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Editorial

„Climate change is not a fake by the chinese“

stand auf einem Plakat, das eine kleine, ältere Dame – wohl Chinesin – tapfer hochhielt; Briennerstr., 22.04.2017, 12:00h, während des „March for Science Munich“.

Jede(r) dürfte gleich gewusst haben, wer behauptet, dass der Klimawandel ein „Trick Chinas“ sei, ein „Gerücht“, eine „Erfindung“. Aus einer Weltmacht, dessen Leiter der nationalen Umweltbehörde EPA (ein ehemaliger Manager von Exxon) ein Lebensziel hat: Die Abschaffung eben dieser Behörde. Dessen Haushaltsdirektor in Frage stellt, dass man überhaupt Steuergeld für Forschung ausgibt. Dessen Bildungsminister den Haushalt für (öffentliche) Universitäten um 20% kürzt. Dessen Wohnungsbauminister der Überzeugung ist, dass just der Teufel Charles Darwin bei der Evolutionstheorie gelenkt hat. Dass Abtreibung eine Ursache für Brustkrebs ist, davon ist der Gesundheitsminister überzeugt. Und dass nicht ausreichend bewiesen ist, dass Rauchen schlecht für die Lunge ist – das sagt der Vizepräsident.
Ja, in den USA hat und hatte Wissenschaft schon immer mindestens zwei mächtige Feinde: Gott und Geld, religiöse Leidenschaften und wirtschaftliche Interessen. Perfekt gebündelt im Kabinett von Präsident Trump.
Doch nicht nur dort: Wir brauchen gar nicht zum fernen Iran oder Ägypten zu schauen; Türkei ist NATO-Mitglied und EU-Aspirant, dort sind hunderttausende Hochschul-Mitarbeiter entlassen und verhaftet; in Russland wird die Universität in Petersburg geschleift; in Ungarn per Gesetz eine privat finanzierte geschlossen, die Central European University.

„Wissen“ stört Diktatoren

Dagegen hat sich der „March for Science“ am 22.04.2017 gewandt; für das Wissen, gegen die Macht. In weltweit 600 Orten haben Menschen unter diesem Motto demonstriert, angeblich mehrere Millionen. Es ist nicht erkennbar, wer Wissenschaftler ist, wer Bürger; alle sind überzeugt, dass „alternative facts“ keine Fakten sind, und auch nicht werden dürfen.

Die Süddeutsche Zeitung hat das am 24.04. in einem heftigen Cartoon auf den Punkt gebracht: Trump mit Tolle und belehrendem Zeigefinger, dem – auf einem Demo-Plakat – Albert Einstein seine berühmte Zunge rausstreckt.
Es begann am 22.04. nachts in Neuseelands Hauptstadt Auckland mit 8.000, in Paris waren es 5.000, in London 10.000, in Berlin 11.000, in Washington DC hunderttausende. Wenn es politische Kräfte gibt, die Wissen und Wissenschaften einschränken, dann muss es eine politische Kraft geben, die sich für Wissen, Wissenschaft und freie Forschung stark macht – die Zivilgesellschaft. In München sind rd. 3.000 Menschen mitmarschiert, vom Stachus zum Siegesstor; der „Kopf“ war an der Ludwigskirche“, der „Schwanz“ noch am Odeonsplatz.

Prof. Helmut Trischler, Forschungsleiter am Deutschen Museum, betonte in seiner Rede am Stachus, dass Wissenschaft sich nach aussen verständlich machen müsse: „Wenn das Leugnen des Klimawandels mehrheitsfähig geworden ist und Fakten Alternativen bekommen, genügt es nicht mehr, wenn Wissenschaftler … nur unter sich kommunizieren“.

Der 2. Bürgermeister der Landeshautstadt München, Josef Schmid, betonte in seinem Grußwort am Siegestor u.a., dass freie Wissenschaft seit Zeiten der Aufklärung zur Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung in Europa gehört und dass unser heutiger Wohlstand im Wesentlichen aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem 18. und 19. Jahrhundert resultiert.

Und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Martin Stratmann, verlangte, wir dürften uns nicht dümmer stellen, als wir sind: „Wir können nicht akzeptieren, dass in Zeiten, in denen der Mensch diesen Planeten verändert wie nie zuvor in der Geschichte, Entscheidungen getroffen werden, ohne auf wissenschaftliche Fakten zurück zu greifen“.

Bekanntlich sind wir, Die Umwelt-Akademie (DUA), politisch „neutral“ in dem Sinne, dass wir keinerlei gesellschaftliche Positionen oder politische Meinungen übernehmen, Stellungnahmen abgeben oder Werbung für – noch so sinnvolle Kampagnen – machen. Zu uns müssen Pro- und Contra-Vertreter zu „heißen“ gesellschaftlichen Themen stets kommen können – und tun dies ja auch –, die ansonsten nicht mehr an einem Tisch sitzen, geschweige denn miteinander reden würden.

Die Bewegung „March for Science“ unterstützen wir aber, weil es hier um ein Grundverständnis jenseits aller aktuellen Lobby-/Politikthemen geht, das gezielt in Frage gestellt wird: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit … Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Immanuel Kant).

Seit 26 Jahren betreiben wir, die Umwelt-Akademie, wissensbasierte Erwachsenen- und Kinder-/Jugendliche-Bildung im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit; unsere Aufgaben sind: (verlässliche) Information, Anregung zum gesellschaftlichen Diskurs, Motivation zum persönlichen Handeln.

Ich war am 22.04. voller Überzeugung beim „March for Science Munic“ mit dabei (auch wenn ich bitterlich gefroren habe): Eines der besten Plakate war m.E. „Make the world gscheit again!“. Könnte neuer Slogan der Umwelt-Akademie werden….

Dr. Helmut Paschlau

P.S. fact, no fake: „Ohne Wissenschaft kein Bier“

Dr. Helmut Paschlau

Helmut Paschlau,Vorstandsmitglied

Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld

Ausblick

München.Macht.Klima.Wandel – was bewegt unser Geld?

Divestment Symposium - Klima im Blick: Kein Geld in Kohle, Öl und Gas

Mittwoch, 5. Juli 2017, 19:00-20:30 Uhr, im Festsaal der Katholischen Hochschulgemeinde an der Ludwig-Maximilians-Universität
Leopoldstraße 11, 80802 München

Die Klimaschutzinitiative Fossil Free München, das Studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik (sneep) und der Die Umwelt-Akademie e.V. laden gemeinsam ein zu einer Podiumsdiskussion über die Verantwortung von Banken, Versicherungen und Kirchen bei der Geldanlagestrategie ein. Insbesondere soll die Rolle des sogenannten Divestment, d.h. dem gezielten Abzug von Geldern aus Geldanlageformen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen, im Vordergrund stehen. Zu Beginn wird ein Vortrag zur Verknüpfung von Klima, Verantwortung und Geldanlagen ca. 15 Minuten Sie als Zuhörer/innen einstimmen Danach diskutiert das Podium ca. 45 Minuten u.a., ob Banken und Kirchen heute bereits Divestment nutzen und wie das im Alltag aussieht. Im Anschluss dürfen Sie ca. 20 Minuten Ihre Fragen stellen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht erforderlich.

Der Klimawandel betrifft nicht nur Eisbären in der fernen Arktis oder Millionen Menschen in Bangladesch – sondern uns alle, gerade auch in München. Für München, seine ansässigen Firmen, Körperschaften und uns Bürger/innen, stellt sich vor allem die Frage, welche Auswirkungen unser konkreter Lebensstil auf andere Länder und Menschen in der Welt hat. Bereits im Juni 1998 beschloss deshalb der Münchner Stadtrat: „Von München soll kein Schaden ausgehen.“

Den Kirchen und Orden in München kommt dabei eine hohe gesellschaftliche Erwartungshaltung entgegen. Ist es erlaubt, als Christ nach Zinsen und Renditen zu streben? Erlaubt der christliche Glaube Geldanlagen im Bereich Gentechnik, Rüstung oder Kohleminen? Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, formuliert: „Die Evolution hat keine Moral. Moral gibt es nur bei Einsicht. Und Einsicht haben nur Menschen. Daraus erwächst Verantwortung. Wenn Sie religiös sind, können Sie das als Bewahrung der Schöpfung titulieren.“ Die Evangelische Kirche in Deutschland hat ihren Mitgliedern und Landeskirchen im November 2016 Divestment empfohlen, nachdem bereits 2011 ein Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlagen in der EKD publiziert wurde. In Deutschland können auch katholische Finanzverantwortliche auf eine Orientierungshilfe „Ethisch-nachhaltig investieren“, publiziert von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, zurückgreifen. Wie sieht der Alltag in den Finanzabteilungen der Kirchen- und Ordensvertreter/innen Münchens aus? Welche Argumente und gelebte Erfahrungen kann ein Hilfswerk der Katholiken in Deutschland beisteuern?

Die Banken und Versicherungen mit Sitz in München stehen in diesem Spannungsfeld ebenso unter gesellschaftlichen Druck: was passiert mit dem Geld auf den Giro- und Sparkonten als auch den Aktiendepots? Dürfen Münchner Banken eine Erdölpipeline in den USA finanzieren? Dr. Helge Wulsdorf bei der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn gibt zu bedenken, dass Geld nicht ethisch neutral sei. Mit Geld kann Positives wie Negatives erreicht werden. Wie gehen in München ansässige Banken und Versicherungen mit diesem Missbrauchspotential um? Welche Rolle spielt Divestment und welche konkreten Geldanlagen werden nicht mehr unterstützt und gemieden? Die Allianz hatte im November 2015 angekündigt, Investitionen aus der Kohleindustrie abzuziehen. Was sagt eine gemeinwohlorientierte Bank dazu?

Keynote: Sabine Pex (oekom research AG, Senior Manager Client Relations)

Podiumsteilnehmer/innen:
Maurice Attenberger (GLS Gemeinschaftsbank eG, Regionalleiter Bayern)
Prof. Dr. Wolfgang Gehra (Deutsche Franziskanerprovinz, Kfm. Berater)
Stephan Jentgens (Bischöfliche Aktion Adveniat e.V., Geschäftsführer)
Dr. Marie-Luise Meinhold (ver.de für nachhaltige Entwicklung e.G., Vorstand)
Dr. Helmut Paschlau (Die Umwelt-Akademie e.V., Vorstand)

Moderiert von:
Tine Langkamp (350.org, Germany Divestment Organizer) und Regine Richter (urgewald e.V., Biologin)

Zeitablauf:
18:15 Uhr Einlass
19:00 Uhr Begrüßung 19:05 Uhr Keynote
19:25 Uhr Podiumsdiskussion inkl. Publikumsfragen
20:30 Uhr voraussichtliches Ende des Themenabends

Dr. Schwingenstein

Für das Thema „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Cristoph Schwingenstein.

Rückblick

Wieviel CO2 steckt in meinem Bank-Depot?

in Kooperation mit „Geld mit Sinn e.V.“

Dienstag, 04. April 2017

Referent: Christoph Jochum, MSc, CAIA, Senior Consultant, Head of Austria and Germany, Center for Social and Sustainable Products AG (CSSP), Vaduz/Liechtenstein

Fragen Sie mal Ihren Bank-Berater*In, wieviel CO2 in Ihren Aktien oder Ihren Fonds in Ihrem Bank-Depot steckt. Gemeint: In den realwirtschaftlichen Vorgängen der produzierenden, dienstleistenden… Unternehmen, in die Sie Ihr Geld letztlich investiert haben.

Reaktion: „Weiß ich nicht, sowas gibt es nicht“. „Doch“, können Sie ihm/ihr sagen, „hier auf meiner App; für jedes Wertpapier“.

„Quäl-App“ nennt der Referent die von seinem Haus CSSP entwickelte Online-Plattform, mit der die CO2-Bilanz jeden Wertpapiers dargestellt werden kann. Unglaublich, aber wahr. Bringen Sie einige Wertpapierkennziffern aus Ihrem Bank-Depot mit, dann wird das in der Veranstaltung live vorgeführt werden!

Außerdem im Programm: Klimafreundliche Investitionsstrategien für Normalanleger, Nachhaltigkeits-ESG-Fonds (ESG = Umwelt, Soziales, Government), Montreal Carbon-Pledge-Screener zur Ermittlung des CO2-Fußabdrucks Ihres Investments.

Verrückt? Nein, nur neu. Zur Klimawende gehört auch bewußtes Investieren.

Präsentation Christoph Jochum: Klicken Sie hier

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Ausblick

Die EU-Agrar- und -Fischereipolitik als Fluchtursache

in Kooperation mit SlowFood Deutschland e.V.

Dienstag, 20. Juni 2017, 19.00 Uhr, GLS-Bank, Bruderstr. 5a, München

Referent: Francisco Marí, Referent für Welthandel, Agrarhandel und Meerespolitik bei Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst

Der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Gerd Müller, rechnet für dieses Jahr mit 300.000 bis 400.000 afrikanischen Bootsflüchtlingen, die in Italien ankommen. Was treibt diese Menschen dazu, die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen? Neben der Hoffnung, Bürgerkrieg oder despotischen Regimen zu entkommen, sind es nicht selten auch wirtschaftliche Gründe. Wer ohne Perspektive ist, sich in der Heimat ein Leben aufzubauen, sucht eben nach einer neuen Heimat.

