Editorial

Das neue EEG - Endsieg der Konzerne

„Ein Mangel an wissenschaftlicher Gewissheit darf kein Grund sein, kostenwirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Umweltverschlechterungen aufzuschieben.“ So lautete 1992 der Grundsatz 15 der Deklaration von Rio zum Schutz der Umwelt. Ein Schrecken für  die Wirtschaftszweige der fossilen Brennstoffe, denn gegen sie waren die  „kostenwirksamen“  Maßnahmen gemünzt.  Heute – 20 Jahre später - ist der Klimawandel Gewissheit, jeder Zweifel beseitigt. Und die kostenwirksamen Maßnahmen?

Es dauerte bis zum Jahr 2000, bis die rot-grüne Koalition das EEG schuf.  Es wählte sich den Verbraucher und den Mittelstand als Hauptträger der Kosten. Denn die energieintensive Industrie drohte mit Arbeitsplatzverlusten. Dagegen sollte ein besonderes Zeichen gesetzt werden: ein 100.000-Dächer Programm für 350 MW Spitzenleistung, einem kleinen Kraftwerk entsprechend. Anfangs mit ca. 50 cts/kWh belohnt, einem Mehrfachen der Stromkosten aus dem öffentlichen Netz. Eine lohnende Geldmaschine.  Gedanklich wohl entstanden als Anschub für den Eigenverbrauch, war der bei diesen Werten völlig uninteressant. Als die 350 MW erreicht waren, hätte man abbrechen können, aber das Geschrei war groß und so wurde das Gesetz fortgeschrieben.  Es kam zum Solar-Boom und damit zu einer Kostenexplosion der EEG-Umlage für die Verbraucher.  

Heute entfällt auf die Fotovoltaik die Hälfte der EEG Umlage, produziert wird aber nur 20 % der Energie. Diese nicht etwa bedarfsgerecht verteilt, sondern auf die Mittagsstunden konzentriert. Vergessen wurde, dass wir Strom Tag und Nacht brauchen, was Wind und Sonne ohne ergänzende Speichertechniken nicht können. Das aber wurde nicht gefördert. Und weil deshalb der Preis für elektrische Energie an der Strombörse um die Mittagsstunden bald bei 0 lag, erhöhte sich die EEG-Umlage zusätzlich. Denn die Vergütung für den Erzeuger ist konstant, unabhängig von fallenden Großhandels-Preisen und damit stieg entsprechend die Umlage für den Verbraucher.

Es liegt auf der Hand, dass die Zersplitterung auf Tausende von Dächern zudem unwirtschaftlich und bürokratisch ist. Am wirtschaftlichsten sind große Solarparks, die man landschaftlich durchaus gut einfügen kann. Warum man dies nur für Autobahnränder und Industriebrachen zuließ, ist eine weitere Merkwürdigkeit. Und noch eine: Denn der mit Photovoltaik erzeugte Strom  darf nicht nach der Einspeisung mehr als „grüner“ Strom weiterverkauft werden.  Da wären die Preise besser, die Umlage entsprechend geringer.

Nach der zwangsläufigen Kostenexplosion hat sich die öffentliche Meinung gegen die EEG-Umlage der rot-grünen Koalition gewandt. Die grüne Komponente in der Politik wurde abgewählt. Da war es nun leicht, fast zwangsläufig, ein EEG nach den Wünschen der Konzerne zu machen. Nun beschränkt es den Zubau: Korridore und Ausschreibungen wurden eingeführt, die Einspeisepflicht für Erneuerbare Energien de facto ab absurdum geführt. Nun werden die Zubauten in etwa den Abschreibungen der konventionellen Kraftwerke der Energiekonzerne folgen. Und Eigenverbrauch führt zur Abgabepflicht, unabhängig davon, welche  Anschlussleistung der Verbraucher vom öffentlichen Netz als Rückhalt will. Eine flat-rate nach Anschlusswerten wäre gerechtfertigt, ein ständiges Mitverdienen am Eigenverbrauch nicht.

Der freie Markt hat bewiesen, dass er fossile (und Atom-) Energie liebt und den erneuerbaren Energien die kalte Schulter zeigt. Planwirtschaft und Markteingriffe waren notwendig. Aber, leider wurde daraus genau das, was Planwirtschaft gerne produziert: ein unausgewogenes Bürokratiemonster mit unzureichender Wirkung.

Nun ist das EEG da, wo es die Konzerne haben wollten, trotz des gewaltigen Siegeszugs der erneuerbaren Energien. Nun geht es wieder langsamer. Es bleibt die traurige Erkenntnis, dass weder Marktwirtschaft noch Planwirtschaft die notwendige Eile aufbringen. So entsteht wieder eine Generationenschuld.

Peter H. Grassmann

 

Dr. Ing. Peter H. Grassmann

Peter Grassmann, Vorstandsmitglied

 

 

Themen-Schwerpunkte

 

Werteregulierte Marktwirtschaft

 

Ausblick

 

Wachstumswahn: Was uns in die Krise führte – und wie wir wieder herauskommen

in Kooperation mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, München (FÖS)

18. November 2014, 19:00 Uhr, Vortragssaal der GLS-Bank, Bruderstr. 5a (Eingang Unsoldstr.), 80538 München (U-Bahn Marienplatz)

Referent: Dr. Friedrich Hinterberger, Gründer und Präsident des Sustainable Europe Research Institute (SERI), Wien; ehem. Leiter für Ökologische Ökonomie und Wirtschaftspolitik am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

In Europa herrscht Alarmstimmung, auf eine Krise folgt die nächste. Und die Antwort der Politik ist immer die gleiche: „Mehr Wachstum“. Das Problem an der Sache: Gemeint ist damit der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Summe aller produzierten Güter und Dienste – gemeint ist aber nicht ein Wachstum an Lebensqualität.

Immer mehr Menschen bezweifeln inzwischen, dass mehr Wirtschaftswachstum zu mehr Lebensqualität führt. Mit der Veranstaltung wollen wir aufzeigen, woher der „Wachstumswahn“ kommt und warum der Versuch, Wachstum zu erzwingen, uns nur tiefer in die Kreise führt.

Die hohen Wachstumszahlen vergangener Tage kehren nicht zurück

Wir haben in Europa, in Deutschland, seit Jahren keine großen prozentualen Wachstumssteigerungen mehr, das Wachstum des BIP vergangener Zeiten kehrt nicht wieder. Und die Analyse zeigt ebenso klar, dass die bisherigen „Wachstumszwänge“ zu immer größeren Problemen geführt hat: Staatsschulden, (fast) Zusammenbruch des Welt-Finanzsystems, ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilungen, unsichere Sozialversicherungssysteme, explosionsartig steigender Ressourcenverbrauch, Umweltprobleme aller Art, Erderwärmung und Klimawandel.

Von Dr. Friedrich Hinterberger, Gründer und Präsident des Sustainable Europe Research Institute (SERI), wollen wir wissen, ob wir einer Ideologie von Politik und Wirtschaft aufsitzen oder uns tatsächlich aus den Wachstumszwängen lösen könnten. Der Referent wird uns darlegen wie das gehen soll, was wir dafür brauchen – und wie lange es dauert. Hinterberger ist der Überzeugung, dass es möglich ist, unsere Wirtschaft und die Gesellschaft so umzubauen, dass es allen auch ohne Wachstum gut geht: Wir werden auch in Zukunft Arbeit haben, gut leben und tun dürfen, was wir lieben.

 

„Werteorientierte Marktwirtschaft" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

 

 

 

 

 

In Koopertation mit: 

 

 

Rückblick

Abbau von Wachstumszwängen

Mittwoch, 14. Mai 2014, 19:00 Uhr, GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München-Lehel

Referentin: PD Dr. Irmi Seidl, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Leiterin Forschungseinheit Ökologische Ökonomie

Schon der Titel  „Abbau von Wachstumszwängen“ drückt den Wunsch aus, den jeder an Nachhaltigkeit Interessierte hegt. Die ungebrochene Korrelation von Wachstum und Ressourcen-Verbrauch und die damit längst eingetretene Überlastung unseres Ökosystems ist jedem bekannt. Und so war dieser Abend bestens besucht und endete mit hochkarätiger Diskussion. Mit der in St. Gallen ausgebildeten Irmi Seidl von der schweizerischen Großforschungseinrichung WSL wurden den Erwartungen mehr als erfüllt. Die Abkürzung WSL steht für den vor über 100 Jahren geschaffenen Institutsverband für „Wald, Schnee und Landschaft“,  aber von der Romantik, die in diesem Titel steckt, war im Vortrag nichts zu spüren. Es wurde ein Feuerwerk umfassender, kritischer Information zur Korrelation von Wachstum mit ökologischen, vor allem aber auch mit den sozialen und den allgemeinen Wohlstandsaspekten.

Kein Zweifel, die Wachstumsphilosophie als Allheilmittel unserer Probleme ist am Ende.  Aber der Abschied von dieser Droge fällt Politik und weiten Teilen der Gesellschaft schwer, scheint fast unmöglich. Auch wenn das Wachstum in den Industrienationen rückläufig,  ja teils verschwunden ist, so bleibt es doch hoch in der politischen Priorität.  Dies, obwohl der geringe Beitrag zur Lösung den wirklich großen Problemen immer offensichtlicher wird, ja Wachstum sogar als eine der Wurzeln erkannt ist.
Wer nun erwartete, in diesem Vortrag eine umfassende Antwort zu erhalten, der wurde enttäuscht. Denn die Antwort läge in einer besseren Beherrschung der Marktwirtschaft durch Politik und Bürger,  weit ab von unseren Gewohnheiten und politischen Sachzwängen. Und beide, Politik und Bürger unterliegen weiter den Wachstumszwängen aus Angst vor den bekannten Krisen wachstumsschwacher Volkswirtschaften,  aber auch mangels funktionierender Wohlstands- Alternativen.

So drehte sich die Diskussion zwangsläufig auch um die grundsätzliche Systemfrage bis hin zu Zinsverbot und Entbehrung. Am Ende aber blieb, dass nur die kontinuierliche Arbeit an hunderten von Einzelaspekten der Marktwirtschaft und der Volkswirtschaft erfolgversprechend ist. Denn die Patentlösung für die „große Transformation“, ein völlig anderer Lebensstil in Genügsamkeit ist weder bei uns zu vermitteln noch würde er dem Wohlstandsdruck der Armut der Entwicklungsländer standhalten. Gerade dort, wo Menschen aus ihrer Armut herausdrängen, wird man den Themen der Nachhaltigkeit kaum Priorität geben und liefert so der Trägheit der Industrienationen die Vorlage, Forderungen zu stellen und selbst wenig zu tun. So bleibt die „große Transformation“ das große Ziel, aber bis auf weiteres auch der große Traum. Es gibt kein Patentrezept, es gibt nur Kernerarbeit an vielen Einzelthemen von Bürgern, Wirtschaft, Politik und Forschung. Gemeinsam.

Präsentation PD Dr. Irmi Seidl:Klicken Sie hier

 

 

Dr. Ing. Peter H. Grassmann

Für das Thema „Werterorientierte Marktwirtschaft“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Peter Grassmann.

Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld

Rückblick

Qualitäts-Siegel für nachhaltiges Geldanlegen

Donnerstag, 15. Juli 2014, 19:00 Uhr, Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der Technischen Universität München (TUM), Amalienstr. 38 (U-Bahn Universität)

Referentin: Sabine Pex, Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), Mitglied des Vorstands, Koordinatorin der Arbeitsgruppe Öko-Label

Wieder einmal eine Gelegenheit, um über den eigenen Lebensstil im Umgang mit Geld nachzudenken: Nachhaltige Geldanlagen sind gut für das Gewissen, oft auch gut für den Geldbeutel. Das Angebot „grüner“ Finanzprodukte ist durchaus vielfältig, unter „Nachhaltigkeit“ lasse sich alles verkaufen, sagen Banker. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW boten Anfang 2014  68 Prozent der 340 befragten Kreditinstitute nachhaltige Geldanlagen an.

Doch das Angebot nimmt ab: 2012 waren es 72 Prozent aller Kreditinstitute, 2011 fast einhundert Prozent. Denn die Nachfrage ist rückläufig. Liegt das daran, dass das schlechte Gewissen kleiner wird und/oder die nachhaltigen Renditen abnehmen? Oder trifft es eher zu, dass angesichts des unüberblickbaren Angebots große Verunsicherung darüber herrscht, was „nachhaltig“ wirklich meint.  „Gewinnmaximierung“ jedenfalls sollte es nicht sein. Oft wird Etikettenschwindel betrieben: Da wird etwa ein „Nachhaltigkeitsfonds“ mit einem Solarpark angeboten, in dem aber auch Unternehmens-Aktien enthalten sind, die zu „maximal“ 5 Prozent in Atomkraftwerke investieren; in neun von zehn „Öko-Fonds“ finden sich – direkt oder versteckt – Rüstungsunternehmen. Vorrang – so scheint es – haben Unternehmen mit einer gut geschmierten Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Abteilung. Vor allem für Privatpersonen ist es schwer, sich für ein bestimmtes Fondsangebot zu entscheiden, denn eine unabhängige Beurteilung der Frage, ob ein Fonds als ethisch und ökologisch einwandfrei zu bezeichnen ist, steht bisher nicht zur Verfügung.

