ein Bienenstock von innen aus?
  • Woher bekommen die Bienen die Waben?
  • Wofür sind die Waben da?
  • Was macht die Biene im Winter?
  • Wie kommunizieren Bienen?
  • Warum schmeckt Honig unterschiedlich?

Danach haben wir anhand einer Schaubeute ausführlich betrachtet, wie es in einem Bienenvolk aussieht und was man dort alles erkennen kann.

Um noch einen Einblick in das „echte“ Bienenleben zu bekommen, öffneten wir ein Volk und sahen den Bienen bei ihrer Arbeit im Stock zu. Das war für manche eine herausfordernde Mutprobe, die alle zu Recht mit Stolz bestanden haben.  

Besonders schön war für mich zu hören, was die Kinder alles bemerkten bei der Beobachtung des Volkes, z. B.  wie unterschiedlich die einzelnen Bienen ausschauen und wie wunderbar so ein Bienenstock riecht.

Es waren zwei schöne Nachmittage mit tollen, interessierten Kindern, die mir viel Freude gemacht haben.

Carmen Grimbs, Imkerin

 

 

Der Ausflug zum Imker wurde von der BayWa Stiftung finanziert.

Das Ökosystem Fluß zum Anfassen

Erlebnisbericht zur Isarexkursion

Am 07.07.2017 hat die Klasse 6c der Städtischen Helen-Keller-Realschule München eine Exkursion an die Isar unternommen, welche durch die Umwelt-Akademie e.V. durchgeführt worden ist. Hintergrund des Ausflugs war, dass im Biologieunterricht verschiedene Ökosysteme behandelt worden waren und die 28 SchülerInnen zum Abschluss des Themenbereichs Ökologie das Ökosystem Fluss am Beispiel der heimischen Isar kennenlernen sollten.

Die Exkursion startete am Flaucher, wo Dr. Döring durch ein knappes Brainstorming zum Thema „Das Ökosystem Fluss am Beispiel das Isar“ hinführte und das Vorwissen der SchülerInnen aktivierte. Anschließend erhielten die SchülerInnen unterschiedliche Arbeitsaufträge, die sie in einer ruhigen Kiesbank in kleinen Gruppen selbstständig bearbeiteten. So sollte beispielsweise eine der Gruppen die Fische und andere Tiere im Fluss beobachten. Eine andere Gruppe bekam die Aufgabe, verschiedene Steinarten in und um das Ufer zu sammeln. Nach etwa 30 Minuten Arbeitszeit durften die sechs Gruppen ihre Ergebnisse in kurzen Präsentationen vorstellen, welche Dr. Döring – da, wo nötig - durch wichtige Fachinformationen ergänzte.

Die Aufgaben wurden von allen SchülernInnen mit großem Eifer gelöst und bereiteten ihnen sichtbar Spaß. Erfreulicherweise unterstützte Petrus die Exkursion mit reichlich Sonne und hohen Temperaturen, so dass den Schülern unter Aufsicht eine Abkühlung im kühlen Nass vergönnt war. Nach einer kurzen Brotzeit wurde der Ausflug durch eine Wanderung in Richtung Humboldtstraße fortgesetzt, die stellenweise durch anschauliche Vorträge über den Wandel der Isar im Laufe der Zeit von Dr. Döring begleitet worden ist.

Herzlichen Dank gilt Frau Andrelang für die hervorragende Betreuung der Exkursion und Dr. Döring für die spannende Führung vor Ort!

Antonija Mioc & alle Schüler der Klasse 6c


          

   

 

 

Nachhaltige Lebensstile

Ausblick

Agenda 2030: Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in Deutschland

Dienstag, 12. Juni 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.

Referent: Prof. Dr. Günther Bachmann, Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Generalsekretär

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

Für das Thema „Nachhaltige Lebensstile"engagiert sich unser Vorstandsmitglied Michael Greza.

Grenzen eines sicheren Handlungsraums für Menschen

Dienstag, 3. Juli 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“

Referent: Prof. Dr. Dieter Gerten, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

 

Rückblick

Nachhaltiger Konsum in Deutschland

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Referentin: Dr. Kathrin Greiff, Projektleiterin Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Referentin: Dr. Kathrin Greiff, Projektleiterin Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Wieviele und welche Rohstoffe verbrauche ich eigentlich in meinem Alltag? Wie kann ich diesen Verbrauch verringern?

Vielleicht haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt, als Sie sich unsicher waren, ob die letzte Anschaffung nicht eigentlich überflüssig war. In manchen Bereichen, wie z.B. Strom, lässt sich die Frage nach dem eigenen Verbrauch relativ einfach beantworten. Einen Überblick über den tatsächlichen Verbrauch des eigenen Haushalts in all seinen Facetten zu gewinnen ist jedoch wesentlich schwerer.

