Editorial

Mit dem Wort „Skandal“ sind wir etwas vorsichtig, doch ein solcher hat in den letzten Wochen die Öko-Szene heftig erschüttert:

 

  • „Neuland“ ist der ökologische Muster-Erzeuger und -Vermarkter von Hähnchenfleisch mit höchsten ökologischen Ansprüchen und Qualitätsversprechen: 150 Prozent Bio + ökologischer Landbau + Sternchen-2-Tierschutz-Siegel (also weit mehr als gesetzlich vorgeschrieben und kontrolliert).
  • Gegründet wurde Neuland von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und dem Deutschen Tierschutzbund; organisiert ist das Unternehmen in einem eingetragenen Verein.
  • Die ZEIT (16.04. und 30.04.2014) hat nun bewiesen, dass Neuland seit Jahren (!) Hunderttausende (!) von Hähnchen auf dem klassischen Markt aufgekauft und als „Neuland-Qualität“ verkauft hat; an Kunde Jedermann, aber auch an auf Öko-Qualität achtende Großbetriebe wie Siemens, die z.B. ihr Kantinenangebot auf Öko umgestellt haben. Also nicht-Öko-nicht-Tierschutz-Ware für (teureres) Geld an gutgläubige, auf Öko achtende Kunden. Dieser Betrug ist mittlerweile unbestritten.
  • Hauptgrund: Der Preisdruck auf dem Veräußerungsmarkt, dem sich Neuland ausgesetzt sieht und den das Unternehmen an die einzelnen landwirtschaftlichen, zumeist kleinen Erzeuger weitergegeben hat.
  • Zudem hat es kein hinreichendes Überwachungssystem gegeben. Der Geschäftsführer hat  Lizenzierungsbetriebe mit stichprobenhaften Überprüfungen beauftragt, ohne diese wiederum zu prüfen (oder auch nur die Hähnchenzahlen zusammenzuzählen, wissend, dass die Erzeugerbetriebe für die großen Lieferzahlen zu klein sind). Es hat weder eine Überwachung der Vorgehensweise innerhalb des Neuland-Vereins gegeben – z.B. durch die drei Gründer-Organisationen – noch eine neutrale, externe, veröffentlichte Qualitätsüberwachung, geschweige denn einen kritischen „Stakeholder-Prozess“ mit Externen, Umweltschützern, Verbraucherorganisationen oder Lebensmittelüberwachung.
  • Dass die Schuld jetzt alleine an den einen Lieferbetrieb und ansonsten an den Neuland-Geschäftsführer abgeschoben werden soll, ist klassisch. Aus der Berichterstattung in den Medien  jedenfalls ist ein sachgerechtes Umdenken der Verantwortlichen der drei Gründer-Organisationen leider nicht zu erkennen.
Ich halte das für einen GAU, den größten anzunehmenden Unfall. Der Vorgang diskreditiert die gesamte Öko- und Tierschutzbewegung. Und zwar nicht nur bei überzeugten Ökos, wie Sie und mich, sondern auch bei Otto Normalverbraucher („die sind auch nicht besser“), sondern auch bei willigen Unternehmen, die sich auf saubere Qualitätsversprechen/-Siegel verlassen wollen und können müssen. Ansonsten kann ich mir die Häme im Einzelhandel und der Nicht-Öko-Landwirtschaft gegenüber BUND, Tierschutz, Öko-Bauern & Co. bestens vorstellen.

Wir, Die Umwelt-Akademie, beschäftigen uns seit langem mit der sogenannten Co-Regulierung der Wirtschaft; freiwilligen oder gesetzlich vorgegebenen Qualitätsversprechen und -standards, oftmals ausgewiesen durch „Qualitäts-Siegel“ wie etwa von „Bio“ oder „MSC“. Davon gibt es in Deutschland weit über 1.000, allein im Lebensmittelbereich über 300. Um hier die Spreu vom Weizen zu trennen, haben wir im letzten Jahr in unseren Vortragsveranstaltungen und Exkursionen der Serie „Ökologische Ernährung“ Schwerpunkte gesetzt zu Qualitäts-Siegeln für Fleisch, Bio-Produkten, Fisch, Regionalprodukten usw.. Heuer fahren wir fort etwa mit „fairen“ Lebensmitteln und Produktaussagen auf den Verpackungen („Die alltägliche Lebenslüge“).  2015 sollen z.B. Zusatzstoffe in Lebensmitteln und die Durchleuchtung der Lebensmittelüberwachung folgen.

Auch für andere Lebensbereiche verfolgen wir in unseren Veranstaltungen Qualitätsversprechen produzierender Unternehmen zu Textilien (März 2014), „grünen“ Geldanlagen (Juli 2014), Körperpflegemitteln (2015), Öko-Labeln für Strom (2015) oder der Wertschöpfungskette von Bananen (Oktober 2014) und Handys (2015) usw.

Wir verfügen in der Zwischenzeit über Expertise, zu wissen und umsetzen zu können, mit welchen Maßnahmen und organisatorischen Schritten sich solche Skandale, wie sie uns jetzt Neuland vorgeführt hat, vermeiden lassen. Und wir setzen diese Expertise auch ein; manchmal nicht ganz so „laut“.