Nachhaltige Fonds gibt es im deutschsprachigen Raum seit etwa 25 Jahren mit zunehmendem Erfolg. Heute hat man die Wahl unter mehr als 300 Angeboten, die kaum mehr überschaubar sind. Daher sind die Mitglieder des Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zu der Überzeugung gelangt, dass ein Qualitätssiegel, wie es das etwa im Bereich Lebensmittel oder Holz seit längerem gibt, auch für den Finanzbereich nötig ist. Nur ein allgemein anerkanntes Zertifikat kann letztlich einem Fonds Glaubwürdigkeit verleihen. Dementsprechend wurde eine Ausschreibung gestartet, um die Umsetzungsphase zu beginnen. Ziel ist, einen Zertifizierungs- und Überwachungsprozess zu organisieren und schließlich ein Gütesiegel zu verleihen. Das Qualitätssiegel des FNG wird für sogenannte Publikumsfonds erarbeitet, von denen Anteile allgemein über die Banken erworben werden können.

Sabine Pex, stellvertretende Vorsitzende des FNG und Koordinatorin der dortigen Arbeitsgruppe Öko-Label  berichtete  über den Stand der Arbeit an diesem Projekt. Sie betonte, dass ein Qualitätssiegel für den Anleger die aufwendige eigene Beschäftigung mit der Thematik ersetze. Auch die meisten Berater in den Banken und Vermögensverwaltungen sind mit der Erklärung der spezifischen Eigenheiten jedes Fonds überfordert. Es mangelt oft nicht nur an Kenntnissen, sondern zudem an der nötigen Zeit im Gespräch mit den Kunden.   

Über die Kriterien, nach denen Unternehmen und öffentliche Institutionen zu beurteilen sind, gibt es in den grundsätzlichen Ansichten inzwischen weitgehende Übereinstimmung. Dabei spielen Ausschlusskriterien und ethisch- soziale Bewertungen die entscheidende Rolle.
Das FNG wird den Prozess der Entwicklung des Qualitätssiegels leiten und in Kürze eine geeignete Institution mit der Ausführung beauftragen. Über das Resultat wird die Umwelt-Akademie dann informieren.

Präsentation Sabine Pex: Klicken Sie hier

 

 

„Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

 

 

 

Dr. Schwingenstein

Für das Thema „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Cristoph Schwingenstein.

Ökologische Ernährung

 

Ausblick

Von der Plantage bis in den Einkaufskorb: Die Wertschöpfungskette von Banane und Schokolade

Donnerstag, 2. Oktober 2014, 19.00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referenten:

  • Friedel Hütz-Adams, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Südwind e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene in Siegburg, wird über die Wertschöpfungskette Banane sprechen
  • Jens Soth, Senior Advisor Value Chain Sustainable Commodities Organic & Fairtrade Competence Center, Helvetas, Zürich, wird uns die Wertschöpfungskette Schokolade vorstellen


Im Schnitt verspeist jeder von uns stolze elf Kilo Bananen und etwa neun Kilo Schokolade pro Jahr. Grund genug, sich den Weg von Kakao und Bananen von der Plantage in Mittel-/Südamerika oder Afrika bis zu uns nach Hause einmal genauer anzusehen. Dass beide weit gereist sind, bis sie hier uns hierzulande im Laden anlachen, ist klar. Aber wer denkt schon daran, durch wie viele Hände eine Banane gegangen ist, bevor Sie bei Ihnen auf dem Obstteller landet? Wie viele Schritte nötig sind, damit der Inhalt einer Kakaofrucht in Form von Schokolade unseren Gaumen und unser Herz erfreuen kann?

Die Wertschöpfungskette eines Nahrungsmittels beginnt beim Anbau des Rohstoffes und reicht über die Weiterverarbeitung und gegebenenfalls verschiedene Produktionsstufen bei Zulieferern oder dem Unternehmen selbst sowie über den Handel und Zwischenhandel bis in den Supermarkt oder Tante-Emma-Laden, wo wir es einkaufen, um es unterwegs oder zu Hause zu verzehren. Dabei steigt mit jedem Verarbeitungs- bzw. Handelsschritt der Preis des Endproduktes – für die jeweils aufgewendete Arbeitskraft sowie verbrauchte Ressourcen.

Das klingt logisch und einfach, hat aber seine Tücken: Teilweise werden Rohstoffe unter ökologischen Bedingungen angebaut, die für Mensch und Natur vor Ort katastrophale Folgen haben – ohne dass diese entsprechend entschädigt würden. Und auch die Marktmacht und die Gewinnmargen der einzelnen Beteiligten sind oftmals sehr ungleich verteilt. Je mehr Zwischenschritte von der Plantage bis in unseren Einkaufskorb ein Lebensmittel durchläuft, desto undurchsichtiger wird dessen Preis/Leistungs-Verhältnis. Als Kunden wissen wir in der Regel nicht, wie viel Prozent des Ladenpreises an den Bananenbauer in Costa Rica oder an den Kakaopflanzer in Ghana und der Elfenbeinküste gehen. Die Abhängigkeit der Kakaoerzeuger von den sogenannten Pisteurs zum Beispiel, wie die Kakaotransportunternehmer heißen, ist schändlich und führt zu reichlich unfairen Verhältnissen. Auch ob die Mannschaften auf den Bananenfrachtern angemessen bezahlt werden oder unter welchen Umständen die weiteren Schokoladenzutaten wie Milch(pulver), Sojalecithin und Zucker produziert werden, wissen wir kaum.



 

 

 

 

 

 

„Ökologische Ernährung" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

 


 

Rückblick

 

Fairer Handel für eine gerechtere Welt

Donnerstag, 10. Juli 2014, 18.00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referent/in:

  • Hannah Rüther, langjährige Multiplikatorin von „Fairtrade Deutschland“:„Fair einkaufen – welche Macht habe ich als Konsument?“
  • Dr. Franz Ehrnsperger, geschäftsführender Gesellschafter von „Neumarkter Lammsbräu“, Urheber der Initiative „Fair zum Bauern“:„Fairer Handel für mehr Gerechtigkeit und höhere Lebens(mittel)qualität – nicht nur ein globales Thema“

Die meisten Menschen überall auf der Welt sind darauf angewiesen, von ihrer Arbeit leben zu können. Das gilt auch für diejenigen, die die Rohstoffe für unsere Nahrungsmittel produzieren: Getreide, Milch, Obst, Gemüse. Doch für viele Kleinbauern weltweit wird es zunehmend schwieriger, ihr Überleben zu sichern. Einige Gründe dafür sind: global aktive Großagrarkonzerne, die überproportional stark subventioniert werden und damit Kleinbetriebe im Preiskampf ausstechen; Handelskonzerne, die gnadenlos die Preise drücken; und nicht zuletzt eine EU-Exportpolitik, die dazu beiträgt, Bauern in Drittweltländern die Lebensgrundlage zu entziehen, indem sie hiesige Unternehmen dafür belohnt, dass sie ihre (aus unseren Steuergeldern subventionierte) landwirtschaftliche Überproduktion zu ununterbietbaren Dumpingpreisen auf den dortigen Markt bringen.  

Das Problem des „unfairen“ Handels ist ein globales, was bereits im System globaler Landwirtschaft angelegt ist. Dieses System hat die falschen Werte als Grundlage und schafft deswegen nur Leid und Elend. Trotzdem: Auch wenn es zunächst nur in Teilen des Marktes stattfinden kann: Wir Konsumenten gerade in den wohlhabenderen Teilen der Welt können ein Teil der Lösung sein. Es ist unsere Entscheidung, ob wir unseren Tag mit einem Milchkaffee aus gerecht gehandelten Zutaten beginnen, uns zwischendurch mit einer „fairen“ Banane stärken oder uns ein Feierabend-Bier gönnen, von dem wir sicher sein können, dass alle an seiner Herstellung Beteiligten angemessen entlohnt wurden. Aus dieser Erkenntnis heraus begann sich seit den 1970er-Jahren die Fair-Trade-Bewegung zu entwickeln. Längst können wir zahlreiche fair gehandelte Produkte nicht mehr nur exklusiv im „Weltladen“ kaufen, sondern auch beim Discounter um die Ecke.

Es hat sich in der Branche herumgesprochen, dass viele Kunden auf gerecht gehandelte Ware Wert legen, egal ob es sich um Schokolade aus afrikanischem Kakao oder Milch aus Oberbayern handelt. Sicherheit für uns Verbraucher sollen verschiedene zertifizierte Fair-Trade-Siegel geben – mit unterschiedlichen Qualitätsansprüchen. Zum Beispiel ist „fair“ nicht zwangsläufig auch „bio“.

Die Frage, wie wir Verbraucher dazu beitragen können, über unseren Einkaufskorb die Welt ein bisschen gerechter zu machen, beantworteten uns die beiden ausgewiesenen Experten.
 

Georg Schweisfurth

Für das Thema „Ökologische Ernährung“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Georg Schweisfurth.

 


 

 

Gesundheit und Eigenverantwortung

 

Ausblick

 

Traditionelle Chinesische Medizin und westliche Diagnostik  -  umfassende Versorgung für ein gesundes Leben

Dienstag, 4. November 2014, 19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“)

Referent: Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen, Facharzt für innere Medizin – Naturheilverfahren, Medizinische Informatik, Chinesische Medizin, Akupunktur; Leiter des ersten TCM-Masterstudiengangs an der TU München

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) konnte sich in China und Ostasien seit mehr als 2.000 Jahren kontinuierlich entwickeln. Nach Westen kam diese Heilkunst vor ca. 350 Jahren als „Exotikum“ der Akupunktur. Erst seit ca. 50 Jahren gibt es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit TCM in Form konsequenter Bearbeitung der Quellen und des erkenntnistheoretischen bzw. philosophischen Hintergrundes.

Die Chinesische Medizin ist ein eigenes Behandlungssystem, das den Patienten und seine Lebensenergie mit allen gängigen Lebensfunktionen wie Atmung, Verdauung, Körperbewegung und emotionale Vorgänge in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt.

Nach seiner fachärztlichen Ausbildung als Internist begann Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen, sich intensiv  mit der Chinesischen Medizin auseinanderzusetzen. Er studierte viele Jahre in China, rief die die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS) ins Leben, gründete  in München das "Fachärztliche Zentrum  für Chinesische Medizin"  und verfasste zahlreiche Lehrbücher zur TCM.  Seit 2012 ist Hempen  Honorarprofessor der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft,  die erstmals den Masterstudiengang "Traditionelle Chinesische Medizin" anbietet.  Heute gilt er als einer der erfahrensten Ärzte für Chinesische Medizin in Deutschland.

Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen wird einen Überblick über Entwicklung und Therapiemethoden der TCM geben und darlegen, inwiefern diese Heilkunst ein wichtiges  Komplement zur westlichen Medizin darstellt.  

„Gesundheit und Eigenverantwortung" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

Paul Greineder

Für das Thema „Eigenverantwortung und Gesundheit“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Paul Greineder.

Mutbürger für Energiewende!

Ausblick

Schulterschluss für die Erneuerbaren – Können Gewerkschaften und Naturschutzverbände die Energiewende retten?

Montag, 6. Oktober 2014, 19:00 Uhr , Vortragssaal der GLS-Bank, Bruderstr. 5 a (Eingang Unsöldstr), 80538 München (U-Bahn Marienplatz)

Referenten:

  • Jürgen Wechsler, Industriegewerkschaft Metall (IGM), Bezirksleiter Bayern
  • Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz e.V., Erster  Vorsitzender; Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung

Die Energiewende ist in Gefahr. Die Industriegewerkschaft Metall (IGM) und der BUND - Naturschutzbund Bayern wollen nicht zusehen, wie das Jahrhundertprojekt Lobbyinteressen geopfert wird und haben eine ungewöhnliche Koalition geschmiedet. Eine Allianz für die Energiewende, für Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Industrie und gegen die 10H-Regel für Windräder, die faktisch das Aus für die Windkraft in Bayern bedeutet.
Mit Jürgen Wechsler, IG-Metall Bayern, und Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND räumen zwei hochrangige Redner mit dem Mythos auf, Gewerkschafter und Umweltschützer würden die Energiewende verhindern wollen. Ganz im Gegenteil! In einem Brandbrief an Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner haben Wechsler und Weiger bessere Rahmenbedingungen für die Energiewende und den weiteren Ausbau der Windkraft gefordert.

Herausforderung große Transformation       

Wie kommt es zu der Initiative? Der erste Teil der Veranstaltung widmet sich dem bevorstehenden Umbau unserer Industrie- und Zivilgesellschaft – dem größten seit der Industrialisierung. In den kommenden 40 Jahren werden wir nicht nur die gesamte Energiewirtschaft neu zu organisieren haben; es muss zugleich der Einstieg in eine postfossile Gesellschaft gelingen. Raus aus Atom, Öl und Kohle. Weg von 11-Tonnen- CO2-pro-Kopf-und-Jahr-Konsumgesellschaft hin zu einer verantwortungsvollen 2-Tonnen-Weltgesellschaft.

Im zweiten Teil wollen wir anlässlich der aktuellen Entwicklung über den Stand der Energiewende in Bayern diskutieren. Nach Meinung von Weiger und Wechsler setzen  politische Akteure die Energiewende leichtfertig aufs Spiel. Mit weitreichenden Konsequenzen: „Mit Blick auf den Freistaat treibt uns die Sorge um, dass die bisher nur unzureichend umgesetzte Energiewende sowie die nicht ausreichenden politischen Rahmenbedingungen Arbeitsplätze gefährden“, so IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Auch BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger erwartet von der Staatsregierung ein klares Bekenntnis zur Energieeinsparungen und zum Weiteren naturverträglichen Ausbau von Windkraftwerken und Solaranlagen. „Bleibt es bei den bisherigen Verhandlungsergebnissen der Koalitionsarbeitsgruppe steht die Windkraft in ganz Süddeutschland vor dem Aus. Bei Abstandsregelungen um 2000 Meter und einer geringeren Einspeisevergütung werden in Bayern wohl so gut wie keine Windkraftwerke von Bürgerenergiegenossenschaften oder Kommunen mehr gebaut“, mahnt Weiger.