Dr. Kathrin Greiff, Projektleiterin Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, hat mit ihren Kollegen zu diesem Thema eine umfassende Studie unter 16 Bottroper Haushalten durchgeführt. In ihrer Forschungsarbeit beschreibt sie den (im Gegensatz zum CO2 Footprint) weniger geläufigen Material Footprint. Dieser berücksichtigt die Rohstoffaufwendungen, die für Produktion und Nutzung der Produkte nötig sind. In ihrer Präsentation zeigte sie erstaunliche Ergebnisse zum Materialaufwand im Alltag, machte jedoch auch deutlich, dass der Material Footprint allein nicht ausreicht, um den eigenen Einfluss auf die Umwelt zu bewerten. So ist eine Ergänzung (z.B. durch den CO2 Footprint) für ein Gesamtbild nötig.
Die Ergebnisse dieser und weiterer Studien stellte sie in ihrem Vortrag vor, um praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, den eigenen Ressourcenverbrauch zu optimieren und zu senken.

Anschließend stellte Frau Dr. Greiff ein simples Tool vor, mit dem man seinen eigenen Haushaltsverbrauch und die Optimierungsmöglichkeiten schnell bestimmen kann: Klicken Sie hier

Präsentation Dr. Kathrin Greiff: Klicken Sie hier


 

 

Bayerische Wirtschaft und Nachhaltigkeit

Donnerstag, 19.10.2017

Referent: Peter Driessen, Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern (IHK), Hauptgeschäftsführer

Grußwort: Stephanie Jacobs, Berufsmäßige Stadträtin, Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), Landeshauptstadt München  

Die Umwelt-Akademie e.V. hat bereits im Juni 2015 dem Oberbürgermeister Dieter Reiter den Vorschlag gemacht, für die weitere Entwicklung Münchens eine „Nachhaltigkeitsstrategie“ zu erarbeiten; und hierzu – wie etwa in Hamburg, Dortmund, Potsdam, Augsburg – vom Stadtrat einen „Nachhaltigkeitsrat“ zu berufen, besetzt mit Personen aus der gesamten Stadtgesellschaft. Ein verbindlicher Rat, der den Stadtrat unabhängig, aber einschlägig berät; es gibt nämlich in München kein Gremium, das fernab vom Tagesgeschehen und von politischen Einzel-Interessen über die mittel- und langfristige nachhaltige Entwicklung nachdenkt.
Der Stadtrat hat im September 2016 einen zustimmenden Beschluss zu den Sustainable Development Goals (SDGs), also zu den von den Vereinten Nationen völkerrechtlich verbindlich beschlossenen 17 Zielen Nachhaltiger Entwicklung gefasst; seither läuft die Diskussion in München unter dem Stichwort „Nachhaltigkeitsstrategie_Agenda 2030“.

Ende 2016 hat dann sich eine „Münchner Initiative Nachhaltigkeit“ (MIN) gegründet, der inzwischen über hundert Nicht-Regierungs-Organisationen angehören. Als Forderung ist formuliert: „Wir wollen so leben und wirtschaften, dass die Entwicklungschancen heutiger und künftiger Generationen – in München und weltweit – gewahrt und verbessert werden und dass München nicht auf Kosten anderer Weltregionen lebt“. Ein hehres Ziel.
Seither wurden seitens der Zivilgesellschaft eine Vielzahl von Gesprächen über den zu gründenden Nachhaltigkeitsrat mit Vertretern aller Sektoren der Münchner Stadtgesellschaft geführt. Mit den Bürgermeistern, den Parteien im Rathaus, mit einer ganzen Reihe verantwortlicher Stadtminister, dem Stadtkämmerer, mit Menschen in verantwortlichen Positionen von den Sozialverbänden, aus Banken und Unternehmen, Gewerkschaften, den Hochschulen, Jugend- und Studierendenvertretungen, Kirchen und weltanschaulichen Organisationen usw. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass die allermeisten Gesprächspartner die Notwendigkeit eines solchen Nachhaltigkeitsrats für München sehen, die Idee unterstützen und auch bereit wären, an einem solchen Gremium als Mitglied aktiv mitzuwirken.

Demnächst haben wir, die MIN-Initiatoren aus der Zivilgesellschaft, ein vertiefendes Gespräch mit dem Oberbürgermeister, das hoffentlich den Durchbruch bringt.
Am 19.10.2017 haben wir nun just zwei Positionen zum Thema Nachhaltigkeit für München gehört und – durchaus auch streitig – diskutiert: Aus Verwaltung und Politik die Berufsmässige Stadträtin Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt der LHM (RGU), und aus der örtlichen Wirtschaft der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern (IHK), Peter Driessen.
Frau Jacobs, RGU, betonte zunächst die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung Münchens, insbesondere auch vor dem Hintergrund des starken Zuwachses an Einwohnern bei zugleich schwindenden Ressourcen. Sie erinnerte an Hans Carl von Carlowitz, der – u.a. aus der Forstwirtschaft kommend – den Begriff Nachhaltigkeit vor rd. 300 Jahren erfand mit der Forderung, es dürfe kein Raubbau betrieben und nur so viele Bäume geschlagen werden, wie aus der Natur heraus nachwachsen können. Für München bedeute dies ein stetiges Ringen um Flächen für Bebauung, städtisches Grün, Radwegen, Photovoltaik-Anlagen, ÖPNV.

