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Editorial

Die Umwelt-Akademie feiert 25-jähriges Jubiläum

Am 20. Oktober feierte die Umwelt-Akademie in den schönen Räumen der Concept Lounge mit geladenen Gästen ihr 25-jähriges Bestehen.

Nachdem Vorstandsvorsitzender Paul Greineder 25 Jahre erfolgreiche Umweltarbeit hatte Revue passieren lassen, unterstrichen Ministerialrat Dr. Christoph Goppel, Leiter des Referats 66 „Umweltbildung – Bildung für Nachhaltigkeit“ im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, sowie Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt, die Bedeutung solcher unabhängigen und kompetenten Netztwerke wie der Umwelt-Akademie.

 

Anschließend hielt Vorstand Peter Grassmann eine Laudatio auf Frithjof Finkbeiner, der mit der diesjährigen Umwelt-Nana der Umwelt-Akademie ausgezeichnet wurde. (Mehr dazu: Klicken Sie hier)

Und dann wurde ausgiebig gefeiert mit...

... ausgewöhnlicher Musik

...gutem Essen

... interessanten Gesprächen

...und viel Spaß

 

... und sogar Oberbürgermeister Dieter Reiter hat uns gratuliert: Klicken Sie hier


Wir danken Wilhelm Gienger Küchen- und Einrichtungs GmbH, Electrolux Hausgeräte GmbH und Zinner Catering, die unsere Feier großzügig unterstützt haben.

Detaillierte Informationen auf unserer digitalen Pressemappe

 

Themen-Schwerpunkte

Werteregulierte Marktwirtschaft

Ausblick

Für 2016 können wir Sie bereits zu folgender Veranstaltung einladen:

Nachhaltigkeit und Demokratie

5. April 2016
mit Roman Huber, Mehr Demokratie e.V. (angefragt)

 

Rückblick

Sharing Economy: Ist Couch-Surfing nachhaltig?

13. Oktober 2015

Referent: David Weingartner, OuiShare Koordinator D/A/CH, Hochschule München

Ob Carsharing, Wohnungsvermietung oder Werkzeugverleih: Folgt man den Medien, erlebt das Teilen – „nutzen statt besitzen“ – derzeit eine Renaissance. Noch im Jahr 2011 wurde die Sharing Economy vom TIME Magazin als eine von zehn Ideen ausgerufen, die die Welt verändern wird, und als Ausweg aus unserem Konsumdilemma gelobt. Heute ist der Grundtenor ein anderer: Berichte über Unternehmen wie Uber und Airbnb dominieren die Berichterstattung. Als Mitfahr-Unternehmen ist Uber wegen Nicht-Einhaltens gesetzlicher Vorschriften (z.B. Versicherungen) gerichtlich verboten; durch Airbnb sollen allein in München 2.000 Mietwohnungen zur gewerblichen Nutzung zweckentfremdet sein. Von Plattformkapitalismus und Totalkommerzialisierung unseres Lebens ist die Rede.

Es ist an der Zeit, ein wenig hinter die Oberfläche zu sehen. Die Sharing Economy hat ein Taxonomieproblem. Durch die mediale Vereinnahmung von einigen wenigen Internetriesen wird ein heterogenes Feld, bestehend aus einer Vielzahl von Initiativen, pauschal verurteilt. Im Raum stehen viele Fragen:
Ist überall „sharing“ drin, wo „sharing“ drauf steht? Ist sharing (immer) auch nachhaltig, also ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich? Lässt sich diese Entwicklung isoliert betrachten oder ist sie Teil eines größeren gesellschaftlichen Veränderungsprozesses? Welche Nachhaltigkeitseffekte haben diese Alternativen und bergen sie das Potential zur Veränderung hin zu einer zukunftsfähigen Ökonomie? Kann es Lösungen geben für die Herausforderungen, die uns derzeit von Internetplattformen gestellt werden – und wie könnten diese aussehen?

Diese Fragen wollten wir gemeinsam mit dem Experten für Kollaborative Ökonomie erörtern und diskutieren.

Präsentation David Weingartner: Klicken Sie hier

 

Dr. Ing. Peter H. Grassmann

Für das Thema
„Werteorientierte Marktwirtschaft“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied
Dr. Peter H. Grassmann.

Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld

Ausblick

Nachhaltig investieren in der Region

08. Dezember 2015, 19:00 Uhr, Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der TUM, Amalienstr. 38, München (U-Bahn Universität)

Referent: Mathias Winkler, Fachberater für nachhaltiges Investment, Mitglied in der Initiative „Ökofinanz21 e.V.“

Immer öfter bieten sich ökologische oder soziale Projekte in der Region als Investitionsmöglichkeit an. Man kann sich beispielsweise an Bio-Landwirtschaft, sozialen und Schul-Projekten oder Windkraftanlagen in Bürger- oder Gemeindehand finanziell beteiligen und damit nachhaltige Initiativen unterstützen. Zunehmend entwickeln sich daraus auch ökonomisch solide Geldanlagemöglichkeiten. Das wird in Zeiten des Null-Zinses seit der Finanzkrise auch finanziell interessanter.

Wie man solche Finanz-Anlagen bewertet und auswählt und welche Chancen, aber auch welche Risiken diese für den Anleger bieten, darüber sprechen wir an diesem Abend. Beleuchtet wird dabei auch die Bedeutung von regionalen Wirtschaftsstrukturen und welche Konzepte und konkreten Formen (z.B. Regionalwährungen) es zu deren Unterstützung gibt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Arbeitsplätze und Wertschöpfung bleiben in der Region.

Und es wird die Initiative „Ökofinanz21 e.V.“ vorgestellt, ein Netzwerk von ethisch-ökologisch orientieren Finanzberatern.

Dr. Schwingenstein

Für das Thema „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Cristoph Schwingenstein.

Ökologische Ernährung

Ausblick

 

Für 2016 können wir Sie bereits zu folgender Veranstaltung einladen:

 

Neue Landwirtschaft – neue Lebensstile

15. März 2016
Referent: Hans-Rudolph Herren, altern. Nobelpreisträger

Georg Schweisfurth

Für das Thema „Ökologische Ernährung“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Georg Schweisfurth.

Rückblick

Wer ernährt die Städte der Zukunft?

15. September 2015

Referent: Dr. Wilfried Bommert, Institut für Welternährung – World Food Institute, Berlin

Immer mehr Menschen zieht es auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Bis zum Jahr 2050 wird es etwa sechs Milliarden Stadtbewohner geben, rund 80 Prozent der Weltbevölkerung. Diese Städte der Zukunft werden allerdings nicht so aussehen, wie wir es heute von unseren westlichen Großstädten gewohnt sind, sondern weitgehend aus ärmlichen Hüttensiedlungen ohne Infrastruktur bestehen. Schon heute hungern rund eine Milliarde Menschen, weitere anderthalb Milliarden sind zumindest mangelernährt.

Die weltweiten Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte auf dem Ernährungssektor stimmen nicht unbedingt hoffnungsvoll, was die Sicherheit unserer zukünftigen Versorgung mit Nahrungsmitteln betrifft. Biosprit- und Futterpflanzen für die Tiermast benötigen immer mehr Anbauflächen, die für die Produktion von Reis, Gemüse und Brotgetreide verloren gehen. Dazu kommt, dass zunehmend die Fundamente der Ernährungssicherheit bröckeln, nämlich Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima: Bereits mehr als ein Drittel des fruchtbaren Bodens der Erde ist heute verloren, meist aufgrund von (hauptsächlich menschengemachter) Erosion. 50% der Grundwasserreserven sind bereits abgepumpt und werden sich auch nicht mehr regenerieren. Nur noch 5% aller Nutzpflanzen-Sorten werden angebaut. Und nicht zuletzt führt der Klimawandel zu immer häufigeren Extremwetterlagen. Schätzungen zufolge werden extreme Wetterereignisse bis zum Jahr 2080 dafür verantwortlich sein, dass die Menschen in Afrika und Asien mit bis zu 40% Ernteausfall rechnen müssen – was auch in anderen Teilen der Welt, z.B. dem Mittleren Westen der USA, nicht mehr kompensiert werden kann, weil dort ebenfalls Dürre und Bodenerosion die Ernten bedrohen.
Fakt ist, dass mittelfristig einer um 1,8% steigenden Nachfrage nur eine um 1% steigende Produktion von Nahrungsmitteln gegenübersteht. Höhere Lebensmittelpreise sind die Folge; Experten rechnen mit einer Preissteigerung um 50% bis zum Jahr 2030. Eine Folge davon ist die zunehmende Spekulation auf Nahrungsmittel an den Börsen, sie in den letzten Jahren um das Fünffache gestiegen, aber auch ein Anstieg des Land-Grabbings. Schon heute befinden sich etwa 30% der Landfläche in der Hand weniger Unternehmen, die sich ausschließlich für ihre Gewinne interessieren.

Aber nicht nur die Nahrungsmittelproduktion steht auf dem Spiel, auch die Transportwege unserer globalisierten Welt sind gefährdet, einerseits ist der Transport energieschluckend und damit abhängig von der Erdölförderung, andererseits führen die Routen durch immer mehr kriegerische Konflikte und destabilisierte Regionen.

Die Tatsachen sprechen eine deutliche Sprache: Unsere Ernährung ist nicht sicher. Erst recht nicht in den Ballungszentren, die ohne Nachschub eine Versorgungssicherheit von gerade mal drei Tagen (!) gewährleisten, bevor alle Supermarktregale leer gekauft sind und es zu ersten Unruhen, Plünderungen und schließlich möglicherweise zum Bürgerkrieg kommt.