Warum nach Mediendarstellungen angeblich „Naturschutz gegen Naturschutz“ und „Wirtschaft gegen Wirtschaft“ streiten, wollen wir differenzierter diskutieren: Wie es zwischen verschiedenen Schutzgütern abzuwägen gilt; und dass hinter manch naheliegenden Argumenten beinharte Lobby-Interessen versteckt sind, gilt es im Gespräch darzulegen. 

Zwei Protagonisten, vier Präsentationen, viele Diskutanten.

 

"Mutbürger für
Energiewende!“

Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

In Kooperation mit

Landeshauptstadt München,  Referat für Gesundheit und Umwelt

Anthropozän und die große Transformation: Brauchen wir eine Agenda 2050?

Donnerstag, 16. Oktober 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Kleiner Sitzungssaal, Marienplatz 8, München

Referent: Dr. Benno Hain, Umweltbundesamt (UBA), Dessau, Leiter des Fachgebietes „Energiestrategien und -szenarien“

Seit Beginn des Industriezeitalters im 18. Jahrhundert hat der Mensch der Erde seinen Stempel aufgedrückt. Inzwischen sind die Auswirkungen unseres Handelns für unseren Planeten so bestimmend, dass in Fachkreisen mit dem sogenannten Anthropozän der Begriff für ein neues Erdzeitalter geschaffen wurde. Durch die folgenden Umweltveränderungen und die einhergehende Knappheit vieler Rohstoffvorräte wird sich die Industriegesellschaft dramatisch verändern müssen. Kurz: Wir stehen vor der großen Transformation.  

Inzwischen benutzt auch Dr. Benno Hain vom Umweltbundesamt den Begriff Anthropozän. Seine Behörde fordert als Antwort auf die Herausforderungen eine „Erd-Systempolitik“ – ressourcenleicht, immissionsneutral, global gerecht. Dazu gehört maßgeblich ein CO2-neutrales Deutschland. Bis 2050 könnten wir 100% Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen, haben die Experten des Umweltbundesamtes ausgerechnet.

In ihren Forderungen stimmen die Kollegen von Fachgebietsleiter Dr. Hain mit dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderung“ überein: Dort fordert man unter dem Titel „Welt im Wandel“ einen „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Und auch der Ethikkommission der Bundesregierung sieht in Deutschlands Energiewende „ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“. Von Berlin mehr Mut in Sachen Klimaschutz und Energiewende fordert zugleich der Rat für Nachhaltige Entwicklung bei der Bundesregierung.

Was ist zu tun? Wie können wir von derzeit 11 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr auf 2 Tonnen abspecken? Wie sind jetzt die Weichen zu stellen, damit innerhalb einer Generation das Ziel „ressourcenleicht, immissionsneutral, global gerecht“ erreicht wird? Was muss geschehen durch politische Entscheidungen, in den gesellschaftlichen Strukturen, in der Umweltbildung, bei der Lebensmittelproduktion, der Energiewende, der Mobilität und nicht zuletzt im persönlichen Verhalten der Bundesbürger, damit unsere Kinder die große Transformation als gelungen empfinden können?

Dr. Benno Hain ist jemand, der darauf Antworten haben muss. Als Leiter des Fachgebietes „Energiestrategien und –szenarien“ beim Umweltbundesamt in Dessau wird er mit uns diskutieren, ob und wie die Utopie in Realität übersetzt werden kann.

 

Dr. Helmut Paschlau

Für das Thema „Mutbürger für Energiewende!" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Helmut Paschlau.

Exkursion: SWM-Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach

Samstag, 15. November 2014, 10:00 Uhr- ca. 12.00 Uhr, Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach

Exkursionsleitung: Angelika Magerl, Umweltpädagogin, Stadtwerke München

Kostenbeitrag: 10,00 Euro, vor Ort zu bezahlen

Seit knapp 10 Monaten das neue Geothermie-Heizkraftwerk der Stadtwerke München (SWM) in Sauerlach in Betrieb. Es liefert erneuerbaren Strom für 16.000 Haushalte und ökologische Wärme für Sauerlacher Bürger. Dass Geothermie auch für Stromerzeugung genutzt wird, ist noch ungewöhnlich; die Stadtwerke verstärken dadurch ihre Ausbauoffensive Erneuerbare Energien im Wärmebereich, aber auch im Stromsektor. Genutzt wird das Thermalwasser mit einer Temperatur von 140 Grad; durch die Anlage werden rd. 35.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden; sie erzeugt etwa 40 Mio. kWh pro Jahr.

Hier wird nichts „gefrackt“

München ist tiefen-thermisch privilegiert: Unter der Erdoberfläche befindet sich in einer Tiefe von 2.000 bis 4.000 Metern ein riesiger Vorrat an umweltfreundlicher Energie: Heißwasser von 80 bis 140 Grad. Durch zahlreiche kleine Hohlräume fließt das heiße Wasser relativ leicht nach oben; kleines Bohrloch, große Wirkung. Und das Heißwasser wird auch nicht verändert: Nach der Temperaturausnutzung wird es ohne jegliche Chemie in die gleiche Tiefenschicht des Malm-Karst geleitet, aus dem es kam. Denn das thermale Heißwasser erwärmt nur einen zweiten Heizwasser-Kreislauf, kommt mit ihm nicht in Berührung. Generell: Keine Schadstoffe, Dampfschwaden, Erschütterungen; die Geräusche werden drastisch gedämpft.

Ein gelungenes Beispiel einer Stadt-Umland-Kooperation. Denn die Energiewende ist dezentral. Die Erneuerbare Energieerzeugung Münchens findet überwiegend außerhalb Münchens statt – und hoffentlich nicht nur in Spanien und offshore.

Die Stadtwerke laden uns zu einer Besichtigung.

Ort: Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach; zu erreichen mit der S-Bahn; der Treffpunkt wird denjenigen mitgeteilt, die sich angemeldet und eine Teilnahmebestätigung erhalten haben
Zeit: 15.11.14, 10:00h, ca. 2 Stunden
Es führt: Angelika Magerl, Umweltpädagogin, Stadtwerke München
Da wir die Teilnehmerzahl auf 25 beschränken müssen, bitten wir Sie, sich schnellstmöglich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. Bei erfolgreicher
Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung sowie die genauen Details zu Anfahrt, Treffpunkt etc. Die Bestätigungen erfolgen nach Reihenfolge des Eingangs.

Achtung: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Nur wer eine Anmeldebestätigung erhält, kann teilnehmen.

 

 

Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit – (k)ein Widerspruch?!

in Kooperation mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, München (FÖS)

Donnerstag, 27. November 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, München, Marienplatz 8

Referent: Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Stellvertretender Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Leiter des Forschungsbereichs „Nachhaltige Lösungsstrategien“; neben vielen anderen Funktionen auch Co-Vorsitzender des letzten IPCC-Berichts

Grußwort: Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München

Kaum zu glauben: Während die kritische Öffentlichkeit zu erahnen beginnt, dass die Wachstumszwänge des Bruttoinlandsprodukts mehr (Umwelt-) Probleme erzeugen als (Wirtschafts-) Probleme lösen – da fordert der „climate chairman“: „Klimawandel durch Wachstum!“.

„Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“, rechnete er im letzten IPCC-Bericht vom April 2014 vor: Die IPCC-Gutachter empfehlen der Welt eine schnelle und deutliche Verschiebung von Investitionen: Weg von Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, hin zu klimafreundlichen Energien; bis zur Mitte des Jahrhunderts müsse die kohlenstoffarme Energieerzeugung verdrei- bis vervierfacht werden, wenn das Klimaschutzziel von +2 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung noch erreicht werden soll. Macht die Welt weiter wie bisher, so sagt der IPCC, kommen wir dann auf eine Erderwärmung um 3,7 bis 4,8 Grad – mit wirklich unvorstellbar negativen Auswirkungen.

Die Kernbotschaft: Mit Klimaschutz muss man nicht auf Wirtschafts-Wachstum verzichten; der nötige Wechsel schlage bei einem globalen Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3,0 Prozent pro Jahr nur mit einem Minus von 0,06% zu Buche.

Die Kernfrage aber ist: Investieren wir richtig? Richtig in privates physisches Kapital, Humankapital, Soziales Kapital, Natürliches Kapital? Wieviel des „Net National Product“ (NNP) kann – unter Berücksichtigung der Abwertung von physischem Kapital, Investitionen in Ausbildung, Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Schäden durch Umweltverschmutzung – in einer Periode global konsumiert werden, ohne die Möglichkeit zu untergraben, das gleiche NNP in der Zukunft zu produzieren? Das wäre dann „nachhaltiges Wachstum“.

Die zentrale Frage für die Wirtschafts- und Klimapolitik ist nicht „growth“ oder „degrowth“, sondern das Gemeinwohl, ob Über- oder Unterinvestitionen bei wichtigen „Common-Pool-Ressourcen“ vorliegen: Wirtschaftswachstum kann kein Selbstzwecke sein; aber es könnte dazu beitragen, erstrebenswerte Ziele zu erreichen (z.B. Zufriedenheit, Verringerung von Armut); die Politik sollte sich nicht primär mit Wohlstand, sondern mit Wohlfahrt befassen. Denn heute übernutzen wir z.B. die globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre als CO2-Deponie und unternutzen lokale und globalen Gemeinschaftsgüter wie Wissen und Infrastruktur. Ein neuer Ansatz für ein globales Wirtschaftsmodell des 21. Jahrhunderts.

Und das Ganze wird auch noch verständlich erklärt!

 

In Koopertation mit: 

 

 Mut statt Wut: Beteiligung und Akzeptanz

Donnerstag 18. Dezember 2014, 19:00 Uhr,  Orange Bar, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 6. OG,

Referent/innen:

  • Prof. Dr. Patrizia Nanz, Leiterin des Forschungsschwerpunktes Partizipationskultur, Kulturwissenschaftliches Institut Essen:
    „Ohne Beteiligung wird es keine Akzeptanz der Energiewende geben“
  •  Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München:
    „Ein städtischer Bürger-Energie-Dialog“

„Wenn der Wind der Erneuerung weht, dann bauen die einen Menschen Mauern und die anderen Windmühlen“ (Lebensweisheit aus China)

Nicht umsonst heißt die Veranstaltungsreihe der Umwelt-Akademie „Mutbürger für Energiewende!“, nicht „Wutbürger“: 87 Prozent der Bundesbürger sind für den Ausbau Erneuerbarer Energien – kein schlechter Wert. Doch wenn es um konkrete Windräder oder Überlandleitungen im eigenen Umfeld  geht, scheinen die NIMBYs (not in my backyard) in der Mehrheit zu sein.

Aber ist der Mensch wirklich so widersprüchlich? Prof. Dr. Patrizia Nanz, Leiterin des Forschungsschwerpunktes Partizipationskultur am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen bezweifelt das: Die Gegner sind nur lauter. Befragt nach der Zustimmung zu Stromerzeugungsanlagen in der eigenen Nachbarschaft, bewertetet eine Mehrheit von bis zu 75 Prozent Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nähe des eigenen Wohnortes als positiv – zugleich deutlich mehr als dies bei fossilen oder nuklearen Anlagen der Fall ist. Beim Blick auf die verschiedenen Erzeugungstechnologien haben Solar- und Windanlagen die Nase vorne – die Akzeptanzwerte sind noch höher, wenn die Menschen bereits solche Anlagen in ihrer Nähe haben.

Trotzdem gibt es natürlich manchmal auch erbitterten Widerstand, insbesondere bei Menschen, die vor Ort Nachteile haben oder befürchten. Frühestmögliche Informationen, sind notwendigen Bedingungen, Großprojekte oder neuartige Energieanlagen durchzusetzen. Zum anderen ist die mittelbare und unmittelbare Beteiligung der Menschen unabdingbar erforderlich – sei es durch Befragungs- und Abstimmungsverfahren oder finanzielle Beteiligung. Doch rationale Argumente sind oft nutzlos, um negativ betroffene Menschen zu überzeugen; auch Emotionen müssen angesprochen werden.

Was nicht vergessen werden darf: Akzeptanz für eine bestimmte Anlage oder Erneuerbare Energie-Anlagen generell besagt noch nicht die Akzeptanz z.B. fürs Energiesparen, die Reduzierung des eigenen fossil gestützten Verkehrs, die Umstellung des eigenen Lebensstils.

 

 

Diese Veranstaltung wurde auf 2015 verschoben!

Nachhaltige Stadtentwicklung Münchens: Energiekonzepte und mehr

Referenten:

  •     Michael Hardi, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA II
  •     Thomas Haser, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA III

Bedeutet nachhaltige Stadtentwicklung, dass wir unsere Stadt einfach grüner machen müssen? Ein paar zusätzliche Bäume pflanzen? Die Häuser besser dämmen?

Das auch! Aber es gilt, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Sozio-Kulturelles – zu berücksichtigen. Auf der Planungsseite gibt es dann die unterschiedlichen Maßstabsebenen Stadt, Quartier, Gebäude; aber auch die Menschen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Lebensgewohnheiten. Und das bei sich stetig wandelnden Anforderungen an die Zukunftsfähigkeit einer Stadt.

Klimaschutz spielt bei der Nachhaltigen Planung eine wesentliche Rolle. Die Landeshauptstadt München hat sich mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats vom 17.12.2008 mit der Übernahme der Ziele des europäischen Netzwerks “Klima-Bündnis e.V.” sehr hohe Ziele gesteckt: Die CO2-Emissionen sollen alle fünf Jahre um zehn Prozent reduziert, der CO2-Ausstoß bis spätestens 2030 – bezogen auf das Basisjahr 1990 – halbiert werden.