Es gilt zweierlei: Unsere „Kunden“ sollen – „vom Wissen zum Handeln“ – fundiert in der Lage sein, mit ihren Kenntnissen über Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln oder anderer Ver- und Gebrauchsgütern bewusst und nachhaltig umzugehen. Und erzeugende Unternehmen sollen – durch Kampagnen und Marktverhalten – zunehmend erkennen müssen, dass aufgeklärte Kunden gezielt einkaufen, um dann ihre Angebote umzustellen und ihre Qualitätsversprechen auch einzuhalten.

Es geht um mehr als um falsch etikettierte Hähnchen.

Dr. Helmut Paschlau


 

Dr. Helmut Paschlau

Dr. Helmut Paschlau, Vorstandsmitglied

 

 

Themen-Schwerpunkte

 

Werteregulierte Marktwirtschaft

 

Rückblick

 

Ko-Regulierung der werteorientierten Marktwirtschaft

in Kooperation mit Forum Ökosoziale Marktwirtschaft (FÖS)


Dienstag, 11. März 2014, 19:00 Uhr, Vortragssaal GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München

Referent/in:

  • Dr. Sabine Ferenschild, SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kampagne Saubere Kleidung
  • Dirk Sander, Managerfragen.Org e.V., Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V., CSR-Forum im Senat der Wirtschaft e.V.

 Vom fehlenden Nutzen der Freiwilligkeit: Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie und Ansätze zu ihrer Humanisierung

Die Bekleidungsindustrie gilt als Vorreiterin der Globalisierung. Seit den 1970er Jahren ist sie nahezu flächendeckend aus den klassischen Industrieländern in die sog. Entwicklungsländer abgewandert. Seit den frühen 1990er Jahren überschlagen sich die Berichte aus vielen Produzentenländern zu katastrophalen Arbeitsbedingungen: Niedriglöhne, überlange Arbeitszeiten, fehlende Sicherheit bzw. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Kinderarbeit, Verhinderung betrieblicher Interessenvertretung sind an der Tagesordnung.

Die großen Bekleidungshändler wie u.a. C&A, H&M oder Otto sind die Auftraggeber der Bekleidungsfabrikanten in den südlichen Ländern. Sie haben seit Mitte der 1990er Jahre eine Politik der freiwilligen sozialen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility – CSR) entfaltet, die aber in der Kritik steht wegen mangelnder positiver Auswirkungen für die Beschäftigten. Die Argumentation der Unternehmen, die Kritik der Kampagne für Saubere Kleidung an den Unternehmen und auch die politischen Regulierungsansätze wurden im ersten Vortrag dargestellt.

Präsentation Dr. Sabine Ferenschild (alle nicht mit einer Quelle versehenen Materialien stammen von Clean Clothes Campaign): Klicken Sie hier


Branchenspezifische Initiativen als Ergänzung zu staatlicher Regulierung als wichtige Komponente einer Werteregulierten Marktwirtschaft

Die heutige Gesellschaft wird durch zunehmend komplexe Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung geprägt, wie dem demographischen Wandel, Ressourcenknappheit oder ökosozial verantwortliches Handeln. Als Ergänzung staatlicher Steuerung interessant sind hier pragmatische und innovative Lösungsansätze in Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Solche Initiativen von Unternehmensgruppen und Wirtschaftsverbänden werden oft als Selbst- (und Ko-) Regulierung bezeichnet, allerdings mit sehr gemischten Erfahrungen. Als Verbesserungsansatz interessieren vor allem sogenannte Multistakeholder-Initiativen, in denen divergierende Interessengruppen ihre Kompetenzen und Ressourcen in die Diskussion einbringen, um gemeinsam die Anforderungen an die Geschäftspolitik der Unternehmen in einem Verhaltenskodex festzulegen. Dies kann dem geringen Vertrauen eines Teils der Bevölkerung in ein „Qualitäts-Siegel“ – wie „Bio“ oder „fair-trade“ – entgegenwirken und die Ethikstandards eines Wirtschaftssektors deutlich heben. Im zweiten Vortrag erfuhren wir, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit solche Initiativen gelingen.

 

„Werteorientierte Marktwirtschaft" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

DBU

 

 

In Koopertation mit: 

 

 

 

 


 

 

Abbau von Wachstumszwängen

Mittwoch, 14. Mai 2014, 19:00 Uhr, GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München-Lehel

Referentin: PD Dr. Irmi Seidl, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Leiterin Forschungseinheit Ökologische Ökonomie

Schon der Titel  „Abbau von Wachstumszwängen“ drückt den Wunsch aus, den jeder an Nachhaltigkeit Interessierte hegt. Die ungebrochene Korrelation von Wachstum und Ressourcen-Verbrauch und die damit längst eingetretene Überlastung unseres Ökosystems ist jedem bekannt. Und so war dieser Abend bestens besucht und endete mit hochkarätiger Diskussion. Mit der in St. Gallen ausgebildeten Irmi Seidl von der schweizerischen Großforschungseinrichung WSL wurden den Erwartungen mehr als erfüllt. Die Abkürzung WSL steht für den vor über 100 Jahren geschaffenen Institutsverband für „Wald, Schnee und Landschaft“,  aber von der Romantik, die in diesem Titel steckt, war im Vortrag nichts zu spüren. Es wurde ein Feuerwerk umfassender, kritischer Information zur Korrelation von Wachstum mit ökologischen, vor allem aber auch mit den sozialen und den allgemeinen Wohlstandsaspekten.