Gerade weil wir gern ein bisschen die Nase rümpfen über die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, lohnt sich ein Blick darauf, wie die EU (also wir) unser Teil dazu beitragen, Afrikanern in ihrer Heimat die Existenzgrundlage zu entziehen.
Sowohl die Agrar- als auch die Fischereipolitik der EU sind darauf ausgerichtet, die afrikanischen Märkte zu schwächen – zum eigenen Vorteil versteht sich. Beispiel Hühnerfleisch: Nicht nur Hähnchenteile, die bei uns nicht gern gegessen werden wie Beine und Füße landen in Afrika, sondern auch ganze verarbeitete und tiefgefrorene Hühnchen. Es gibt in Ghana praktisch keine Geflügelproduktion mehr, die Züchter sind pleite gegangen. Wie ist das möglich? Weil EU-Bauern dafür subventioniert werden, dass sie möglichst viel (und nicht auf Qualität ausgerichtet) produzieren – mit den entsprechenden Umweltbelastungen wie vermehrtem Aufkommen von Gülle, die auf unsere Felder ausgebracht wird und unser Trinkwasser belastet. So kommt es, dass EU-Hühnchen billiger sind als ghanaische; auch weil die EU dort keine oder nur geringe Einfuhrzölle bezahlen muss. Das ermöglichen Wirtschaftsabkommen, die den afrikanischen Ländern auferlegen, ihre Märkte für EU-Importe zu öffnen und ihre Zölle nach und nach abzuschaffen – unter dem Deckmäntelchen, nur ein freier Markt würde Afrika wettbewerbsfähig machen. Als Kenia zögerte, ein solches Abkommen zu schließen, wurden kurzfristig die Zölle auf deren Exportprodukte in die EU wie Kaffee, Schnittblumen etc. drastisch angehoben. Mit dem gewünschten Ergebnis.

Auch in der Fischereipolitik tut die EU so, als täte sie den afrikanischen Staaten noch einen Gefallen, wenn sie deren Gewässer leer fischt. Immerhin landen etwa 80 Prozent des vor den Küsten Afrikas gefangenen Fischs auf dortigen Märkten – allerdings ebenfalls zu Dumpingpreisen, die die lokalen Fischer ruinieren.
Was muss geschehen, damit endlich faire Handelsbeziehungen geschaffen werden, die allen Beteiligten ihr wirtschaftliches Auskommen und damit eine Existenz im eigenen Heimatland sichern? Das und mehr wird uns ein ausgewiesener Experte zu dem Thema erklären.

Georg Schweisfurth

Für das Thema „Ökologische Ernährung“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Georg Schweisfurth

Rückblick

Donnerstag, 11. Mai 2017

Referentin: Mag. Hanni Rützler, Foodtrendforscherin und Pionierin der Ernährungswissenschaft, Autorin u.a. des jährlichen „Food Report 2017“, Inhaberin des futurefoodstudio, Wien

Eine stetig wachsende Weltbevölkerung, nach wie vor wenig ressourcenschonende Lebensmittel-Anbau- und Produktionsmethoden, abnehmende Anbauflächen, Umweltverschmutzung und Artenschwund werfen die Frage auf: Was können wir in Zukunft (noch) essen? Gleichzeitig wächst das Bewusstsein der Menschen für ihre Gesundheit und damit auch für ihre Ernährung. Zudem wird Essen zunehmend Ausdruck der Individualität oder Gruppenzugehörigkeit. Stichwort: Veganer oder Flexitarier. Außerdem wächst in einer zunehmend entstrukturierten Gesellschaft der Bedarf an „flexiblem“ Essen, das jederzeit und überall verfügbar ist.

Der Nestlé Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030“ zufolge sind 80 Prozent der Deutschen der Zukunft gegenüber aufgeschlossen. Die Hälfte identifiziert sich mit Szenarien wie „Ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft“ und „Gemeinschaftliches Essen als Erlebnis in einer entstrukturierten Gesellschaft“.

Wie genau könnte das aussehen? Werden wir Fisch nur noch aus Aquakultur bekommen? Müssen wir uns mit Insekten und Algen auf dem Teller anfreunden, um unseren Proteinbedarf zu decken? Oder lieber die vegane Variante mit Kunstfleisch und sonstigen Erfindungen aus dem Lebensmittellabor? Wird „Essen to go“, also Konsum bei geringstem Zeitaufwand, die Ernährungsweise der Zukunft oder eher das gemeinsame Kochen und Genießen, mit Familie, Freunden oder in einer Hausgemeinschaft? Oder wird eine App über unsere Ernährung wachen, uns personalisierte Essensvorschläge unterbreiten und gleich online die entsprechenden Zutaten (oder den Pizzaboten) bestellen?

Welche Trends kommen auf uns zu und wie können wir auch in Zukunft unsere Ernährung nach unseren individuellen Bedürfnissen gestalten? Diese und andere Fragen beantwortete uns die Expertin Mag. Hanni Rützler.

Präsentation Mag. Hanni Rützler: Klicken Sie hier

Gesundheit und Eigenverantwortung

Ausblick

Zeitpolitik und nachhaltiges Leben

Dienstag, 4. Juli 2017, 19.00 Uhr, Internationale Begegnungsstätte (IBZ), Amalienstr. 38, München

Referent: Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) e.V., Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit können inzwischen die meisten Menschen etwas anfangen. Was aber ist Zeitpolitik? Und was haben beide miteinander zu tun?

Jedem von uns steht es offen, sein privates Leben nachhaltig(er) zu gestalten. Schließlich können wir frei entscheiden, ob wir unseren Kühlschrank mit Bioprodukten füllen, fair hergestellte Kleidung kaufen, Erledigungen lieber zu Fuß oder per Rad machen, mit Holzpellets statt Erdöl heizen. Ein nachhaltiger Lebensstil geht aber über das reine Konsumverhalten hinaus und fragt auch danach, wie wir mit unserer Zeit, unserem individuellen Lebensrhythmus und damit langfristig mit unserer Gesundheit und Zufriedenheit umgehen. Auch hier sind wir im privaten Bereich unser eigener Herr: Ob wir unsere Freizeit mithilfe einer OrganizerApp minutiös durchplanen oder lieber unseren Zeitwohlstand genießen und einfach die Seele baumeln lassen – das haben wir selbst in der Hand.

Im öffentlichen Leben dagegen sind dem persönlichen Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit bezüglich unserer alltäglichen Zeitstrukturen oftmals Grenzen gesetzt: So könnten in den meisten Kommunen Schulbeginn und -schluss, Arbeitszeiten, die Öffnungszeiten von Behörden und Dienstleistern und öffentlicher Nahverkehr besser aufeinander abgestimmt sein, um ihren Bürgern einen nachhaltigeren – im Sinne von mehr Wohlbefinden, Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit, also mehr Lebensqualität – Tagesablauf zu ermöglichen.

Und hier kommt die Zeitpolitik ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, nachhaltige Lebensstile zu unterstützen, indem sie die politischen Rahmenbedingungen entsprechend setzt und damit einem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Lebensqualität in allen Bereichen den Weg bereitet. Aber was genau kann die Politik, die Gesellschaft bzw. der Einzelne tun, um die Alltagszeitstrukturen zu verbessern und damit eine zukunftsfähige, gesunde und nachhaltige Lebensweise zu fördern? Welche Modelle gibt es bereits – und mit welchen Ergebnissen?

Diese Fragen wird uns Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Experte auf dem Gebiet der Zeitpolitik, beantworten.

Paul Greineder

Für das Thema „Eigenverantwortung und Gesundheit“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Paul Greineder.

Rückblick

"Ticken wir noch richtig?" - Die Zeiten ändern sich

Freitag, 7. Februar 2017

Referenten:

  • Dr. Karlheinz Geißler, ehem. Universitätsprofessor für Wirtschaftspädagogik an der Universität der Bundeswehr in München, ehem. verschiedene Gastprofessuren im Inn- und Ausland, Mitinitiator und Leiter des Projektes „Ökologie der Zeit“ der Evangelischen Akademie Tutzing, Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik
  • Jonas Geißler, Zeitberater, Coach, Lehrbeauftragter an der LMU München und der Hochschule München, Gründer von „timesandmore“ – Institut für Zeitberatung

Nach der Devise „time is money“ beschleunigen wir nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Die erwarteten Effekte bleiben aber immer öfter aus. Menschen und Unternehmen werden durch die Verdichtung belastet – gesundheitlich wie ökonomisch. Vielerorts scheint der „rasende Stillstand“ (Virilio) eingetreten zu sein.

Der in zwei Teilen konzipierte Vortrag zum Thema Zeit beschrieb eingangs, wie es dazu kam, dass wir so mit Zeit umgehen, wie wir es heutzutage tun.

Zeit ist das, was wir vermissen. Das war nicht immer so. Die Zeiten haben sich bekanntermaßen geändert, und sie werden es auch weiterhin tun. Das Wissen um die Gründe und die Art und Weise dieser Veränderungen ist eine notwendige Voraussetzung, um nicht der Zeit immerzu "nachlaufen" zu müssen.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es um zentrale Fragen des Zeit-gemäßen Umgangs mit Zeit; wir erhalten Impulse und Anregungen, wie wir "Zeit" in unser „rastloses Leben“ integrieren können.

Die moderne Arbeits- und Lebenswelt ist von gesellschaftlichen und technologischen Beschleunigungstrends geprägt. Beschleunigung erfolgt heute nicht mehr nur linear, sondern vor allem über die Verdichtung der Tätigkeiten. Dies bringt zahlreiche Freiheiten, aber auch neue Zwänge und Belastungen mit sich.

Wie lässt sich auf diese Anforderungen reagieren?

Welche Kompetenzen sind dazu notwendig und wie können diese entwickelt werden?

Wie kann eine förderliche Zeitkultur im Unternehmen/in der Institution entwickelt werden?

Dr. Karlheinz Geißler

Jonas Geißler

Bitte lesen Sie auch das Interview mit Dr. Karlheinz Geißler in Die ZEIT

Texte von Herrn Dr. Karlheinz Geißler:

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Mutbürger für Energiewende!

Ausblick

Klimaschutz - Sinn und Unsinn. (Volks-) Wirtschaftlich betrachtet

Donnerstag, 30. November 2017, 19:00 Uhr, Referat für Gesundheit und Umwelt, Bayerstr. 28, 1. Stock, Raum 1009, 80335 München (MVV Haltestelle Hauptbahnhof)

Referentin: Prof. Dr. Karen Pittel, Leiterin ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Grußwort: Stephanie Jacobs, Berufsmäßige Stadträtin, Referentin für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München

Wann immer es um Entscheidungen geht, die unter Knappheit zu treffen sind, versuchen Ökonomen die Kosten und Nutzen zu ermitteln, die mit diesen Entscheidungen einhergehen. Für einzelne Investitionsentscheidungen mag dies noch relativ unkompliziert sein; wenn es aber um Kosten und Nutzen des Klimaschutzes geht, wird diese Aufgabe um ein Vielfaches komplizierter.

Dieser Vortrag wird, nach einer kurzen Einführung zum aktuellen Stand globaler Klimapolitik und zu den Herausforderungen, die mit der Erreichung der 1.5°C-Grenze Erwärmung der Atmosphäre verbunden sind, einige der Schwierigkeiten vorstellen, die mit einer (globalen) monetären Bewertung von Klimaschutzanstrengungen verbunden sind. Diese Schwierigkeiten manifestieren sich nicht zuletzt in extrem unterschiedlichen Kosten- und Nutzenschätzungen, zu denen diese Bewertungsversuche führen. So geben Studien die Kosten, die mit der Emission einer Tonne CO2 verbunden sind, zwischen erstaunlichen 7 US$ und 2400 US$ an. Obwohl beide Werte Extremfälle darstellen, verdeutlichen sie doch sehr eindrucksvoll, in welchem Ausmaß volkswirtschaftliche Kostenschätzungen von unterschiedlichen Methoden und Annahmen abhängig sind.

Genug Stoff für internationale Klimaverhandlungen und ungezählte Forschungsprojekte weltweit. Zu fragen ist aber grundsätzlich auch, ob sich Klimaschutz – in ökonomischen Kategorien – „lohnen“ muss.

Ein anspruchsvoller Abend.

Dr. Helmut Paschlau

Für das Thema „Mutbürger für Energiewende!" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Helmut Paschlau.