Gibt es eine Lösung für die Ernährungsprobleme der Zukunft? Ja, sie lautet: Wir brauchen eine Agrar- bzw. Ernährungswende. Das heißt: weg von einer immer stärkeren Globalisierung unserer Ernährung und hin zu überwiegend regionaler bzw. lokaler Nahrungsmittelproduktion. Zu einem gewissen Teil könnten sich die Städter selbst versorgen, z.B. durch Anbau auf städtischen Brach- und Grünflächen, in den Gärten, auf Balkonen und Dächern. Der Rest der benötigten Nahrungsmittel könnte aus (z.B. solidarischer) Landwirtschaft stammen, deren Anbauflächen ringförmig um die Stadt angelegt sind. Beispiele hierfür findet man beispielsweise bereits bei dem Agrarwissenschaftler und Nationalökonomen Johann Heinrich von Thünen, der sich bereits im 18. Jahrhundert Gedanken gemacht hat, wie eine Stadt sinnvoll aus der Region versorgt werden könnte. Dabei waren schon damals optimale Landnutzung und die Transport- und Wegekosten ausschlaggebend für die Frage, welche Produktionsart wie weit vom Zentrum der Stadt, wo der Markt war, entfernt sein dürfen (z.B. Wald, Tierhaltung, Getreideanbau, Gemüse, Obst, Beerenanbau). Gute moderne Beispiele von heute, wie das funktionieren kann, gibt es bereits zu Hauf: vom „Kartoffelkombinat“ und der „Genussgemeinschaft Städter und Bauern“ in München über die Bürgeraktiengesellschaft „Regionalwert AG“ im Raum Freiburg, die Stadt-Land-Food-Initiative in Berlin bis zur „essbaren“ Stadt Andernach, um nur einige zu nennen. Das Ziel muss heißen: Regionale Versorgungsketten statt Abhängigkeit von den Höhen und Tiefen eines von Klimakatastrophen, Kriegen und Spekulationsgeschäften bestimmten Weltmarktes. Ökologisch und fair produzierte Nahrungsmittel statt mit Agrochemikalien belasteter Produkte aus der Intensivlandwirtschaft. Tierzucht nur noch auf natürlichen Weideflächen, um nicht unnötig Anbauflächen für Futtermittel zu „zweckentfremden“. Die Vorteile einer solchen Wende liegen auf der Hand: Ernährungssicherheit, Umweltverträglichkeit, Preisstabilität – und nicht zuletzt Enkeltauglichkeit – von der Qualität unserer Lebens-Mittel mal ganz abgesehen.

Wer kann diese Wende gestalten? Wir als Zivilgesellschaft, d.h. lokale Initiativen, der Handel, die Gastronomie, die Landwirte, die von uns gewählten Politiker …
Kann uns die Ernährungswende gelingen? Die Klimawende – und Herr Dr. Bommert – sagen: JA!

Präsentation Dr. Wilfried Bommert: Klicken Sie hier

 

 

 

"Ökologische Ernnährung" - Veranstaltungsreihe 2015
gefördert durch:

Selbach-Umwelt-Stiftung

 

Gesundheit und Eigenverantwortung

Ausblick

Für 2016 können wir Sie bereits zu folgender Veranstaltung einladen:

Umwelt und Krebs

1. März 2016
Referent: Prof. Dr. Susanne Weg-Remers, Dt. Krebsforschungszentrum

 

 

Rückblick

Nachhaltige Lebensstile: Leben mit oder gegen die Uhr

Dienstag, 17. November 2015

Referent: Prof. Horst-Werner Korf, Direktor des Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Instituts der Goethe-Universität in Frankfurt/Main

Wem gehört eigentlich die Zeit? Wenn wir über nachhaltige Lebensstile reden, reden wir dann auch über Zeitsouveränität? Über die Ökologie der Zeit?
Also: „Nachhaltige Lebensstile: Leben mit oder gegen die Uhr“. So der Titel der Veranstaltung aus der Veranstaltungsreihe "Gesundheit und Eigenverantwortung" von Die Umwelt-Akademie e.V. vom 17.11.2015.

„Der Mensch lebt um der Muße willen“, meinte Aristoteles. Und in der Muße sah er auch die Basis der Glückseligkeit. Seither hat ein zur Zeit der alten Griechen unvorstellbarer technischer Fortschritt sämtliche Arbeits- und Alltagsprozesse derart beschleunigt, dass wir uns eigentlich alle ein Leben voller glückverheißender Mußestunden gönnen könnten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Streß, Hektik, Zeit-„Not“ sind unsere ständigen Begleiter. Noch nie in der Menschheitsgeschichte konnten wir zwischen so vielen Möglichkeiten wählen, unser Leben zu gestalten; und noch nie haben wir versucht – oder waren wir gezwungen –, so viel aus der uns zugemessenen Tages-, Wochen- und Lebenszeit „herauszuholen“.

Auf der Jagd nach dem bestmöglichen Leben setzen wir uns über die natürlichen äußeren Rhythmen hinweg, die uns die Natur seit jeher vorgibt, sei es auf Interkontinentalflügen oder durch die alljährliche Umstellung auf „Sommerzeit“. Noch weniger achten wir auf unsere innere Uhr, die unseren 24-Stunden-Rhythmus regelt und uns genau sagt, zu welcher Tageszeit wir besonders leistungsfähig sind und wann wir ausruhen oder schlafen sollten. Das permanente Hinwegsetzen über die chronobiologisch bedingten Bedürfnisse unseres Körpers, z.B. durch Schichtarbeit, starre Arbeitszeiten, zu frühem morgendlichen Schulbeginn, nicht zu vergessen der selbstgemachte Leistungsdruck in der Freizeit, bleiben nicht ohne Folgen. Psychisch, physisch und nicht zuletzt sozial und volkswirtschaftlich.

Ob frühaufstehende „Lerche“, spät munter werdende „Eule“ oder zwischen diesen beiden Extremen liegende „Goldammer“: Wer dauerhaft seinen Chronotyp verleugnet, erhöht sein Krankheitsrisiko. Das erläuterte der Chronomediziner Professor Dr. med. Horst-Werner Korf, Institutsdirektor des Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Instituts im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Und er gab noch einige Tips für nachhaltiges Leben:

  • Nicht gegen den eigenen „Chronotyp“ leben
  • Schlafen, essen, aktiv-sein sollten „synchronisiert“ sein
  • Möglichst viel blaues Licht – tagsüber (!), am besten draußen
  • Abends, nachts kein blaues Licht (Fernseher, laptop…)
  • In dauerhaft dunklen Räumen möglichst Leuchten mit Tageszeit-wechselnden Farben verwenden


Prof. Horst-Werner Korf:

1. Teil Klicken Sie hier

2. Teil Klicken Sie hier

3. Teil Klicken Sie hier

 

 

Paul Greineder

Für das Thema „Eigenverantwortung und Gesundheit“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Paul Greineder.

Mutbürger für Energiewende!

Ausblick

Klimakonferenz in Paris: Durchbruch oder Chaos? Wie geht’s weiter?

mit einem einführenden Grußwort der neuen Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, Berufsmäßige Stadträtin Stephanie Jacobs

in Kooperation mit der Landeshauptstadt München (LHM, RGU), Münchner Forum Nachhaltigkeit (MFN), Green City e.V., Green City Energy AG, klimaretter.info, Grün&Gloria, Evangelische Stadtakademie München, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 19:00 Uhr, Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24, 80331 München (U und Tram Sendlinger Tor, S-Bahn Karlsplatz)

Refereten:

  • Benjamin von Brackel
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Graßl

2015: Erst der G7-Gipfel mit dem Versprechen der großen Industrienationen, das +2-Grad-Ziel Erderwärmung einhalten zu wollen; dann die Umwelt-Enzyklika des Papstes mit dem leidenschaftlichen Appell an uns Menschen, die Natur als Mitwelt zu verstehen und sie nicht länger auszubeuten; und nun die vielbeschworene Klimakonferenz in Paris: Wird sie erneut scheitern oder – endlich – einen gewissen klimapolitischen Durchbruch bringen?

Rio, Kyoto, Kopenhagen - und in diesem Jahr eben Paris. Es wird vermutlich die letzte Chance sein, unser Problem mit dem Klima auf diplomatischem Weg in den Griff zu bekommen. Von 30. November bis 11. Dezember wird dazu in der französischen Hauptstadt über einen neuen Weltklimavertrag verhandelt.

Hoffnung macht tatsächlich das Abschlußdokument des diesjährigen G7-Gipfels in Elmau. Die Regierungschefs der sieben größten Industriestaaten betonen darin, dass tiefe Einschnitte bei den weltweiten Treibhausgasemissionen erforderlich seien, einhergehend mit einer „Dekarbonisierung der Weltwirtschaft“ im Laufe dieses Jahrhunderts. Aber wieviel Gestaltungswille steckt tatsächlich dahinter? Ist es wieder nur ein Lippenbekenntnis oder der so dringend benötigte Aufwind für den bevorstehenden Konferenz-High-Noon? Und warum soll Paris gelingen, wenn viele Vorgängerkonferenzen scheiterten? Wie verhalten sich die Länder des Südens; wieviel hunderte Milliarden Dollar ist der industrialisierte Norden zu zahlen bereit, sei es als Ablaß für die bis heute währenden historischen Sünden, die Atmosphäre als CO2-Müllkippe genutzt zu haben, sei es als Kompensation von Klimaanpassungsmaßnahmen der armen Länder? Wie verhalten sich Russland oder Saudi-Arabien, die ja durch Reduzierung von Kohle und Öl quasi teil-enteignet werden, wenn 80% der fossilen Energien im Boden bleiben sollen?
Denn um die Erderwärmung geht es nur unter „ferner liefen“; es geht um Machtverteilung auf dem Globus, Verhinderung von Flüchtlingskatastrophen und sehr viel Geld.

Wir wollen uns aus erster Hand informieren lassen:

Benjamin von Brackel war bereits auf der Weltklimakonferenz in Lima dabei und wird auch aus Paris für klimaretter.info live berichten. Er kennt die Strippenzieher und weiß um die Faktoren von Erfolg und Misserfolg bei diesem globalen Demokratietest.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Graßl gilt international als einer der führenden Klimaforscher unserer Zeit. Er war maßgeblich an den Verhandlungen für das Kyoto-Protokoll beteiligt, leitete das Weltklimaforschungsprogramm der UN in Genf und war langjähriger Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie im Hamburg.

Anmeldung erbeten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Helmut Paschlau

Für das Thema „Mutbürger für Energiewende!" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Helmut Paschlau.

 

Energiewende der Bürger: Auf dem Weg zur Energievision

28. Januar 2016, 19:00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, „Orange Bar“

Referenten:

  • Dieter Geweis, Bürgrmeister a.D., Furth
  • Franz Reicherzer, Stabsstelle Energievision im Landkreis München

Klar ist: München wird sich aus erneuerbaren Energien nicht selbst versorgen können. Wie bei der Ernährung ist die Stadt bei der Energieversorgung auf input u.a. aus der Region angewiesen.