Kein Zweifel, die Wachstumsphilosophie als Allheilmittel unserer Probleme ist am Ende.  Aber der Abschied von dieser Droge fällt Politik und weiten Teilen der Gesellschaft schwer, scheint fast unmöglich. Auch wenn das Wachstum in den Industrienationen rückläufig,  ja teils verschwunden ist, so bleibt es doch hoch in der politischen Priorität.  Dies, obwohl der geringe Beitrag zur Lösung den wirklich großen Problemen immer offensichtlicher wird, ja Wachstum sogar als eine der Wurzeln erkannt ist.
Wer nun erwartete, in diesem Vortrag eine umfassende Antwort zu erhalten, der wurde enttäuscht. Denn die Antwort läge in einer besseren Beherrschung der Marktwirtschaft durch Politik und Bürger,  weit ab von unseren Gewohnheiten und politischen Sachzwängen. Und beide, Politik und Bürger unterliegen weiter den Wachstumszwängen aus Angst vor den bekannten Krisen wachstumsschwacher Volkswirtschaften,  aber auch mangels funktionierender Wohlstands- Alternativen.

So drehte sich die Diskussion zwangsläufig auch um die grundsätzliche Systemfrage bis hin zu Zinsverbot und Entbehrung. Am Ende aber blieb, dass nur die kontinuierliche Arbeit an hunderten von Einzelaspekten der Marktwirtschaft und der Volkswirtschaft erfolgversprechend ist. Denn die Patentlösung für die „große Transformation“, ein völlig anderer Lebensstil in Genügsamkeit ist weder bei uns zu vermitteln noch würde er dem Wohlstandsdruck der Armut der Entwicklungsländer standhalten. Gerade dort, wo Menschen aus ihrer Armut herausdrängen, wird man den Themen der Nachhaltigkeit kaum Priorität geben und liefert so der Trägheit der Industrienationen die Vorlage, Forderungen zu stellen und selbst wenig zu tun. So bleibt die „große Transformation“ das große Ziel, aber bis auf weiteres auch der große Traum. Es gibt kein Patentrezept, es gibt nur Kernerarbeit an vielen Einzelthemen von Bürgern, Wirtschaft, Politik und Forschung. Gemeinsam.

Präsentation PD Dr. Irmi Seidl:Klicken Sie hier

 

 

Dr. Ing. Peter H. Grassmann

Für das Thema „Werterorientierte Marktwirtschaft“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Peter Grassmann.

Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld

Ausblick

Qualitäts-Siegel für nachhaltiges Geldanlegen

Donnerstag, 15. Juli 2014, 19:00 Uhr, Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der Technischen Universität München (TUM), Amalienstr. 38 (U-Bahn Universität)

Referentin: Sabine Pex, Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), Mitglied des Vorstands, Koordinatorin der Arbeitsgruppe Öko-Label

Wieder einmal eine Gelegenheit, um über den eigenen Lebensstil im Umgang mit Geld nachzudenken: Nachhaltige Geldanlagen sind gut für das Gewissen, oft auch gut für den Geldbeutel. Das Angebot „grüner“ Finanzprodukte ist durchaus vielfältig, unter „Nachhaltigkeit“ lasse sich alles verkaufen, sagen Banker. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW boten Anfang 2014  68 Prozent der 340 befragten Kreditinstitute nachhaltige Geldanlagen an.

Doch das Angebot nimmt ab: 2012 waren es 72 Prozent aller Kreditinstitute, 2011 fast einhundert Prozent. Denn die Nachfrage ist rückläufig. Liegt das daran, dass das schlechte Gewissen kleiner wird und/oder die nachhaltigen Renditen abnehmen? Oder trifft es eher zu, dass angesichts des unüberblickbaren Angebots große Verunsicherung darüber herrscht, was „nachhaltig“ wirklich meint.  „Gewinnmaximierung“ jedenfalls sollte es nicht sein. Oft wird Etikettenschwindel betrieben: Da wird etwa ein „Nachhaltigkeitsfonds“ mit einem Solarpark angeboten, in dem aber auch Unternehmens-Aktien enthalten sind, die zu „maximal“ 5 Prozent in Atomkraftwerke investieren; in neun von zehn „Öko-Fonds“ finden sich – direkt oder versteckt – Rüstungsunternehmen. Vorrang – so scheint es – haben Unternehmen mit einer gut geschmierten Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Abteilung.

Zwar gibt es diverse Rating-Institute, Anlage-Checks und Qualitäts-Logos, die sichere, faire, ökologisch und (global) sozial vertretbare Geldanlagen versprechen; die Ergebnisse unterscheiden sich beliebig. Doch ein einheitliches, allseits anerkanntes Qualitätssiegel, auf das ein „Normal-Kunde“ sich verlassen könnte, existiert nicht. Auch UN PRI („Prinzipien für ein verantwortungsvolles Investment“ der Vereinten Nationen) oder ESG-Kriterien (Environment, Social, good Governance) helfen nicht weiter.