Rückblick

Umsetzung der Energiewende in Deutschland

in Kooperation mit Green City Energy AG

Donnerstag, 24. November 2016

Referent: Prof. Dr.-Ing. Josef Neiß, bis Ende 2014 Leiter der Abteilung Energie, Bergbau, Rohstoffe und Umweltfragen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Europa, Deutschland, Bayern: Die Energiewende ist – zumindest Strom-seitig – nur im räumlichen Verbund innerhalb Europas („mit unseren elektrischen Nachbarn“) realisierbar. Es gilt innezuhalten und zu klären, wo wir derzeit – im Positiven wie im Negativen – stehen; Stichworte aus der aktuellen Diskussion:

  • erheblicher Überhang nationaler Stromerzeugung im Verhältnis zur Stromnachfrage, deshalb massiver Stromexport ins benachbarte Ausland;
  • keine Revitalisierung des europäischen CO2-Cap-/CO2-Emissionsrechtehandels in Europa und damit Wettbewerbsverzerrung zugunsten des CO2-emittierenden Kohlestroms, was im Gegensatz zu den Zielen der CO2-Minderung steht (Klimaabkommen COP21)
  • 33% Anteil Erneuerbarer Energien am nationalen Stromdargebot, wäre problemlos weiter ausbaubar
  • dagegen mengenmäßige Deckelung des Zubaus an Erneuerbarem Strom durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), erforderlich wegen nachhinkender Gleichstromtrassen Nord-Süd, behauptet die Politik
  • Rückführung der EEG-Vergütungen für EE-Anlagen, stattdessen Zuschlag für EEG-Projekte nur noch aufgrund von Ausschreibungen ab 2016 - das bedeutet: Benachteiligung von dezentralen und von Bürgerenergie- (Genossenschafts-) Konzepten;
  • Anstieg der EEG-Umlage auf nunmehr 6,8 Ct/kWh ist gebremst; aber Beibehalt der erheblichen Ausnahmen an der Mitfinanzierung der EEG-Umlage durch die Industrie;
  • In Bayern:
    Abschaltung des letzten AKW bis 2022 – also „übermorgen“;
    Gleichstromtrassen massiv verzögert;
    Onshore-Windkraft auf Sparst-Flamme (10H);
    Photovoltaik deutlich reduziert;
    Wasserkraft nicht ausbaubar;
    Biomasse – trotz Erweiterung im EEG – ausgesprochen strittig;
    Pumpspeicherkraftwerke „kein tragendes Wirtschaftsmodell“ (Aigner);
    neue Gaskraftwerke wegen Unwirtschaftlichkeit ohne Investoren;
    Reduzierung energiebedingter (!) CO2-Emissionen von >6t/Jahr pro Kopf auf <2t nicht umsetzbar bis 2035 (Scharf).

Da hat sich einiges – berechtigt oder nicht – angestaut. Ob die Klima- und Energiewende-Ziele in Europa, in Deutschland, in Bayern noch erreichbar sind, darüber hat uns der Referent detailliert aufgeklärt. Ab 2010 leitete er die Abteilung Energie, Bergbau, Rohstoffe und Umweltfragen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Nach der Reaktorkatastrophe Fukushima im März 2011 war er für die Erstellung des Bayerischen Energiekonzepts verantwortlich; danach – bis zu seinem Ruhestand Oktober 2014 – lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf der Umsetzung des Bayerischen Energiekonzeptes im Rahmen der Energiewende in Deutschland.
Dass er bei der Energie- und Energiewende-Politik nicht in allen Punkten mit dem Vorgehen der Bayerischen Staatsregierung übereinstimmt, konnte man – trotz aller Vorsicht – heraushören.

Präsentation Prof. Dr.-Ing. Josef Neiß: Klicken Sie hier

NAPE: Der Beitrag der bayerischen Wirtschaft zum Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz

in Kooperation mit der Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) und mit Green City Energy AG

Dienstag, 15. Dezember 2016

Referent: Dr. Norbert Ammann, Referatsleiter Energie und Rohstoffe, Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

Das G7-Ziel aus 2015 lautet bekanntlich „vollständige Dekarbonisierung der Volkswirtschaften“ bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Das deutsche Ziel von 40% Treibhausgasminderung bis 2020 wird mit einem „weiter so wie bisher“ jedenfalls nicht erreicht. Die Bundesregierung hat daher im Dezember 2014 mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) ein Bündel von Maßnahmen beschlossen, um mindestens weitere 350 PJ Primärenergie und 21,5 t CO2-Emissionen bis 2020 einzusparen. Die Bundesregierung behauptet, ein großer Teil des NAPE sei schon umgesetzt; jetzt will der Bundes-Wirtschaftsminister aber nochmals mit seinem „Grünbuch“ und weiteren 15 Mio. Euro für eine Werbekampagne das „Ruder rumreißen“; die Zielerreichung für die nächsten drei Jahre ist dennoch mehr als fraglich.

Gewerbe und Wirtschaft leisten tatsächlich einen großen Beitrag zu den NAPE-Maßnahmen. Alleine die „500 Energieeffizienznetzwerke (EEN)“ sollen 5 der insgesamt 21,5 Mio. Tonnen zusätzlicher CO2-Einsparung bringen. Weitere 3,4 Mio. Tonnen sollen aus der bereits umgesetzten Verpflichtung der Unternehmen zu „Energieaudits“ resultieren.

Im Rahmen des „Umweltpakt Bayern“ engagiert sich die bayerische Wirtschaft – über die gesetzlichen Pflichten hinaus – bereits seit über 20 Jahren für den Umwelt- und Klimaschutz. Vom Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) wollten wir uns über die aktuellen Maßnahmen informieren lassen: Dazu gehören u.a. die Weiterbildung von Auszubildenden zu „Energie-Scouts“ und das soeben eröffnete Ressourceneffizienzzentrum Bayern, das vom Landesamt für Umwelt (LfU) und den IHKs in Bayern betrieben wird. Mit der Energieeffizienznetzwerk-Initiative „been-i“ haben sich die Betriebe in Bayern mit 19 von insgesamt 91 EEN an die Spitze der NAPE-Maßnahme „Energieeffizienznetzwerke“ gesetzt.

Doch seitens der Wirtschaft gibt es – erwartungsgemäß – auch Einwände. Die Vielzahl von Regularien im Rahmen der Energiewende führten, so der Referent von der IHK, auch zu unerwünschten Nebenwirkungen: So führen die stark steigenden Umlagen und Abgaben auf den Stromverbrauch nach Auffassung der Wirtschaft zu Schieflagen bei der Preisbildung; mit der Folge von Wettbewerbsverzerrungen und Fehlanreizen. Die größten Anstrengungen in Sachen Energieeffizienz brächten zu wenig, wenn wirtschaftliche Anreize in eine andere Richtung zeigten.

Da gab es genug Stoff für die Diskussion!

Präsentation Dr. Norbert Ammann: Klicken Sie hier

Energiewende auf der Speisekarte

in Kooperation mit Slow Food Deutschland (SFD), Convivium München

Donnerstag, 26. Januar 2017

Referent: Dr. oec. troph. Karl von Koerber, Ernährungswissenschaftler, Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung, Beratungsbüro für ErnährungsÖkologie, München

Keine Energiewende ohne Landwirtschafts- und Ernährungswende! Das hat jetzt auch die Bundesregierung – und mit ihr das Landwirtschaftsministerium – in ihrer heftig umstrittenen Klimaschutz-Strategie erkannt. Sie wurde im November 2016, noch knapp vor „COP22“, der internationalen Klimakonferenz in Marrakesch, beschlossen. Gemäß nationalem „Klimaschutzplan“ muss der deutsche Landwirtschaftssektor bis 2030 eine Treibhausgas-Reduktion um ein Drittel realisieren, also (umgerechnet) von 88 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 1990 auf 58-61 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr.

Doch wie sieht die Klima- und Energiesituation, bezogen auf die Ergebnisse unserer Kochkünste, auf unserem Speiseteller eigentlich aus? Wie viel Energie ist drin in „Schweinsbraten, Soß und Knödl“? Stimmt die Aussage: Bei der Produktion von Fisch werden je Kilo Körpermasse „nur“ 1,1 kg Futtermenge benötigt, bei Rindfleisch aber 6,8 kg – und was bedeutet das in Energieeinheiten oder in CO2aeq-Emissionen? Wie viele Treibhausgase entstehen bei der Produktion von Treibhaus-Gemüse im Winter, ist das Verhältnis Energieoutput zu Energieinput tatsächlich 1:560?
Wieviel Energie steckt in welcher Art von Ernährung, wieviel klimaschädliche Gase werden jeweils emittiert? Beispielsweise bei einem deutschen-Bio-Rind auf der Weide bzw. einem Rind aus Intensivtierhaltung mit aus Südamerika importiertem Soja-Kraftfutter? Ist die Energie- und CO2aeq-Bilanz von Weizen oder Reis günstiger als bei rotem oder weißem Fleisch? Welche Rolle spielen die Treibhausgas-Emissionen im Ernährungsbereich im Vergleich zu Mobilität, Wärme und Strom in Haushalten, der Energiewirtschaft?

Welche Beiträge könnte die Landwirtschafts- und Ernährungswende im Zuge der (internationalen und nationalen) Energiewende bringen? Sind die „Minus ein Drittel“ aus dem Klimaschutzplan der Bundesregierung bis 2030 zu schaffen? Und wie? Wie sähe die neue deutsche und globale Landwirtschaft und die neue klimafreundliche Ernährung in 15 Jahren dann aus? Würden mit „Bio“ 9 Milliarden Menschen ernährt werden können? Welchen Beitrag brächte die Umstellung des Speiseplans einer durchschnittlichen deutschen Familie von „üblicher“ auf „nachhaltige“ Ernährung bezüglich Energie und CO2aeq?

Alle diese Fragen hat Karl von Koerber souverän beantwortet. Seine Botschaften: Regional, saisonal, deutlich weniger Fleisch, keine Flugware, nicht mit dem Auto Einkaufen fahren, aus ökologischen Gründen sollte auf Wiederkäuer nicht verzichtet werden, auch mit bio lässt sich die Weltbevölkerung gut ernähren…

80 Teilnehmer*innen; offensichtlich ist „nachhaltige Ernährung“ ein für uns Menschen wichtiges Thema. Davon drei Viertel junge Frauen; an die hat sich Koerber auch gewandt: „Ihr habt das zu lösen, was wir Älteren eingebrockt haben!“.

Präsentation Dr. oec. troph. Karl von Koerber: Klicken Sie hier

Was brauchen wir für eine wirksame Energiewende in Deutschland? Und wie kommen wir dahin?

Donnerstag, 23. Februar 2017

Referent: Hans Josef Fell, ehemaliger Abgeordneter des Deutschen Bundestages, Autor des Entwurfs des EEG 2000

Das im Jahr 2000 im Bundestag beschlossene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat eine unglaublich erfolgreiche Entwicklung für die Erneuerbaren Energien gebracht. Niemand hatte den erreichten Anteil von 35% Ökostrom für Mitte 2016 vorhergesagt. Heute sind Solar- und Windstrom die kostengünstigste Art der Energieerzeugung; entsprechend rasant breitet sich die Nutzung regenerativer Energien in aller Welt aus. Dies ist gut im Kampf gegen Erderwärmung und Luftverschmutzung. Mit der Nutzung heimischer Energien ist die Energieversorgung absicherbar, Kriege etwa um Erdöl werden unwahrscheinlicher.

China, USA, Südamerika und Indien gehören zu den aufstrebenden Weltregionen, auch im Bereich Erneuerbarer Energien. Doch in Deutschland sind die Investitionen in Erneuerbare Energien in den letzten Jahren eingebrochen; z.B. in der Photovoltaik haben wir – mal wieder – unsere Wissens-Führungsrolle leichtfertig anderen Ländern überlassen. Schuld daran ist eine interessengeleitete, öffentliche Agitation gegen regenerative Energien als angebliche „Preistreiber“. Dies führte zu massiven Behinderungen der weiteren Entwicklung zu mehr „sauberer Energie“; auch durch Lobbyismus einschlägiger Kreise in Gesetzgebungsverfahren (z.B. „Ausschreibungsverfahren“ im aktuellen EEG).

Hans Josef Fell, „Erfinder“ des EEG, wird in seinem Vortrag die Hintergründe dieser Entwicklung erläutern und diskutieren, was wirklich zu tun ist, um wirksamen Klimaschutz zu erreichen.

Präsentation Hans Josef Fell: Klicken Sie hier

Stromversorgung mit variablen Quellen in Europa

Donnerstag, 23. März 2017

Referent: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Friedrich Wagner, ehem. Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching

Diesmal war es „technischer“, auf hohem Niveau in Vortrag und Diskussion:

Welche Bedeutung hat die Versorgung mit Energie für den Einzelnen, aber auch für unsere Gesellschaft in Europa / in Deutschland heute? Was ist die Zukunftsaufgabe im Rahmen der generellen Entkarbonisierung? Nichts weniger als einen „Rollentausch“ von Strom als Sekundärenergieform hin zur Primärenergie-Quelle; eine Herkulesaufgabe, über die (fast) noch niemand spricht. Wir haben es getan.

Die Produktion von Strom mit erneuerbaren Energien in großem Maßstab ist nur mit Wind und Photovoltaik möglich. Was aber sind die Eigenschaften einer intermittierenden Stromversorgung? Die Ergebnisse folgern aus diversen Berechnungen, deren Ergebnisse in einschlägigen Wissenschaftsjournalen publiziert sind; im Vortrag wurden diese vorgestellt. Link zu den Folien

Welcher Ausbau ist notwendig, wieviel back-up-Leistung erforderlich? Welche Dynamik wird in das neue System eingeführt; ist sie beherrschbar? Was sind die Randbedingungen für Konzepte wie Lastverlagerung - demand-side-management? Welche Betriebsbedingungen ergeben sich für Speicher? Wie wird die CO2-Emissionsentwicklung sein? Wie stellt sich die Entwicklung dar, wenn man über den derzeitigen Strombedarf hinausgehen und die Versorgung mit Wärme und Mobilität via erneuerbarem Strom einbeziehen will (Sektorenverknüpfung)?