Wieder einmal stellen wir in zwei Vorträgen vor, wie „Energiewende“ geht, im Umland.

Wie die Energiewende tatsächlich stattfindet, ist z.B. in der Gemeinde Furth bei Landshut (3.500 Einwohner) zu beobachten: Bürgermeister a.D. Dieter Gewies stellt vor, wie die Gemeinde es geschafft hat, etwa 90% Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien lokal zu erzeugen. Dabei sind die natürlichen Voraussetzungen in Furth gar nicht so besonders gut. Dort gibt es keine Wasserkraft und auch keinen möglichen Windkraftstandort, das Gemeindegebiet ist mit 21 qkm vergleichsweise klein, und viele größere Gebäude (Rathaus, Dorfzentrum, Krippe, Hort, Kindergarten, Betreutes Wohnen, Seniorenheim, Grund- und Mittelschule, Kloster, Gewerbebetriebe und Gymnasium) sind mit Strom und Wärme zu versorgen. Dazu ist die Gemeinde auch etwas finanzschwach.
Schon 1999 hat der Gemeinderat von Furth beschlossen, dass die Gemeinde zu 1oo% mit erneuerbaren Energien versorgt werden soll. So ist Furth die erste und damit älteste Energiewendegemeinde in Deutschland. Für diesen Beschluß waren für den Gemeinderat Ökonomie und Ökologie gleichermaßen wichtig.

Seit den 1990er Jahren engagieren sich der Landkreis München und seine Städte und Gemeinden (331.000 Einwohner) für den Klimaschutz. Nach und nach wurden Erneuerbare Energien bei eigenen Baumaßnahmen integriert, energetische Sanierungen durchgeführt, kommunale Förderprogramme aufgelegt, Umwelttage veranstaltet und Klimaschutzkonzepte erstellt. Mit der einstimmigen Verabschiedung einer „Energievision“ im Jahr 2006 wurde erstmals eine konkrete Zielsetzung für den gesamten Landkreis München formuliert: Bis zum Jahr 2050 sollen 60 % Energie eingespart und der verbleibende Rest ausschließlich durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Nach nun fast 10 Jahren „Energievision“ kann aber nicht darüber hinweg gesehen werden, dass der Landkreis seine eigenen Energieziele nicht erreichen wird, sagt Franz Reicherzer, Leiter der Stabsstelle Energievision im LRA Münche: Vor allem wegen der boomenden Entwicklung im Ballungsraum München ist der Energieverbrauch des Landkreises von 2005 bis 2010 um 25 % angestiegen, anstatt zu sinken. Deshalb ist beschlossen, die „Energievision“ zu überarbeiten.

 

E-Mobilität in München

in Kooperation mit Green City Projekt GmbH und Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)

18. Februar 2016, 19:00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG,
„Orange Bar“

Referenten/innen:

  • Dr. Uwe Hera, Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt, Hauptabteilung Umwelt
  • Dr. des. Jessica Le Bris, Projektleitung Flottentest ACM bei Green City Projekt Gmbh

Wir wollen an diesem Abend zwei Themen präsentieren: Das E-Mobilitätsprogramm der Landeshauptstadt München und das neue E-Fahrzeugkonzept von Green City.
Das Integrierte Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität in München der Landeshauptstadt München (IHFEM 2015) enthält neun Handlungsfelder (darunter etwa "Laden & Parken", Pendler, Mobilitätsmanagement & Carsharing) mit einer Reihe von Maßnahmen, die exemplarisch vorgestellt werden (u.a. ÖPNV, E-Zweiräder, Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur). Das Förderprogramm soll in München E-Fahrzeuge (im Wirtschaftsverkehr (!)) sowie Ladeinfrastruktur stärken. Der Stadtrat hat dafür insgesamt 22,2 Mio. Euro für zwei Jahre bereitgestellt.

Die „E-Allianz München“ ist ein neues Gremium, das von der Verwaltung gegründet, organisiert und mit spezifischen Aufgaben versehen wird. Während das IHFEM 2015 sämtliche E-Mobilitätsmaßnahmen umfaßt, die die Stadtverwaltung selbst umsetzen kann, wird es die wesentliche Aufgabe der E-Allianz sein, die Stadtverwaltung und externe Stakeholder aus dem Bereich E-Mobilität an einen Tisch zu bringen, um strategische E-Mobilitätsziele für München zu entwickeln; andererseits aber auch ganz konkrete Maßnahmen gemeinsam umzusetzen. Bürgerbeteiligung also.

Green City Projekt Gmbh bietet unter dem Titel „Adaptive City Mobility“ (ACM) eine Reihe von E-Mobilitätsdienstleistungen an: Ziel des ACM Projekts ist es, mittels eines neuen E-Fahrzeugkonzepts und -Sharing-Systems eine maximale Auslastungs- und somit Kosteneffizienz bei der Elektromobilität zu erreichen und zugleich den Fahrzeugbestand v.a. in Innenstädten zu reduzieren. Ermöglicht wird dies durch verschiedene technologie- und systembasierte Innovationen, wie z.B. die Entwicklung eines 450 kg leichten Elektrovehikels mit neuartigem Akku-Wechselsystem und der Entwicklung eines softwarebasierten Multi-Mode-Systems (eine Art IKT gestütztes und gewerblich orientiertes Sharing bzw. Poolingkonzepts), das die gleichzeitige Nutzung eines Fahrzeugs z.B. als Taxi, im Corporate Sharing oder auch als Service- und Logistikfahrzeug ermöglicht. Die Integration von erneuerbarer Energie soll zudem 100% emissionsfreie Mobilität gewährleisten. Erst kürzlich wurde das Projekt dazu zu einem der Leuchtturmprojekte der Bundesregierung ernannt.

"Mutbürger für Energiewende!“
Veranstaltungsreihe 2015
Gefördert durch

Landeshauptstadt München,  Referat für Gesundheit und Umwelt

 

SWM-Strategie zu Wärme und Geothermie

17. März 2016

Referent: Stephan Schwarz, GF Technik und Versorgung der SWM GmbH

 

Rückblick

Mut statt Wut: Beteiligung und Akzeptanz

Donnerstag 24. September 2015

Referentin:

Prof. Dr. Patrizia Nanz, Leiterin des Forschungsschwerpunktes Partizipationskultur, Kulturwissenschaftliches Institut Essen:
„Ohne Beteiligung wird es keine Akzeptanz der Energiewende geben“

„Wenn der Wind der Erneuerung weht, dann bauen die einen Menschen Mauern und die anderen Windmühlen“, das besagt eine Lebensweisheit aus China.

Am 24.09.2015 ging es um Akzeptanz und Beteiligung: 93 Prozent der Bundesbürger – Stand 09.09.15, TNS Emnid – sind für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Doch wenn es um konkrete Windräder oder Überlandleitungen geht, scheinen die NIMBYs (not in my backyard) die Mehrheit zu haben. Doch das stimmt nicht, sie sind oft nur lauter: Befragt nach der Zustimmung zu Stromerzeugungsanlagen in der eigenen Nachbarschaft, bewertete auch in Bundesländern mit hoher Anlagendichte eine Mehrheit von 68 Prozent Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nähe des eigenen Wohnortes als „gut“ oder „sehr gut“ – deutlich mehr als bei fossilen oder nuklearen Anlagen: Gas 25%, Kohle 7%, Atom 4%. Beim Blick auf die verschiedenen Erzeugungstechnologien haben Solar- und Windanlagen die Nase vorne. Die Akzeptanzwerte sind noch höher, wenn die Menschen bereits solche Anlagen in ihrer Nähe haben.

Trotzdem gibt es natürlich auch bei objektiven Vorteilen für alle manchmal auch erbitterten Widerstand gegen jede (technische) Änderung; insbesondere bei Menschen, die vor Ort Nachteile haben oder befürchten, aber keinen unmittelbaren Vorteil. Wenn vor-Ort-Nachteile auf Allmende-Vorteile prallen.

Frühestmögliche Informationen sind eine der notwendigen Bedingungen, Großprojekte oder Energieanlagen durchzusetzen. Zum anderen ist die mittelbare und unmittelbare Beteiligung der Menschen unabdingbar erforderlich – sei es durch Befragungs-, Konsultations- und Abstimmungsverfahren oder auch finanzielle Beteiligung. Doch rationale Argumente sind oft nutzlos, um negativ betroffene Menschen zu überzeugen; auch Emotionen müssen angesprochen werden.

Frau Prof. Dr. Patrizia Nanz, Leiterin des Forschungsschwerpunktes Partizipationskultur am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, zugleich CEO European Institute for Public Participation, begann mit generellen Überlegungen, wie die Energiewende unser demokratisches Zusammenleben umgestaltet und weiterentwickelt; alte durch neue Technik zu ersetzen genüge nicht. Gefragt seien nicht nur technische, sondern auch demokratische Innovationen. Wer Solarzellen auf seinem Dach montiert, ist nicht nur Konsument, sondern auch Produzent (= „Prosumer“), er verlangt neue Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

In der Diskussion zur Energiewende (zu allen großen Transformationen) komme die Unterscheidung von Akzeptanz und Akzeptabilität zu kurz, so Nanz: Empirische Legitimität meint die tatsächliche Akzeptanz einer (technischen) Regelung; Akzeptabilität bezieht sich dagegen auf die Zustimmungswürdigkeit einer Lösung, z.B. weil das Entscheidungsverfahren fair und demokratisch war (normative Legitimität). In der Regel erzeugt Akzeptabilität auch Akzeptanz; doch die Partizipationserwartungen der Bürger sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, 90% verlangen mehr Mitsprache bei Infrastrukturplanungen.

Präsentation Prof. Dr. Patrizia Nanz: Klicken Sie hier

Frau Nanz hat – was den Abend besonders spannend machte – eine ganze Reihe streitiger Beteiligungsverfahren mit-gemacht, gesteuert, wissenschaftlich ausgewertet, insbesondere beim Ausbau des Übertragungsnetzes (Erweiterung um 3.500 km HGÜ-Leitungen mit z.T. über 100 Meter hohen Masten). Ihre Feststellung: Wenn der Übertragungsnetzbetreiber (z.B. TenneT) mit einem konkreten Leitungsverlauf unter Einschluss der regionalen Entscheidungsbehörden zu planen beginnt, dann erst werden die betroffenen Bürger informiert/konfrontiert; zu diesem Zeitpunkt aber hat der Bundesgesetzgeber längst das „Ob“ der Leitung beschlossen: Das aktuelle Planungsrecht bietet nur wenig Spielraum für zeitgemäße Partizipation.