Höchste Zeit, ein glaubwürdiges Gütesiegel zu definieren, nach dem wenigstens Mindestkriterien nachhaltigen Investierens erfüllt sein müssen, um als „Nachhaltige Geldanlage“ anerkannt zu sein. Schon lange arbeiten Beteiligte verschiedenster Gruppen an solchen Kriterien, Vertreter aus Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltungen, Ratingagenturen, Investmentgesellschaften, Kirchen, Nicht-Regierungsorganisationen: Erste Konzepte stehen. Jetzt hat  das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der 2011 gegründete Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen,  eine Ausschreibung gestartet, um die Umsetzungsphase zu beginnen. Ziel ist, einen Zertifizierungs- und Überwachungsprozess zu organisieren und schließlich ein Gütesiegel zu verleihen.

 

„Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

DBU

 

 

 

 

Dr. Schwingenstein

Für das Thema „Ethisch-ökologischer Umgang mit Geld" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Cristoph Schwingenstein.

Rückblick

Kabarettabend: Grünes Geld und frische Blüten – Ein C[r]ashkurs

Donnerstag, 13. März 2014, 19:30, Theater Drehleier (www.theater-drehleier.de), Rosenheimer Str. 123, 81667 München

Eine humoristische Spurensuche mit Max Deml und Georg Bauernfeind

Die Umwelt Akademie lud ein, in dem wunderschönen Ambiente der Drehleiher einen geselligen Kabarettabend zu genießen. Es konnte mit einem leckeren Abendessen begonnen werden, um gestärkt in die zweimal 45- minütige Vorstellung mit Pause zu starten.

Der Kabarettist Georg Bauernfeind und der Finanzfachmann Max Deml begaben sich auf humoristische Spurensuche nach dem Börsensturz 2008, mitten in der Euroland-Krise – und vor dem nächsten Crash: Was macht das Geld, wenn es nicht arbeitet? Macht es dann Urlaub? Und wo? Zwischen Moneymakern und überforderten Erbschaftsantretern beleuchteten Deml und Bauernfeind  mit den 150 Gästen der Umwelt Akademie Wege und Irrwege der Finanzwelt. Der Liedermacher Georg Bauernfeind rundete die geistreichen schauspielerischen Darbietungen durch  humoristisch-musikalische Einlagen ab.

Bei einem gemütlichen Zusammensitzen nach der Vorstellung mit den Investoren von Green Value, Green City Energy AG und der GLS Bank klang der Abend aus.

 

Deml

 

Das Kabarett wird gefördert von:

GLS-Logo

Green City

greenValue

Ökologische Ernährung

 

Ausblick

 

Fairer Handel für eine gerechtere Welt

Donnerstag, 10. Juli 2014, 18.00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referent/in:

  • Hannah Rüther, langjährige Multiplikatorin von „Fairtrade Deutschland“:
    „Fair einkaufen – welche Macht habe ich als Konsument?“
  • Dr. Franz Ehrnsperger, geschäftsführender Gesellschafter von „Neumarkter Lammsbräu“, Urheber der Initiative „Fair zum Bauern“:
    „Fairer Handel für mehr Gerechtigkeit und höhere Lebens(mittel)qualität – nicht nur ein globales Thema“

Das Problem des „unfairen“ Handels ist ein globales, was bereits im System globaler Landwirtschaft angelegt ist. Dieses System hat die falschen Werte als Grundlage und schafft deswegen nur Leid und Elend. Trotzdem: Auch wenn es zunächst nur in Teilen des Marktes stattfinden kann: Wir Konsumenten gerade in den wohlhabenderen Teilen der Welt können ein Teil der Lösung sein. Es ist unsere Entscheidung, ob wir unseren Tag mit einem Milchkaffee aus gerecht gehandelten Zutaten beginnen, uns zwischendurch mit einer „fairen“ Banane stärken oder uns ein Feierabend-Bier gönnen, von dem wir sicher sein können, dass alle an seiner Herstellung Beteiligten angemessen entlohnt wurden. Aus dieser Erkenntnis heraus begann sich seit den 1970er-Jahren die Fair-Trade-Bewegung zu entwickeln. Längst können wir zahlreiche fair gehandelte Produkte nicht mehr nur exklusiv im „Weltladen“ kaufen, sondern auch beim Discounter um die Ecke.

Es hat sich in der Branche herumgesprochen, dass viele Kunden auf gerecht gehandelte Ware Wert legen, egal ob es sich um Schokolade aus afrikanischem Kakao oder Milch aus Oberbayern handelt. Sicherheit für uns Verbraucher sollen verschiedene zertifizierte Fair-Trade-Siegel geben – mit unterschiedlichen Qualitätsansprüchen. Zum Beispiel ist „fair“ nicht zwangsläufig auch „bio“.

Die Frage, wie wir Verbraucher dazu beitragen können, über unseren Einkaufskorb die Welt ein bisschen gerechter zu machen, werden uns die beiden ausgewiesenen Experten beantworten.