Und im Detail: Wie kann die Kernenergie in Schweden durch Wind ersetzt werden? Wie sind die Erfahrungen mit hohen Windanteilen in Dänemark? Die Erfahrungen mit Netzschwankungen in Irland? Gibt es Beschränkungen in der Nutzung von intermittierenden Stromquellen? Was kann getan werden, wenn eine Vollversorgung nicht möglich wäre; oder weht der Wind irgendwo in Europa immer und immer ausreichend?

Zusammengefasst: Der Referent war sehr kritisch, ob mit den bisherigen Plänen der Energiewende (Wind, Sonne) und der Dekarbonisierung die erforderlichen Klimaschutzziele und die <1,5 Grad-Grenze erreichbar sein werden.

Präsentation von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Friedrich Wagner: Klicken Sie hier!

Energie.Wenden - Führung durch Sonderausstellung

Exkursion und Führung durch Sonderausstellung im Deutschen Museum

Samstag, 13. Mai 2017

Kuratorin: Sabine Gerber, Deutsches Museum München

Das Deutsche Museum hat eine neue Sonderausstellung konzipiert: “energie.wenden”.

“Die Energiewende ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Ihre Ziele lauten: Minderung der COh-Emissionen und Verringerung der Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern. Es gilt, das Energieversorgungssystem aktiv umzugestalten, um die klimaschädlichen Emissionen fossiler Brennstoffe und die systemische Abhängigkeit von ihnen zu minimieren” (Originalton Dt. Museum).

Das wollten wir uns ansehen. Mit einer Führung durch die Kuratorin der neuen Sonderausstellung im Deutschen Museum “energie.wenden”.

Es gab kräftige Diskussionen unter den Beteiligten. Aber alle waren einig: Eine ganz tolle Ausstellung, unbedingt sehenswert!!

Weiter Infos: Klicken Sie hier

Biodiversität

Rückblick

Eine andere Welt ist pflanzbar!

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Museum Mensch und Natur

Donnerstag, 17. November 2016

Urbane Gemeinschaftsgärten in Deutschland 2016

Über 500 Gemeinschaftsgärten sind in den letzten Jahren in Deutschland entstanden, die einzelnen Gartenprojekte sind so unterschiedlich wie ihre Gärtner*innen und die Städte in denen sie sich befinden. Der größte Gemeinschaftsgarten umfasst zwei Hektar und der kleinste gerade einmal 150 Quadratmeter. Es sind offene Gärten, und Gärten für Gemeinschaften, Vertikale Gärten, gemeinschaftliche Dachgärten, Essbare Schulhöfe oder auch von Garten Direktionen angelegte frei erntbare Gärten so wie in Andernach (wir berichteten).

Die Regisseurin Ella von der Haide besucht weltweit Gemeinschaftsgärten mit Hingabe und viele Liebe - und das seit vielen Jahren. Sie führt einen respektvollen Dialog mit den Menschen, die diese Gärten mit Leben erfüllen. Mehrheitlich sind es Frauen, die mit ihrem alltäglichen pulsierenden Schaffen diese Orte zu kleinen Oasen verwandeln. Sie gärtnern als Hobby, um sich selbst zu ernähren oder um Wissen weiterzugeben. Für einige ist es eine Form des politischen Protests oder der Stadtgestaltung, für andere ist es die Therapie, die sie am Leben hält, wieder andere verdienen hier ihren Lebensunterhalt.

Urbane Gärten sind weit mehr als ein Phänomen in hippen Großstadtzentren, das zeigen all die Gärten in Kleinstädten und Vororten. Die Gärten selbst entwickeln sich ebenso unterschiedlich wie ihre AkteurInnen. In den Gärten treffen sich Menschen aus verschiedenen Generationen und aus den unterschiedlichsten Milieus. Und so ist jeder Garten anders und hat seine eigene Logik mit seinen besonderen Reibungspunkten- anders geht es kaum.

In den Gemeinschaftsgärten werden viele Themen konkret umgesetzt: der Erhalt traditioneller Nutzpflanzen und die Weitergabe alter Handwerkstechniken, Ernährungssouveränität, partizipative Stadtgestaltung, therapeutische Heilung durch das Gärtnern, Gestaltung von Allmenden oder Commons, Inklusion von Migrant*innen, Unterstützung von Flüchtlingen, Erproben neuer alternativer und kollektiver Ökonomien und noch vieles mehr. Gemeinschaftsgärten sind Orte gesellschaftlicher Transformation und der Visionen, in denen eine sozial gerechte, basisdemokratische, inklusive und ökologische Gesellschaft experimentell erprobt wird.

In der Diskussion mit Interessierten und aktiven Münchner GärtnerInnen wurde das konkrete Anliegen nach mehr Flächen für Gemeinschaftsgärten vorgebracht. Die Wartelisten seien lang.

Dabei ist der Landeshauptstadt auch Anerkennung zu zollen. Sie hat nach dem letzten Vortrag zu urban gardening bei der Umwelt-Akademie mit ausdrücklicher Unterstützung des Oberbürgermeisters und der Stadtgartendirektion den neuen Garten „Am Rosengarten“ beim Flaucher ausgewiesen, der nun voll belegt ist. (Vielen Dank!)

München ist gut aufgestellt mit der Einrichtung der Ernährungsberater, wusste Ella von der Haide zu berichten. Dabei voraus sind uns allerdings die Kanadier, die die Verbindung zwischen Ernährungsberatung und praktischer bodenbezogener Umsetzung mit Urban gardening konsequent pflegen.


Dr. Nico Döring

Für das Thema „Biodversität" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Nico Döring.

Ressourcen schützen - Kreisläufe schließen

in Kooperation mit dem Museum Mensch und Natur

Donnerstag, 16. März 2017

Referent: Dr. Maximilian Hempel, Leiter der Projektgruppe Ressourceneffizienz, Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Maximilian Hempel studierte Geologie und promovierte 1993 an der TU Hamburg-Harburg zum Thema Quecksilber in der Umwelt. Er leitet seit 2002 das Referat Umweltchemie, seit 2016 die Projektgruppe „Ressourceneffizienz“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die DBU ist eine der größten Stiftungen Europas. Sie fördert innovative, modellhafte und lösungsorientierte Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft.

Vier der 17 drängendsten globalen Handlungsfelder von dem „United Nations Sustainable Development Summit 2015“ betreffen den Stickstoff- und Phosphateinsatz. Hier ist Kreislaufwirtschaft die Lösung, um wieder weg zu kommen von gravierendsten Schäden wie ungenießbares Trinkwasser und umkippende Seen und Meere. Denn alljährlich bewirken von den Nutzpflanzen nicht aufgenommene Düngemittel diese Belastungen in Böden, im Wasser und letztlich in Meeren wie der Ostsee. Beide Stoffgruppen, ob als „Gülle - Abfall“ entsorgt oder als Dünger ausgebracht, haben also direkten Einfluss auf unsere Wasserqualität und damit unsere Gesundheit, auf die Vielfalt des Lebens (Biodiversität) an Land und im Wasser. Sie sind ein Indikator für verantwortungsloses bzw. verantwortungsvolles Wirtschaften.

Maximilian Hempel zeigte den akuten und dringlichen Handlungsbedarf zu dem Stickstoff und Phosphat an Hand der „Planetaren Leitplanken“ Prof. Johan Rockström verändert nach Steffen, Will, et al. (2015), Science.

Bei beiden Elementen wir sind wir weit im „Roten Bereich“ und haben den sicheren Handlungsraum unseres Wirtschaftens weit überschritten. Schon jetzt können wir die Schäden unseres Handelns erkennen, messen und quantifizieren. Leider bedeutet das noch nicht, dass dies die Legislative, Exekutive und Verursacher so einfach zu einer Handlungsänderung veranlasst. Gerade bei Stickstoff ist der Hauptverursacher die Landwirtschaft. Dort ist alleine die maßlose und die unsachgemäße Fleischproduktion mit Gülle- und Stickstoffausbringung ursächlich für 25 % des stickstoffbedingten Artensterbens. Obwohl die Gesetzeslage eindeutig vorgibt, dass die Stickstoffausbringung nicht zu einem Anstieg von Nitrat im Grundwasser (Trinkwasser) führen darf, mangelt es aus politischen Gründen an einer erfolgreichen Gegensteuerung. Ein neues Denken und Handeln der Verursacher und der Verbraucher ist der einzige Weg aus der bestehenden nahezu bundesweiten Notlage, ohne dass der Referent dabei viel Hoffnung aufkommen ließ. Beim Phosphateinsatz in der Landwirtschaft sieht es nicht besser aus.

Anders gestaltet sich die Situation bei den Phosphaten aus Kläranlagen.

Der Austrag in unsere Gewässer aus Kläranlagen konnte mit Phosphatfällung und Umstellung von Waschmitteln (phosphatfrei) wesentlich reduziert werden.

Dabei sind wir hier noch nicht in der Kreislaufwirtschaft angekommen, da das Phosphat lediglich aus dem Wasserkreislauf herausgenommen wird, aber noch nicht in den Düngekreislauf überführt, also quasi recycliert wird. Versuche hierzu laufen allerdings erfolgreich.

Phosphate – als Bodenschatz abgebaut und noch nicht in Kreislaufwirtschaft wiedergenutzt – sind dazu verunreinigt mit Cadmium und Uran. Beides ist in Böden und im Trinkwasser schon signifikant angestiegen und haben messbare negative Folgen für unsere Gesundheit. Das Uran ist giftig, radioaktiv und cancerogen, das Schwermetall Cadmium ist giftig und cancerogen.

Einerseits sind Phosphate und Nitrate lebensnotwendig und in Stoffgruppen wie dem ATP (Adenosintriphosphat – wesentlich für den tierischen und menschlichen Stoffwechsel) oder der DNS (Disoxyribonucleinsäure – Träger von Erbgut) enthalten. Andererseits führen Phosphate und Stickstoff bei der aktuellen Überdosierung zu sauerstofffreien Zonen und zum Umkippen von Gewässern.

Im Bereich der Kläranlagenwirtschaft verwies Dr. Hempel auf laufende Projekte zur Schließung des Phosphatkreislaufs. Hier machte er Hoffnung auf eine zeitnahe Verbesserung der Situation mit dem Hinweis darauf, dass die Kläranlagenbetreiber als Zielgruppe gut motivierbar sind, wenn sie die Möglichkeit haben, die Kosten neuer Techniken auf die Gebühren umlegen zu können.

Präsentation Dr. Maximilian Hempel: Klicken Sie hier!

Tagesexkursion: Naturvielfalt erleben mit Frühling in den Loisachauen

Samstag, 6. Mai 2017

Exkursionsleitung: Almut und Nico Döring, Die Umwelt-Akademie e.V.

Nach gemeinsamer Zugfahrt von München Hbf nach Oberau liefen wir über die Loisach, an Quellaufstoß-Mooren und Trockenbiotopen vorbei, entlang von kalkreichen Sümpfen, durch Schutthalden und Schwemmfächer des benachbarten Estergebirges und über artesisch gespannte Grundwasserströme. Wir ließen uns bezaubern von der Vielfalt und Kleinräumigkeit, dem Miteinander von Natur und Nutzung, der Sinnlichkeit der Natur, wie sie früher vielerorts vorzufinden war und nun innerhalb von weniger als hundert Jahren im Zuge des Fortschritts vielerorts vernichtet worden ist – dieses Verschwinden der Vielfalt aus unserer Kulturlandschaft ist ein Armutszeugnis der besonderen Art.

Unabhängig von wissenschaftlichem Ranking oder dem Rang auf der Roten Liste gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, widmeten wir uns der Natur und erlebten die hiesige landwirtschaftliche Kultur, die auch hier die Natur seit Jahrhunderten prägt.

In Farchant kehrten wir ein, bevor es mit dem Zug wieder zurück nach München ging.

Nachhaltigkeit lernen - von Kindesbeinen an

Rückblick

Lebensstil, Energie und Klimawandel

Vortrag, Einschätzung und kurze Exkursion

Dienstag, 15. November 2016
am Maria-Theresia-Gymnasium (MTG), München-Au

Teilnehmer: 19 Schüler der Jahrgangsstufe 11, Lehrer Herr Höft (Physik), Ansprechpartner MTG Michael Graml (Biologie, Chemie)

Projektleitung: Klaus von Birgelen, Die Umwelt-Akademie e.V.

Am Münchner Maria-Theresia-Gymnasium wurde im Herbst ein Umwelt-Projekttag mit dem Motto „Meine Umwelt – Deine Umwelt“ durchgeführt.

Eine Gruppe der Klasse 11 untersuchte mit Unterstützung der Umwelt-Akademie den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel, dem eigenen Lebensstil, dem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bis hin zu erneuerbaren Energien. Erfahren Sie mehr

Für das Thema „Nachhaltigkeit lernen - von Kindesbeinen an" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Klaus von Birgelen.

CO2-Footprint in der Schule

Dienstag, 15. November 2016, im Otto-von-Taube-Gymnasium, Gauting, Bionic-Kurs

Referenten: Michael Greza, Vorstand der Umwelt-Akademie e. V., Hans-Joachim Stumpf StD a.D.