Wer hier „nachträglich“ – gegen den Willen der Bürger – Akzeptanz „herstellen“ wolle, werde scheitern, so Nanz. Angesagt sind Verfahren der dialogorientierten Beteiligung: Betroffene, Netzbetreiber, Bürgerinitiativen, Umweltverbände, wissenschaftliche Experten, Planungsbehörden, Kommunalvertreter werden zusammengebracht, um über Planungen zu beraten. Ziele sind, transparent, zutreffend und ausgewogen über den Netzausbau zu informieren sowie Möglichkeiten der Mitgestaltung in der Planung des Trassenverlaufs zu suchen. Es gilt, alternative Positionen abzuwägen. Im Gegensatz zu Bürgerentscheiden geht es also um Konsultation. Das Antragsrecht auf einen bestimmten Trassenverlauf verbleibt beim Netzbetreiber (dies zu tun ist seine Pflicht), die Letztentscheidung bei der Genehmigungsbehörde (bzw. der folgenden Verwaltungsgerichtsbarkeit).
Ostbayernring von Redwitz nach Schwandorf: Für den Raum Windischeschenbach – Schwanforf hat das KWI mit Frau Nanz als Forschungsleiterin, finanziert vom Bundesforschungsministerium, September 2014 bis Juli 2015 zwei Begleitprozesse entwickelt und durchgeführt. Es gab drei öffentliche Veranstaltungen (für jedermann, je 100 Bürger); und ein „Trassenuntersuchungsteam“ aus Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden, Behördenvertretern, Vertretern verschiedener Verbände, TenneT als verantwortlicher Netzbetreiber, Umwelt- und Technikexperten und acht Bürgern, ausgewählt nach dem Zufallsprinzip, gesteuert nach Geschlecht, Alter etc..
Es ging nicht darum, Zustimmung zur Stromleitung zu „erzeugen“; sondern darum, alternative Trassenkorridore zu entwickeln, durch die möglichst wenige Menschen, Natur- und Erholungsräume etc. beeinträchtigt werden. Was auch gelang. TenneT hat dann – wozu es keinen rechtlichen Zwang gibt – die von den Bürgern mehrheitlich präferierte Alternativtrasse entlang einer Autobahn als Grundlage der Genehmigung im Raumordnungsverfahren gemacht. Damit wurde sichergestellt, dass die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im formellen Verfahren Berücksichtigung finden.

Ob gegen die bevorstehende Genehmigungs-Entscheidung durch die Regierung von Oberpfalz Verwaltungsgerichtsprozesse angestrengt werden, bleibt abzuwarten. „Akzeptanz“ aufgrund eines Bürgerbeteiligungs-Verfahrens bedeutet ja nicht, dass alle Menschen der gefundenen Lösung zustimmen. Aber der Widerstand gegen die dortige TenneT-Übertragungsleitung hat erkennbar deutlich abgenommen.

Auch wenn Beteiligungsverfahren ihre Grenzen haben, so erzeugen sie doch positive „Nebeneffekte“: Sie führen häufig zu besseren Lösungen und erleichtern die Umsetzung eines Infrastrukturprojekts; sie erhöhen in der Bevölkerung das Verständnis für die Komplexität solcher Projekte; es werden Konflikte (und Klagen) reduziert und Menschen an einen Tisch zusammengebracht, die sonst nicht miteinander reden würden; Partikularinteressen werden eingedämmt, soziales Lernen – bei allen Beteiligte – wird initiiert und katalysiert.
Zu fragen ist, ob und wie das Planungsrecht so umgestaltet werden muss und kann, dass partizipative Verfahren und deren Ergebnisse als Grundlage eines Genehmigungsverfahrens künftig verpflichtend werden. Die Kosten eines solchen Begleit-Verfahrens – rd. 1% der Gesamtkosten – dürften angesichts möglicherweise vermiedenen jahrelangen Rechtsstreits mit Umplanungen und langen Projektverzögerungen jedenfalls nicht entgegen stehen.

Institutionalisierte Mitwirkungsangebote sind das Gebot der Stunde: Nicht nur bei Überlandleitungen, sondern bei allen größeren Infrastrukturprojekten in Deutschland.

 

 

Holt das Geld da raus! Divestment, kein Kapital für Atom, Kohle, Öl und Gas!

Mittwoch, 30. September 2015

in Kooperation mit der Landeshauptstadt München, Green City e.V., Green City Energy AG, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)

Veranstalter: Green City e. V. und die Umwelt-Akademie e. V. in Kooperation mit Green City Energy AG und Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS e. V.)
(Protokollführung: Nadine Stephenson)

Referenten:

  • Matthias Fiedler, Geschäftsführer Bewegungsstiftung
  • Dr. Rolf Häßler, Geschäftsführer Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH

Moderation: Dr. Helmut Paschlau, Vorstand der Umwelt-Akademie e. V.

Einführung Dr. Helmut Paschlau:

Unsere heutige Veranstaltung beschäftigt sich mit dem Thema Divestment. Die Bewegung wächst weltweit rasant und hat mit US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon prominente Unterstützer. Die Bewegung nennt sich „Go Fossil Free!“ und ruft zu Divestment auf. Di- oder De-Investment ist das Gegenteil von Investieren, also der Kapitalabzug aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Vorbild für Divestment ist die Bewegung der 1980er Jahre, die mitgeholfen hat, das rassistische Apartheid-System in Südafrika zu beenden. Divestment steht dabei für den Rückzug aus entsprechenden Kapitalanlagen: wenn der anthropogene Klimawandel falsch ist, kann es nicht richtig sein, daran zu verdienen! Weltweit ruft ein Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen und Graswurzel-Aktivisten Kommunen, Universitäten, institutionellen Anlegern und Kirchen zu Divestment auf, mit beachtlichem Erfolg. Mehrere Milliarden Dollar sollen der Industrie bereits entzogen worden sein. 400 Staats- und Pensionsfonds, der Weltkirchenrat, Großstädte und Versicherungen, Stiftungen und institutionelle Großanleger haben Geld aus dem fossilen Sektor abgezogen, darunter der milliardenschwere norwegische Pensionsfond. Weltweit werden seit 2010 zwei von drei projektierten Kohlekraftwerken zurückgestellt. Vattenfall hat sein gesamtes deutsches Braunkohlegeschäft einschließlich des Tagebaus zum Verkauf gestellt. Aber bislang will niemand kaufen. Das ist die eine Seite, die andere ist: Investitionen in Kohle sind immer weniger wert. Ökonomische Argumente liefert der renommierte US Klimaspezialist Bill McKibben: soll das auf dem G7 Gipfel bekräftigte politische 2-Grad-Ziel auch nur halbwegs eingehalten werden, dann darf die Menschheit bis 2050 nur noch 20% der heute bekannten fossilen Reserven verfeuern. Aber welchen unternehmerischen Wert haben dann die restlichen 80% fossiler Energieträger, die im Boden bleiben müssen? Die Finanzwelt nimmt die carbon bubble ernst. Aktienkurse von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen
brechen ein.

Jetzt wollen wir die Hintergründe der Forderungen nach Divestment erforschen und uns informieren, was Divestment bewegen kann. Und zwar aus Sicht von jemandem, der die Energie- und Ressourcenmärkte sehr gut einschätzen kann und aus Sicht von jemandem, der die weltweite Divestment Bewegung beobachte und daran aktiv mitgewirkt. Ich darf vorstellen:

Dr. Rolf Häßler vom Institut für nachhaltige Kapitalanlage und Matthias Fiedler von der Bewegungsstiftung.

Dr. Rolf Häßler

Mein Vortrag wird sich auf nachhaltige Kapitalanlagen konzentrieren. Divestment macht viel Sinn und wird von Kapitalanlegern bereits seit 100 Jahren betrieben. Wenn man Unterstützer sucht für Divestment, dann wird man sie unter den nachhaltigen Investoren finden. In meinem Vortrag gehe ich auf die Grundidee der nachhaltigen Kapitalanlage ein und auf das Volumen. Ich stelle Ihnen die Anlagestrategien am nachhaltigen Kapitalmarkt, die Wirkungen nachhaltiger Anlagen auf die Unternehmen und die Grenzen der Einflussnahme vor. Worum geht es, wenn ich als Anleger über Kapitalanlage nachdenke? Es geht um Rendite und Risiko! Um den Bereich, den man über der Wasseroberfläche vom Eisberg sieht. Als nachhaltiger Investor interessiere ich mich aber auch für das, was unter der Wasseroberfläche stattfindet: Welchen Einfluss hat das Investment auf den Klimawandel und auf die Umwelt? Nachhaltige Kapitalanlagen haben somit zwei Leistungsversprechen. Ein Hinweis an dieser Stelle: eine Studie aus den USA zeigt, dass die Rendite von Aktienfonds nicht unter dem Ausschluss von fossilen Unternehmen leidet! Neben dem Grund der Einflussausübung kann also auch ein Grund für eine Investition in nachhaltige Objekte sein, dass die Berücksichtigung von ESG- Kriterien sich positiv auf das Risiko / die Rendite der Kapitalanlage auswirkt. Die Nachhaltigkeitsleistung kann ein Indikator für Qualität der gesamten Unternehmensführung sein.

Dabei gibt es unterschiedliche Investitionsansätze, die zum Divestment bzw. Investment in nachhaltige Energien führen:

1. der Ansatz im Sinne des Schade-Nicht-Prinzip, d.h. solange die Investition nicht schadet, kann sie getätigt werden oder

2. der „Mission Investing“ Ansatz: d.h. ich will einen positiven Beitrag leisten und unterstütze bestimmte Unternehmen. Ein Beispiel hierzu wäre: das 2-Grad-Ziel ist nur erreichbar, wenn nur noch ein kleiner Teil, ca. 20% Prozent der bekannten fossilen Reserven, verbrannt werden. Vattenfall, Shell und Steag haben Werte bilanziert, die dann bis zu 80% Prozent nicht mehr werthaltig und damit überbewertet sind, deshalb nimmt ein Investor diese Unternehmen aus seinem Portfolio.