Wesentliche Beiträge, um diese Ziele zu erreichen, können Energiekonzepte auf allen Maßstabsebenen leisten. „Energiegerechte Stadtentwicklung Münchens“, heißt die Anforderung. Beispielgebend waren hierfür die Projekte “Solare Nahwärme Ackermannbogen” oder die Geothermieanlage in der Messestadt Riem. Fortentwickelt wurde sie mit dem Projekt “Energiegerechte Stadtentwicklung Freiham-Neuaubing”. Die Ökologische Mustersiedlung Prinz-Eugen-Park und die Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne werden die Münchner Erfahrungen weiter wachsen lassen.

Gibt es ein abgerundetes „Rezept” für die energiegerechte Stadtentwicklung? Die Mitarbeiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München sollen uns einen Einblick geben in die integrierte Arbeitsweise bei der Verankerung von Energiekonzepten auf den unterschiedlichen Planungsebenen. Dabei wird sich zeigen: Energiegerechte Stadtentwicklung ist ein lernender Beteiligungsprozess.

 

 

 

 

Rückblick

Energiewende – best practice: Ohne Beteiligung der Bürger wird sie nicht gelingen!

Donnerstag, 24. Juli 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, Marienplatz 8, München

Referenten:

  • Werner Hillebrand-Hansen, Vorstand Bürgerenergie-Genossenschaft Freisinger Land e.G.
  • Hansjörg Henle, Stadt Leutkirch, Oberbürgermeister

Ohne Beteiligung der Bürger kann die Energiewende nicht gelingen. Doch das Wort „Beteiligung“ ist schillernd: Ministerpräsident Seehofer plant einen Gesetzentwurf zur Bürgerbefragung im Freistaat; doch die Ergebnisse sollen  unverbindlich bleiben.

Wir dagegen stellen zwei best-practice-Beispiele vor, wie „Beteiligung“ wirklich geht:

Dass Strom aus der Steckdose kommt, ist banal; dass er vom Nachbarn kommen kann, ist noch nicht allgemein bekannt. Schon mehrfach haben wir über alternative Stromlieferanten berichtet und sie referieren lassen. Rund 1,4 Millionen Stromerzeuger gibt es mittlerweile in Deutschland. Denn die Energiewende in Deutschland ist längst dezentral. Nur 6 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Anlagen sind im Eigentum der großen vier Energieversorger, über 54 Prozent gehören Privatpersonen, weitere 11 Prozent Landwirten. Heute ist die Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land e.G. eingeladen. Deren „grünen“ Strom können Sie beziehen, demnächst auch aus örtlichen Photovoltaik-Anlagen. Sie können sich aber auch als Genossenschafts-Mitglied aktiv und mit 250€ finanziell beteiligen. Denn: Eine breite Mitwirkung möglichst aller gesellschaftlicher Gruppen ist erwünscht.

Im Fall der Nachhaltigen Stadt Leutkirchen im Allgäu war und ist die Mitsprache aller Bürger Voraussetzung: Seit Oktober 2011 wird in einem mehrstufigen Prozess ein Leitbild für die künftige Entwicklung der Stadt in den Schwerpunkten „Landschaft“, „Gebäude“, „Städtebau“, „Mobilität“ und „Bürger“ erarbeitet. Die Methoden: Arbeitspapiere, Workshops, online-Umfragen, Bürgerversammlungen usw. Herausgekommen ist u.a. ein ausführliches „Leitbild Energie in der Nachhaltigen Stadt Leutkirch“, das nach einjähriger Bürgerdiskussion im Oktober 2012 vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde. Neben einigen Kernsätzen wird eine Vielzahl sehr konkreter Ziele bis 2015 aufgestellt; zu jedem Einzelziel sind Umsetzungsbausteine definiert, die nun konsequent abgearbeitet werden. Oberstes Prinzip: Konsens als Basis für die Akzeptanz der Projekte.

 

 

Biodiversität

Ausblick

Tages-Exkursion

Naturschutz mit Erfolg: Rosenheimer Stammbeckenmoore

Samstag, 11. Oktober 2014
8.30 - ca. 16.00 Uhr
Bustransfer oder Fußwanderung vom Bahnhof Raubling zur Moorstation  der Nickelheimer Filze, 3-stündige Führung

Exkursionsleitung: Harry Rosenberger, Gemeinde Raubling, Dr. Nico Döring, Die Umwelt-Akademie e.V.

Kostenbeitrag: 25,00 Euro pro Person (beinhaltet Kostendeckung für Zugfahrt, Busfahrt und Führung)

In den Rosenheimer Stammbeckenmooren erhalten Naturliebhaber die schönsten Mooreindrücke auf ökologisch verträgliche Weise, also ohne Störung der Tierwelt. Hierzu wurden eine Aussichtsplattform und zwei Aussichtstorfhügel zur Landschafts- und Vogelbeobachtung installiert. Ein Schauhandtorfstich und ein botanisches Gelände veranschaulichen den Lebensraum Moor.

Es brauchte 17 Jahre Engagement von Visionären und Naturschützern mit Medienrummel, Gutachten und Exkursionen bis es im großen Stil  losging mit der Renaturierung. Bei der „Moor-Renaturierung“ werden Entwässerungsgräben geschlossen, um Regenwasser im Moor zu halten. Die Renaturierung der Stammbeckenmoore umfasst insgesamt rund 600 Hektar Moor, das EU-Projekt „LIFE-Natur Rosenheimer Stammbeckenmoore“ renaturierte von 2005 bis 2010 rund 420 Hektar. In Mitteleuropa gibt es ist keine größere Moor-Renaturierung! Kommen Sie und machen Sie sich selbst ein Bild!

Dieses Moor gehört zu den größten Moorkomplexen des Alpenraumes. Wo bis zur Eiszeit noch ein See in der Größe vom Bodensee mit ca. 450 km² lag, wuchsen nach dem Trockenlaufen des Sees hier bis zu 10 Meter mächtige Hochmoortorfe auf.  Warum?

Fünf Kilometer südlich erhebt sich das Mangfallgebirge mit dem markanten Wendelstein (1838 m). Das Gebirge verursacht Steigungsregen: Während in Rosenheim durchschnittlich 1100 mm Niederschlag fallen, sind es hier vor dem Gebirge 1500 mm Niederschlag. Durch den ausgelaufenen See war alles nach unten dicht: ein weitere Voraussetzungen für das Hochmoorwachstum.
Vor der Ära des Torfabbaues waren die Stammbeckenmoore ein großflächiger, geschlossener Hochmoorkörper. Der Urzustand lässt sich lediglich in der Sterntaler Filze, dem letzten nicht abgebauten Hochmoor nachempfinden. Die Moorstation „Sterntaler Filze“ lädt übrigens mit verschiedenen Stationen ein, das Moor mit allen Sinnen zu erleben.

Und eine im ehemaligen Torfabbau verwendete Feldbahn wird vom lokalen Torfkulturverein „d`Fuizler“ instand gehalten.

Durch Trockenlegung und Torfabbau entstanden weite Flächen mit andersgearteten Lebensräumen: Im letzten Jahrhundert wurden die Moore zentimeterweise großflächig abgefräst. Nach Entwässerung entwickelten sich artenarme Moorheiden mit Zwergsträuchern und lichten kümmernden Wäldern. Während in trockengefallenen Torfabbauflächen nur trockenheitsresistente Arten wachsen, explodiert auf wiedervernässten Torfabbauflächen das Pflanzenwachstum und der Artenreichtum nimmt zu. Sonnentau, Torfmoose, Libellen und langbeinige Watvögel finden hier neuen Lebensraum.
Wir wollen erfahren wie das alte Moor war, wie ist das neue? Kommen alle Torfmoosarten wieder oder entwickelt sich ein Schmalspurmoor ohne die ehemalige Vielfalt? Wohin geht die Entwicklung? Wie geht es der Region mit diesem neuen Kleinod aber ohne Frästorfabbau?

Die Station ist barrierefrei. Gehbehinderte können auch unmittelbar vor der Station parken.
Da wir die Teilnehmerzahl auf 30 Erwachsene (+ Kinder) beschränken müssen, bitten wir Sie, sich schnellstmöglich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. Bei erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung sowie die genauen Details zu Anfahrt, Treffpunkt, Ausrüstung etc. Die Bestätigungen erfolgen nach Reihenfolge des Eingangs.

Achtung: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Nur wer eine Anmeldebestätigung erhält, kann teilnehmen.

 "Biodiversität!“ - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

 

 

Selbach-Umwelt-Stiftung


 

Rückblick

Schwärmen Sie auch für süße Bienen? Stadtimker bringen Bienenvölker in der Stadt

Donnerstag, 18. September 2014
16:00-18:00 2-stündiger Stadtspaziergan
19.00 Vortrag "Bienenvölker in München"
Zirkus-Krone-Straße 10, München, Green City Energy, 6. Stock

Referentin: Erika Mayr, bayerische und internationale Stadtimkerin

Goldener Honig ist seit der Antike äußerst geschätzt: Er galt als Götterspeise, als auch als Zahlungsmittel – der „Honigszins“ - und als Allheilmittel bei geistigen (z.B. Depressionen) und physischen Krankheiten (Fieber, Erkältung, Wunden, Hautkrankheiten). Der griechische Göttervater Zeus hatte den Beinamen „Bienenkönig“, der germanische Gott Odin verdankte dem Honig seine Unsterblichkeit, seine Kraft und Weisheit. Bienen wurden als Götterboten verehrt und galten als „reine Wesen“, in deren Gegenwart nicht gestritten werden durfte. Bereits die Ägypter kannten den Zusammenhang zwischen reichen Obsternten und Bestäubung durch Bienen, daher wurde schon seit dieser Zeit systematische Bienenzucht – auch in Städten - betrieben.

Vor dem Hintergrund des großen Bienensterbens auf dem Land, erwacht in den Städten das Bewusstsein, Bienen neue urbane Lebensräume anzubieten. Was in New York bereits Wirklichkeit ist, könnte auch in München für buntes Treiben sorgen: Stadtimker erobern Dächer (wie z.B. am Gasteig, Seidl Villa), Parks, ja sogar in Hinterhöfen oder Balkonen ist für ein Bienenvolk Platz. Stadtbienen finden von Februar bis November ein reichhaltiges „Nahrungsangebot“ in Gärten, Friedhöfen und Blumenkästen. Sie schützen sich durch eigene Abwehrmechanismen vor Luftverschmutzung, und haben in städtischen Räumen nicht mit Pestizid- und fungizid verseuchten Nektar wie am Land zu kämpfen, die ihr eigenes Überleben gefährden.

Wir schwärmten mit der Stadtimkerin Erika Mair aus und machten eine Entdeckungsreise zu den Bienenweiden in München. Warum bieten Städte oft bessere Bedingungen zum Leben für Bienen als das Land? Welche Pflanzungen sind lieben die Bienen, und welche nicht? Wie könnte jeder Interessierte Stadtimker werden?  Welche städtischen Maßnahmen würden die Ansiedlung von Bienenvölkern unterstützen, und welche verhindern sie? Sind die Abgase für den Honig schädlich?

 

Dr. Nico Döring

Für das Thema „Biodiversität und Gewässerschutz“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Nico Döring

 

Gutes Zusammenleben mit Fuchs, Marder und Co. durch ein professionelles Wildtiermanagement

Donnerstag, 3. Juli 2014,

19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“)

Referent: Dr. Christof Janko,  Fachmann für Wildtiere und Wildtiermanagement

Wildtiere sind aus unseren Städten nicht wegzudenken und haben zweifelsfrei ihren Charme. Wer lässt sich nicht berühren beim Zusammentreffen und Erleben mitten in der Stadt, etwa von einem jungen Fuchs beim Spielen oder frisch geschlüpften Entenküken hinter ihrer Entenmama watschelnd? Gerade in der Stadt ist das spontane Naturerlebnis oft ein Mangel. Verbundenheit von Tier und Mensch beschränkt sich insbesondere auf Hund, Hamster oder andere Haustiere. Wildtiere bieten einen anderen Bezug und eine Verbindung zur Natur, spontan, unvorhersehbar und vielfältig. So wertschätzen Menschen Tier-Begegnungen, sofern sie keine Angst bekommen oder keinen Schaden befürchten. Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sie ganz überraschend einem Vogel, einer Maus oder gar einem Fuchs begegnen. Die Biodiversität (die Vielfalt der Arten und der Lebensräume) in Städten ist eine tragende Säule des Naturschutzes.

Die ansteigende Vielfalt von Wildtieren in Städten ist ein weltweites Phänomen. Anpassungsfähige Tierarten profitieren von der Ausweitung unserer Metropolen und der „Urbanisierung“ unserer Siedlungen. Für die Arten, die es gelernt haben, sich zurechtzufinden, ist der Lebensraum Stadt (Siedlungsgebiet) mit günstigen klimatischen Gegebenheiten, üppigem Futterangebot, geringem Feinddruck und darüber hinaus als jagdfreie Zone optimal. Waschbären klettern den Regenfallrohren entlang, um in ihre Verstecke im Dachboden zu kommen, Füchse werfen ihre Jungen in trockenen Kellerschächten, Enten brüten auf Flachdächern von Hochhäusern geschützt vor Hunden, Ratten oder Mardern. Es hat lange gedauert, nun erobern nach Fuchs und Gans auch Wildschwein und Waschbär diese urbanen Lebensräume aus Menschenhand. Fuchs, Marder und auch der Waschbär fühlen sich in Städten pudelwohl. Auch sie leben hier in viel höherer Dichte und mit anderem Sozialverhalten als in ihren ländlichen Revieren.