Dabei würden auch die verpflichtenden SDGs der Vereinten Nationen – die weltweit auch für Kommunen wie die Stadt München gelten – keineswegs Wirtschaftswachstum ausschließen, wohl aber nachhaltiges Wachstum verlangen (SDG-Ziel 8). Deshalb gehöre Ökonomie, Ökologie und Soziales zusammen. Ein Beispiel im Bereich „Wirtschaft“ sei das erfolgreiche städtisch-unternehmerische Programm „Ökoprofit“: Mit bereits einjähriger Amortisationszeit würden hier ökologische Verbesserungen im betrieblichen Alltag erreicht, z.B. mit der Innovation einer neuen, ökologisch weltweit führenden Trocknungsanlage bei einem Münchner Autobauer. Erwähnenswert sei auch das städtische Programm für E-Mobilität mit 2 x 30 Mio. Euro Fördersumme; 2020 werde der erste ÖPNV-Elektrobus auch auf längerer Strecke einsatzbereit sein.

Nachhaltigkeit verlange aber auch Verhaltensänderung vom Einzelnen, z.B. als Besitzer von smartphones oder „dicken Autos“ vor dem Bio-Supermarkt. Ein Weiter-so jedenfalls könne es nicht geben. Die Stadt habe auch deshalb die „Klimaziele 2050 für München“ beschlossen, was ein „klimaneutrales“ München bedeuten werde, also eines ohne Kohle, Öl und Gas; mit einem CO2-Ausstoss von dann 0,3 Tonnen pro Kopf und Jahr, um die Erderwärmung auf  maximal +1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen.

Dieses Ziel bekräftigte auch Peter Driessen, IHK, in seinem nachlesenswerten Vortrag „Bayerische Wirtschaft und Nachhaltigkeit“, siehe:  

Präsentation Peter Driessen: Klicken Sie hier

In Zeiten globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit gewinne die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen immer weiter an Bedeutung. Nicht nur Investoren, Geschäftspartner und Kunden interessiere verstärkt, unter welchen ökologisch-ökonomisch-sozialen Bedingungen künftig produziert und gehandelt werden wird; diese sei nämlich erheblichen Unsicherheiten unterworfen. Zunehmend fordern auch weltweite, europäische oder nationale politische Regulierungsvorgaben, wie z.B. die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen, der „Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ oder das Gesetz zur CSR-Berichtspflicht (Corporate Social Responsibility) mehr nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften von Unternehmen ein.

Dieser Paradigmenwechsel stelle viele – insbesondere global agierende – Unternehmen vor große Herausforderungen. Mit ihrem Engagement reagiere die bayerische Wirtschaft auf diese Entwicklungen und knüpfe damit an eine lange Tradition an. Denn schon 1956 verpflichtete der Gesetzgeber die IHKs, für „die Wahrung von Anstand und Sitte des Ehrbaren Kaufmanns“ zu wirken, dessen Werte für viele Unternehmen bis heute handlungsleitend sind.

Vor diesem Hintergrund setzt die bayerische Wirtschaft auf Freiwilligkeit. Verpflichtende Standards dürfen die Unternehmen nicht überfordern und nicht zu noch mehr Bürokratie führen. Zugleich bestärkt die IHK ihre Mitgliedsunternehmen fortwährend in einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und unterstützt sie – mit zunehmenden Erfolgen – dabei, ökonomische, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung ganz bewusst als Erfolgsfaktor in die Unternehmensstrategie, Produkte und Betriebsabläufe zu integrieren.


Die anschließende Diskussion fand auf sehr hohem Niveau statt, überwiegend zum Thema Luftreinhaltung in Städten. Naturgemäß waren Jacobs und Driessen beim Thema „blaue Plakette“ als Voraussetzung für den Ausschluss von „Stinker-Fahrzeugen“ aus Innenstädten nicht unbedingt einer Auffassung. Dabei distanzierte sich Driessen ausdrücklich von Betrugsvorgängen in der Dieselaffäre. Jacobs hielt das hohe Gut des Vorrangs der menschlichen Gesundheit vor einem motorisierter Individualverkehr hoch – so müsse der ÖPNV, z.B. bei Trams, deutlich schneller ausgebaut und der Fahrradverkehr auch zulasten motorisierten Verkehrs bevorzugt werden.
Auf die Frage, wie Politik und Wirtschaft die Ziele der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes erreichen wollten, betonten beide, dass es dafür keine Blaupausen gebe; es gelte, im stetigen Dialog auch unter Einschluss der Zivilgesellschaft, einem voranschreitenden Diskussions-Prozess mit Höhen und Tiefen, zu einvernehmlichen und zielführenden Lösungen zu kommen.      