Ein anderer Ansatz ist: ich möchte mit dem Klimawandel kein Geld verdienen, ich will ein Zeichen setzten, ich will denen den Weg versperren, Geld mit so was zu verdienen.

Ein wieder anderes Ziel ist: ich betreibe Divestment um Kapital freizumachen für nachhaltige Investitionen. Das Wirkungsprinzip der Nachhaltigen Kapitalanlage funktioniert damit so: wir investieren unser Geld in nachhaltige Kapitalanlagen und bringen Unternehmen dazu, die Strategie zu ändern (Volumen/Strategie-Waage) bzw. die Qualität ihres Nachhaltigkeitsmanagements zu steigern. Derzeit werden schon ca. 19,1 Billionen Euro unter Nutzung von sozialökologisch-ethischen Gründen weltweit investiert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es 197,5 Mrd. Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 47%. Der Zuwachs ist enorm, aber das Volumen insgesamt ist zu niedrig. Wir müssen mehr Gewicht auf die Volumenseite der Waage bringen.

Wer investiert eigentlich sein Geld nachhaltig: Stiftungen, Kirchen, Pensionskassen. 83% der nachhaltigen Investitionen in Deutschland erfolgen durch institutionelle Anleger, nur der Rest geschieht durch private Anleger. In der Schweiz sind es schon 2/3 institutionelle Investoren. Die institutionellen Anleger bringen hierzulande das Kapital auf die Waage. Es müssen noch die privaten Anleger herangezogen werden. Eine Studie von Arabella Advisors zeigt, dass das Wachstum des Divestments global betrachtet enorm ist: 2015 wurde mehr als fünfzig Mal so viel Kapital divestiert wie noch 2014. Die Anzahl der Unterstützer ist von 181 institutionellen und 656 privaten Investoren in 2014 auf 436 Institutionelle und 2.040 private Investoren in 2015 gestiegen. Das Wachstum ist also stark. Aber das Volumen muss weiter steigen. Die Divest/Invest Kampagne selbst findet in Deutschland bisher zu wenige Unterstützer.

Fazit: beeindruckend ist die Dynamik, das Volumen ist noch überschaubar!

Und wie lässt sich mit einer nachhaltigen KapitalanlageEinfluss ausüben? Durch das Tripple A der nachhaltigen Kapitalanlage: Ausschließen, Auswählen, Ansprechen.

1. Ausschließen, was nicht zu meinen persönlichen Wertevorstellungen passt.

2. Auswählen: ich werfe keine Werte raus, sondern wähle aus was passt. In dieser Kategorie gibt es das Positivkriterium und den Best-in-Class Ansatz. Das Positivkriterium wählt alle Investoren aus, die den Werten/Zielen des Investors entsprechen. Beim Best-in-Class Ansatz investiere ich in die, die besonders gut mit Nachhaltigkeit umgehen.

3. Ansprechen: ich gehe auf die Hauptversammlung und spreche bestimmte Punkte an. Ich zeige Engagement, ich gehe in Investorengespräche und bringe meine Gedanken ein.

Der Gedanke des Ansprechens wirft die Frage auf: Funktioniert Divestment auch als alleinige Strategie oder nur in Kombination mit anderen Anlagestrategien? Unter nachhaltigen Investoren ist derzeit das Ausschlusskriterium das Hauptargument. Das Ausschlusskriterium wird weltweit bei der Verwaltung von gut 12,8 Billionen Euro verwendet. Damit ist dieses Kriterium führend vor allen anderen genannten Kriterien. Der Ausschlussansatz ist auch in Deutschland schon sehr gut bekannt. In Deutschland sind die entscheidenden Ausschlusskriterien Waffen, Arbeitsrechtsverletzung und Pornographie. Der Aspekt Umweltzerstörung spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Nun betrachten wir die andere Seite der Wippe: reagieren Unternehmen überhaupt darauf, wenn sie Druck durch Volumen bekommen? Ich habe eine Befragung durchgeführt, auf die 55 Unternehmen geantwortet haben, dabei die Hälfte der DAX Unternehmen: „Welchen Einfluss haben Anfragen von Nachhaltigkeitsanalysten?“. Die Unternehmen sagen: nicht nur auf die Ziele und Strategien im CSR Management haben sie einen Einfluss, sondern sogar auf die Gesamtstrategie des Unternehmens. Weniger Mut macht eine andere Studie. Hier wurde untersucht, welchen Einfluss nachhaltige Investoren und Asset Manager insgesamt auf die Gesamtstrategie des Unternehmens haben. Nur 2 von 100 Unternehmen antworten hier mit „sehr hoch“. Auf die Frage, welche der von nachhaltigen Investoren genutzten Strategien den größten Einfluss auf das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens hat, antwortete die Mehrheit mit dem Best-in-Class Ansatz (39%). Nur 5,6% nannte das Ausschlusskriterium. Auch Unternehmen im deutschsprachigen Raum benennen den Best-in-Class Ansatz als die wichtigste Strategie.

Zu den Grenzen des Divestment sollte man sich die Frage stellen: Ist ein radikaler Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern die richtige Strategie?
Brauchen wir eine differenzierte Divestmentstrategie? Außerdem ist zu hinterfragen, ob mit Divestment nicht nur kapitalmarktnotierte Unternehmen erreicht werden. Kritisch betrachtet werden muss ebenfalls, dass die Divestoren einen Marktmechanismus außer Kraft setzen wollen, indem sie ihre Aktien verkaufen. Irgendjemand wird diese
Aktien aber auch wieder kaufen. Darüber hinaus beeinflusst die Verwendung des Ausschlusskriterium gemäß Umfragen das Verhalten der Unternehmen weniger stark als andere Anlagestrategien. Sind somit Ausschlusskriterien alleine der richtige Weg? Sollte man nicht lieber seine Aktien behalten und Engagement betreiben? Könnte man nicht mehr erreichen, wenn sich alle zusammenschließen würden und ihre Stimmrechte nutzen, um das Unternehmen in die richtige Richtung zu bewegen?

Präsentation Dr. Rolf Häßler: Klicken Sie hier

Herr Paschlau übergibt das Wort an Matthias Fiedler.

Matthias Fiedler

Ich bin Geschäftsführer der Bewegungsstiftung. Wir unterstützen politische Kampagnen und Protestbewegungen. Wir sind eine von den 9 Organisationen, die sich der Divest-/Invest Kampagne angeschlossen haben. Ist eine Bewegung raus aus der Kohle spürbar? Bisher noch nicht! Noch in 2013 mobilisierten Privatbanken 89 Milliarden Dollar für die Kohlefinanzierung. Das Bild sieht bisher noch nicht gut aus, die Divest/Invest Kampagne ist deshalb sehr wichtig. Die Divestment Bewegung nahm ihren Ursprung an US-Universitäten.

Neben moralischen Argumenten spricht auch das ökonomische Argument der carbon bubble für Divestment. Das Problem ist: Die Deutsche Bank und die Allianz
investieren weiterhin in die Kohlebranche. Solange die carbon bubble nicht platzt, werden sich immer Investoren finden, die in Kohle investieren. Das finanzielle Volumen von Divest/Invest nimmt immer weiter zu, macht aber nur einen Bruchteil der Gesamtinvestitionen aus. Auch wenn in Deutschland noch nicht im großen Stil divestiert wird, spielt der symbolische Wert der Divestment-Entscheidung einzelner Akteure eine wichtige Rolle. Die Divestment-Bewegung setzt auf diesen symbolischen Wert, um öffentlichen und politischen Druck aufzubauen.

Jenseits von Divest/Invest gibt es in Deutschland zahlreiche Aktionen wie die Anti-Kohle-Menschenkette in der Lausitz oder die Protestaktion Ende Gelände im Rheinischen Braunkohlerevier sowie viele kleine Lokalgruppen. Im Gegensatz zu den Aktivisten haben die Institutionen aber noch kein Feuer für das Thema Divestment gefangen.

Für mich persönlich greift die Forderung nach Divestment etwas zu kurz. Ich glaube nicht, dass es ausreicht, das Kapital von den alten, fossilen Energieträgern und Technologien hin zu den Erneuerbaren zu verschieben. Grüne Technologien sind nicht des Rätsels letzte Lösung für all unsere Probleme. Wenn wir von Klimawandel und –schutz sprechen, dürfen wir Fragen sozialer und globaler Gerechtigkeit nicht außer Acht lassen.

Präsentation Mathias Fiedler: Klicken Sie hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Helmut Paschlau, Vorstand Die Umwelt-Akademie e.V.

 

 

 

 

 

Dr. Rolf Häßler, Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Matthias Fiedler, Geschäftsführer Bewegungsstiftung
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enzyklika LAUDATO SI´ von Papst Franziskus – über die Sorge für das Gemeinsame Haus

in Kooperation mit BenE München e.V. - Regionales Kompetenzzentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung und Forum ökologisch-sozilae Marktwirtschaft e.V.

Donnerstag, 08. Oktobetr 2015

Referent: Prof. Dr. Markus Vogt, Katholisch-Theologische Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU)

Laudato Sì - Sei gepriesen, Herr! Ein Kirchenlied von Franz von Assisi aus dem Jahr 1225. Romantisiert im 18. Jh; heute ein Ohrwurm in unzähligen Gottesdiensten, ein Schlager auf italienischen Straßen.

„Laudato Si` – über die Sorge für das Gemeinsame Haus“

So lautet der Titel der „Umwelt-Enzyklika“ des Papstes in der deutschen Übersetzung – 170 Seiten aufrührender Text in der Buchfassung. Die Enzyklika erscheint in einem Jahr, 2015, in dem die Weltgemeinschaft wichtige Entscheidungen über globale Entwicklungsziele und ihre Realisierung treffen muss. Sie ist zentrale Stimme der katholischen Kirche im Vorfeld der UN-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Adidas Abeba im Juli 2015, der UN-Konferenz zur Festlegung der globalen Entwicklungsziele – der Sustainable Development Goals – in New York am gerade vergangenen 25.09.2015 und der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015. Sie richtet sich „an alle Menschen, die guten Willens sind“.
In deutlichen Worten mahnt Papst Franziskus zur Umkehr der Menschheit in ökologischen Fragen und in Sachen Nachhaltigkeit. Und zwar zu sechs Schlüsselthemen wie Luft/Erde/Klima, Wasser, Biodiversität, dem Verfall sozialer Beziehungen, der Globalen Ungleichheit und der Schwäche der Antwortsuche. Er fragt nach der Schuld (!) am vom Menschen gemachten (!) Klimawandel und klagt die reichen Gesellschaften des Westens an.