Die Umwelt-Akademie war zusammen mit der Sparda Bank München eG am 15.11.2016 zu Gast im Otto-von-Taube Gymnasium Gauting. Durch die freundliche Förderung der Sparda Bank wurde ein Schulprojekt für die Mittelstufe zum Thema CO2-Footprint ermöglicht.

v.ln.r. Dr. Helmut Paschlau, Vorstand der Umwelt-Akademie (links), Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda Bank eG (rechts)


In kleinen Gruppen konnten die 14-jährigen selbstständig mit geringer Unterstützung zu Aufgabenstellungen aus den Themenbereichen Klimaszenario, Gletscherschmelze, Extremwetterereignisse sowie alltägliche Maßnahmen zum Klimaschutz recherchieren. Die Ergebnisse wurden anschließend dem Rest der Klasse in kurzen Referaten vorgestellt.


Zum Abschluss wurde gemeinsam mit den Schülern exemplarisch ein CO2-Fußabdruck der Klasse erstellt, um ein Gefühl für den eigenen Verbrauch zu schaffen. Die Ergebnisse der Schüler waren von beeindruckender Qualität und lösten erfreulicherweise rege Diskussionen sowohl innerhalb der Klasse als auch unter den Vertretern von Sparda Bank und Umwelt-Akademie aus.

Bericht: Michael Greza, Vorstand Die Umwelt-Akademie e.V.


Nachhaltige Lebensstile

Ausblick

Wissen, Kunst und Religion – ein harmonischer Dreiklang

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, „Orange Bar“

Referent: Professor Dr. Meinhard Miegel

Noch nie waren so viele Menschen weltweit so wohlhabend und zugleich so existentiell bedroht wie heute – Segen und Fluch ihres entfesselten Wissens und Könnens. Denn diese Entfesselung hat nicht nur ungeheure produktive, sondern auch destruktive Kräfte freigesetzt.

Während langer historischer Perioden war den Menschen diese Ambivalenz ihrer Fähigkeiten wohl bewusst. Sie bemühten sich daher, sie zu steuern und einzuhegen. Maß zu halten galt ihnen als große Tugend.
Der Mensch sollte sich bewusst sein, dass es Unveräußerliches gibt, das größer ist als er selbst. Sein Wissen und Können sollten sublimiert sein durch Kunst und Ästhetik. Wissen, Kunst und Religion bildeten einen harmonischen Dreiklang – Grundlage aller nachhaltigen Kultur.

Seit Anbruch der Moderne ist dieser Dreiklang gestört. Die Folgen sind dramatisch. Die Harmonie wiederherzustellen ist das Ziel kultureller Erneuerung.

Für das Thema „Nachhaltige Lebensstile"engagiert sich unser Vorstandsmitglied Michael Greza.

Rückblick

Leben vom ökologischen Kapital? Unsere Einnahmen, unsere Ausgaben

Dienstag, 6. Dezember 2016

Referent: Prof. Dr. Karl-Ernst Kaissling, em. Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und des ehem. Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie Seewiesen, em. Prof. der Ludwigs-Maximilians-Universität München

Unseren Girokontostand kennen wir alle. Droht das Minus, überlegen wir, wo wir sparen können, um über die Runden zu kommen.

Dass wir mit unseren ökologischen Ausgaben bereits um die Jahresmitte ins Minus rutschen und dringend sparen müssten, zeigte der diesjährige weltweite „Erdüberlastungstag“ am 08. August 2016; an diesem Tag waren die gesamten natürlichen und erneuerbaren Ressourcen unseres Globus für dieses Jahr aufgebraucht. Wir in München sind ja wie immer Weltmeister: Für München war es bereits der 29. April 2016.

Doch wie sollten wir ein ökologisches Konto führen und in welcher Währung? Hätten wir damit auch ein Maß für ein nachhaltiges Wirtschaften? Bereits 1972 erschien die Studie „Die Grenzen des Wachstums“ von D. Meadows et al., die verschiedene Szenarien für das jetzige Jahrhundert beleuchtete. Wo stehen wir heute, vier Jahrzehnte später?

In der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ging es um die globale Überlastung unseres Globus durch Raubbau an natürlichen Ressourcen und Übernutzung der Atmoshäre als CO2-Deponie. Es ging um den globalen „Ökologischen Fußabdruck“, der den Flächenverbrauch eines Menschen irgendwo auf der Erde misst, und es ging darum, dass der Öko-Fußabdruck etwa eines Durchschnitts-Deutschen das Mehrfache des Abdruckes eines Inders oder Nordafrikaners beträgt.

In der Diskussion wurde allseits eine gewisse Ratlosigkeit deutlich: Die Menschheit hat kein Wissens-, sondern ein Umsetzungsproblem. Wir wissen, dass wir mit dem Lebensstandard in der westlichen Welt / in Deutschland nicht überleben werden; aber wir wissen noch zu wenig, wie wir das ändern können.

Darüber referierte Prof. Dr. Karl-Ernst Kaissling, em. Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und des ehem. Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie Seewiesen, em. Prof. der Ludwigs-Maximilians-Universität München

Präsentation Prof. Dr. Karl-Ernst Kaissling: Klicken Sie hier

Exposé Prof. Dr. Karl-Ernst Kaissling: Klicken Sie hier

Veranstaltungen mit unseren Kooperationspartnern

Ausblick

Etwas in der Welt verändern … und warum das so schwer ist

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Achtung: Die Sitzplätze sind begrenzt! Wir bitten daher um eine persönliche/namentliche Anmeldung bis spätestens 26. Juni 2017!: Fax 09 11 / 30844-81779 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Montag, 3. Juli 2017, 18.30 Uhr (Einlass ab18.00 Uhr), im HVB-Tower, Arabellastr.12, 81925 München, (U 4, Haltestelle Richard-Strauß-Straße)

Referent: Prof. Dr. Armin Nassehi (LMU München)

An Krisen auf dieser Welt mangelt es wahrlich nicht. Ja, der Krisenmodus scheint sich zunehmend zum Normalfall unserer Moderne zu entwickeln. Die ökologische Krise ist dabei eine von vielen – und dennoch zentral. Denn betroffen sind die natürlichen Grundlagen allen (menschlichen) Lebens auf diesem Planeten. An gut gemeinten Vorschlägen und konkreten Lösungsansätzen mangelt es ebenfalls nicht: von weltweiten Klimaschutzabkommen der Staatengemeinschaft, viel zivilgesellschaftlichem Engagement bis hin zu privaten Lebensstiländerungen. Und dennoch erleben wir – im Großen wie im Kleinen – eine Gesellschaft, die sich unserem Zugriff immer wieder entzieht, Veränderungsimpulse meist unbeeindruckt abpuffert und in ihrer ganzen Dynamik stabiler ist, als uns manchmal lieb ist. Eine paradoxe Erfahrung: Gesellschaft scheint ebenso dynamisch zu sein – wie träge und widerständig.

Könnte es daran liegen, dass wir bei all unseren Weltverbesserungsbemühungen die Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse unterschätzen? Und uns stattdessen in (zu) einfache Lösungen flüchten: moralisch aufgeladene Appelle an Einsicht und Bereitschaft zum „Verzicht“, sozialtechnologische Hoffnungen auf den ökologischen Umbau, ja die „Große Transformation“ unserer Industriemoderne oder stillschweigendes Setzen auf den „Kollaps“ – inklusive „enkeltauglichem“ Neuanfang?
Oder anders gefragt: Was müsste man stattdessen tun, um nicht gegen die Kraft der komplexen Gesellschaft, sondern mit ihrem eigenen Drive, mit der Dynamik und Zugzwängen ihrer eigenen Struktur etwas zu erreichen und so die Dinge wenn nicht zum Guten, so doch zum Besseren zu wenden?

Der Vortrag richtet sich an diejenigen, die weder an einfache Lösungen glauben noch ob der Komplexität der Probleme verzweifeln wollen.

Prof. Dr. Amin Nassehi ist seit 1998 Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der LMU München und seit 2012 Herausgeber des Kursbuchs. Er gilt als einer der wichtigsten public intellectuals des Landes. Seine jüngste Buchveröffentlichung zum Thema des Vortrags: Die letzte Stunde der Wahrheit. Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft.

Die Biene – ein politisches Tier: Landwirtschaft und die Krise der Imkerei

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Im Rahmen der „Nacht der Umwelt“

Freitag, 15. September 2017, 18.00 Uhr, münchner zukunftssalon, Waltherstr. 29 Rgb, 80337 München

Referent: Günter Friedmann (Imkermeister)

In den letzten Jahren verging kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien über das „Bienensterben“ und die zunehmende Not der Bienen berichtet wurde. Fristete die Imkerei zuvor eine kaum wahrgenommene Randexistenz, rückte die Honigbiene plötzlich in den Fokus des öffentlichen Interesses.

Die Honigbiene wird zum „politischen Tier“: Imker können an der Gesundheit und Konstitution ihrer Bienenvölker – aber auch am gesammelten Honig und am Pollen – ablesen, wie es um die Blütenvielfalt und Biodiversität unserer Wiesen und Felder bestellt ist.

Ein Pionier der ökologischen und bienengemäßen Imkerei berichtet aus seiner Arbeit.

Anmeldung ausschließlich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rückblick

Neben uns die Sintflut - Wie und warum wir über die Verhältnisse anderer leben

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Dienstag, 25. April 2017

Eine Kooperationsveranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit mit der Evangelischen Stadtakademie München und der Petra-Kelly-Stiftung

Referent? Prof. Dr. Stefan Lessenich
Prof. Dr. Stephan Lessenich lehrt am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, u.a. Die Neuerfindung des Sozialen (2008) und jüngst Neben uns die Sintflut – Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis (2016).

Alles zu haben und noch mehr zu wollen, den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält – das ist das heimliche Lebensmotto der entwickelten Gesellschaften. Den Menschen im globalen Norden geht es gut, weil es den Menschen in anderen Weltregionen schlecht geht, so lautet die These von Stephan Lessenich. Systematisch werden soziale Kosten und ökologische Lasten unserer Lebensweise
ausgelagert, im kleinen wie im großen Maßstab. Wir leben daher nicht über unsere Verhältnisse; wir leben über die Verhältnisse anderer. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis.

Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich analysierte in seinem Vortrag die Abhängigkeits-und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft, deren Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen. Deshalb, so Lessenich, wird sich unser Leben ändern, ob wir wollen oder nicht.

Sie können sich den Vortrag als Videoclip ansehen: Klicken Sie hier

Urban Gardening - Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt

Eine Veranstaltug der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur (Zweig Oberbayern) in Kooperation mit der Umwelt-Akademie e.V.

Donnerstag, 27. April 2017

Referentin: Dr. Christa Müller


"Neue Gärten braucht das Land“, so oder ähnlich könnte das Resümee unserer letzten Veranstaltung „Urban Gardening - über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ lauten, mit der wir inhaltliches Neuland betreten haben, handelt es sich dabei doch um einen eher soziokulturellen Aspekt der Gartenkultur.

Urban Gardening, ein von den Mega-Metropolen wie New York, London und Berlin ausgehender Garten-Trend hat zwischenzeitlich längst auch die weniger großen Metropolen wie München, Hamburg und Leipzig erreicht. Und auch Menschen in kleineren Städten sind mittlerweile auf diese Art von Garten-Geschmack gekommen; auf allen möglichen, bisher brachliegenden Flächen und Arealen wird - vor allen Dingen von einer neuen, jungen Garten-Generation - gemeinsam gegärtnert, gesät, geerntet und last but not least gemeinsam genossen. Offensichtlich formiert sich hier ein ganz neues, gartenbezogenes Lebensgefühl. Die Akteure genießen einfach auf spielerische Weise das gemeinschaftliche Gärtnern und die gemeinschaftlichen Gärten.

Gut so, kann man da nur sagen, je mehr Menschen – auf welchem Weg auch immer – an das wunderbare Thema Garten, Gärtnern und damit an die Gartenkultur herangeführt werden, umso besser. Denn schließlich wissen wir Alle nur zu gut:

„..........Willst Du glücklich sein im Leben, werde Gärtner“ (uraltes chinesisches Sprichwort).

Dr. Christa Müller, unsere Referentin an diesem Abend, kann man getrost als eine der intimsten Kennerinnen dieser neuen Garten-Szene bezeichnen. Sie beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich-soziologisch mit diesem Thema und hat ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in einem umfangreichen Buch sowie weiteren Publikationen zusammengefasst. Sie hielt uns einen richtig spannenden Vortrag mit zahlreichen, ganz unterschiedlichen Projekt-Beispielen und wunderbar anschaulichem
Foto-Material. Eine so lebhafte und lang andauernde Diskussion hatten wir jedenfalls noch nie nach einem Vortrag, die Fragen wollten gar kein Ende nehmen. Und ganz sicher war dies auch nicht der letzte Abend zu diesem Thema.