 


 

 

 

Diese Veranstaltung fand statt im Rahmen des Münchner Klimaherbstes


 

Veranstaltungen mit Münchner Forum Nachhaltigkeit

Rückblick

Etwas in der Welt verändern … und warum das so schwer ist

Montag, 3. Juli 2017

Referent: Prof. Dr. Armin Nassehi (LMU München)

An Krisen auf dieser Welt mangelt es wahrlich nicht. Ja, der Krisenmodus scheint sich zunehmend zum Normalfall unserer Moderne zu entwickeln. Die ökologische Krise ist dabei eine von vielen – und dennoch zentral. Denn betroffen sind die natürlichen Grundlagen allen (menschlichen) Lebens auf diesem Planeten.  An gut gemeinten Vorschlägen und konkreten Lösungsansätzen mangelt es ebenfalls nicht: von weltweiten Klimaschutzabkommen der Staatengemeinschaft, viel zivilgesellschaftlichem Engagement bis hin zu privaten Lebensstiländerungen. Und dennoch erleben wir – im Großen wie im Kleinen – eine Gesellschaft, die sich unserem Zugriff immer wieder entzieht, Veränderungsimpulse meist unbeeindruckt abpuffert und in ihrer ganzen Dynamik stabiler ist, als uns manchmal lieb ist. Eine paradoxe Erfahrung: Gesellschaft scheint ebenso dynamisch zu sein – wie träge und widerständig.

Könnte es daran liegen, dass wir bei all unseren Weltverbesserungsbemühungen die Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse unterschätzen? Und uns stattdessen in (zu) einfache Lösungen flüchten: moralisch aufgeladene Appelle an Einsicht und Bereitschaft zum „Verzicht“, sozialtechnologische Hoffnungen auf den ökologischen Umbau, ja die „Große Transformation“ unserer Industriemoderne oder stillschweigendes Setzen auf den „Kollaps“ – inklusive „enkeltauglichem“ Neuanfang?
Oder anders gefragt: Was müsste man stattdessen tun, um nicht gegen die Kraft der komplexen Gesellschaft, sondern mit ihrem eigenen Drive, mit der Dynamik und Zugzwängen ihrer eigenen Struktur etwas zu erreichen und so die Dinge wenn nicht zum Guten, so doch zum Besseren zu wenden?

Der Vortrag richtete sich an diejenigen, die weder an einfache Lösungen glauben noch ob der Komplexität der Probleme verzweifeln wollen.

Prof. Dr. Amin Nassehi ist seit 1998 Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der LMU München und seit 2012 Herausgeber des Kursbuchs. Er gilt als einer der wichtigsten public intellectuals des Landes. Seine jüngste Buchveröffentlichung zum Thema des Vortrags: Die letzte Stunde der Wahrheit. Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft.

 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit 

Die Biene – ein politisches Tier: Landwirtschaft und die Krise der Imkerei

 
Freitag, 15. September 2017

Referent: Günter Friedmann (Imkermeister)

In den letzten Jahren verging kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien über das „Bienensterben“ und die zunehmende Not der Bienen berichtet wurde. Fristete die Imkerei zuvor eine kaum wahrgenommene Randexistenz, rückte die Honigbiene plötzlich in den Fokus des öffentlichen Interesses.

So ist die Honigbiene inzwischen zum „politischen Tier“ geworden: Imker können an der Gesundheit und Konstitution ihrer Bienenvölker – aber auch am gesammelten Honig und am Pollen – ablesen, wie es um die Blütenvielfalt und Biodiversität unserer Wiesen und Felder bestellt ist. Honigbienen sind Bioindikatoren, die uns den Zustand der Landschaft widerspiegeln, in der sie leben. Vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft veränderte sich in nur wenigen Jahrzehnten das Gesicht unserer Landschaft gravierend – wodurch nicht zuletzt die Bienen zunehmend in Not gerieten.

Der Referent Günter Friedmann ist einer der Pioniere der ökologischen und bienengemäßen Imkerei und hat die Richtlinien der Demeter-Bienenhaltung mit entwickelt. In Süddeutschland betreibt er die weltweit größte Demeter-Imkerei – einer der wenigen anerkannten Ausbildungsbetriebe für den Imkerberuf in Deutschland.

 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit 

Filmabend: Das Wunder von Mals - Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet

Überall auf der Welt befindet sich die industrielle Landwirtschaft auf dem Vormarsch.

Überall? Nein! Ein von unbeugsamen Vinschgauern bewohntes Dorf in Südtirol hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Seine Bewohner sind wild entschlossen: Ihr Mals soll die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. Bei einer Volksabstimmung entschied sich eine Mehrheit für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co.

Ein ungleicher Kampf beginnt: hier die 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, dort eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie.

Der Filmemacher Alexander Schiebel begleitet seit drei Jahren diese Auseinandersetzung im Rahmen einer filmischen Langzeitdokumentation über „Das Wunder von Mals“, von der erste Teile jüngst im Fernsehen gezeigt wurden: ein lebendiges Porträt jenes kleinen Dorfes, das sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte.

Die Ausstrahlung dieser TV-Doku zu heftigen Diskussionen und Auseinandersetzungen in Südtirol geführt.

 

 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit 

Wissenswertes

UNSER LAND-Gründerin Elsbeth Mickasch mit Umwelt-Nana ausgezeichnet

Alle zwei Jahre vergibt die Münchner Umweltakademie die ‚Umwelt-Nana‘, eine kleine frei nach der Künstlerin Niki de Saint Phalle gestaltete Figur. Damit zeichnet sie Menschen für herausragendes  Engagement im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit aus.