Wir selbst bemerken nur die wenigsten von unseren tierischen Nachbarn. Sie stören auch nicht weiter, wenn sie keinen Lärm, Dreck oder sonstigen Schaden anrichten. Beispiele für mögliche Störungen sind die Verkotung von Bauwerken oder Freiflächen und eventuell dadurch entstehende wirtschaftliche Schäden, Sorge vor humanpathogenen Krankheiten, die von Wildtieren übertragen werden könnten, die aktive Bedrängnis durch gezähmte Wildtiere und die allgemeine Besorgnis vor der Wildheit von Tieren. Dann kommt seitens der Bevölkerung der Ruf nach einer Regelung.

Kann ein Abschuss zu einer Lösung führen? Was kann man hier tun, das ist eine Schlüsselfrage, mit der alle Kommunen konfrontiert werden. Einfach abschießen „funktioniert“ in einzelnen Situationen, zum Beispiel wenn es sich um einzelne auffällige, kranke oder sonderhaft störende Tiere handelt, wie das Wildschwein, das seine „natürliche“ Scheu verloren hat und Passanten mit Einkaufstaschen anbettelt; der Fuchs, der in Wohnungen geht oder von Reudemilben befallen kurz vor dem Verenden ist. Ein ernsthaftes Problem für die Betroffenen entsteht, wenn der Fuchs das Lieblingskaninchen aus dem  Garten holt, oder wenn die geliebte kleine Hühnerschar dem Marder zum Opfer fällt. Hier hilft Abschießen nur kurzzeitig, da der nächste „Feind“ das freigewordene Revier besetzt und das tut, was seiner Natur entspricht. Das Problem also bleibt.

Die Problemursachen oder „Systemunverträglichkeiten“ zu erfassen und mit den beteiligten Menschen Lösungen zu finden, ist hier zukunftsweisend.
Die Wirkungen eines Abschießens sind bei jeder Tierart verschieden. Die geschossenen Tiere sind weg, andere reagieren darauf und werden vielleicht vorübergehend vergrämt oder scheu. Gut so, mag der erste Eindruck sein. Aber ist eine Tierart vorübergehend dezimiert, so nimmt nicht selten eine andere die freien Nischen mit Futter und Lebensraumangebot ein und nimmt überhand.

Füchse beispielsweise ernähren sich in Städten auch von Ratten, Kaninchen und Mäusen. Dezimiert man in der Stadt die Füchse, so könnten Mäuse und Ratten zunehmen und zum Problem werden. Die wiederum kann man nicht schießen. Man müsste sie beispielsweise vergiften.
Bei Füchsen und Mäusen bewegt die Menschen das Thema Fuchsbandwurm. Über seinen Kreislauf bis zum Menschen gibt es mehr Theorien und Spekulationen als fundiertes Wissen. Die Gefahr, vom Fuchsbandwurm betroffen zu werden, ist äußerst gering. In Deutschland erkranken ca. 30 Leute pro Jahr, viele davon sind Landwirte.

Wie erfolgt die Übertragung der Eier? Der Fuchsbandwurm kann grundsätzlich über den Fuchs (wie es der Name sagt) aber ebenso über Hunde oder Katzen, die nicht regelmäßig entwurmt werden, auf den Menschen übertragen werden. Die Eier können auch über Obst und Gemüse, auf dem sie zufällig gelandet sind, nachdem sie von Fuchs, Hund oder Katze ausgeschieden wurden, in unseren Kreislauf kommen. Wie die Bandwurmeier bei den jetzt Erkrankten wirklich übertagen wurden, ist unbekannt, zumal die Erkrankung erst viele Jahre nach der Infektion in Erscheinung tritt. Gekauftes wie Eigenes aus dem Garten oder aus der Natur könnte gleichermaßen potentiell behaftet sein mit Eiern des Fuchsbandwurms. Rohes Essen vor dem Verzehr zu waschen, ist eine Möglichkeit Eier zu entfernen. Ob dies jedoch nötig ist, darüber gibt es keine Erkenntnisse. Dass die Eier überhaupt über unsere Nahrung übertragen wurden, ist eben nur eine von mehreren Möglichkeiten.

Reduziert man bandwurmfreie Füchse in der Stadt, so wandern möglicherweise andere Füchse zu, die vom Bandwurm befallen sein könnten. Nur wenige Mäuse sind Träger des Fuchsbandwurms. Reduziert man die Füchse generell, so könnten sich andererseits die Mäuse und damit der Zwischenwirt des Fuchsbandwurms vermehren. Es gibt unzählige Theorien zu den vielfältigen Wechselwirkungen. Wahrscheinlich stimmen alle Thesen in einem Teilbereich.

Dr. Christof Janko, echt ausgefuchst und Fachmann für Wildtiere und Wildtiermanagement, nahm die Zuhörer mit beim Wildtiermanagement in urbanen Räumen. Bei lokalen individuellen Problemen mit einem Tier,  und das erläutert er an mehreren Beispielen, können akute Konflikte gelöst werden. Bei generellen Konflikten können sie temporär abgefedert, aber selten dauerhaft oder vollständig gelöst werden. Janko warb dafür, die wildbiologischen Bedürfnisse der Tierarten kennenzulernen und diese mit den mannigfaltigen Aspekten des Stadtlebens im Rahmen eines funktionalen Managementplans in Einklang zu bringen. Berlin ist eine der wenigen Städte in Deutschland, die das Thema mit wissenschaftlicher Professionalität angeht. In der Praxis allerdings ist das Zusammenspiel von Stadtplanern, Architekten, Hausverwaltern, Gartenplanern, Gartenfreunden und Tierfreunden, eigentlich allen Stadtbewohnern eine große Herausforderung.

Manchmal sind nämlich Menschen Ursache des Problems und des Konflikts, beispielsweise wenn sie “ihren“ Fuchs füttern, ihn dabei zähmen und ihm so die Scheu vor dem Menschen nehmen. Besucht dieser zahme Fuchs eine andere offenstehende Wohnung in seinem Revier, so ist ein Konflikt vorprogrammiert.
Janko plädierte dafür, aufkommende Mensch-Wildtier-Konflikte gleichzeitig über Aufklärung der Menschen und in Form eines Wildtiermanagements kompetent und langfristig zu lösen: Verhaltensänderungen könnten also zu einer Lösung beitragen.
Die Lösung liegt in der Regel darin, dass wir unser Verhalten ändern und darin, dass wir urbane Räume so gestalten, bewirtschaften nutzen und pflegen, dass sie als Lebensräume für Menschen Pflanzen und Tiere in vielfältigen Symbiosen geeignet sind. Gute Lösungen finden sich aus der Naturkenntnis und sie liegen im Detail. Pauschale Patentrezepte wie Abschuss können leicht nach hinten losgehen, zum Dauerthema werden oder das Problem nur verlagern und dabei neue Probleme schaffen.

Bei Tauben und Gänsen versuchte man vielfach vergebens eine Regelung der Bestände über Bejagung oder Vergiftung mit der Taubenpille. Hier ist ein Teil des Problems das reichhaltige Futterangebot in Städten (Anmerkung des Verfassers). Auch Ursachen hierzu sind menschengemacht, seien es Achtlosigkeit, das Futter wegzuwerfen, eine großzügige Weitergabe des eigenen Wohlstandes an bettelnde Wildtiere wie die Tauben, oder ein Bedürfnis, eine Liebe und Beziehung zu diesen Geschöpfen, ausgedrückt in der Gabe von Taubenfutter. Das weite Feld der Vögel, seien es Gänse, Tauben oder Krähen, sparte Christof Janko an diesem Abend allerdings aus.

Dr. Nico Döring

 


Fuchs Naomi mit Halsbandsender
Foto: C. Janko

 

Rotfuchsstreifgebiete in Herrsching / Bayern. Herrsching hat 11 000 Einwohner. Füchse haben ein hohes Anpassungsvermögen an verschiedenen Lebensraumgegebenheiten. Je nach Lebensraum leben Füchse in getrennten Revieren oder in Familiengruppen in  überlappenden oder sogar in identischen Streifgebieten.
Foto: C. Janko

 

Der Fuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser und findet in Siedlungsräumen ein hohes vielfältiges Nahrungsangebot.
Foto: C. Janko

 

 

 

 

 

 


 

Schüler-Exkursion: Isar – Praterkraftwerk – Energiewende – Biodiversität

Donnerstag, 17. Juli 2014
Teilnehmer: 2 Schüler-Gruppen Maria-Theresa-Gymnasium, München-Au
Referenten:  Dr. Nico Döring und Klaus von Birgelen

Im Rahmen der Projekttage des Maria-Theresa-Gymnasiums (MTG) führte die Umweltakademie zwei Exkursion mit zwei Gruppen mit je 15-20 Schülern der 6.-10. Klasse durch (Dauer 2 Stunden).

Themen waren die Energiewende in München, das Praterkraftwerk, die Veränderung und Nutzung der Isar und die Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Anhand von Bildern erklärte Isar-Spezialist Dr. Nico Döring, wie die Isar früher als natürlicher Fluss verlief und wie München sie wirtschaftlich nutzte und begradigte. So konnten sich die Kinder und Jugendlichen die Auswirkungen auf das Leben von Mensch und Tier gut vorstellen. Diskutiert wurde unter anderem die Schwierigkeit eine Balance zu finden zwischen Natur, Erholung und wirtschaftlicher Nutzung.

Rund um die Staustufe an der Praterinsel erklärte Klaus von Birgelen, unabhängiger Energieberater, die funktionsweise des „unsichtbaren“ Wasserkraftwerks. Fotos und Schaubilder machten deutlich, welchen Aufwand die Erzeugung sauberer Energie erfordert.

Diese Fischtreppe mit vielen Betonbecken führt vor Augen, wie den Fischen ihr Wanderweg zu den Laichplätzen wieder ermöglicht wird. Die Becken sind so groß dimensioniert, dass auch die größten wandernden Isarfische, die Huchen noch Platz im Becken haben und die Fischtreppe nutzen können.

Anhand von Fragen wurden die Schüler animiert nachzudenken. Sie brachten sich aktiv ein und fragten weiter ., z.B. zur bisherigen und zukünftigen Energieversorgung. Die aufgeworfenen gesellschaftlichen und technischen Fragestellungen von München bis zur Welt spannten interdisziplinär den Bogen und machten die Zusammenhänge für die Schüler greifbar.
 
Feedback der Lehrer zu der Isarexkursion:
„Sie waren beide toll "im Thema“, hatten großes Fachwissen und Begeisterung. Das hat das Interesse der Schüler sofort geweckt. Umfang und Dauer waren gut passend; sprachlich war die Darstellung für eine 10. Klasse gut verständlich.“


 

 

Die Fröttmaninger Heide: Ein Naturschutzgebiet in der Stadt München – wie geht das?

Exkursion in die Fröttmaninger Heide, Samstag, 19. Juli 2014, 11.00 Uhr

Exkursionsleitung: Christiane Joas, Landschaftsarchitektin und Geschäftsführerin des Heideflächenvereins München

Treffpunkt für unsere Exkursion in die Fröttmaninger Heide war das Heidehaus, ein neues lichtdurchflutetes Informationszentrum, direkt auf der Westseite der U-Bahnstation Fröttmaning gegenüber dem neuen Fußballstadion. Das Heidehaus ist eine kurze Beschreibung wert. Es wird beheizt mit Erdwärme, hat ein bunt blühendes Gründach sowie auf den weit überstehenden Vordächern eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung. Die Solaranlage  ist als Folie auf dem flachen Dach montiert und hat eine Leistung von ca. 6000 kWh pro Jahr, was ungefähr 600 Litern Öl entspricht. Im Vorfeld der Exkursion erklärte ein engagierter ehrenamtlicher Heidefreund diese technischen Details. Vielen Dank!

Heide in ihrer unscheinbaren Schönheit

Auf den ersten Blick sieht es aus, dass als ob das Heidehaus von Ödland umgeben ist. Erst beim genauen Hinsehen eröffnet sich die Blütenpracht der Heide in ihrer feinen Schönheit. Unzählige bunte Blumen, das Flattern der  Schmetterlinge, ein geschäftiges Brummeln der Hummeln, viele Schwebfliegen auf den weißen Blüten der wilden Möhren, zirpende Heuschrecken  - kurz eine unbeschreibliche Vielfalt an Pflanzen und Tierchen auf engstem Raum. Wir kamen genau richtig und das der heiße späte Vormittag ideal zum Naturerleben.
Der Boden ist dort kiesig nahezu ohne Humus, trocken und "mager" wo wie der Fachmann ihn anspricht. So bleiben Blumen wie der gelb blühende Wiesenbocksbart recht  klein und unscheinbar. Die purpurrote Kartheusernelke,  der wilde Thymian, die weiße Schafgarbe der duftende bordeauxrote Majoran und der violett-rote Hauhechel standen in voller Blüte, dazwischen reingesprenkelt, der gelbe Hornklee. Ungezählte  Bläulinge, Dickkopffalter und Waldvögel flatterten, Hummeln brummelten Wildbienen summten von Blüte zu Blüte und Schwebfliegen standen still in der Luft; dazwischen das Gezirpe der Zikaden und Heuschrecken. Die Heiden sind ein Kleinod, den man auf den ersten ungeübten Blick oder zur falschen Jahreszeit leicht übersehen kann.

Die Münchner Heiden oder Haiden (zwei gültige Schreibweisen) waren um München herum früher weit verbreitet. Die Namen Haidhausen oder alte Heide erinnern an die Ur-Münchner Landschaft. Die offenen Heiden mit ihrem Blumenreichtum sind Kulturlandschaften, die durch dauernde Holzentnahme und durch Beweidung oder auch durch Überbeweidung eine „offene Landschaft geblieben und so geworden sind. Ohne diese Nutzungen würde die Haide schnell zu Wald. Wir konnten selbst sehen wie viele junge Kiefern und Weiden aufwuchsen. In weniger genutzten Bereichen prägen lichte Kiefernwälder und dichte Weidengebüsche die Heiden. Da hilft dann auch die Beweidung nicht mehr, um die blütenreichen Wiesen wieder zu erhalten. http://www.heideflaechenverein.de/freizeit/heidehaus/dokumente/flyer_heidehaus_2011.pdf

Gerade noch vor dem endgültigen Verlust...