 

„Ökologische Ernährung" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

DBU

 

 

Rückblick

 

Exkursion in die Betriebsstätte der Hofpfisterei

Dienstag, 29. April 2014, 16.30 Uhr

Dass die Möglichkeit, mit 30 Interessierten die altehrwürdige Hofpfisterei zu besuchen, ein Highlight sein muss, war uns spätestens klar, als bereits nach 20 (!) Minuten nach online-Versendung der Einladung die Veranstaltung ausgebucht war.

Herr Friedhelm Förster, der schon seit 32 Jahren bei der Hofpfisterei ist und dort seit langem für Marketing und Vertrieb zuständig ist, berichtete in einem 2-stündigen Vortrag begeistert über die Entwicklung und die Erfolgsrezepte der Hofpfisterei.  

In kaum einem anderen Unternehmen wird man so freundlich empfangen wie in der Hofpfisterei: Wir merkten sofort, dass wir ein stolzes Familienunternehmen besuchten, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Familie Stocker – Eigentümer der Hofpfisterei -  befasst sich seit vielen Jahrzehnten mit dem tiefen kulturellen Erbe unserer Region hier mitten in Europa. Wieder einmal zeigt sich, dass es sich lohnt, seinen Prinzipien treu zu bleiben: So ist das Leitbild, das schon 1978 von Siegfried Stocker, Vater von Nicole Stocker, die heute das Unternehmen leitet, formuliert wurde auch heute  noch gültiger Auftrag an alle Unternehmensangehörigen: „Das Brot soll immer natürlicher, immer ursprünglicher, immer gesünder werden. Immer mehr Menschen, die unser Brot lieben, sollen versorgt werden“! Mit diesen Sätzen hat Siegfried Stocker das grundsätzliche Backverfahren festgelegt: keine Zusatzstoffe beim Mehl, keine Zusatzstoffen beim Backen, Natursauerteigverfahren in 3 Stufen mit gesundem Brot als Ergebnis.

Die Hofpfisterei gibt es seit 1331. Damals noch als Getreidehandel und Mühle in der Pfistergasse nahe des Platzls gegründet, pachtete der Großvater von Nicole Stocker, Ludwig Stocker den Betrieb 1917 vom Bayerischen Hof Ludwigs des Dritten. Der junge Bäcker aus Niederbayern war ehrgeizig und so gelang es ihm, trotz der schweren Zeiten Anfang des letzten Jahrhunderts und einem Brand Ende der 20er-Jahre aus der Pfistermühle eine erfolgreiche Bäckerei zu machen. Das „Bauernbrot dunkel“, das es auch heute noch gibt, hat Ludwig entwickelt, weil es zwei Vorteile hatte: Ersten war das reine Roggenbrot viel sättigender als das Weizenbrot, was in Zeiten von Nahrungsmittelknappheit wichtig war, und zweitens war das Brot viel länger haltbar. Dieses Brot brachte Stocker den wirtschaftlichen Erfolg, und das ist eigentlich bis heute so.

Bereits 1952 begann Ludwig mit der Filialisierung, eine sehr moderne Angelegenheit damals. Die erste Filiale wurde in Haidhausen eröffnet. Bis dato nämlich waren die Bäcker (wie auch die Metzger in meiner Familie) derart organisiert, dass der Mann hinten gebacken oder gemetzgert hat, und vorne hat die Frau den Laden führte.

Besonders die Geschichte der „Pfister Sonne“, dem wohl berühmtesten Brot aus der Hofpfisterei, ist erzählenswert. Ein Bauer, der zu viele Sonnenblumenkerne produziert hatte, kam zu Stocker und bat ihn, die Sonnenblumenkerne abzukaufen. Nur konnte man bis dahin kein Brot damit backen. Stocker  experimentierte und entwickelte ein patentiertes Verfahren, die Kerne zu schälen, ohne dass der Keimling mit den essentiellen Fetten kaputt ging. So buk er 1958 das erste Sonnenblumenbrot, die „Sonne“. Und der Werbeslogan lautete: „Kampf den Zivilisationskrankheiten - esst Pfister Sonne mit wertvollen Mineralien und ungesättigten Fettsäuren!“ Da waren die Stockers ihrer Zeit weit voraus!

1961 zog die Hofpfisterei in die Kreitmayrstrasse, wo sie auch heute noch ist. 1970 übernahm Siegfried Stocker die Hofpfisterei und eröffnete innerhalb von 10 Jahren 100 neue Filialen! Und dann fehlte es der Bäckerei an Kapazität. Aber wie mit den großen altdeutschen gemauerten Steinbacköfen umziehen? Wie den Sauerteig in eine neue Bäckerei retten, ohne Qualitätseinbußen?  Siegfried entschied, in der Kraitmayrstrasse zu bleiben, und schaffte neue Produktionskapazitäten, indem er sich von 30 auf 7 Produkte handlungsfähig schrumpfte: fortan wurden nur noch 2-kg-Laibe hergestellt, und „feine Backwaren“ wie Brezn und Semmeln wurden von befreundeten Bäckern bezogen.