Die Schwachen und Benachteiligten auf unserem Globus sind diejenigen, die unter den Auswirkungen des ungerechten Wirtschafts- und Finanzsystems am meisten leiden. Die Enzyklika stellt den Zusammenhang von Armut, Entwicklung und Ökologie aus sozialethischer Sicht dar:
Franziskus‘ Kritik wendet sich explizit gegen die Vergötterung des Marktes und die Gier nach maximalem Profit; dass die Politik den Primat über die Wirtschaft verloren habe und sich freiwillig dem Finanzwesen unterordne; und dass die Gesellschaften in den reichen Nationen nicht bereit seien, ihr Konsumverhalten zu ändern. Es gehe nun um weltweit neue politische und gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Recht aller Menschen auf Leben und gesundes Umfeld schützen.
Diese Enzyklika ist ein „starkes Stück“. Der Papst ruft tatsächlich zur „Revolution“ auf: „Was gerade vor sich geht, stellt uns vor die Dringlichkeit, in einer mutigen kulturellen Revolution voranzuschreiten!“

Un-erhört.

Rd. 120 TeilnehmerInnen haben sich das erklären lassen, in unserer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 08.10.2015 im prachtvollen Saal des Alten Rathauses. Wer könnte nicht besser über die Enzyklika berichten als ein katholischer Sozialethiker und Jesuit – und einer, der an der Entstehung dieser Enzyklika nicht ganz unbeteiligt gewesen sein dürfte?! Prof. Dr. Markus Vogt, Katholisch-Theologische Fakultät, Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU).
Ein eindrucksvoller Vortrag, großer Applaus.

Und eine kritische Diskussion, im Kern zu zwei Punkten:

  • Bedarf es einer „Handlungsanleitung Nachhaltigkeit“, die nicht nur den unscharfen, vielfach mißbrauchten Begriff erläutert und zum richtigen Handeln übersetzt?
  • Ja, sagte Vogt, er würde das als „vierte Säule“ der Sozialethik befürworten.

  • Was macht die Katholische Kirche denn jetzt – als Institution und in ihren Gliedern? War’s das? Eine aufrüttelnde Bestandsaufnahme, aber wenig Konsequenz?
  • Viele katholische Gemeinden, viele ihrer Mitglieder tun schon viel – z.B. in Sachen Energiewende –, die Katholische Kirche als Institution aber zu wenig und zu spät; auch das sagte Vogt.


Präsentation Prof. Dr. Markus Vogt: Klicken Sie hier

Manuskript Prof. Dr. Markus Vogt: Klicken Sie hier

 

 

 

 

Diese Veranstaltung fand statt im Rahmen des 9. Münchner Klimaherbstes

 

Die Große Transformation. Was? Warum? Und wie?

29. Oktober 2015

Referent: PD Dr. Kora Kristof, Umweltbundesamt (UBA), Dessau, Leiterin der Grundsatzabteilung Nachhaltigkeit

„Das Umweltbundesamt hält ein treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050 für erreichbar“ (EUWID, 30.04.14). Nicht weniger als eine „Erd-Systempolitik für das Anthropozän“ fordert das UBA – ressourcenleicht, immissionsneutral, global gerecht; eine „Große Transformation“ eben. Und ist damit in Übereinstimmung mit dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderung“: „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Und auch mit der Ethikkommission der Bundesregierung, die ihr 2011 den Ausstieg aus der Atomkraft empfahl: „Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“.
Doch der Rat für Nachhaltige Entwicklung bei der Bundesregierung kritisierte seine Auftraggeber Mitte 2014: Er fordert von der Bundesregierung mehr Mut in Sachen Klimaschutz und Energiewende (SZ 03.06.14).


Was ist zu tun? Wie von derzeit 10 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr auf 1 to `runterkommen? Wie sind jetzt die Weichen zu stellen, damit in einer Generation – für unsere Kinder also – das Ziel „ressourcenleicht, immissionsneutral, global gerecht“ erreicht wird? Was muss geschehen durch politische Entscheidungen, in den gesellschaftlichen Strukturen, in der Umweltbildung, bei der Lebensmittelproduktion, der Energiewende, der Mobilität und nicht zuletzt im persönlichen Verhalten der Bundesbürger…?
Ob und wie die Utopie in Realität übersetzt werden kann, das wollten wir vom zuständigen Fachamt der Bundesregierung wissen.
Frau PD Dr. Kora Kristof, Umweltbundesamt (UBA), Dessau, Leiterin der Grundsatzabteilung Nachhaltigkeit, hielt einen engagierten Vortrag über gesellschaftliche, unternehmensbezogene und persönliche Veränderungsprozesse.

Präsentation PD Dr. Kora Kristof: Klicken Sie hier

Die Diskussion mit und unter den 70 Anwesenden war heterogen; vielleicht haben manche vom Umweltbundesamt einen „roten Teppich“, einen „Masterplan“ erwartet, den wir nur umsetzen bräuchten und – schwupps – wäre der Umbau zu einer nachhaltigen Entwicklung geschafft. Einen solchen Masterplan gibt es nicht, kann es nicht geben. Frau Kristof hat dargestellt, dass und wie Veränderungsprozesse – mit allen ihren Widerständen – ablaufen. Und: Dass die Konzentration auf ein Thema und die systematische Betrachtung des Änderungsprozesses die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs erhöht.

Diese Veranstaltung fand statt im Rahmen des 9. Münchner Klimaherbstes

Energie aus Wind-Kleinstanlagen und Mini-/Mikro-Blockheizwerke

Donnerstag 26. November 2015

Referenten:

  • Dr. Ulrich Papenburg, Ingenieurbüro TECHCARBON, Eigner und Geschäftsführer
  • Manfred Giglinger, Berater und Sachverständiger für technische Gebäudeausrüstung und Energieeffizienz

Windkraft genehmigungsfrei für’s Wohnmobil, stromerzeugende Heizungen: Energieanlagen neuen Typs passen für (fast) jedes Haus.

Die HELIX-Windturbine beispielsweise ist konzipiert für do-it-yourself-Lösungen: Unterstützende Stromversorgung für’s Eigenheim, den Schrebergarten, das Freizeitboot, für Hallen und Garagen, Ställe, Handwerksbetriebe, Büros und Ladestationen für E-Autos. In umfangreichen Windkanalversuchen und numerischen Strömungsberechnungen wurde eine vertikale Langsamläufer-Kleinwindenergieanlage auf Basis des bekannten Savonius-Rotors (Halbschalen) weiterentwickelt und optimiert. In Ultra-Leichtbauweise, mit höchstmöglichen Wirkungsgraden, für Wind aus allen Himmelsrichtungen, ab 1,4m/sec. Windgeschwindigkeit, wartungsfrei.

Blockheizkraftwerke (BHKWs) erzeugen elektrischen Strom und Wärme nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip – und das mit einem Wirkungsgrad von bis >90%! Denn die Abwärme aus der Stromerzeugung wird direkt vor Ort als Wärmequelle für die Heizung genutzt. Neben den für Wohnanlagen geeigneten Mini-BHKWs kommen zunehmend auch für Einzelgebäude geeignete sog. Mikro-Anlagen auf den Markt. Geeignet für Neubau als auch für die energetische Sanierung im Bestand, privat und gewerblich. Immer öfter kommt der verschleißarme Stirlingmotor sowie die Brennstoffzellentechnologie zum Einsatz.

Die Diskussion hat gezeigt: Da waren einige kundige Technik-Freaks dabei. Und (wenn auch nicht intendiert): Es haben sich bereits Kauf-Interessenten für diese Technologien gezeigt.

Präsentation Manfred Giglinger: Klicken Sie hier

Präsentation Dr. Ulrich Papenburg: Klicken Sie hier

 

 

Biodiversität

Ausblick

StadtNatur: Warum sollen wir Natur in Städten überhaupt schützen?

Montag, 21. Dezember 2015, 19.00 Uhr, Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg

Referentin? Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

Begrüßung und Einführung durch Dr. Michael Apel, Museum Mensch und Natur, und Dr. Nico Döring, Die Umwelt-Akademie e.V.

Für mehr als 90 Prozent der Deutschen gehört Natur zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Da die Mehrheit der Menschen in Deutschland in Städten lebt, versteht es sich von selbst, dass Naturschutz nicht vor den Toren der Städte halt machen kann. Gerade die Natur vor der Haustür bietet vielen Menschen, insbesondere Kindern, die einfachste und oft erste Möglichkeit, Naturerfahrungen zu machen. Vielfältige Grün- und Freiflächen bieten Raum für körperliche und psychische Erholung. Gleichzeitig sind sie Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Naturschutz in der Stadt ist notwendig - und hat zugleich anders zu sein als der traditionelle Naturschutz in der freien Landschaft, nämlich in besonderem Maße auf die positiven Wirkungen für uns Menschen orientiert. Denn städtische Grün- und Freiräume erbringen wichtige ökologische Leistungen für uns Menschen wie Luftreinhaltung, Lärmschutz und Regulierung von Klima und Wasserhaushalt. Entscheidend für den Erfolg der Bemühungen des Naturschutzes im städtischen Raum ist außerdem die Verknüpfung mit sozialen und kulturellen Belangen. Denn Stadtnatur ist unersetzlich als Ort der Begegnung und gesellschaftlichen Teilhabe, für Gesundheit, Naturerfahrung, aber auch für die Qualität und Ästhetik im Wohn- und Arbeitsumfeld.

Welche ökologischen, sozialen und ökonomischen Gründe sprechen für den Erhalt von Stadtnatur? Was sind die Besonderheiten der biologischen Vielfalt im städtischen Raum? Was hat es mit der Artenvielfalt in Städten auf sich? Wie kann Stadtnatur zu Gesundheitsförderung, Naturerfahrung und Bürgerengagement beitragen? Und: Warum hängen gerade in der Stadt ökologische und soziale Gerechtigkeit eng miteinander zusammen und kann der Naturschutz wesentliche Beiträge zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration leisten? All diese Fragen werden im Vortrag beleuchtet und mit Beispielen aus Forschung und Praxis illustriert.