Vor fünfundzwanzig Jahren waren nur noch einzelne isolierte Naturflächen vorhanden und Große Anteile  waren in den Händen der Bundeswehr. Den Kommunen nördlich von München und dem Heideflächenverein ist es in den letzten 25 Jahren gelungen, die noch vorhandenen Highlights zu erwerben. Mit vielen Flächen dazwischen entstand ein gut vernetzter Naturverbund. http://www.arche.bayern.de/naturatlas/gebiete/ob_heiden_muenchen.htm

Die Fröttmaninger Heide war nach dem zweiten Weltkrieg ein Truppenübungsplatz. Bei den Panzerübungen wurde die Landschaft regelrecht mit dem schweren Gerät umgegraben und so offen gehalten, allerdings immer nur in Teilbereichen. Nachdem das Militär abgezogen ist, haben die umliegenden Gemeinden die Flächen aufgekauft und als Erholungsflächen gesichert. Damit die Heiden  nicht zuwachsen, werden sie mit 500 Schafen von einem Schäfer und neuerdings auch zusätzlich mit einigen Ziegen beweidet. Die Ziegen gehen im Gegensatz zu den Schafen bevorzugt an die Gehölze und sind die effektivsten natürlichen Landschaftspflegen, wenn es um das Verhindern von Neu - Bewaldung geht. Holzarbeiter entnehmen -wo nötig- große Bäume. So versuchen sie ein Mosaik aus verschiedenen Heide Lebensräumen zu erhalten und zu gestalten. Eine Pflege durch Mahd ist aufgrund des unebenen Geländes, das so durch das Militär entstanden ist, nicht möglich. Allerdings haben es auch die Schäfer immer schwerer.

Schäfer und Schafe

Früher waren die Schafe selbstverständlich im Jahreszyklus der Heiden und gesamten Landschaft und Landwirtschaft mit den  Bauern integriert. Im Winter durften die Schafe auch fremde landwirtschaftliche Flächen beweiden. Die Felder profitieren, da winterliche Schafbeweidung  die Fruchtbarkeit der Böden steigert. Außer großen Flüssen gab es keine Schafbarrieren in der Landschaft. Heute gilt es dazu Autobahnringe, Schnellstraßen und ein dichtes Bahnliniennetze zu überwinden. So muss der Schäfer, der in Niederbayern beheimatet ist, mit seinen Schafen mitten in der Nacht ziehen um den Verkehr beim Queren der Straßen nicht zu blockieren. Auch sind mittlerweile manche Felder tabu. Ob die Gesellschaft Wege findet, dass diese Lebensart auch künftig ein Auskommen hat? Mit dem Schäfer und mit den Schafen würden ein Stück Kultur, ein Beruf, eine Lebensart, eine Landschaft und viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Sie haben sich in Jahrtausenden in ihrem Lebenszyklus auf die wandernden Schafherden eingestellt. Sie nutzten die Schafe zum Beispiel für die Verbreitung ihrer Samen.

Bei den Anrainern ist die hiesige Schafherde jedenfalls beliebt. Das letzte Fest mit Schäfer und Schafen kam bei den Gästen gut an. Für viele Gäste war es neben einem Besuch in der Heide eine seltene Gelegenheit, leckeres Schaffleisch von der bekannten Schafherde vor der Haustüre zu kosten - frisch gegrillt. Das schlägt Brücken zwischen Naturschutz und Natur verträglicher Tierhaltung, zwischen dem Schäfer und den Gästen und den direkten Nachbarn.

Naturschutz für die Kröten

Im Winter, wenn die Vegetation ruht, die Schafe in Niederbayern sind und die Tierwelt am wenigsten Schaden nimmt, testet nach dem Abzug der Panzer eine Münchner LKW-Firma ihre Fahrzeuge auf dem Gelände. Dadurch entsteht weiterhin ein Mosaik aus offenen Kiesflächen und Tümpeln, der ideale Lebensraum für die Wechselkröte, die hier einen bayernweiten Schwerpunkt hat. Selbst zum Zeitpunkt unserer Exkursion Ende Juli, waren noch einige Kaulquappen zu sehen. Frau Joas, Geschäftsführerin des Heideflächenvereins, erklärte uns, dass die Wechselkröte mehrfach im Jahr Eier ablegt. So sichert sich die Kröte ihre Nachkommenschaft, selbst wenn die Tümpel öfters mal bei ausbleibenden Niederschlägen  austrocknen und die Kaulquappen eingehen. Wechselkröten singen übrigens während der Paarungszeit, die vom Frühling bis in den Sommer reicht - ein beeindruckendes Naturerlebnis, zu dem der Verein auch Exkursionen anbietet.
Bevor die Panzer über dieses Gelände pflügten, und mit ihren Ketten hier die Pfützen ausschaufelten  lebten die Wechselkröten auch an der Isar, die vor ihrer Regulierung ein Gebirgsfluss mit weiten Schotterbänken und weit verzweigten Wasserrinnen war, durch Hochwässer (und nicht durch Panzer) ständig verändert. Dort war das Gelände ähnlich offen und auch nahezu ohne Bewuchs. Eine andere „Isarart“ war auf der Exkursion zu sehen: die blauflügelige Ödlandschrecke. Auch sie kommt  auf spärlich bewachsenen Schotterflächen, auf weitgehend offenem, nicht bewachsenem Boden vor. Später wurde die Art zusammenmit ihrer Verwandten, der blauflügeligen Sandschrecke auch auf den Bahnflächen des alten Rangierbahnhofes gefunden.

Militärische Hinterlassenschaften

Ein Problem für das Gelände ist, dass viele militärische Altlasten und Munition im Boden verblieben und verborgen sind. Zum einen war das Gelände, weil hier im zweiten Weltkrieg Kasernen standen, einer der Hauptbombenabwurfplätze in München. Durch die späteren Übungen kam weitere Munition hinzu. Aus diesem Grund darf das Gelände nur auf den geräumten Wegen betreten werden, zum Unverständnis mancher von einzelnen Anwohnern, die sich schon früher nie an Gebote der Bundeswehr gehalten haben. Wie im Winter die Spuren im Schnee zeigen, tun sie es auch heute nicht. Zum Glück ist noch nie etwas passiert.

Schutz, Besucher und Ausblick

Nun wird die Heide, sie ist schon nach der EU Flora Fauna Habitat Richtlinie geschützt auch ein bayerisches Naturschutzgebiet.
Der Heideflächenverein bemüht sich nicht nur die Qualität zu erhalten, sondern auch die isolierten kleinen „Heideinseln“ in der Agrar- und Siedlungslandschaft zu vernetzen.
Das hat Wirkung. Die Leute kommen. Es bedarf die vielen Interessierten zu informieren, ihnen die Highlights zu zeigen und sie dabei so zu lenken, dass kein Schaden an der Heide entsteht.
Zählte man früher in dem Bereich der Fröttmaninger Heide ca. 500 Besucher, so steigt mit der Bekanntheit auch der Besucherstrom in die Heide. Auch wir waren begeistert und kommen gerne wieder. Und das ist auch gewünscht.
Vielen Dank an Christine Joas für ihre spannende Führung

Dr. Nico Döring
     

 

Dickkopffalter
 (Foto N. Döring)

Am Heidehaus mit Blick über die Fußballarena (Foto N. Döring)

 

 blühende Vielfalt mit der weißen wilden Möhre und dem goldgelben Johanniskraut (Foto N. Döring)

"Du bist ok" am Wegesrand
(Foto Nico Döring)

Heide5

Tümpel für die Wechselkröte
(Foto L. Jahrsdorfer)

Veranstaltungen mit unseren Kooperationspartnern

Ausblick

Kann man sich Kapitalismus abgewöhnen? Auftaktveranstaltung des Münchner Klimaherbstes

Dienstag, den 7. Oktober 2014
Beginn: 19.00 Uhr
Alter Rathaussaal, Marienplatz 15

Referent: Prof. Dr. Elmar Altvater

Anmeldung: Eine Anmeldung zur Auftaktveranstaltung ist ausschließlich über das Projektbüro des Münchner Klimaherbstes möglich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 089 / 359 82 46
Aufgrund des zu erwartenden hohen Andrangs verfallen Reservierungen 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung.Traditionell beteiligt sich das Münchner Forum Nachhaltigkeit an der Auftaktveranstaltung des Münchner Klimaherbstes, der in diesem Jahr das Suffizienz-Thema aufgreift und unter der Leitfrage steht:

"Es reicht. Wie viel Haben braucht das Sein?".

In zahlreichen Veranstaltungen in der Zeit vom 7. bis 24. Oktober geht es um die Notwendigkeit, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten und Ansatzpunkte für einen genügsamen ("suffzienten") ökologischen Lebensstil. Nähere Infos zum Programm finden Sie unter www.klima-herbst.de.

Als Kooperationspartner des Münchner Forum Nachhaltigkeit laden wir Sie ein zur Auftaktveranstaltung im Alten Rathaussaal, für die der bekannte Politikwissenschaftler und -berater Prof. Dr. Elmar Altvater (und weitere Gäste) gewonnen werden konnte.  Unser Wirtschaftssystem ist in hohem Maße abhängig von der Nutzung fossiler Brennstoffe. Die Krisen, die dadurch entstehen, sind bedrohlicher als alle Finanzkrisen. Denn Krisen im Geldsystem sind grundsätzlich behebbar; es werden zwar ungeheure Summen vernichtet, aber diese lassen sich ersetzen. Die Zerstörungen der Natur hingegen, die mit unserer Form des Wirtschaftens einhergehen, sind unwiederbringlich.

Zugleich verliert die Wirtschaft mit jedem Wachstumsschub immer mehr ihre Ressourcenbasis. Der bekannte Politikwissenschaftler und -berater Prof. Dr. Elmar Altvater ist daher überzeugt: „Der fossile Kapitalismus hat keine Zukunft.“

Wie aber könnte eine postfossile Wirtschaft aussehen, wie ein Leben ohne Übernutzung der Natur und ihrer Ressourcen? Diese Fragen werden im Zentrum der Auftaktveranstaltung des 8. Münchner Klimaherbstes stehen, der unter der Leitfrage „Es reicht. Wie viel Haben braucht das Sein?“ in zahlreichen Veranstaltungen die Notwendigkeit und die Möglichkeiten eines genügsamen („suffizienten“) Lebensstils analysieren und ausloten wird.
 
Elmar Altvater ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin und u.a. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac. Nach seinem Vortag wird Iska Schreglmann (BR) ein Gespräch moderieren. Gäste sind die Journalistin und Autorin Greta Taubert, die ein Jahr lang versucht hat, aus der westlichen Konsumkultur konsequent auszusteigen (beschrieben in ihrem Buch „Apokalypse Jetzt!“), und der politische Ökonom Johannes Schneeweiss vom Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V., das Anfang September in Leipzig mit großem Erfolg die „4. Degrowth-Konferenz für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“ mitveranstaltet hat. Musikalisch begleitet wird der Abend von Laye Mansa (art for green e.V.).

Der Abend wird in Kooperation mit Global Challenges Network (GCN) e.V., dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München sowie der Münchner Volkshochschule durchgeführt.

 

 

Film-Matinée: Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Montag, 18. August 2014 Neuigkeiten    

Im Rahmen des Klimaherbstes und

in Kooperation mit lifeguide e.V. und der Bürgerstiftung München laden Sie herzlich ein zur

Film-Matinee (vergünstigte Sondervorstellung – Eintrittspreis 5 €)

Sonntag, 12. Oktober 2014,

Beginn, 11:00 Uhr

Arri-Kino, Türkenstraße 91, 80799 München, U3/U6 Universität

Wir freuen uns, dass  im Anschluss der Regisseur Bertram Verhaag anwesend ist und mit Ihnen diskutiert.

Trotz der immer lauter werdenden Diskussionen über Sinn und Sinnlosigkeit der  Gentechnik, gibt es immer noch keine umfassende und offizielle Einschätzung der weltweiten gesundheitlichen Auswirkungen genmanipulierter Nahrungsmittel auf Umwelt und Menschen. Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen und publizieren, arbeiten meist im Dienste der Nahrungsmittelkonzerne und deren Lobby - nach  Aussagen der Wissenschaftler selbst sind nur 5 Prozent der Forscher im Bereich Gentechnik unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen?

Der Film „Gekaufte Wahrheit“ erzählt von zwei führenden Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien, die kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food) veröffentlichten. Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs persönlich ruiniert.

Árpád Pusztai und Ignacio Chapela nehmen dies nicht klaglos hin. Beiden Wissenschaftlern geht es nicht in erster Linie nur um ihr persönliches Drama, sondern um ein elementares demokratisches Grundrecht: um die Freiheit der Forschung. Wenn multinationale Konzerne Wissenschaftler von Forschungen und Veröffentlichungen abhalten können, wer bleibt dann übrig, um den Konsumenten die Wahrheit zu sagen?

Wichtig: Bitte melden Sie sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an, denn nur wer auf der Gästeliste steht, hat vergünstigten Eintritt ins Kino.  Die Karten müssen an der Kinokasse bezahlt und abgeholt werden.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt – die Gästeliste erstellt sich nach Reihenfolge des Posteingangs. Anmeldungen werden nicht bestätigt – nur bei Absage erhalten Sie eine Antwort!