Ab 1978 wurden keinerlei Zusatzstoffe mehr zugelassen, und die Mehle wurden im eigenen Labor auf Rückstände untersucht. 1982 wurde dann auf BIO umgestellt – in einer Zeit, in der die ersten „kuriosen Bauern“ in Birkenstocksandalen zwar die neue Zeit einleiteten, aber damit eher die Massen verwirrten – in einer Zeit der dramatischen Umweltkatastrophen, mit Glykolskandal, Dioxin und dem Unfall in Tschernobyl. Siegfried Stocker, geistesanwesend wie er war,  kaufte innerhalb von Stunden den ganzen Bayerischen Getreidemarkt leer, weil er nach dem Niedergang des ersten radioaktiven Regens im Chiemgau Ende April 1986 gleich ahnte, dass es schwierig werden würde, in Zukunft unverstrahltes Getreide zu bekommen.

In den Jahren ab 1988 stellten viele Bauern (300 bis 400 Betriebe im Mangfalltal) auf ökologische Landwirtschaft um, weil die Stadtwerke München verstanden hatten, dass es einfacher war, das Trinkwasser gleich durch ökologische Landwirtschaft vor Nitrateintrag zu schützen, anstatt aufwändig und teuer das Wasser nachträglich zu denitrifizieren. Die Umstellung gestaltet sich schwierig: Mindestens 60 Bauernveranstaltungen waren notwendig, um die Bauern allmählich zu bewegen. „Das waren ja noch die Zeiten, wo Bauern vom Stammtisch und sogar in einem Fall aus der Kirche ausgeschlossen wurden, weil sie auf Bio umgestellt hatten“, erzählte Herr Förster. Bis 1995 bezog die Hofpfisterei 80 Prozent des Biogetreides in Bayern: nicht weniger als 10.000 Tonnen pro Jahr.

Heute garantiert die Meyermühle in Landshut, an der die Hofpfisterei mit 85 % beteiligt ist, beste Ökoqualität aus Bayern.

Zur Bäckerkunst: Jeden Tag muss der Bäcker den Teig erspüren, denn jeden Tag ist er anders, gären die Bakterien anders, je nach Wetter, Luftfeuchte und Temperatur. Im Prinzip hat er, wenn der Teig einmal „in Bewegung“ ist, nur die Möglichkeit, kaltes oder warmes Wasser in mehr oder weniger großer Menge beizumischen und die Zeit zu variieren. Den Rest erledigt die Natur. Jeden Tag schmeckt das Brot ein bisschen anders.

Bei der umfangreichen Führung durch die perfekt organisierte Hofpfisterei durch Frau Wild und Herrn Förster, bei der uns immer dieser wunderbare Geruch von warmem Sauerteigbrot begleitete, erlebten wir von der Teigbereitung über die dreistufige Sauerteigführung und das Backverfahren bis hin zur Expedition alles, was diese besondere Bäckerei ausmacht.
Vielen Dank für den interessanten und beeindruckenden Blick hinter die Kulissen dieses einzigartigen Unternehmens!


 

 

Georg Schweisfurth

Für das Thema „Ökologische Ernährung“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Georg Schweisfurth.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Slow Food – Genießen mit Verstand

Donnerstag, 5. Juni 2014, 19.00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referentin: Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland

Viele von uns erinnern sich noch gut an den Methanol-Weinskandal in Italien im Jahr 1986, durch den 22 Menschen starben und der vielen Verbrauchern erstmals klarmachte, dass mit unserem System der Lebensmittelerzeugung etwas grundsätzlich nicht stimmt. Der Skandal war der Startschuss für die Graswurzelbewegung Slow Food, deren Gründer Carlo Petrini erkannte, dass unsere Essens- und Trinkentscheidungen nicht privat, sondern politisch sind.

“Gut, sauber und fair”, lautet die Kernbotschaft von Slow Food. Und: “Genießen mit allen Sinnen und ohne Reue”. Das klingt simpel, aber auch ein bisschen elitär und nach einem Luxus, den sich nur wenige leisten können?

Keineswegs. Das Ziel von Slow Food ist kein Geringeres, als dass jede Mahlzeit für jeden Geldbeutel den obigen Qualitätskriterien entspricht – auch das ganz gewöhnliche Käse- oder Wurstbrot, das Müsli zum Frühstück, der Pausensnack, die Bratkartoffeln, der Leberkäs mit Ei.
“Gutes” Essen ist wohlschmeckend, spricht alle Sinne an und bereitet Freude und Genuss. Dazu gehören das Bewahren ursprünglicher und bewährter Getreide-, Obst- Gemüse- und Nutztierarten und der geschmacklichen Vielfalt, die sie uns bieten, sowie das Wissen darum, wie sie kulinarisch verwendet werden können. Wer weiß heutzutage noch, wie ein Wildkräutersalat schmeckt, geschweige denn, welche Pflanzen sich dafür eignen und wie man sie zubereitet? Wer kennt die unverwechselbaren Aromen alter Apfelsorten im Vergleich zu den wenigen, meist deutlich faderen supermarkttauglichen Sorten?
“Sauberes” Essen ist gesund und nachhaltig, bei seiner Erzeugung wurden Natur und Artenvielfalt respektiert. Das beginnt schon beim Saatgut. Genormte Hybrid-Sorten, die sich nicht selbst vermehren können, dafür aber jede Menge Pestizid- und Insektizid-Einsatz brauchen, um zu gedeihen – oder lieber eine samenfeste Sorte, die auch gleich das Saatgut fürs nächste Jahr liefert, etwas weniger Ertrag bringt, dafür aber Bienen, Schmetterlinge und sonstige auf dem oder vom Feld oder Beet lebenden Mitgeschöpfe am Leben lässt? Vielfalt an Arten = Vielfalt auf dem Teller und am Gaumen. Aber der zunehmende Verlust von Wissen über Anbau und Zubereitung althergebrachter Sorten und der Rückgang der Artenvielfalt ist mehr als eine Geschmacksfrage, denn: Die Biodiversität ist Teil unseres genetischen, ökonomischen und kulturellen Erbes – und damit unsere wichtigste Ressource. Und nicht zuletzt hat das Ganze auch eine gesundheitliche Komponente: Weniger Arten bedeutet auch eine Zunahme an Infektionskrankheiten, das ist wissenschaftlich belegt.
“Faires” Essen schließlich sichert über gerechte Preise die Würde der Produzenten und Produzentinnen auf der ganzen Welt und macht sie unabhängig von agrochemischen Großkonzernen à la Monsanto, weltweit agierenden Lebensmittelmultis und kriminellen Nahrungsmittel-Spekulationen an der Börse.