Nach dem Vortrag sind Sie eingeladen zum weiteren Austausch und zum alljährlichen geselligen vorweihnachtlichen Ausklang.

Dr. Nico Döring

 
 
 
 
 
 
 
 
Für das Thema „Biodiversität und Gewässerschutz“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Nico Döring

Biodiversität in der Großstadt: urban gardening und Co

16. Februar 2016
Film-Session, Ella von der Heide, Regisseurin (angefragt)

 

 

Rückblick

Luchs-Tötungen: Ein Ausdruck von Willkür und Angst vor Mensch und Natur ?

Dienstag, 6. Oktober 2015
Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg

Der Luchs steht für das große Mysterium des Lebens, das sich bis heute nicht abluchsen lässt. Sie diskutieren heterogen und heiß zur Sache und brechen alle die Lanze für den Luchs:

  • Klaus Kumutat, Präsident des Landesamts für Umwelt
  • Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes
  • Ulrich Wotschikowsky, Arbeitsgruppe große Beutegreifer
  • Claus Obermeier, Gregor-Louisoder Umweltstiftung, Vorstand
  • Manfred Jahn, Polizeipräsidium Oberpfalz, leitender Polizeidirektor
  • angefragt: Landwirtschaftsministerium

Die Veranstaltung wurde gefördert von der Gregor-Louisoder Umweltstiftung.

Das Museum Mensch und Natur mit Direktor Dr. Michael Apel war unser Gastgeber und Kooperationspartner.

Prinzessin Auguste von Bayern hieß alle und natürlich den Luchs willkommen.

Ulrich Wotschikowsky, Luchskenner und Jäger, gab einen Überblick zur Situation des Luchses.

Es moderierte Angela Braun vom Bayerischen Rundfunk.

Nachdem der Luchs vor etwa zweihundert Jahren in Mitteleuropa ausgerottet worden war, wurde er in den letzten fünfzig Jahren in einigen Gebieten wieder angesiedelt. Mitteleuropäische Luchsvorkommen wie in der Schweiz, in den Vogesen, im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirge sowie im Harz gehen auf solche Aktionen zurück.

Aber nicht allen Jägern ist der Luchs willkommen. Liegt es daran, dass dieser hauptsächlich von Rehen lebt, die auch die Hauptbeute der Jäger sind? Dabei beträgt der Eingriff von Luchsen in den Rehbestand nur einen Bruchteil - die meisten getöteten Rehe werden überfahren oder vom Jäger selbst erbeutet. Auch Entschädigungszahlungen für gemeldete gerissene Rehe scheinen nicht zu helfen. Luchse werden vergiftet oder geschossen, die Population verharrt auf niedrigem Niveau und breitet sich nicht in benachbarte günstige Lebensräume aus, so wie es angesichts der Geburtenrate zu erwarten wäre.

Woran liegt es, dass diese seltene, vorübergehend ausgerottete, heute strengstens geschützte Tierart bei uns - einem der wohlhabendsten Länder der Erde - nicht heimisch werden kann? Welche Ursachen und Motive stecken hinter Vergiftung und Wilderei dieser faszinierenden Tiere, die weder gefährlich sind noch einen wirklichen Schaden anrichten? Geht es wirklich nur um Rehe?

Steht nicht eher ein Bedürfnis nach Kontrolle und dem Erhalt der gewohnten Ordnung im Vordergrund? Oder haben wir es mit einer Art „Ersatzkrieg“ zu tun – etwa Jäger gegen Naturschützer, Landbevölkerung gegen die staatliche Obrigkeit, Ortsansässige gegen Beamte? Oder ist es schlicht der Ausdruck einer diffusen Angst vor dem Ungewohnten, Unbekannten? Ist es das unfassbare Geheimnis, das wir diesem König der Nacht nicht abluchsen können, das Unkontrollierbare, das nächtlich Heimliche, das der Luchs verkörpert wie keine andere Tierart bei uns?

Und wie stellt sich der Staat dazu? Setzen sich die Staatsforsten für die Lösung gesellschaftlich konfliktträchtiger Themen wie Wildtiere ein? Wie ernst nimmt er die Straftat der Luchstötung? Setzt er mit Polizei und Justiz eindeutige Signale oder nimmt er es hin, dass sich die Täter in ihrem Umfeld sicher fühlen können? Tut er genug, um bestehenden Schutzgesetzen Ausdruck zu verleihen?

Der Luchs ist eine Symbolart, stellvertretend für zahlreiche andere, denen immer noch oder schon wieder nachgestellt wird, auch als Ventil, um eigenen Druck abzulassen. Was muss besser werden? Was wollen und können wir tun?

Presseresonanz: Klicken sie hier

"Lasst den Luchs wiederkommen!" von Ulrich Wotschikowsky: Klicken Sie hier

 

 

 

 

 

Veranstaltungen mit unseren Kooperationspartnern

Ausblick

Für 2016 können wir Sie bereits zu folgenden Veranstaltungen einladen:

 

Die neuen Sustainable Development Goals der UN

24. Februar 2016
Referent: Prof. Dr. Dirk Messner


Der Rebound-Effekt – oder die Illusion des grünen Wachstums

7. März 2016
Referent: Dr. Tilman Santarius

 

Kampf um Strom – die Chancen einer klugen Energiewende

7. April 2016
Referentin: Prof. Dr. Claudia Kemfert

Münchner Forum Nachhaltigkeit

Veranstalter / Initiatoren

  • oekom e.V.
  • Selbach-Umwelt-Stiftung
  • Schweisfurth-Stiftung

Kooperationspartner

  • Bürgerstiftung
    Zukunftsfähiges München
  • Die Umwelt-Akademie e.V.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften - FH München
  • Ringvorlesung Umwelt
    der Studentischen Vertretung der TU München

Rückblick

„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu“ (Ödön von Horvath) - ökologisch-soziales Handeln zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Vortrags- und Diskussionsabend des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Mittwoch, 25. November 2015

Referent: Prof. Dr. Felix Ekardt (Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik Leipzig/Berlin)

Einstellung und reales Verhalten fallen beim menschlichen Verhalten oft weit auseinander.

Aufgrund einer Reihe von Kunstgriffen ist uns das oft nicht einmal bewusst – egal ob wir Bürger, Politiker, Unternehmer oder auch Interessenvertreter sind. Was Menschen wirklich zu realen Handlungen antreibt, hat oft wenig mit Wissen oder bewusster Kalkulation zu tun. Gerade wenn es um Nachhaltigkeit oder Klimaschutz geht, stehen wir vor einer Reihe gut verdrängter innerer Hindernisse.

Warum klaffen Anspruch und Wirklichkeit gerade bei ökologisch-sozialem Handeln oft so weit auseinander? Was hält uns davon ab, so zu handeln, wie wir es eigentlich für richtig erachten? Der Vortrag analysiert sie und formuliert individuelle wie auch politisch-gesellschaftliche Antworten. Diese sind komplexer, als es die üblichen einfachen Schuldzuweisungen an „die“ Konsumenten, „die“ Politiker oder „den“ Kapitalismus sind.

Prof. Dr. Felix Ekardt ist Gründer und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin und lehrt an der Juristischen Fakultät der Universität
Rostock sowie am Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover.

 

 

Wissenswertes

Unendliches Wachstum ist nicht möglich

Nach wie vor zählt Wachstum zu den höchsten Maximen unserer westlichen Gesellschaft. Viele handeln nach dem Motto: Je mehr, desto besser. Dabei müssten wir eines inzwischen gelernt haben: Unendliches Wachstum ist auf unserem Planeten nicht möglich.

Ganz gleich, ob nun Holz, Öl oder Wasser – die natürlichen Ressourcen auf der Erde sind begrenzt. Ihr Verbrauch gleicht einem Nullsummenspiel. Beansprucht eine Seite immer mehr für sich, bleibt für die andere immer weniger. Wer grenzenlos wachsen will, handelt zwangsläufig ungerecht. Er tut es auf Kosten Dritter.

Die Sparda-Bank München eG setzt sich daher konsequent für einen gesellschaftlichen Wandel ein. Bereits seit 2011 und bisher als einzige Bank in Deutschland unterstützen wir aktiv die Gemeinwohl-Ökonomie. Im Mittelpunkt dieses alternativen Wirtschaftsmodells stehen Werte wie Gerechtigkeit, Menschenwürde, Ökologie und Vertrauensbildung. Regelmäßig veröffentlichen wir eine Gemeinwohl-Bilanz – Ende 2015 bereits die dritte –, die nicht unseren wirtschaftlichen Erfolg, sondern unser Engagement für Menschen, Gesellschaft und Umwelt dokumentiert. Die Botschaft dahinter ist klar: Wir möchten auch andere Unternehmen ermutigen, Wirtschaft neu zu denken und ein völlig neues Bewusstsein in die Wirtschaft hineinzutragen. Ein Bewusstsein, das den Mensch in den Mittelpunkt stellt und nicht den Profit!

In einer Hinsicht setzen wir jedoch voll und ganz auf Wachstum. Wenn es um unsere Wälder geht. Ihnen kommt auf unserer Erde eine lebensnotwendige Bedeutung zu. Sie produzieren Sauerstoff, bieten Tieren und Pflanzen eine Heimat – und schützen vor Erosion, Überschwemmung und Lawinen. Um die Wälder zu schützen und zu bewahren, pflanzt die Sparda-Bank München einen Baum für jedes neue Mitglied. So wurden in diesem Jahr bereits über 5.000 Buchen, Tannen und Lärchen in Oberbayern gepflanzt. Ein Engagement für die Umwelt, das uns wichtig ist und das wir auch in Zukunft fortsetzen werden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig sozial und ökonomisch verantwortungsbewusst handeln können. Damit wir das erreichen, was wir eigentlich doch alle wollen – eine zufriedene, friedliche und freie Gemeinschaft.

Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München eG

 

Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-bank München eG

Die Umwelt-Akademie e.V. wird seit 2015 von der Sparda-Bank München eG gefördert.

Erneute Auszeichnung als Projekt "UN-Dekade biologische Vielfalt"

Wir freuen uns, dass die UN-Dekade Fachjury unser Projekt „Biologische Vielfalt lernen: Regionale Lern- und Partizipationsplattform Biodiversität München“ erneut ausgezeichnet hat.

Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Die Dekade soll die Umsetzung des UN-Übereinkommens von 1992 unterstützen. Ziel ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaftliche Bewusstsein gefördert werden. Genau hier setzt die deutsche UN-Dekade an: Sie möchte mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, gewinnen. Ein Schwerpunkt ist daher die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten. Die Mitwirkenden setzen sich für die biologische Vielfalt ein, indem sie sie schützen, nachhaltig nutzen oder ihren Wert vermitteln.

Warum biologische Vielfalt?
Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten – sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt ihrer Lebensräume. Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde.

Wir, Die Umwelt-Akadmie e.V., wurden bereits 2013 als offizielles Projekt der „UN-Dekade 2011 - 2020 Biologische Vielfalt“ der Vereinten Nationen gewürdigt. Jetzt wurde unsere Arbeit nochmals auf den Prüfstand gestellt und erneut für Auszeichnungs-würdig erachtet. Damit gelten wir als Organisation, die sich auf vorbildliche Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzt. Nachdem 2014 das Hauptaugenmerk unserer Arbeit darauf lag, die biologische Vielzahl in den Gewässern in und um München anzumahnen und "Gewässerschutz versus Gewässernutzung" zu diskutieren, konzentrieren wir uns aktuell auf das Thema "Biodiversität in der Großstadt".

Mit unseren Projekten wird ein bedeutendes Zeichen in Sachen Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt, sagt die UN-Dekade-Jury.

Wir bleiben dran!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Umwelt-Akademie stellt sich vor

Die Journalisten-Akademie hat die Umwelt-Akademie anläßlich ihres 25-jährigen Bestehens in einem Kurzfilm porträtiert. Wir finden, das ist eine gelungene Darstellung unserer Intentionen. Überzeugen Sie sich selbst: Klicken sie hier


 
   

Intern

Mitgliederversammlung wählt neue Vorstandsmitglieder

Der Vorstand der Umwelt-Akademie e.V. freut sich über Verstärkung.

Am 20. November 2015 wählte die Mitgliederversammlung Klaus von Birgelen und Michael Greza in den Vorstand.

Klaus von Birgelen

engagiert sich in der Umwelt-Akademie für das Thema „Nachhaltigkeit lernen – von Kindesbeinen an“.

  • Ausbildung Industriekaufmann, Siemens AG Medizinische Technik, Erlangen
  • 1990 - 1996 BWL-Studium an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung "Otto Beisheim School of Management" (Vallendar, Bath, Reims, Barcelona)
  • verschiedene Funktionen in Konsumgüterunternehmen im Marketing und Vertrieb
  • seit 2010 Selbständig als Marketingberater und Projektmanager für Baugemeinschaften
  • seit 2011 ehrenamtliches Engagement als Gastdozent bei Schulen im Viertel
  • seit 2013 ehrenamtlicher Energieberater am Bauzentrum München

„Warum engagiere ich mich für die Umweltakademie? Mir reicht es nicht, meinen eigenen Lebensstil bewusst bei jeder Entscheidung auf die Umweltwirkung hin zu prüfen. Aus der Erkenntnis, dass wir Menschen mit unserem ressourcenintensiven Lebensstil unserer Umwelt mehr schaden, als die meisten Menschen denken, möchte ich mich engagieren, das Bewusstsein und Verhalten der Menschen im Sinne der Umwelt zu verändern. Dieses Ziel verfolgt die Umwelt-Akademie e.V. konsequent und dabei möchte ich mithelfen. Gerade die Ansprache von Kindern und Jugendlichen liegt mir dabei am Herzen. Als Mitglied des Vorstandes von Die Umweltakademie e.V. möchte ich dieses Engagement dauerhaft unterstreichen.“
Klaus von Birgelen

 

 

Klaus von Birgelen

 

 

 

 

Michael Greza

engagiert sich in der Umwelt-Akademie für das Thema „Nachhaltige Lebensstile“

Michael Greza ist am 19.2.1991 in München geboren. Nach dem Abitur studierte er in Hamburg zwei Jahre lang Mediziningenieurwesen, bevor er wieder nach München zurückkehrte. Aktuell studiert er an der Technischen Universität München Geodäsie und Geoinformation im Bachelor und arbeitet als Werkstudent in einer kleinen Unternehmensberatung.

„Ich möchte mich in der Umwelt-Akademie engagieren, weil sie es ermöglicht, aktiv nachhaltige Lebensstile gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu fördern und zu gestalten.“
Michael Greza

Michael Greza

Buch- und Filmempfehlungen/Neuerscheinungen

Vom Ende der Welt. Chronik eines angekündigten Untergangs

Naomi Oreskes und Eric M. Conway, 128 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-747-1, 9,95 Euro, auch als E-Book erhältlich

Wir schreiben das Jahr 2393. Die Welt ist nicht wiederzuerkennen. Über Jahrzehnte ignorierte Warnungen haben Temperatur und Meeresspiegel weiter ansteigen lassen, Holland, Bangladesch und New York sind von der Landkarte verschwunden. Der ungebremste Klimawandel gipfelte im Großen Kollaps des Jahres 2093, als der Zusammenbruch des westantarktischen Eisschilds die Welt ins Chaos stürzte...

Die Welt hätte gut daran getan, die Mahnungen der Wissenschaft ernst zu nehmen, denn zu Beginn des 21. Jahrhunderts wäre noch Zeit gewesen, das Ruder herumzureißen und die Klimakatastrophe aufzuhalten. Warum sie trotz besseren Wissens nicht gehandelt hat und wohin die Zeitreise stattdessen führen kann, beschreiben die Historiker Naomi Oreskes und Eric M. Conway in ihrem am 27. Juli 2015 erscheinenden Mix aus Erzählung und Sachbuch "Vom Ende der Welt. Chronik eines angekündigten Untergangs".

Geschrieben anlässlich des "300. Jahrestags" der Katastrophe werfen Autor und Autorin aus der Zukunft einen historischen Blick auf unsere Vergangenheit – und halten sich dabei stets an die Fakten: an das, was wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wirklich eintreten könnte, sollten wir weitermachen wie bisher, und an das, was aufgrund historischer Erfahrungen plausibel erscheint. "Vom Ende der Welt" ist ein Meisterstück wissenschaftsbasierter Science Fiction; eine beunruhigende Prophezeiung im Geiste eines Aldous Huxley oder George Orwell – gleichzeitig aber auch ein Buch, das zeigt, dass die Menschheit überleben wird, auch wenn ihre Zukunft wohl nicht mehr von der westlichen Kultur dominiert ist.

 

Das Klimasparbuch – Szeneführer, Ratgeber und Gutscheinbuch

Die Klimakonferenz von Paris soll in einem weltweiten Klimaabkommen münden. Doch nicht nur die Staaten sind gefragt, auch jede Bürgerin und jeder Bürger kann aktiv werden. Im Alltag lässt sich mit kleinen und cleveren Verhaltensänderungen viel erreichen, ohne dass es schmerzt. Das bekannte Klimasparbuch aus dem oekom verlag zeigt, wie das geht: mit zahlreichen einfach umzusetzenden Tipps und attraktiven Gutscheinangeboten. Prominente Unterstützerinnen und Unterstützer wie die Schauspielerin Karoline Herfurth oder die Sänger Thomas D und Wolfgang Niedecken verraten ihre ganz persönlichen Sparpotenziale.

Die Leserinnen und Leser erfahren zum Beispiel, dass allein in Deutschland jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Weg von den Feldern auf unsere Teller entsorgt werden. Das entspricht 500.000 Lastwagen voller Essen. Durch einfache Tricks – z. B. durch kreative Resterezepte – kann man der Lebensmittelverschwendung zumindest zum Teil entgegenwirken. Effizient wird Klimaschutz beispielsweise beim Strombezug: Alleine durch Umstellung auf zertifizierten Ökostrom lassen sich über 650 kg CO2 pro Jahr einsparen. Das ist etwa so viel, wie ein Hin- und Rückflug zu den Balearen verursacht.

Klimasparbuch München 2016

Klimagourmets, Szenegänger und Familien aufgepasst! Das etablierte Münchner Klimasparbuch erscheint am 3. Dezember mit vielen Neuerungen und Überraschungen im Gepäck: Die bewährte Mischung aus informativen Klimatipps und attraktiven Gutscheinen wird in der Ausgabe für das Jahr 2016 durch Einblicke in spannende Münchner Projekte ergänzt wie beispielsweise die "Food Assembly" oder das "Lastenrad Daniel". Auch neu und spannend im neuen Klimasparbuch: Geheimtipps zu den schönsten "nachhaltigen" Orten Münchens, Ausflugstipps für Familien, eine Übersicht zu urbanen Gärten und ein Serviceteil für Projekte zum Mitmachen. So kann Jede und Jeder in München zu einer klimafreundlichen und lebenswerten Stadt beitragen – und dabei auch noch Spaß haben!

Erscheinungstermin: 3. Dezember 2015, Preis: 4,95 Euro (D)

Schlusskonferenz. Geschichte und Zukunft der Klimadiplomatie

 

Nick Reimer, Mit einem Vorwort von Hartmut Graßl, einem ausführlichen Glossar und einer Chronologie aller Klimakonferenzen. 208 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-86581-746-4, 14,95 Euro, erhältlich auch als E-Book.

Der Journalist Nick Reimer berichtet seit 1995 über die Klimakonferenzen. In seinem neuen Buch "Schlusskonferenz. Geschichte und Zukunft der Klimadiplomatie" lässt der renommierte Umweltjournalist 25 Jahre Klimadiplomatie Revue passieren. Dabei wird nicht nur verständlich, warum es bislang trotz vieler Jahre Verhandlungen zu keiner globalen Einigung gekommen ist, sondern auch, vor welchen Herausforderungen die Verantwortlichen in Paris stehen. Die COP21 wird nicht nur darüber entscheiden, ob sich die Erderwärmung noch aufhalten lässt; in Paris entscheidet sich, ob die Demokratie grundsätzlich in der Lage ist, die Menschheitsprobleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Das kurzweilige und anekdotenreiche Buch liefert alles, was man dazu wissen muss. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte und ein Fahrplan für Politik und Zivilgesellschaft über Paris hinaus.


Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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