Stimmen zum Film:

„GEKAUFTE WAHRHEIT ist ein hemmungslos parteiischer Film. Und doch macht er erschreckend klar: Wir wissen nicht wem wir trauen können. Wir wissen nicht was wir essen. Die Versuchstiere sind wir." Titel, Thesen, Temperamente

"Erstaunlich, wie der Film die Tatsachen ans Licht bringt, den schmalen Grat zwischen Agrogentechniker und Giftverkäufer aufweist und die Kaltstellung von Kritikern mit unfairen Mitteln beweist.“ BR-online

"Ergo: sehenswert! Das Vertrauen in die hehre Wissenschaft kann eine Erschütterung vertragen. Die Gentechnik wurde durch Gammelfleisch und Dioxin zu sehr ins mediale Abseits gedrückt, wir sollten wieder genauer hinsehen." Die ZEIT

 

Rückblick

Verlust der Nacht - Über die Folgen der Lichtverschmutzung für die Natur, 19. September 2014

Freitag, 19. September 2014, 18.00 Uhr, münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29. Rgb., 2. Stock, 80337 München, U-Bahn Goetheplatz

Referent: PD Dr. Franz Hölker

„Wo sind die Sterne geblieben?“ fragt sich mancher, der nachts in den Himmel schaut. In den Städten leuchten sie kaum noch, die Dauerbeleuchtung erhellt den Himmel und macht die Nacht zum Tag. Da Licht positiv mit Werten wie Sicherheit, Wohlstand und Modernität besetzt ist, neigen wir dazu, unsere Umgebung intensiv zu beleuchten. Doch was unschätzbare Vorteile bringt, hat auch seine Schattenseiten: Die „Lichtverschmutzung“ nimmt zu – mit bisher unbekannten Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Für die meisten Organismen ist der Wechsel von Tag und Nacht der stärkste Zeitgeber. Viele physiologische Prozesse, etwa zur Regenerierung von Zellen, der gesamte Schlaf-Wach-Rhythmus werden durch Licht gesteuert. Welche Auswirkungen hat es für uns Menschen, aber auch für die anderen Lebewesen in der Natur, von denen viele sich über Jahrmillionen an ein Leben in der Dunkelheit angepasst haben, wenn wir zunehmend unsere Nachtlandschaften beleuchten? Wie wirkt sich dies auf Ökosysteme und Artenvielfalt aus? Müsste sich nicht der Naturschutz auch verstärkt für den Schutz der Nacht einsetzen?

Der Biologe und Privatdozent Dr. Franz Hölker vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin leitet zurzeit den Forschungsverbund „Verlust der Nacht“, dessen wichtigsten Ergebnisse er in dem Vortag vorstellte. In dem weltweit einmaligen interdisziplinären Projekt untersuchen Sozial- und Naturwissenschaftler, Astronomen und Lichttechniker erstmals gemeinsam die ökologischen, gesundheitlichen sowie kulturellen und sozioökonomischen Auswirkungen von künstlichem Licht in der Nacht.

Münchner Forum Nachhaltigkeit

Veranstalter / Initiatoren

  • oekom e.V.
  • Selbach-Umwelt-Stiftung
  • Schweisfurth-Stiftung

Kooperationspartner

  • Bürgerstiftung
    Zukunftsfähiges München
  • Die Umwelt-Akademie e.V.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften - FH München
  • Ringvorlesung Umwelt
    der Studentischen Vertretung der TU München

 

 
 

Wissenswertes

 

 Wanderausstellung bringt Klimawandel vor Ort

Rechtzeitig vor den UN Klimaverhandlungen wurde die  Wanderausstellung „Klimawandel – eine globale Herausforderung“ in München eröffnet

Der Klimawandel ist schon lange angekommen, v.a. bei denen, die ihn am wenigsten verursachen– Pazifikinseln, Bangladesh, Nepal – weit weg von unserem eigenen Leben. Doch wenn man umgeben ist von Bildern, die den Klimawandel auf der ganzen Welt eindrücklich darstellen, dann ist man auf einmal mitten in der Problematik. Die Fotographien in der Ausstellung „Klimawandel – eine globale Herausforderung“ von dem amerikanischen Naturfotographen Gary Braasch bringen den Klimawandel direkt vor Ort und ermöglichen eine unmittelbare Auseinandersetzung mit der Problematik.

Braasch, der in Europa noch fast ein no-name ist, ist in Nordamerika sehr bekannt. Er erhielt den Ansel Adams Preis vom Sierra Club und wurde zum Outstanding Nature Photographer ernannt. Im Jahr 2010 wurde er vom Outdoor Photography Magazin zu einem der 40 einflussreichsten Naturfotografen der Welt gekürt. 2013 wurden seine Bilder sechs Monate lang im Boston Museum of Science ausgestellt.

Die Eröffnung der Wanderausstellung fand am 16.9. am Ökologischen Bildungszentrum in München im Rahmen einer Festveranstaltung statt. Dabei machten Prof. Vogt und Prof. Martius in ihren Einführungsvorträgen deutlich, wie wichtig Bilder bei der Vermittlung von Wissen sind, denn sie sprechen uns auf einem viel tieferen emotionalen Level an als Grafiken oder Worte. „Sehen Sie sich das Gesicht der jungen Frau an, die bis im Hals im Wasser steht“, forderte Prof. Vogt die Zuhörer auf. Der Gesichtsausdruck vermittelt mehr als 1.000 Worte. Denn unser Gehirn gleicht das Gesehene mit eigenen Erfahrungen ab und speichert dadurch das Wahrgenommene auf einer tiefen, emotionalen Ebene. Der Hauptvortrag von Gary Braasch wurde von dem amerikanischen Konsul Anthony Miranda eingeführt, der sich zu der Dringlichkeit des internationalen Klimaschutzes bekannte. Obama habe mehr für den Klimaschutz getan als alle früheren Präsidenten zusammen. Wir werden ja sehen, wie viel Fortschrittliches Obama in den UN Klimaverhandlungen tatsächlich beitragen kann.

Gleichzeitig haben die USA viel nachzuholen. Dinge, die bei uns eine Selbstverständlichkeit sind, sind für den Fotographen Braasch eine Besonderheit – eine wassereffiziente Toilettenspülung, gut isolierte Häuser, Graswuchs zwischen den Straßenbahngleisen können Braasch begeistern. Da sieht man, wie viel Deutschland im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Vergleich zu anderen Ländern getan hat. Umso beunruhigender ist es, zu sehen, dass selbst Deutschland noch weit hinter den notwendigen Veränderungen zurückbleibt. Eigeninitiative jedes Einzelnen ist daher dringlicher als je zuvor. Dazu soll die Ausstellung anregen.

Am ÖBZ ist die Ausstellung nur noch bis zum 15.9. zu sehen. Bis Februar ist die Ausstellung jedoch ausgebucht - sie wandert nach Brüssel, an verschiedene Münchner Schulen und an den Botanischen Garten in München, wo sie vom 15.12. – 1.2. zu sehen sein wird. Danach kann sie überall in Deutschland gebucht werden.

Dr. Maiken Winter, Vorstand des Vereins WissenLeben e.V., der die Ausstellung organisiert, meinte: "Es ist uns ein großes Anliegen, dass möglichst viele Menschen nicht nur vom Klimawandel gehört haben, sondern auch seine dramatischen Auswirkungen wirklich verstehen. Denn erst wenn man den Klimawandel wirklich versteht, setzt man sich langfristig aktiv für Veränderungen im eigenen Leben ein. Die Fotografien von Gary Braasch können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Um es möglichst vielen Interessenten, v.a. auch Schulen, möglich zu machen, die Wanderausstellung auszuleihen, halten wir daher die Ausleihbegühren auf einem Minimum.“ Wer Interesse hat, die Ausstellung auzuleihen, meldet sich bitte bei WissenLeben e.V.

Über die Ausstellung:

Die Ausstellung enthält 32 Fotos aus Regionen der ganzen Welt – über die Arktik, Hochgebirgsregionen wie Himalaya und den Alpen, Brasilien, Nordamerika, China, Kenia und Australien zur Antarktik – überall hinterlässt der Klimawandel dramatische Spuren. Die Bilder werden mit ausführlichen Beschreibungen in deutscher und englischer Sprache begleitet. Für Schulen gibt es außerdem ein Quiz über die Ausstellung. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Dr. Maiken Winter unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt lädt ein
2014 werden bundesweit drei UN-Dekade-Konferenzen rund um die biologische Vielfalt stattfinden

Das Team der deutschen UN-Dekade Biologische Vielfalt veranstaltet im Laufe des Jahres 2014 drei Konferenzen. Alle, die sich für den Schutz der Natur engagieren – beispielsweise in ausgezeichneten UN-Dekade-Projekten – sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Die Veranstaltungen werden am 27.06.2014 in Osnabrück im DBU Zentrum für Umweltkommunikation, am 10.10.2014 in Leipzig im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie am 07.11.2014 in Stuttgart in der Wilhelma (Zoologisch-Botanischer Garten) stattfinden. Es erwartet Sie ein attraktives Programm gefüllt mit Diskussionen, Angeboten zur Weiterqualifizierung und Möglichkeiten zur Darstellung Ihres eigenen Engagements. In Workshops zu den Themen Sponsoring-Partnerschaften, Umweltethik und Kampagnenarbeit werden Kompetenzen vermittelt, die später direkt in Ihre eigenen Projekte einfließen können und so den Einsatz für die biologische Vielfalt noch erfolgreicher werden lassen. Die Veranstaltungen bieten außerdem die Gelegenheit, sich mit Akteurinnen und Akteuren aus vielfältigen Bereichen, wie dem Naturschutz oder der Umweltbildung, zu vernetzen und sich zu neuen Ideen inspirieren zu lassen.

Prominente Botschafterinnen und Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt werden ihr Wissen auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg vom nachhaltigen Konsum zur Bewahrung der biologischen Vielfalt“ beisteuern. Köchin Sarah Wiener hat ihre Teilnahme für Osnabrück zugesagt, Polarforscher Arved Fuchs kommt nach Stuttgart und Moderatorin Shary Reeves nach Leipzig.

Zu dem aktuellen Schwerpunktthema der UN-Dekade „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ werden Henning Osmers, Nachhaltigkeitsbeauftragter und Umweltmanager bei Lebensbaum (Dekade-Konferenz Osnabrück) und Dr. Sonja Knapp vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Dekade-Konferenz Leipzig) die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unsere alltäglichen Bedürfnisse erläutern und Wege aufzeigen, wie man nachhaltig mit ihr umgehen kann.

Auf jeder Konferenz werden ein bis zwei Projekte aus der Region als neue UN-Dekade-Projekte ausgezeichnet. Darüber hinaus werden auch Initiatoren von bereits ausgezeichneten Projekten vertreten sein, die ihre Erfahrungen an andere Akteure weitergeben wollen. Zudem wird es an jedem Veranstaltungsort für alle Teilnehmenden eine Möglichkeit geben, die eigenen Projekte und Ideen vorzustellen, in Osnabrück zum Beispiel durch eine Postersession.

Der aktuelle Stand und die Perspektiven der UN-Dekade in Deutschland werden von einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) oder des Bundesministeriums für Naturschutz (BfN) vorgestellt.

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins an. Die drei UN-Dekade-Veranstaltungen im Jahr 2014 sind ein Weg, um dieses Ziel zu erreichen und die bereits in die Dekade eingebundenen Akteurinnen und Akteure miteinander zu vernetzen sowie zur Entwicklung neuer Projekte und Ideen zum Schutz der biologischen Vielfalt anzuregen. Ausgezeichnete UN-Dekade-Projekte sowie alle Menschen, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen, sind herzlich eingeladen teilzunehmen und sich für die Veranstaltungen anzumelden.

Die Teilnahme an den UN-Dekade-Veranstaltungen ist kostenlos. Pro Veranstaltung ist die Teilnehmerzahl auf 60 Personen limitiert. Melden Sie sich deshalb bitte verbindlich für den von Ihnen gewünschten Veranstaltungsort an. Nähere Informationen zur Anmeldung und den Veranstaltungen gibt es unter http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/2316.html

 

 

movum - Briefe zur Transformation aus dem GutWetter Verlag

Wir leben in einer Zeit, in der die Folgen der von Menschen gemachten Naturzerstörung deutlich werden. Aber noch immer werden gewaltige Summen für den Bau glitzernder Wolkenkratzer und für unanständige Spekulationsgewinne verschwendet, statt in die Energie- und Verkehrswende oder in eine Kreislaufwirtschaft investiert zu werden.

Deshalb ergreifen die Umweltorganisationen BUND, Deutsche Umweltstiftung, EuroNatur, FÖS und NaturFreunde die Initiative, um aus der ökologischen Sicht gesellschaftspolitische Zusammenhänge deutlich zu machen und die Perspektive einer sozialökologischen Transformation aufzuzeigen.

movum - Briefe zur Transformation aus dem GutWetter Verlag ist das neue Medium, das den dringend notwendigen Diskurs ermöglichen soll. Versucht wird, mutige Konzepte umzusetzen, die den Herausforderungen – Armut und Ungleichheit, Klimaänderungen, Verknappung von Energie, Wasser und biologischer Vielfalt – mit einer ganzheitlichen Vision des humanen Fortschritts begegnen. movum – Briefe zur Transformation will an die Geschichte der Ökologischen Briefe anknüpfen, die in den 1970er Jahren die Umweltdebatte in der Bundesrepublik befeuerten. Herausgeber und Redaktion sind deshalb an einer Debatte mit ihren Lesern interessiert.

movum erscheint alle zwei Monate im GutWetter Verlag und wird vom Umweltbundesamt gefördert.
Das Magazin erscheint alle 2 Monate als Beilage des Magazins enorm und kann hier zum Sonderpreis abonniert werden.http://www.movum.info/kombi-abo
Herausgeberkreis:
            •          Jörg Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung









            •          Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft,
            •          Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde,
            •          Christel Schroeder, Präsidentin von EuroNatur,
            •          Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND,


 

 

Buch- und Filmempfehlungen/Neuerscheinungen

 

Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigem Essen

Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren, oekom Verlag, 240 Seiten, ISBN 9783865816641, 19,95 EUR, erhältlich auch als E-Book.