Unsere Erde könnte problemlos 10 Milliarden Menschen ernähren. Tatsächlich hungert ein Siebtel der Weltbevölkerung, erstaunlicherweise meist Landbewohner, die genau da leben, wo die Grundnahrungsmittel herkommen. Der Weltagrarbericht 2008 konstatiert: „Die Agrikultur und die Wissenssysteme, die sich auf diesen Wirtschaftsbereich beziehen, befinden sich derzeit in einer Sackgasse.“
Wir brauchen einen radikalen Systemwandel in der Lebensmittelproduktion. Nicht die Steigerung der Produktivität ist des Rätsels Lösung, sondern Ernährungssouveränität, d.h. die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, wie sie vor allem durch kleinbäuerliche Strukturen gegeben ist. Dazu kommt, dass eine biologische und nachhaltige Landwirtschaft einen unschätzbaren Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Slow Food engagiert sich auf allen kulinarischen Entscheidungsebenen, vom Kleinbauern über den Lebensmittelhandwerker und den Koch/die Köchin bis zu uns Konsumenten. Ziel ist die Vermittlung von Bildung, Wissen und Handlungskompetenz für einen fairen und nachhaltigen Umgang mit Mensch und Natur. Das fängt schon bei den Jüngsten an, die im Slow Mobil, einer mobilen Küche, lernen können, was gutes Essen heißt und wie sich ein Schulgarten anlegen lässt, und geht weiter mit den „Schnippeldiscos“, bei denen Jugendliche in großen Hallen, von einem DJ fachkundig beschallt, in kurzer Zeit große Mengen Gemüse schnippeln, zubereiten und dann gemeinsam essen.
Die Slow-Food-Mitglieder sind in lokalen bzw. regionalen Gruppen organisiert, sogenannten Convivien. Diese beschäftigen sich mit der Erzeugung und Qualität des täglichen Essens sowie der Esskultur und bieten dazu vor Ort entsprechende Veranstaltungen an. Dazu kommen Aktionen z.B. gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, für eine nachhaltige Fischereipolitik oder die Kampagne „Teller statt Tonne“ gegen das Wegwerfen nicht vermarktungsfähiger (also z.B. zu groß/zu klein/zu krumm oder zu gerade gewachsener, aber sonst einwandfreier) Ware.

Auf internationaler Ebene wirkt das von Slow Food gegründete Netzwerk für lokales Wirtschaften und Lebensmittelsouveränität “Terra Madre” daran mit, den Systemwechsel in der Landwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen bzw. bestehende traditionelle Strukturen zu schützen. Beteiligt an dem Netzwerk sind sowohl Nahrungsmittelproduzenten, Köche, Wissenschaftler als auch Vertreter von Behörden, NGOs und Bildungsinstitutionen. Projekte wie die “Arche des Geschmacks“ und die Presidi-Förderkreise tragen dazu bei, dass vom Aussterben bedrohte Rassen, Sorten und Produkte, wie die Alblinse, die Gehörnte Heidschnucke, das Bamberger Hörnla und der Fränkische Grünkern sowie regionales Lebensmittelhandwerk erhalten bleiben.

Im Laufe unseres Lebens nehmen wir im Schnitt 100.000 Mahlzeiten zu uns. 100.000-mal haben wir die Chance, uns bewusst gegen Fast Food und die damit verbundene Entwertung von Waren und Tieren und damit für Slow Food – den Genuss mit Verantwortung – zu entscheiden. Die Formel dafür ist einfach: enkeltauglich essen.

 Präsentation Dr. Ursula Hudson: Klicken Sie hier

 

 

Gesundheit und Eigenverantwortung

 

Ausblick

 

Traditionelle Chinesische Medizin und westliche Diagnostik  -  umfassende Versorgung für ein gesundes Leben

Dienstag, 4. November 2014, 19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“)

Referent: Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen, Facharzt für innere Medizin – Naturheilverfahren, Medizinische Informatik, Chinesische Medizin, Akupunktur; Leiter des ersten TCM-Masterstudiengangs an der TU München

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) konnte sich in China und Ostasien seit mehr als 2.000 Jahren kontinuierlich entwickeln. Nach Westen kam diese Heilkunst vor ca. 350 Jahren als „Exotikum“ der Akupunktur. Erst seit ca. 50 Jahren gibt es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit TCM in Form konsequenter Bearbeitung der Quellen und des erkenntnistheoretischen bzw. philosophischen Hintergrundes.