Gebäude – besser und nachhaltiger energetisch planen und ertüchtigen

in Kooperation mit dem Bauzentrum, Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München

18. Mai 2017

Referentin: Prof. Dr. Natalie Eßig, Architektin; Hochschule München, Fakultät Architektur

Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte bewegen unsere Gesellschaft, wenn es um „globale enkeltaugliche Zukunftsfähigkeit“ geht. Insbesondere bei der Sanierung und beim Neubau von Gebäuden stehen Bauherren und Gebäudebetreiber vor großen Herausforderungen, geplante Vorhaben nachhaltig und energieeffizient umzusetzen.

Die Europäische Union erlässt restriktive Energiesparvorschriften und damit neue europaweite Vorgaben für zukunftsträchtiges und umweltschonendes Bauen. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden diese in Deutschland in nationales Recht umgesetzt. Mit den Neuauflagen der EnEV 2009, 2014 und 2016 werden diese nach und nach verschärft. Mit der EU-Gebäuderichtlinie ab 2020 wird sich der Standard für zukünftiges Bauen grundlegend ändern; dann dürfen nur noch Niedrigstenergiegebäude realisiert werden: Der verbleibende, fast bei Null liegende Energieeigenbedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden – einschließlich aus solchen, die Erneuerbare Energien am Gebäude, am Standort oder in der Nähe darbieten. Ein Umdenken im Umgang von (Bestands-) Gebäuden und zur Umsetzung einer energieeffizienten Bauweise ist somit unumgänglich.

Doch sind die Gebäude der Zukunft folglich nur noch Passiv-, Nullenergie- oder Plusenergiehäuser? Bedeutet dies noch mehr Dämmung – oder müssen wir zukünftig „anders“ planen? Bei Neubau und Sanierung werden wohl vermehrt Aspekte wie Baukultur, Gesundheit, Flächenverbrauch, Barrierefreiheit oder Naturgewalten berücksichtigt werden. Und es wird auch der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes und die Betrachtung des umfassenden Stadtquartiers eine wichtige Rolle spielen, wenn es um nachhaltiges Bauen geht.

Aktuell gibt es in Deutschland bereits zahlreiche Nachhaltigkeitsgütesiegel, wie etwa das „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ (BNB) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), oder das „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) für Büro- und Verwaltungsbauten, Schulen oder Industrieanlagen. Bei diesen werden nicht nur die Energieeffizienz eines Gebäudes, sondern auch soziokulturelle, funktionale und ökonomische Qualitäten eines Gebäudes beurteilt. Für den Wohnungsbau stehen ebenfalls Nachhaltigkeitsgütesiegel, wie das „Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau“ des gleichnamigen Fördervereins oder das „Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnhausbau“ (BNK) des Bau-Instituts für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen GmbH zur Verfügung. Diese werden im Rahmen der Baubegleitung bereits seit April 2016 durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Neben baukonstruktiven, bauphysikalischen sowie energetischen Zusammenhängen wurden im Rahmen des Vortrags und der Diskussion (viele Fachkundige waren anwesend!) Grundlagen und Praxisbeispiele für Passiv-, Nullenergie- oder Plusenergiehäuser (Neubau und Sanierungen) – auch aus München – aufgezeigt, ebenso wie Nachhaltigkeitsgütesiegel und Fördermöglichkeiten. In der anschließenden Publikumsdiskussion gab es ausreichend Gelegenheit für Fragen.

Der Vortrag von Frau Prof. Eßig war sehr detailliert und inhaltsreich, nachlesen lohnt:


Präsentation Prof. Dr. Natalie Eßig: Klicken Sie hier

Umwelt, Wachstum und die Umbrüche der Arbeitswelt

in Kooperation mit

Hochschule für Politik

und Münchner Hochschultage

Mittwoch, 31. Mai 2017

Referentin: Prof. Dr. Lisa Herzog, Professur für Political Philosophy and Theory, Hochschule für Politik an der Technischen Universität München (TUM)

Wie lange noch glauben wir an das „Mantra des Wachstums“? Das war die provozierend einleitende Frage von Frau Professor Herzog. Denn allgemein wird Wachstum als Voraussetzung für Arbeitsplätze und diese als Voraussetzung für Lebensstandard und ein „gutes Leben“ gesehen. Die Frage war also: Bedeutet ein Ende des Wachstums ein Ende des guten Lebens? Dies leitet der klassische Neoliberalismus ab u.a. aus dem Werk von Adam Smith „Wohlstand der Nationen“, erschienen 1776, dem Beginn der National- Ökonomie als Wissenschaft. Smith zeigte als erster die wirtschaftliche Kraft der Spezialisierung der Arbeit in Kombination mit großen Märkten und den Zwang zum Wachstum als Voraussetzung für Wohlstand. Dessen heutige Messgröße Bruttosozialprodukt/BIP zeigt sich allerdings heute als eine zu hinterfragende Näherung, denn die heutigen Ansprüche an die Ökologie, die Vermögensverteilung und insbesondere die Qualität des Lebens im Zusammenspiel mit der Erwerbsarbeit werden so nicht erfasst.

Prof. Herzog machte deshalb zunächst die Lebenseinteilung von „Arbeit für Einkommen“ und „Konsum in der Freizeit“ als eine unbefriedigende Grundlage bewusst und führte den anspruchsvolleren Begriff „guter Arbeit“ als Ziel ein. Der Begriff kombiniert das geldliche Einkommen mit dem Sinn der Arbeit, der sozialen Anerkennung, mit dem Erleben von Gemeinschaft und mit der Weiterentwicklung eigener Fähigkeiten und postuliert das erstrebenswerte Ziel der Arbeitswelt als „gute Arbeit“ in dieser Kombination.

Da die klassische Arbeit verdrängt wird durch „den Computer“, nehmen zusätzlich die Fragen der Umverteilung des Eigentums und der Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft zu. Die nun schon langjährige Stagnation der Einkommen aus Arbeit bei gleichzeitiger enormer Zuwachs der Einkommen aus Kapital wurde in einer Grafik, die die letzten Jahrzehnte darstellt, bewusst.

Hingewiesen sei auf die neue Biografie über Adam Smith von Gerhard Streminger, das die Verkopplung seiner Wirtschaftslehre mit seiner zuvor erschienenen „Theorie der ethischen Gefühle“ neu herausarbeitet. Schon Adam Smith machte sich Sorgen um die Qualität hochspezialisierter Arbeit und deren Wirkung auf Urteilsfähigkeit, soziale Einbindung und politische Mitsprache:
„Jemand, der tagtäglich nur wenige einfache Handgriffe ausführt, verlernt, seinen Verstand zu gebrauchen und verliert seine gesunde Urteilsfähigkeit. Der Staat muss der unsichtbaren Hand des Marktes entgegenwirken - und zwar durch Bildung“
Zeitaktueller konnten Adam Smith und auch dieser Vortrag nicht sein! Und auch Smith hatte schon geregelte Märkte gefordert mit entsprechender Skepsis zu übergroßer Freiheit und unkontrollierter Vermögensentwicklung..... Freihandel muss sehr behutsam eingeführt werden, denn der freie Markt fördert nicht das Gemeinwohl. Vielmehr ist dazu nur ein geregelter Markt imstande. Der unsichtbaren Hand des Marktes müssen durch die sichtbare Hand des Staates Leitplanken gesetzt werden, um möglichst ideale Bedingungen zu schaffen für hohe Löhne, niedrige Preise, knappe Profite und die Bildung aller.“ (S.175ff)

In der Diskussion vertiefte Eigentumsfrage war provoziert durch die Grafik auf Folie 7 über die enorme Veränderung der Unterschiede der Einkommen aus Arbeit und Vermögen. Da nach der Quelle gefragt wurde, hier für Fachleute und Experten der Link zur amerikanischen Veröffentlichung zur „Neuordnung der Fiskalpolitik“ (siehe S.14): http://www.levyinstitute.org/pubs/wp_772.pdf

Präsentation Prof. Dr. Lisa Herzog: Klicken Sie hier

Wissenswertes

Der Krimi der "CSR-Berichtspflicht"

Es mag wohl an der abstrakten Abkürzung „CSR“ liegen, dass die Medien ein kürzliches Gesetzgebungsverfahren hierzu nicht weiter beachteten. Eigentlich ist bekannt, dass „Corporate Social Responibility“ die ökosoziale Verantwortung der Unternehmen anspricht, deren Defizite kräftig kritisiert werden. Deshalb hatte die EU Kommission eine Richtlinie vorgeschlagen. Unternehmen sollten auch Selbstverpflichtungen für global schwierige Problembereiche übernehmen. Damit hoffte die EU-Kommission viele ihrer Verordnungen vermeiden zu können. Auch die OECD forderte solche Selbstregulierungen als die manchmal bessere Alternative.

Aber die Wirtschaftsverbände wollten nicht und lehnten die Übernahme von Verpflichtungen ab. Freiheit sei Trumpf und das sei der Garant des Wohlstands. Da aber politische Auseinandersetzungen gerne mit Kompromissen enden, einigte man sich statt der Übernahme von verpflichtenden Regeln nur auf ein Gesetz zur „CSR-Berichtspflicht“. Die großen Kapitalgesellschaften sollten berichten, wie sie im weltweiten Geschäft mit der Verantwortung für Menschenrechte, für Mindeststandards im Umwelt- und Arbeitsschutz oder mit Fairness in Handels- und Produktionsketten umgehen. Dazu gibt es Leitlinien der UN und bei uns die Richtlinie des Rates für Nachhaltigkeit in Form von deren Nachhaltigkeitskodex. Im deutschen Gesetzesentwurf allerdings fehlte dies als Vorgabe. Damit blieb frei, welche Themen im Bericht aufgegriffen würden. Damit aber fehlte auch die Voraussetzung für die Beurteilung durch die Medien und die Zivilgesellschaft. Schwachstellen und Lücken kann man nur erkennen, wenn die Berichtspunkte verpflichtend vorgegeben sind. Das entsprach auch der EU-Vorgabe, nur im deutschen Gesetzesentwurf fehlte es. Renate Künast prangerte das dann in der 1. Lesung in einer feurig knappen Rede an – und ein spannender Kampf um Korrektur in letzter Minute begann.

Diese Berichtspflicht ist nicht trivial. „Über das Gesetz hinaus“ in geordneter Form über den Umgang mit sozialer Unternehmensverantwortung zu berichten, gibt den CSR-Themen den Status des „soft law“. Das vergleicht sich mit den von der Industrie erarbeiteten Normen für Produktsicherheit oder den Verhaltens-Codizes großer Wirtschaftsverbände zum Beispiel der Finanzwirtschaft. Das gibt Leitlinie für das Übliche, für „state of the art“, wie es im englischen Sprachraum heißt, für Unternehmer und Allgemeinheit, aber auch für Gerichte und Schiedsverfahren.

In meinem Buch Burnout hatte ich diese Möglichkeiten der Selbstregulierung behandelt. Da dieser Gesetzentwurf gemäß dem ursprünglichen Entwurf zwar Bürokratie, aber keine Wirkung entfalten konnte, setzte ich mich mit dem Deutschen Netzwerk für Wirtschaftsethik/DNWE, in Verbindung, die ebenfalls bereits alarmiert waren. Deren Kontakte und ein Briefwechsel mit dem zuständigen Ausschuss-Vorsitzenden Prof. Hirte führte schließlich zum Einlenken. Im nun verabschiedeten Gesetz steht, dass der Bericht den Vorgaben des deutschen Nachhaltigkeitskodex folgen muss oder einem ähnlichen Rahmen. Es ist ein weiterer Schritt hin zur Durchsetzung der Verbindlichkeit der Werteorientierung in unserer Marktwirtschaft.

Es wird in den großen Kapitalgesellschaften eine weiter gestärkte Aufmerksamkeit für CSR schaffen und der Zivilgesellschaft und den Medien verbesserte Kontrolle ermöglichen.

Der Vorgang war Anlass, mein Buch Burnout zu aktualisieren, das für mehr Nutzung der Selbstregulierung wirbt. Unternehmensversprechen in Form von Labels, Zertifikaten und Verhaltens-Codizes haben enorme Regelungskraft und sind eine wesentliche Komponente einer ökosozialen Marktwirtschaft. Politische Rahmenvorgaben müssten allerdings Wildwuchs und mangelnde Qualität bekämpfen und Sanktionen absichern. Darum geht es im unter neuem Titel gerade beim Oekom Verlag erschienenen Buch Werteorientierte Marktwirtschaft.

Peter H. Grassmann

In eigener Sache

Die Umwelt-Akademie bietet Mitmach-Projekt über Bayerische Klima-Börse an

Die digitale Plattform "Bayerische Klima-Börse" will allen gesellschaftlichen Gruppen, vom Privat-Bürger bis zum Unternehmen, die Möglichkeit bieten, sich unmittelbar an Maßnahmen zum Klimaschutz in Bayern zu beteiligen.

Machen Sie mit! Unterstützen Sie ein Klimaschutzprojekt mit Ihrer Spende!

Haben sich genügend Spender gefunden, kann das jeweilige Projekt starten und die Spender werden vom StMUV zum Bayerischen Klima-Meister, je nach individuellem Beitrag in Bronze, Silber oder sogar Gold gekürt.