Um zwei bis drei Milliarden Menschen wird die Weltbevölkerung in den nächsten 40 Jahren wachsen. Aber können wir überhaupt so viele Menschen ernähren? Oder stoßen wir damit an die Grenzen dessen, was die Erde bewältigen kann? Lässt sich dies mit ökologischer Landwirtschaft bewerkstelligen? Und werden die Bauern dieser Welt die Herausforderung annehmen?

Für ihr neues Buch haben sich Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren zu den Brennpunkten der Lebensmittelproduktion rund um die Welt begeben und Antworten gefunden. Ihr Fazit: Die industrielle Landwirtschaft ist gescheitert, die Situation schlimm – aber nicht hoffnungslos.

Niemals zuvor waren Lebensmittel in so großer Fülle verfügbar wie heute – und doch wird unsere Ernährung immer eintöniger. Was die Landwirtschaft weltweit unter den Bedingungen industrieller Produktion erzeugt, landet zumeist zu Spottpreisen im Discounter. Was zählt, sind der beste Standort und niedrige Kosten. Der Markt zwingt die Bauern, gegen die Natur zu wirtschaften und deren Belastbarkeitsgrenzen weit zu überschreiten.

Für Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren steht daher fest: Eine ökologische Landwirtschaft ist – auch in großem Maßstab – nötig. Und möglich. Eine Landwirtschaft, in der die Nährstoffkreisläufe durch eine Kombination aus Ackerbau und Viehzucht funktionieren, in der man vielseitige Fruchtfolgen aus stickstoffbindenden Pflanzen und Nutzpflanzen anlegt, in der Tiere artgerecht gehalten werden und in der keine Pestizide, keine vorbeugenden Antibiotika oder Kunstdünger zum Einsatz kommen.

Um die lokalen Voraussetzungen für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft auf der ganzen Welt zu überprüfen und sich ein Bild davon zu machen, wie landwirtschaftliche Lösungen von gestern, heute und morgen aussehen (könnten), haben die beiden Autoren u.a. die Rohstoffbörse Chicagos, Rinderzüchter in Brasilien, arme Kleinbauern in Afrika oder Milchbauern in Indien besucht. Auch ein großes Gewächshaus in Holland oder Schweden, wo die Landwirte – ebenso wie in Deutschland – vielerorts um ihr Überleben kämpfen, war Ziel ihrer Nachforschungen.

Die im Buch dokumentierten Ergebnisse stimmen hoffnungsfroh: Trotz wachsender Weltbevölkerung und ungebrochener Profitgier sehen die Autoren bessere, nachhaltige und naturverträgliche Wege, um unsere Nahrung zu produzieren und gleichzeitig eine wachsende Bevölkerung zu ernähren. Dazu sei allerdings nicht nur der Verbraucher gefragt, sondern auch eine Politik, die dafür sorgt, dass die Landwirtschaft von anderen Werten als kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen gelenkt wird.  

 

 

Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben

Annette Jensen, Ute Scheub: Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben,
272 Seiten, ISBN 9783865816610, 19,95 EUR, erhältlich auch als E-Book.
 

Glücksökonomie – was soll denn das sein? Ganz einfach: alle Formen des Wirtschaftens, die die Lebenszufriedenheit von Menschen und Gesellschaften in den Mittelpunkt stellen. Glücksforscher auf der ganzen Welt liefern dafür eindeutige Kriterien und stellen fest: Wirtschaftswachstum, Eigentum und Geld machen uns nur sehr begrenzt zufrieden.

Doch was macht uns dann glücklich? Antworten geben Ute Scheub und Annette Jensen: Sie haben sich auf Spurensuche begeben und Menschen gefunden, die beglückende Formen des Arbeitens und Lebens für sich entdeckt haben.

"Geld und Besitz sind sekundär", sagt die internationale Glücksforschung, "wichtig für unser persönliches Wohlbefinden sind vor allem stabile Beziehungen". Aber auch Gesundheit, sinnstiftende Tätigkeiten sowie Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Mitbestimmung sind zentrale Faktoren. Laut UN-Weltglücksbericht gibt es einen unmittelbaren positiven Zusammenhang zwischen sozialem Verhalten und Lebenszufriedenheit. Kooperation macht weit glücklicher als Konkurrenz und Statusstress; Menschen haben Spaß am Teilen und Teilhaben, weil sie soziale Wesen sind – für Annette Jensen und Ute Scheub stehen diese glückfördernden Verhaltensweisen in krassem Gegensatz zur gängigen, hochproblematischen Wirtschafts- und Wachstumspraxis. Doch es geht auch anders: "Peer-to-Peer", von gleich zu gleich, respektvoll, gemeinschaftlich.

Um zu erfahren, wie eine solche "Glücksökonomie" funktionieren kann, haben die Autorinnen eine Reise in zahlreiche Städte und Dörfer im In- und Ausland unternommen, unter anderem nach Berlin, München, Augsburg, Basel, Mexico-City, Pellworm und El Hierro. Dort trafen sie ungewöhnliche Menschen: erfolgreiche Unternehmer, die bevorzugt Alleinerziehende beschäftigen oder sich selbst weniger Gehalt ausbezahlen als ihren Angestellten; Verbraucherinnen, die ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe mitfinanzieren; Softwareentwickler und Erfinder neuer Techniken, die ihre Arbeit zum freien Gebrauch zur Verfügung stellen und das Internet für völlig neue Formen des Teilens und Tauschens nutzen. All diese Projekte basieren nicht mehr auf Geld-, sondern auf Glückslogik.

Die so entstehende Glücksökonomie greift die alte Wachstumswirtschaft nicht frontal an, sondern wuchert fröhlich in sie hinein. Angetreten sind die Akteure nicht, um das herrschende System zu bekämpfen, sondern um das Wohlergehen der Beteiligten zu mehren. Indem sie eigene Regeln aufstellen, verschwenden sie ihre Kraft nicht damit, sich an übermächtigen Gegnern abzuarbeiten, sondern konzentrieren sich auf das Entwickeln des Eigenen. Gerade darin liegt ihre große Anziehungskraft. Annette Jensen und Ute Scheub fanden viele erstaunliche und willensstarke Persönlichkeiten, die ein völlig anderes Leben führen, und beschreiben eine überaus vielfältige und dynamische Bewegung. "Wer teilt, hat mehr vom Leben", so lautet das Fazit der beiden Autorinnen am Ende einer faszinierenden Reise, die auch sie selbst bereichert hat.

 

 


Slow Food Genussführer Deutschland 2015

Slow Food Deutschland e.V. (Hrsg.), oekom verlag, 448 Seiten, 19.95 EUR, ISBN 978-3-86581-663-4. Auch als E-Book erhältlich.

Die Schnecke hält Kurs – Neues aus Deutschlands regionalen Kochtöpfen

Im letzten Jahr eroberte er die Herzen von mehr als 25.000 Lesern im Sturm, für Gastrokritiker Jürgen Dollase (FAZ) war er "das wichtigste Thema der Saison". Am 29. September geht nun die neue Ausgabe des "Slow Food Genussführers Deutschland" an den Start – rundum überarbeitet und mit 126 neuen Lokalen.

400 ehrenamtliche und unabhängige Testerinnen und Tester waren ein Jahr für den neuen "Slow Food Genussführer Deutschland 2015" erneut auf der Pirsch. Ihre Ergebnisse können sich sehen lassen: Mit inzwischen 403 Gasthausempfehlungen vom Allgäu bis zur Waterkant, vom Saarland bis in die Lausitz sowie einer Vielzahl an Neuentdeckungen beweist der im letzten Jahr so erfolgreich gestartete Gastro-Kompass erneut seine kulinarische Kompetenz. Auch die Hauptstadt Berlin gibt ihr Debüt.

"Das Herz der kulinarischen Identität Deutschlands liegt (...) in den regionaltypischen Gasthäusern", sagt Slow Food-Gründer Carlo Petrini. Dieser Maxime bleibt der Genussführer auch in seiner neuen Ausgabe treu. Während sich Gault Millau und Michelin der Spitzengastronomie widmen, setzt er andere Akzente und bleibt der "etwas andere Wirtshausführer". Statt mit Sternen oder Rankings glänzt er mit liebevoll-individuellen Beschreibungen und vielen Details aus den Speisekarten der empfohlenen Häuser.

Neben feinen Restaurants haben auch einfache Gasthäuser und Weinstuben, Almhütten und Fischkaten Eingang gefunden, sowie – ganz neu – bayerische Bräustüberl und märkische Fischbrater, die als Spezialitätenlokale ein eigenes kleines Sonderkapitel schreiben. Es hat sich einiges geändert im neuen Genussführer, aber die Kriterien für die Aufnahme sind geblieben: Regional geht vor international, handwerklich vor extravagant, bezahlbar vor hochpreisig. Gute Gerichte aus frischen und saisonalen Zutaten und der Verzicht auf Zusätze, Aromastoffe und Geschmacksverstärker sind oberstes Gebot. Und natürlich muss es schmecken, das Ambiente soll einladend und der Service freundlich sein.

Ausnahmslos alle Lokale, auch die "alten" Adressen, wurden für den neuen "Slow Food Genussführer Deutschland 2015" überprüft und aktualisiert. "Der Leser erhält keine bloße Fortschreibung, sondern ein in weiten Teilen neues Buch, in dessen Artikel die neuen Erfahrungen unserer Testgruppen aus dem letzten Jahr eingeflossen sind", so Herausgeber Wieland Schnürch. Fast jede zehnte Adresse hat es dabei – aus verschiedenen Gründen – nicht mehr in den neuen Genussführer geschafft. "Durch die große Zahl an Neuaufnahmen fallen die Streichungen jedoch nicht stark ins Gewicht", so Schnürch. Ziel sei es, den Genussführer Schritt für Schritt zu erweitern, sodass alle Regionen in Deutschland in angemessener Weise abgebildet sind.



 

 

Das Klimasparbuch erscheint wieder - Klimasparbuch München und Landkreis München 2015/2016

oekom e.V. – Verein für ökologische Kommunikation, Erscheinungstermin: 4. Dezember 2014

Nachhaltige Konsumalternativen auf einen Blick

Gratis-Biobrot, Rabatt auf die Reparatur von Elektrogeräten und Startguthaben für Carsharing:

Die Klimasparbücher 2015 weisen den Weg zu umweltfreundlichen Adressen, die mit Vergünstigungen und Gratis-Angeboten locken. Frankfurt, Bochum, Dortmund, München, Wien, das Emsland, der Rems-Murr-Kreis und der Landkreis München lassen sich so aus klimafreundlicher Perspektive ganz neu entdecken. Nachhaltigkeit lohnt sich damit gleich doppelt: für den Geldbeutel und die Lebensqualität!

Ergänzt werden die Gutscheinangebote durch einfach umzusetzende Klimatipps, die das grüne Leben erleichtern. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Spülmaschine den Vergleich mit manuellem Abwasch nicht scheuen muss, sondern im Gegenteil klimafreundlicher sein kann? Auch prominente UnterstützerInnen wie die Schauspielerinnen Cosma Shiva Hagen und Ursula Karven oder der Sänger Jan Delay verraten ihre ganz persönlichen Sparpotentiale, und für ganz Eilige wartet eine Übersicht der zehn wirkungsvollsten Klimatipps.

Mit dem Klimasparbuch Wien erscheint am 4. September zum ersten Mal ein Klimasparbuch außerhalb von Deutschland. Am 27. September hat das online Klimasparbuch Dortmund Premiere, das erste Klimasparbuch, das im Internet veröffentlicht wird. Am 1. Oktober folgen die Ausgaben Frankfurt, Bochum, Rems-Murr und Emsland für 2015. Am 4. Dezember kommen die Ausgaben der Stadt München sowie des Landkreises München für 2015 heraus. Das Klimasparbuch des Landkreises München wird 3,95 Euro kosten, alle weiteren Ausgaben sind für jeweils 4,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Klimasparbuch München 2015
Im Glockenbachviertel einen Bio-Cappuccino gratis genießen, einen saftigen Rabatt auf ökofaire (Kinder-)Kleidung einlösen und zum Ende des Stadtbummels ein kostenloses Bio-Pfister-Brot mitnehmen: Das neue Klimasparbuch München bietet neben klimafreundlichen Alltagstipps zahlreiche Angebote von Münchner Bio- und Fairtrade-Anbietern wie etwa Hofpfisterei, Sonnentor Shop, Veganista, Bio Backs, Green City und vielen mehr. Das Büchlein erscheint mit freundlicher Unterstützung des Referats für Gesundheit und Umwelt zum sechsten Mal in Folge.

Mit praktischen Tipps und über 50 Gutscheinen zeigt das Klimasparbuch 2015 zum ersten Mal auch im Landkreis München, dass nachhaltig zu leben und zu genießen sich für den Geldbeutel wie für die Lebensqualität lohnt. Jeder kann mit anpacken, wenn es um einen nachhaltigen Alltag geht: Anbieter wie Ökokisten und das Bareso Bistro, NABHOLZ und das Bauzentrum München bieten abwechslungsreiche Gutscheine und Rabatte für ökofairen Konsum. Die Vergünstigungen und Geschenke regen an, Neues auszuprobieren und Altes neu zu entdecken: Ein kostenloses Biobrot und Angebote im Secondhandladen die Großen genauso wie der Kindergeburtstag mit sachkundiger Führung durch die Natur die Kleinen.

 

 

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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