Am Donnerstag, den 14. Juli nahm Elsbeth Mickasch die kleine Skulptur als Anerkennung für ihren großen Einsatz entgegen. Inzwischen im Ruhestand, baute Elsbeth Mickasch, ehemals Seiltz, das Netzwerk UNSER LAND federführend mit auf. Unermüdlich, kompetent, gradlinig und mit großem Durchhaltevermögen legte Elsbeth Mickasch gemeinsam mit anderen Engagierten die Grundlagen einer Struktur, die mit hohem ideellem Ansatz sowohl die Bildungsarbeit als auch die nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung regionaler Lebensmittel beinhaltet. Über viele Jahre war sie verantwortlich als Vorsitzende des Dachvereins UNSER LAND e.V.  und leitete die Entwicklung des Netzwerkes entsprechend des gemeinsamen Ziels, dem Erhalt der Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Region, an.

„Wir brauchen mehr Frauen als Rollenvorbilder in der Wirtschaft“, bekräftigte Paul Greineder, Vorstandsvorsitzender der Umwelt-Akademie e.V. die Auszeichnung von Elsbeth Mickasch und fand für seine These eine treffende Begründung. „Die Zusammenarbeit mit ihnen ist emotionaler und friedvoller!“  In seiner Laudatio stellte er die Kombination aus Sachverstand, Weitsicht und Beharrlichkeit der Geehrten heraus, mit der sie UNSER LAND aus der Taufe hob und dann die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellte. Elsbeth Mickasch ist die erste Frau in einer Reihe verdienter Preisträger, welche die ‚Umwelt-Nana‘ erhält.

„Ich freue mich sehr über die Würdigung“, dankte die UNSER LAND Mitbegründerin. „Die Entwicklung des Netzwerkes war jedoch nur möglich, weil sich zahlreiche fähige und engagierte Menschen für diesen Weg eingesetzt haben und immer noch einsetzen.“

Rede Paul Greinder: Klicken Sie hier

1994 gründete Elsbeth Mickasch gemeinsam mit anderen Tatkräftigen die Solidargemeinschaft BRUCKER LAND. Ehrenamtlich setzten sich die Mitglieder für die Bewusstseinsbildung bei Verbrauchern ein. Dazu dienten nach sozialen, ökonomischen  und ökologischen Ansprüchen erzeugte und verarbeitete regionale Lebensmittel als Botschafter. Aus der gemeinsamen Idee wurde ein Netzwerk. Heute umfasst UNSER LAND zehn Solidargemeinschaften in elf Landkreisen mit knapp 1000 Mitgliedern, von denen sich ein großer Teil ehrenamtlich für die Sensibilisierung von Verbrauchern für den Wert regionaler Kreisläufe einsetzt. Zum Netzwerkgebiet zählen die Regionen rund um München, die Landeshauptstadt selbst sowie Augsburg.
Aktuell erzählen 120 Lebensmittel als Botschafter der Idee zum Erhalt der Lebensgrundlagen ihre Geschichte über Herkunft, Erzeugung und Verarbeitung. Sie tragen auf genussvolle Weise in der Region zur Sicherung von Existenzen, der bäuerliche Landwirtschaft, der Kulturlandschaft, von Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Umwelt- und Klimaschutz und  regionaler Wertschöpfung bei. In ihrem Selbstverständnis teilt Elsbeth Mickasch die Ehrung mit all den Menschen, die an der Entwicklung von UNSER LAND beteiligt waren und sind.

 

Die Umwelt-Akademie feiert in den schönen Räumen des Bankhauses Donner& Reuschel.

Hausherr Uwe Krebs, Vorstand Bankhaus Donner& Reuschel, begrüßt seine Gäste.

Umwelt-Akademie-Vorsitzender Paul Greineder überreicht Frau Mickasch die Umwelt-NANA.

 

Preisträgerin Elsbeth Mickasch freut sich über die Umwelt-NANA.

 

Heiner Sindel, Vorsitzender des Bundesverbandes Regionalbewegung spricht über Entstehung und Entwicklung der Regionalbewegung.

 

Konstanze Büchner, Mezzosopran,  und Anna Handler, Klavier, sorgen für den musikalischen Rahmen.

Text und Bilder
Marianne Wagner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit UNSER LAND

 

 

 

 

Essbare Kinderstätten

2018 wird der Münchner Ernährungsrat seine Arbeit aufnehmen. Er kann das niedrigschwellige Angebot „essbare Schulhöfe“ und „essbare Kindergärten“ bald auf die offizielle Agenda setzen und mit dem Segen der Stadtspitze zum Münchner Standard erklären.

Erste Schulen setzen das Konzept bereits – auch mit Unterstützung der Umwelt-Akademie – mit tastenden Schritten um und seien hier beispielhaft vorgestellt:

Eigentlich wollte die junge Umweltgruppe am Ludwigs-Gymnasium am liebsten Nashörner oder Elefanten schützen. Dann entdeckten sie unter fachkundiger Begleitung den Kleiber beim Nestbau und den Buntspecht in seiner Höhle und beobachteten diese begeistert auf dem täglichen Weg zum Schulhaus. In einer weiteren Aktion inspizierten sie vorhandene Beete an den Hauswänden und im Schulhof, ehemals angelegt mit „Bodendeckern“, Cotoneaster (giftig, Brechdurchfall) und weniger giftigen Schneebeeren und recht vernachlässigt. Eine Weide wuchs schon bis zum zweiten Stock. Armdicke Ahornbäume standen direkt am Fundament. Sie wurden nun gejätet und neu bepflanzt mit Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren. Auch zwei Pfirsichbäume und eine Aprikosen wachsen jetzt an geschützten Südlagen. Heuer im zweiten Jahr  waren die ersten Pfirsiche zu ernten. Die  Macher sind SchülerInnen, begleitet und angeleitet durch die Umwelt-Akademie, mit lokalen Akteuren wie  GärtnerInnen, durch Lehrerkräfte und Hausmeister, eigen-engagiert. Herzlicher Dank an die Spender der Pflanzen.