Weitere Informationen: Klicken Sie hier

Oder lassen Sie sich einfach und bequem über einen Videofilm informieren:

Auch Die Umwelt-Akdemie ist mit ihrem Projekt "Obstbäume und essbare Pflanzen für Münchner Schulen" in die Bayerische Klimabörse aufgenommen worden: Ziel dieser Pflanzaktion ist, den Schülern einen direkten und praxisbezogenen Zugang zur Natur zu ermöglichen (alte Sorten, Pflanzen, Blühen, Bienen, Ernten, Äpfel essen…) und über diese Verbundenheit zum „eigenen Baum“, ein nachhaltiges Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz zu etablieren. Mit Ihrer Spende für dieses Projekt haben Sie also die Möglichkeit, sich unmittelbar an einer Maßnahme zum Klimaschutz in Bayern zu beteiligen. Machen Sie mit! Weitere Informationen: Klicken Sie hier

Auszug aus der Pressemitteilung der Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf zur Eröffnung der Bayerischen Klimabörse:

"Die weltweite Durchschnittstemperatur lag im Jahr 2015 laut Weltorganisation für Meteorologie erstmals knapp ein Grad über dem vorindustriellen Wert. Der Schutz des Klimas bleibt damit auch 2016 ein Top-Thema. Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München: "Wir nehmen den Rückenwind des Klimagipfels in Paris mit ins neue Jahr. Jetzt sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Und die Staaten müssen liefern. Wir wollen in Bayern bis 2050 auf unter zwei Tonnen Treibhausgasemissionen pro Einwohner und Jahr kommen. Denn wir können dem Klimawandel beim Arbeiten zusehen. In Bayern ist bis zum Ende des Jahrhunderts ein Temperaturanstieg von bis zu 4,5 Grad möglich, wenn wir nicht gegensteuern. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe." Der Klimaschutz soll deshalb für die breite Bevölkerung und die Wirtschaft geöffnet werden. Wichtiger Baustein soll eine neue digitale Bayerische Klima-Börse werden. Die neue digitale Plattform soll es zukünftig ermöglichen, dass sich alle Interessierten, vom Privat-Bürger bis zum Unternehmen, unmittelbar an Maßnahmen zum Klimaschutz in Bayern beteiligen können. "Klimaschutz wird in Bayern zum Mitmach-Projekt. Sponsoring, Spenden, Partnerschaften: Die Klima-Börse soll Klimaschutz von Bayern für Bayern ermöglichen. Bürger und Wirtschaft sollen unmittelbar beim Klimaschutz vor Ort mithelfen können. Die digitale Klimabörse arbeitet nach dem Motto: Wir gleichen Klimaemissionen aus. Wir wollen auf dem Weg zum klimaneutralen Bayern tüchtig vorankommen", so Scharf.

Die Umwelt-Akademie erneut mit Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" ausgezeichnet

Die Umwelt-Akademie e.V. hat erneut das Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" verliehen bekommen. Besonders lobend hob das Kernteam "Umweltbildung.Bayern" unsere Veranstaltungen mit Schwerpunkt verbaler Wissensvermittlung für Erwachsene hervor.

Mit der Anerkennung zählt die Umwelt-Akademie e.V. zum Kreis derer, die bayernweit die Leistungen und
Chancen der Umweltbildung als wichtige Säule einer Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken.

Die Umwelt-Akademie mit Umwelt-Preis 2016 ausgezeichnet

"Sie sind die Botschafter Bayerns", so begrüßte der bayerische Finanzminister Markus Söder, in Vertretung für den Ministerpräsidenten, die Preisträger, die am 10. Dezember im wunderschönen Saal der Ingolstädter Volkshochschule den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Bayerischen Landesstiftung entgegennahmen.

Mit dem Umweltpreis zeichnet die Bayerische Landestiftung die Umwelt-Akademie für praktische und wissenschaftliche Leistungen aus, die in besonderem Maße zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt beitragen. In seiner Laudatio unterstrich Söder die besondere Fähigkeit der Umwelt-Akademie, Menschen, die sonst nicht mehr miteinander reden, an einen Tisch zu bringen. In konstruktiven und fachlich äußerst versierten Diskussionen trage die Umwelt-Akademie dazu bei, sinnvolle und praktikable Lösungen zu finden.


Lernen für die Zukunft. Perspektivwechsel - Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Umwelt-Akademie e.V. nahm mit einem eigenen Stand an der diesjährigen Münchner Bildungskonferenz am 8. März 2017 in der Alten Kongresshalle München teil. Nachhaltige Entwicklung ist aktueller denn je – Nachrichten aus aller Welt zeigen uns jeden Tag, wie wichtig bewusster Umgang mit den globalen Ressourcen ist und sein wird: Tägliche Berichte zu Themen wie Verlust der Artenvielfalt, Klimawandel, Flüchtlingsströme, soziale Ungleichheit auch in Deutschland usw. sind nur Beispiele für komplexe Ursachen-Wirkungsgeflechte.

Der Kerngedanke einer nachhaltigen Entwicklung besteht darin, dass jede und jeder Einzelne nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde oder zukünftiger Generationen leben darf.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE):

  • ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt, d.h. dass BNE nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische und soziale Dimension umfasst: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht?
  • ermöglicht es jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen (Deutsche UNESCO-Kommission).
  • benötigt Lernformen, in denen sich die Lernenden aktiv mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen und sich durch ein Lernen „mit Kopf, Herz und Hand“ Handlungsalternativen eröffnen.

Die diesjährige Münchner Bildungskonferenz zeigte das Thema in seiner ganzen Bandbreite auf und erarbeitete Empfehlungen, um eine Bildung für nachhaltige Entwicklung für die Landeshauptstadt München voranzubringen.

Buch- und Filmempfehlungen/Neuerscheinungen

Werteorientierte Marktwirtschaft. Wie die Wirtschaft mit Umwelt und Gesellschaft in Einklang kommen kann

Peter H. Grassmann, »Werteorientierte Marktwirtschaft. Wie die Wirtschaft mit Umwelt und Gesellschaft in Einklang kommen kann«, 208 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-007-9, 14,95 Euro, auch als E-Book erhältlich.

Mit »BurnOut. Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen« sorgte Peter H. Grassmann nach der Finanzkrise für Aufsehen.

Unter dem Titel »Werteorientierte Marktwirtschaft. Wie die Wirtschaft mit Umwelt und Gesellschaft in Einklang kommen kann« hat er »BurnOut« aktualisiert und sein Konzept einer ökosozialen Marktwirtschaft erweitert. Denn in Zeiten von Trump und verwässernder Gesetzgebung sind unternehmensethische Fragestellungen aktueller und wichtiger denn je.

Den Kapitalismus zähmen? »Yes, we can! Sagt einer, der es wissen muss.« – so der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler über Peter Grassmann. Über 30 Jahre war Grassmann in den obersten Führungsebenen großer Konzerne weltweit tätig; die Unsitten einer globalen, gierig gewordenen Marktwirtschaft haben ihn tief bewegt und schon früh zum Nachdenken über Veränderung gebracht: »Verantwortung, Anstand und Fairness statt Gier und Egoismus« lautet heute das Credo des ehemaligen Topmanagers von Siemens und Carl Zeiss. Unermüdlich kämpft Grassmann für sein Konzept einer sozialen, ethischen und ökologischen Wirtschaft – auch wenn die Bereitschaft von Unternehmen, sich Regeln nachhaltigen Wirtschaftens aufzuerlegen, gestiegen ist. »"Grün" ist zur Mode geworden. Die Werteorientierung ist gestiegen, wenn auch geprägt von Wildwuchs und Versprechungen«, fasst der Autor den Status quo zusammen.

Am Beispiel eines großen Wirtschaftsverbandes zeigt das Buch, wie dessen Mitgliedsfirmen dazu verpflichtet wurden, unfaire Geschäftspraktiken einzustellen und die hohen Standards des Verbandskodex zu beachten. Peter Grassmann ist überzeugt, dass dieses Beispiel eines verpflichtenden Wertekodex Allgemeingut werden kann – und muss! –, um die Wirtschaft auf einen verantwortungsvollen Pfad zurückzuführen. Die branchenweite Selbstverpflichtung auch ethisch schwieriger Wirtschaftsbranchen bleibt der Weg, um Gier und Profitstreben einzudämmen.

Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution... Ein Streitgespräch über Wachstum, Politik und eine Ethik des Genug

Dr. Erhard Eppler / Niko Paech, 208 Seiten, ISBN 978-3-86581-835-5, 14,95 Euro, auch als E-Book erhältlich

Ermunterung zur Einmischung - Zwei Generationen der Umweltbewegung blicken zurück – und nach vorn

Es muss anders werden, damit es besser wird – aber wie wird es anders? Erhard Eppler und Niko Paech setzen sich seit Jahrzehnten für eine ökologische Wende ein und sind zentrale Vordenker der Ökobewegung ihrer jeweiligen Generation. Anlässlich des bevorstehenden 90. Geburtstages von Erhard Eppler trafen sich die beiden Pioniere zum Gespräch in Epplers Haus und Garten, hoch über dem mittelalterlichen Kern seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall.

Ein Streitgespräch zwischen Erhard Eppler und Niko Paech? Das werden sich einige Leserinnen und Leser sicher fragen, wenn sie das am 3. November 2016 erscheinende Buch »Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution« > in die Hand nehmen. Genau 34 Jahre trennen die beiden Gesprächspartner – der eine Politiker, der andere Wissenschaftler –, denn beide sind am 9. Dezember geboren. In ihren jeweiligen politischen Positionen liegen sie auf den ersten Blick ganz nah beieinander. Beide kritisieren die Fixierung der Wirtschaft auf ein ungebremstes Wirtschaftswachstum. Beide praktizieren selbst, was sie fordern: einen »ressourcenleichten« Lebensstil. Beide sind unbequeme Mahner. Beide fordern den gesellschaftlichen Wandel.

Doch so nah sich die beiden in ihren Überzeugungen auch sind, sie gehören nicht nur zwei Generationen, sondern auch unterschiedlichen politischen Kulturen an. Entsprechend kontrovers sind Ihre Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Zeit: Was kann die globalen Krisen noch stoppen? Ist »grünes Wachstum« Fluch oder Segen? Wie gelingt, wie weit reicht die Energiewende? Sind genügsamere Lebensstile in unserer Konsumgesellschaft mehr als eine Utopie? Wer kann eine Nachhaltigkeits(r)evolution durchsetzen? Eher die Bürger oder die Politik?

Leidenschaftlich, ja hitzig, waren die von ZEIT-Redakteurin Christiane Grefe moderierten Gespräche. Wenn Eppler und Paech einander ihre jeweiligen Prägungen, Erfahrungen, politischen Prioritäten und Visionen erzählen, wenn sie über die Wachstumsfixierung oder die Energiewende diskutieren, fügt sich das zu einer lebendigen Geschichte der deutschen Umweltbewegung – und zugleich zu einer Debatte über einen besseren Weg in die Zukunft.
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Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

Slow Food Deutschland, 608 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-809-6, 24,95 Euro, auch als E-Book erhältlich

Wo man gerne einkehrt

Ob Sie nun unbekannte Gefilde in Deutschland erkunden oder Ausflüge in die Nachbarschaft unternehmen wollen: Wann immer man bekannte Pfade verlässt, stellt sich die Frage: Was gibt’s zu essen? Hier kommt Entscheidungshilfe: Im Slow Food Genussführer Deutschland 2017/2018 > finden Sie mehr als 500 Gasthäuser in Stadt und Land zwischen Amrum und Inzell. Sie wurden von Slow Food ausgezeichnet, weil sie regionale Küche aus saisonalen Zutaten bieten, weil sie ihre umweltfreundlichen Produzenten pflegen und auf Zusatzstoffe verzichten. Mit dabei ist alles vom klassischen Landgasthof bis zum trendigen Hipsterladen – Hauptsache gut, sauber und fair. Lassen Sie es sich schmecken!

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Wir können uns ändern. Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution

Felix Ekardt, 160 Seiten, ISBN 978-2-86581-842-3, 14,95 Euro, auch als E-Book erhältlich

Wie Veränderung gelingt

Sind Gene, Kapitalismus, Machtpolitik oder mangelnde Bildung schuld, wenn die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht wie gewünscht gelingt? Oder wenn mal wieder mein Plan scheitert, weniger Fleisch und Süßigkeiten zu essen? Was treibt Menschen und Gesellschaften an, was ermöglicht Wandel, und was blockiert ihn? Fragen, die den Kern des Nachdenkens über Politik, Zukunft und den einzelnen Menschen bilden.

Die Krise der EU oder das bloße Reden von Nachhaltigkeit – just die Gebildeten sind die größten Umweltsünder – bleiben zum Teil rätselhaft, wenn man allein bei Hirnforschung oder Kapitalismuskritik stehen bleibt. Versteht man gerade menschliche Gefühle und die unbewussten und zugleich wandelbaren Vorstellungen von Normalität besser, lässt sich gesellschaftlicher und individueller Wandel verstehen und sogar konstruktiv ermöglichen. Und zwar ohne eindimensional alles auf »den« Kapitalismus zu schieben oder in eine modische, aber folgenlose Revolutionsrhetorik zu verfallen.