Unsere Beobachtung: Sobald die Akteure ihre Hände in der Erde hatten und so richtig dreckig waren, waren sie voll bei der Sache und nicht mehr zu bremsen. Im Frühling geht es weiter mit den nächsten Beeten, die nächste Pflanzaktion ist schon gebucht. Die Schulwerkstätten sind schon dabei und beteiligen sich mit Spaliergestellen an geeigneten südseitigen warmen Wänden. Dann werden hier auch Trauben und große Kiwis wachsen.

 

In eigener Sache

Die Umwelt-Akademie erneut ausgezeichnet als Projekt "UN-Dekade biologische Vielfalt" 

Wir freuen uns, dass die UN-Dekade Fachjury unser Projekt „Biologische Vielfalt lernen: Regionale Lern- und Partizipationsplattform Biodiversität München“ erneut ausgezeichnet hat.

Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Die Dekade soll die Umsetzung des UN-Übereinkommens von 1992 unterstützen. Ziel ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaftliche Bewusstsein gefördert werden. Genau hier setzt die deutsche UN-Dekade an: Sie möchte mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, gewinnen. Ein Schwerpunkt ist daher die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten. Die Mitwirkenden setzen sich für die biologische Vielfalt ein, indem sie sie schützen, nachhaltig nutzen oder ihren Wert vermitteln.

Warum biologische Vielfalt?
Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten – sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt ihrer Lebensräume. Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde.

Wir, Die Umwelt-Akadmie e.V., wurden bereits 2013 als offizielles Projekt der „UN-Dekade 2011 - 2020 Biologische Vielfalt“ der Vereinten Nationen gewürdigt. Jetzt wurde unsere Arbeit nochmals auf den Prüfstand gestellt und erneut für Auszeichnungs-würdig erachtet. Damit gelten wir als Organisation, die  sich auf vorbildliche Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzt. Nachdem 2014 das Hauptaugenmerk unserer Arbeit darauf lag, die biologische Vielzahl in den Gewässern in und um München anzumahnen und "Gewässerschutz versus Gewässernutzung" zu diskutieren, konzentrieren wir uns aktuell auf das Thema "Biodiversität in der Großstadt".

Mit unseren Projekten wird ein bedeutendes Zeichen in Sachen Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt, sagt die UN-Dekade-Jury.

Wir bleiben dran!

 

 

Ausgezeichnet: Die Umwelt-Akademie ist Vorbild für Nachhaltigkeit

"Die Umwelt-Akademie e.V. verfolgt in vorbildlicher Weise einen Whole-Institution-Approach und nutzt BNE als Motor, um Innovation und Wandel am Lernort voranzubringen. Hervorzuheben ist unter anderem der Aufbau der „green community“ in München, die sich Vernetzung, Bekanntmachung und Betonung nachhaltigen Lebens zur Aufgabe gemacht hat. Die Umwelt-Akademie setzt sich erfolgreich dafür ein, NGO-Akteure stärker zu vernetzen“ - so die Beurteilung der Jury.

In Kitas lernen Kinder, wie wichtig fairer Handel ist. Ein Ökogarten zeigt Besuchern, wie Natur nachhaltig genutzt und gestaltet werden kann. Auszubildende erfahren während ihrer Lehre, wie unternehmerisches Denken und Handeln unter dem Leitbild ökologischen Wirtschaftens funktioniert. Es gibt zahlreiche herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung – 63 Kommunen, Netzwerke und Lernorte zeichnen Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, am 27. November in Berlin aus. Die Ausgezeichneten tragen dazu bei, Nachhaltigkeit besser in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern.

Geehrt werden die Initiativen auf einem Kongress unter dem Motto Bildung für nachhaltige Entwicklung – „In Aktion“. Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft treffen sich, um gemeinsam die Umsetzung des am 20. Juni verabschiedeten Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Er ist zentraler Bestandteil der Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland.

Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen sagte anlässlich der Verleihung der Auszeichnungen: „Wir brauchen Vorbilder, um den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu schaffen. Die Preisträger zeigen, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in unserem Alltag gelebt werden kann. Nur durch Bildung verstehen wir die Auswirkungen unseres Handelns auf unsere Umwelt und Zukunft. Die Ausgezeichneten tragen mit ihrer Arbeit entscheidend dazu bei, unser Bildungswesen stärker am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. Damit liefern sie wichtige Impulse für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung.“

Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, betonte: „Nachhaltigkeit kann man lernen. Am besten gelingt dies an Orten, an denen wir nachhaltige Entwicklung praktisch leben und erfahren können. Genau das sind die heute ausgezeichneten Lernorte, Kommunen und Netzwerke. Sie alle machen deutlich, wie Nachhaltigkeit auch in den Strukturen des deutschen Bildungssystems verankert werden kann. Sie integrieren Prinzipien der Nachhaltigkeit in Inhalte und Methoden der Bildung, richten ihre Bewirtschaftung an Nachhaltigkeit aus, bilden ihre Mitarbeiter zu nachhaltiger Entwicklung weiter, und machen Nachhaltigkeit zum Thema in der Zusammenarbeit mit ihren Partnern. Ich wünsche mir, dass diese strukturbildenden Initiativen viele Nachahmer finden.“

Insgesamt 29 Lernorte, 28 Netzwerke und 6 Kommunen überzeugten die Jury von der hohen Qualität ihres Engagements für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Als Vorreiter leisten sie einen beispielhaften Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Auf der Seite www.bne-portal.de stellen sich die Ausgezeichneten vor. Sie erhalten das Logo des Weltaktionsprogramms für ihre Arbeit und profitieren vom Austausch mit anderen Akteuren und Initiativen. Darüber hinaus bieten die Freie Universität Berlin und die Deutsche UNESCO-Kommission eine Beratung zur Weiterentwicklung der Initiativen an.

"Die Umwelt-Akademie e.V. verfolgt in vorbildlicher Weise einen Whole-Institution-Approach und nutzt BNE als Motor, um Innovation und Wandel am Lernort voranzubringen. Hervorzuheben ist unter anderem der Aufbau der „green community“ in München, die sich Vernetzung, Bekanntmachung und Betonung nachhaltigen Lebens zur Aufgabe gemacht hat. Die Umwelt-Akademie setzt sich erfolgreich dafür ein, NGO-Akteure stärker zu vernetzen.“ - so die Beurteilung der Jury.

Insgesamt wurden seit dem Jahr 2016 128 herausragende Initiativen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.
Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm (2015-2019) ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben.

 

 

Dr. Nico Döring ist neuer Vorsitzender des Vorstands

Gemäß des vom Vorstand eingeführten Rotationsverfahrens hat die letzte Mitgliederversammlung Dr. Nico Döring zum neuen Vorsitzenden des Vorstands gewählt.

Für den studierten Zoologen und Botaniker stellt das Engagement in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit privat wie geschäftlich seit Jahrzenten die Grundlage seines Handelns dar. Nach dem Studium arbeitete er zunächst in der Forschung an „Max Plank Instituten“, bis er den Weg aus dem Labor hinaus in die Natur fand. Die „Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege“ bot den beruflichen Einstieg in die Naturschutzarbeit, an der er über viele Jahre in Forschung und Lehre tätig war. Mit Kreativität und innovativen naturpädagogischen Konzepten leitete er die Umwelt- und Bildungsstation des Bund Naturschutz am Ammersee. Für den „Landesbund für Vogelschutz“ entwickelte er naturverträgliche Nutzungskonzepte. Zu diesen Konzepten gehören die ökologische Gestaltung der „Herrmannsdorfer Landwerkstätten“ mit einem ökonomischen und nachhaltigen Mosaik aus Landwirtschaft und Natur zum beiderseitigen Nutzen. Anfang der 90er Jahre baute Dr. Nico Döring das integrative Regenwaldschutzprojekt „Quetzal“ in Guatemala auf, das Regenwaldschutz und lokale angepasste landwirtschaftliche Nutzungen verbindet und auf diese Weise den nachhaltigen Schutz des Regenwaldes mit dem Auskommen der ansässigen Menschen sicherstellt. Ein weit beachtetes Projekt ist die Isar-Renaturierung mit einem eigenen innovativen flussökologischen Ansatz. Als Pionier der Isar-Renaturierung gründete Dr. Nico Döring 1993 die Isar-Allianz. Seine Kompetenzen bei Energiefragen und Naturschutz tragen dazu bei, ein nachhaltiges Miteinander von Natur und Nutzung zu etablieren. Er leitete die Isar-Allianz über viele Jahre als Koordinator und Pressesprecher. Außerdem ist Dr. Döring Energiefachmann sowohl als Consultant als auch mit eigenen Anlagen zu Wasserkraft, Photovoltaik und Solarthermie. 

In der Umwelt-Akademie ist Dr. Nico Döring für den Themenschwerpunkt "Biodiversität“ zuständig. Neben Fragen des Erhalts der Biodiversität liegt sein Blick auf dem Dualismus von ökologischer Qualität und (ökonomischer) Nutzung von Natur und der Verbindung der beiden scheinbaren Gegensätze. Denn unsere Flüsse und Seen in und um München sind beileibe nicht mehr „natürlich“, zu stark sind die menschlichen Einflüsse. Unsere Landschaft ist keineswegs eine Natur-, sondern dabei eine Kulturlandschaft, negative Folgen industrieller Landwirtschaft sind augenfällig. Dr. Nico Dörings Anliegen ist es, Maßnahmen zum eigenverantwortlichen Verbrauch von Energie und Boden einzuleiten – aber auch zu zeigen, wie wir mit dem Klimawandel umgehen können - angefangen bei naturverträglichem Hochwasserschutz bis zur Umgestaltung unserer Städte als essbare und naturbezogene Lebensräume.