Zu den nötigen Einsichten über Wandel gehört auch, dass man manche Dinge nicht oder kaum ändern kann, weder als Gesellschaft noch als Einzelner. Die Grundstruktur menschlicher Gefühle lässt sich nur schwer verändern, ebenso wie die überwiegend (nicht ausschließlich) eigennützige Richtung unseres Tuns und Lassens. Dagegen sind unsere Werthaltungen und Normalitätsvorstellungen beweglich – und auch was ganz konkret als eigennutzenförderlich angesehen wird, ist beeinflussbar. In all diesen Aspekten steckt eine große Portion Kultur, auch wenn menschliche Grundstrukturen teilweise der Evolutionsgeschichte entstammen. Tut man sich zusammen, hinterfragt man, ändert man politische Anreizstrukturen für Eigennutzenkalküle und Normalitätsvorstellungen, kann sich im Großen ziemlich viel bewegen. Und auch im Kleinen kommt man weiter, wenn man die gerade emotional grundierten Fallstricke durchschaut, die da lauern, wenn ich mir vornehme, meine Ernährung umzustellen oder immer morgens um sechs joggen zu gehen.

Fundamental nötig für ein weiterführendes Nachdenken über Wandel ist, dass die Einseitigkeit und wechselseitige Ignoranz der verschiedenen verhaltenswissenschaftlichen Fächer endet. Ökonomen gegen Soziologen, Psychologen gegen Ethnologen und Soziobiologen – damit macht Felix Ekardt konsequent Schluss und ermöglicht dadurch eine ganz neue Perspektive.

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Wer Mut säht, wird eine andere Welt ernten

Misereor: »Wer Mut sät, wird eine andere Welt ernten. 44 ermutigende Beiträge für eine bessere Zukunft«, 196 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-830-0, 12,95 Euro / 13,40 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Das Buch: Ratgeber, Bücher und Internetseiten über große und kleine Alternativen zu unserem jetzigen Lebensstil – sie begegnen uns überall. Doch warum gehen Menschen andere Wege? Warum teilen sie, ohne Geld zu verlangen, finden kreative Möglichkeiten, ihren Konsum zu verändern, verschenken Zeit und Wissen, schwimmen gegen den Strom? Das neue Buch »Wer Mut sät, wird eine andere Welt ernten« > von MISEREOR gibt Antworten.
44 Autoren aus den unterschiedlichsten Bereichen berichten von Ihrer Erfahrung bei ihrem ganz persönlichen Einsatz für eine bessere Welt und zeigen dabei auf, wie unsere Handlungen über globale Prozesse untrennbar mit der Welt verbunden sind. Auf der Suche nach neuen und fast vergessenen Wegen ermutigen Sie andere einfach loszugehen. So komplex wie die Frage nach einer besseren Zukunft, so vielfältig sind auch die Themenbereiche – es geht um Ökologie, Nachhaltigkeit, weltweite Solidarität, Entwicklungszusammenarbeit, Frieden und Spiritualität.
Die Autoren – darunter Germanwatch-Gründer Klaus Milke und der österreichische Unternehmer Heini Staudinger – beweisen: Eine bessere Welt ist möglich.

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energie.wenden. Chancen und Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts

Christina Newinger, Christina Geyer, Sarah Kellberg für das Deutsche Museum (Hrsg.), »energie.wenden. Chancen und Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts« >, 176 Seiten, Hardcover mit zahlreichen farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-86581-839-3, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Mit der Energiewende steht unsere Gesellschaft vor neuen großen Herausforderungen – der Ausstieg aus fossilen Energieträgern, die Rolle der Atomkraft nach Fukushima oder Ausbau und Speicherung von erneuerbaren Energien verlangen nach innovativen Lösungsansätzen. Das Deutsche Museum widmet dem Thema Energiewende ab dem 15. Februar 2017 eine große Sonderausstellung. Das begleitende Buch aus dem oekom verlag liefert dazu umfassende Grundlagen und Hintergrundinformationen.

Wie kann das Großprojekt Energiewende erfolgreich umgesetzt werden? Welche Möglichkeiten und Herausforderungen sind zu bewältigen? Wie können Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingebunden werden? Diesen und anderen Fragen widmen sich hochranginge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in »energie.wenden. Chancen und Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts« > (ET 2. März 2017).

Den Besucher der Sonderausstellung erwarten in zehn Themenräumen eindrucksvolle Exponate, faszinierende Demonstrationen und informative Medienstationen – mit dem Ziel, das Thema Energiewende spannend und interaktiv zu vermitteln. Das Buch ist dabei nicht allein Begleitband; es informiert einführend und in attraktiver Gestaltung über das Jahrhundertprojekt Energiewende in seinen zahlreichen Facetten.

Welche Rolle spielen die verschiedenen Energieträger jetzt und in Zukunft? Welche Probleme sind bei Energiegewinnung und -verteilung zu überwinden? Welche Rolle spielt Energie in Bereichen wie Mobilität, Bauen und Wohnen sowie Produktion und Konsum? Welche innovativen Ansätze werden weltweit verfolgt? Das Buch gibt Antworten auf die vielen Fragen der Energiewende.

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Besser leben ohne Plastik

Anneliese Bunk & Nadine Schubert, »Besser leben ohne Plastik«, 112 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-784-6, 12,95 Euro / 13,30 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Das neue Jahr ist noch jung. Früher hatte man um diese Zeit die ersten guten Vorsätze schon über Bord geworfen. Ganz im Gegensatz zu heute. Denn glaubt man den vielen Facebook- und Twitter-Posts, nimmt sich heute kaum einer mehr vor, mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen. Die Prioritäten scheinen sich verschoben zu haben. Nicht wenige machen es sich zur Aufgabe, mehr Zeit zu haben und häufiger zur Ruhe zu kommen, ein Ehrenamt zu übernehmen; oder sie setzen sich mehr für Umweltschutz ein.

Diese Entwicklung haben wir den letzten Jahren zu verdanken. Besonders 2016 – so habe ich es empfunden – wurde viel mehr als sonst darauf aufmerksam gemacht, was wir unserer Umwelt antun. Mehr noch: Es wurden Lösungen aufgezeigt, wie jeder Einzelne selbst aktiv werden kann. Plastiktüten wurden aus vielen Geschäften verbannt. Im Fall von Rewe ist das dem öffentlichen Druck der Verbraucher zu verdanken. Denn eine Online-Petition hat den Supermarkt-Riesen dazu gezwungen. Viele Medien haben einen tollen Job gemacht, indem sie über die Nachteile des Kunststoffs für Mensch und Umwelt berichteten. Plastik im Meer. Mikroplastik in Kosmetika. Weichmacher in Plastikprodukten. Der Strom an neuen Nachrichten riss nicht ab. Und so wurden die Menschen sensibilisiert. Sie fingen an, nach Lösungen zu suchen und fanden sie – zum Beispiel in unserem Buch »Besser leben ohne Plastik« >.

Ich hoffe, dass auch 2017 ein »Umweltjahr« wird. Die Fastenzeit könnte der Anfang sein. Nicht Wenige verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, ernähren sich 40 Tage lang vegan oder treiben mehr Sport als sonst. Auch das erfordert ein Mehr an Zeit. Zeit, die man sich offenbar gerne nimmt. Also, warum nicht die Herausforderung wagen und dieses Jahr auf Plastik verzichten? Denn wer es schafft, 40 Tage mit so wenig Plastik wie möglich auszukommen, der hat die wichtigsten Hürden schon genommen. Unser Planet und unsere Gesundheit werden´s uns danken!

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Degrowth in Bewegung(en). 32 alternative Weghe zur sozial-ökologischen Transformation

Konzeptwerk Neue Ökonomie, DFG-Kolleg Postwachstumgesellschaften: »Degrowth in Bewegung(en). 32 alternative Wege zur sozial-ökologischen Transformation«, 416 Seiten, ISBN 978-3-86581-852-2, 22,95 Euro / 23,60 Euro (A).

Attac, Buen Vivir, Gemeinwohl-Ökonomie oder Ökodörfer – sie alle sind mit der Degrowth-Bewegung verbunden. Was und welche Projekte, Initiativen und Ansätze sich hinter dieser Bewegung verbergen, stellt der vom Konzeptwerk Neue Ökonomie und dem DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften herausgegebene Band »Degrowth in Bewegung(en). 32 alternative Wege zur sozial-ökologischen Transformation« > (ET 02.03.17) vor.

In den Beiträgen berichten Aktive sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Initiativen oder Bewegungen, in denen sie selbst aktiv sind oder mit denen sie sich verbunden fühlen. Sie stellen den beiden vorherrschenden Modellen – der globalisierten Wachstumsgesellschaft und dem kulturell abgeschotteten Nationalstaat – eine echte Alternative gegenüber. Dabei entwickeln und erproben sie soziale Innovationen abseits der vorherrschenden Wachstumslogik.

Wie könnte eine grundlegend bessere Gesellschaft gestaltet sein? Was können wir heute dafür tun, dahin zu kommen? Welche Ansätze und Strategien gibt es in unterschiedlichen Strömungen, von denen wir lernen können? Und wie passen die verschiedenen Alternativen zueinander?

Die in diesem Band zusammengetragenen Antworten sind das Ergebnis eines Diskussions-, Schreib- und Editionsprozesses, der im Herbst 2015 mit einem Workshop begann. Das Buch ist eine Einladung für alle, die ihre Vorstellung vom guten Leben in die Tat umsetzen wollen. Gleichzeitig soll es zur Vernetzung und zum Austausch unterschiedlicher Bewegungen mit der Degrowth-Bewegung beitragen.

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Das fossile Imperium schlägt zurück – warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen

Claudia Kempfert, "Das fossile Imperium schlägt zurück – warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen", Murmann-Verlag, ISBN 978–3–86774-566 – 6

Frau an den Herd, Kohle in die Heizung

Frau Prof. Claudia Kemfert will provozieren und tut dies auch.

„Wir befinden uns in einem erbitterten Krieg um die Macht am Energiemarkt, nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt. … Das ist brandgefährlich: Es drohen geopolitische Konflikte, Ölkrisen und nicht nur finanzielle Kriege um Energie. … Es wäre fatal, das Feld allein den ökonomischen Interessen der fossilen Wirtschaft zu überlassen. Eine Volkswirtschaft sollte in die Zukunft investieren…“ (Klappentext).

Seien Sie sicher: Das ist kein wissenschaftliches Werk, sondern ein kämpferisches Statement für Klimaschutz und Energiewende von einer der bekanntesten Ökonomin pro Energiewende; gut lesbar für jedermann, fordernd, kämpfend für Klimaschutz und Energiewende. „Energiewende ist ein Friedensprojekt“ z.B. lautet eine Überschrift; in diesem Kapitel schreibt sie über unsere Abhängigkeiten von Erdgas (mit Russland) und Erdöl (insbesondere mit Saudi Arabien), die deutlich in internationale militärische Konflikte verwickelt sind.

In zehn „POSTFAKTEN“ nimmt sie Stellung zu allgemein bekannten, täglich in Medien zu lesenden Behauptungen: „Die Energiewende lässt die Strompreise explodieren!“, „Die Energiewende ist bis 2022 nicht zu schaffen“, „Es drohen blackouts“ und interpretiert sie als von der Energieindustrie bewusst lancierte „alternative facts“.

Und sie beschreibt: „Was jetzt zu tun ist“: Handlungskataloge für Bürger, Beschäftigte, Wissenschaftler, Unternehmer, Politik.

Ein klares Buch. Lesenswert.

Sagt Dr. Helmut Paschlau

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Postwachstumspolitiken. Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft

Frank Adler, Ulrich Schachtschneider: »Postwachstumspolitiken. Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft«, 328 Seiten, ISBN 978-3-86581- 823-2, 24,95 Euro / 25,70 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Wie werden demokratische Übergänge zu einem Leben und Wirtschaften möglich, deren Qualität und Stabilität nicht am Tropf permanenten ökonomischen Wachstums hängen? Reichen dafür all die mit viel Engagement betriebenen Non-Profit-Unternehmen, Tauschläden, Repair-Cafés und die Kulturen des Selbermachens als Keime einer sich »von unten« entwickelnden Postwachstumsökonomie und -gesellschaft aus?

»Nein, Strategien, gelebte Alternativen, Druck von unten allein werden es nicht richten. Auch institutionelle Reformen sind nötig« – meinen Frank Adler und Ulrich Schachtschneider, Herausgeber des neuen Buchs »Postwachstumspolitiken. Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft« > (ET 09.02.2017). Aber – so die zentrale Frage des Buches – durch welche Politiken kann eine sozial-ökologische Transformation in Richtung Postwachstumsgesellschaft unterstützt werden?

Dazu entwickeln 30 namhafte Autorinnen und Autoren mit unterschiedlichen Konzepten in 22 thematisch weit gefächerten Beiträgen Vorschläge. Sie zeigen in Bezug auf unterschiedliche Gesellschaftsbereiche, mit welchen politischen Reformen das vorherrschende, auf Wachstum und Konsum ausgerichtete Wohlstandsmodell transformiert werden kann, mit welchen Widerständen dabei zu rechnen ist und durch welche Strategien und Akteursbündnisse diese überwunden werden könnten.

»Mit unserem Buch«, so die Herausgeber, »möchten wir Impulse setzen und die Postwachstumsdebatte politisch konkreter, aktueller und auch diskursfähiger in Bezug auf relevante Problemfelder werden lassen.«

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Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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