 

 

Dr. Nico Döring

Dr. Nico Döring ist neuer Vorsitzender des Vorstands.

H²O Kunst im Fluss (Foto: naturprojekt Archiv)

 

Annette Knote ist neue Vorsitzende des Kuratoriums

Annette Knote, 1941 in Berlin geboren und  in Marburg aufgewachsen, ist schon mehr als 50 Jahre in München heimisch. Sie ist verheiratet, hat zwei Söhne und einen Enkel.

Nachdem sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als selbständige PR-Managerin für Textil- und Modeunternehmen immer mehr das Bedürfnis nach einem Gegengewicht zum eher oberflächlichen Modegeschehen entwickelte, trat Annette Knote 1992 in die Umweltpartei ÖDP ein. Dort engagierte sie sich zunächst als Münchner Stadtvorsitzende, wurde dann Landesvorstand und war später, bis 2009, stellvertretende Landesvorsitzende. Seit 2001 ist sie im Vorstand der Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutz und war bis 2015 Landesbeirats-Mitglied.

2007 trat Frau Knote in Die-Umwelt-Akademie ein und unterstützte dort als langjähriges Mitglied des Kuratoriums die Arbeit des Vorstands. Auf der letzten Kuratoriumssitzung im November wurde Annette Knote einstimmig zur Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Wir gratulieren und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr.



 

Annette Knote ist neue Vorsitzende des Kuratorioums.

Buch- und Filmempfehlungen/Neuerscheinungen

Seltene Erden - Umkämpfte Rohstoffe des Hightech-Zeitalters

Luitgard Marschall, Heike Holdinghausen, 240 Seiten, oekom verlag München, 2017, ISBN-13: 978-3-86581-844-7, 24.00 €

Der wichtigste Rohstoff der deutschen Industrie ist der Erfindungsgeist ihrer Ingenieure. Dieses Bonmot ist richtig, aber ganz ehrlich ist es nicht. Denn ohne Rohstoffe kommt auch der klügste Ingenieur nicht weit. Während Rohstoffe wie Eisen oder Aluminium unerschöpflich erscheinen, sieht es um die sogenannten Seltenen Erden anders aus – wenn auch vor allem deshalb, weil der Quasi-Monopolist China die Mengen diktieren kann, die dem Markt zur Verfügung stehen. Ihre besondere Bedeutung verdanken die 17 Metalle der Tatsache, dass sie in äußerst sensiblen Bereichen Einsatz finden: Von der Militärtechnologie bis zur Kommunikations- und Energietechnik gestalten wir mit ihrer Hilfe unseren modernen Alltag. Der zehnte Band der Reihe Stoffgeschichten gibt dem Unbekannten wie Unverzichtbaren ein Gesicht, informiert über Geschichte, Verwendung und Bedeutung von Neodym, Europium & Co.

 

Raubbau an der Seele - Psychogramm einer überforderten Gesellschaft

Wolfgang Schmidbauer, 256 Seiten, oekom verlag München, 2017, ISBN-13: 978-3-96006-009-3, 22.00 €, Erhältlich als e-Book

Doppelter Raubbau an Psyche und Planet

Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer zeichnet in seinem Buch das Psychogramm einer überforderten Gesellschaft: Wir betreiben doppelten Raubbau und beuten die physischen Ressourcen des Planeten genauso aus wie die psychischen Ressourcen der Menschen.
Körperliche Erschöpfung, Stress, Burnout und Depressionen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit sind die sichtbaren Folgen.

Die Ressourcen sind erschöpft: Burnout und Depression

Wie wirkt sich das Höher-schneller-weiter der modernen Konsumgesellschaft auf die menschliche Psyche aus? Wie hängen Umweltverschmutzung, Klimawandel und die wachsende Zahl psychisch Depressiver und Burn-Out-Erkrankter zusammen? Und wie passt die ebenso steigende Zahl von Mobbingfällen und Gewalt- und Zerstörungstaten dazu?

Wie wir unsere psychische WIderstandskraft stärken können

Nur mit Tipps, wie wir Stress abbauen können, kommen wir nicht mehr weiter. Medikamente gegen Depression sind für den Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer auch keine Lösung. Die seelischen Erkrankungen sind eine Folge der Ansprüche einer Gesellschaft, die ständiges Wachstum und immer weitere Leistungssteigerungen einfordert. Um das Ausmaß der Depressionen zu erkennen, müssen wir uns dieser Zusammenhänge bewusst werden.

Schmidbauer zeigt Lösungswege auf, wie wir ohne Medikamente wie Psychopharmaka gegen den wachsenden psychischen Druck der heutigen Gesellschaft ankommen, mit Stress umgehen oder uns ihm sogar entziehen können.

Sein Buch "Raubbau an der Seele. Psychogramm einer überforderten Gesellschaft" liefert uns die dafür nötige Analyse und zeigt, wie wir das Erschöpfen von physischen und psychischen Ressourcen verhindern können.