Die Chinesische Medizin ist ein eigenes Behandlungssystem, das den Patienten und seine Lebensenergie mit allen gängigen Lebensfunktionen wie Atmung, Verdauung, Körperbewegung und emotionale Vorgänge in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt.

Nach seiner fachärztlichen Ausbildung als Internist begann Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen, sich intensiv  mit der Chinesischen Medizin auseinanderzusetzen. Er studierte viele Jahre in China, rief die die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS) ins Leben, gründete  in München das "Fachärztliche Zentrum  für Chinesische Medizin"  und verfasste zahlreiche Lehrbücher zur TCM.  Seit 2012 ist Hempen  Honorarprofessor der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft,  die erstmals den Masterstudiengang "Traditionelle Chinesische Medizin" anbietet.  Heute gilt er als einer der erfahrensten Ärzte für Chinesische Medizin in Deutschland.

Prof. Dr. Carl-Hermann Hempen wird einen Überblick über Entwicklung und Therapiemethoden der TCM geben und darlegen, inwiefern diese Heilkunst ein wichtiges  Komplement zur westlichen Medizin darstellt.  

„Gesundheit und Eigenverantwortung" - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

DBU

Paul Greineder

Für das Thema „Eigenverantwortung und Gesundheit“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Paul Greineder.

Mutbürger für Energiewende!

Ausblick

Veranstaltung fällt aus! Wird auf den 25.9.14 verschoben!

Nachhaltige Stadtentwicklung Münchens: Energiekonzepte und mehr

Donnerstag, 26. Juni 2014, 19:00 Uhr, München, Neues Rathaus, Großer Rathaussaal, Marienplatz 8

Referenten:

  •     Michael Hardi, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA II
  •     Thomas Haser, Baudirektor, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, HA III

Bedeutet nachhaltige Stadtentwicklung, dass wir unsere Stadt einfach grüner machen müssen? Ein paar zusätzliche Bäume pflanzen? Die Häuser besser dämmen?

Das auch! Aber es gilt, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Sozio-Kulturelles – zu berücksichtigen. Auf der Planungsseite gibt es dann die unterschiedlichen Maßstabsebenen Stadt, Quartier, Gebäude; aber auch die Menschen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Lebensgewohnheiten. Und das bei sich stetig wandelnden Anforderungen an die Zukunftsfähigkeit einer Stadt.

Klimaschutz spielt bei der Nachhaltigen Planung eine wesentliche Rolle. Die Landeshauptstadt München hat sich mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats vom 17.12.2008 mit der Übernahme der Ziele des europäischen Netzwerks “Klima-Bündnis e.V.” sehr hohe Ziele gesteckt: Die CO2-Emissionen sollen alle fünf Jahre um zehn Prozent reduziert, der CO2-Ausstoß bis spätestens 2030 – bezogen auf das Basisjahr 1990 – halbiert werden.

Wesentliche Beiträge, um diese Ziele zu erreichen, können Energiekonzepte auf allen Maßstabsebenen leisten. „Energiegerechte Stadtentwicklung Münchens“, heißt die Anforderung. Beispielgebend waren hierfür die Projekte “Solare Nahwärme Ackermannbogen” oder die Geothermieanlage in der Messestadt Riem. Fortentwickelt wurde sie mit dem Projekt “Energiegerechte Stadtentwicklung Freiham-Neuaubing”. Die Ökologische Mustersiedlung Prinz-Eugen-Park und die Entwicklungen auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne werden die Münchner Erfahrungen weiter wachsen lassen.

Gibt es ein abgerundetes „Rezept” für die energiegerechte Stadtentwicklung? Die Mitarbeiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München sollen uns einen Einblick geben in die integrierte Arbeitsweise bei der Verankerung von Energiekonzepten auf den unterschiedlichen Planungsebenen. Dabei wird sich zeigen: Energiegerechte Stadtentwicklung ist ein lernender Beteiligungsprozess.

 

Dr. Helmut Paschlau

Für das Thema „Mutbürger für Energiewende!" engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Helmut Paschlau.

 

Energiewende – best practice: Ohne Beteiligung der Bürger wird sie nicht gelingen!

Donnerstag, 24. Juli 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, Marienplatz 8, München

Referenten:

  • Werner Hillebrand-Hansen, Vorstand Bürgerenergie-Genossenschaft Freisinger Land e.G.
  • Hansjörg Henle, Stadt Leutkirch, Oberbürgermeister

Ohne Beteiligung der Bürger kann die Energiewende nicht gelingen. Doch das Wort „Beteiligung“ ist schillernd: Ministerpräsident Seehofer plant einen Gesetzentwurf zur Bürgerbefragung im Freistaat; doch die Ergebnisse sollen  unverbindlich bleiben.

Wir dagegen stellen zwei best-practice-Beispiele vor, wie „Beteiligung“ wirklich geht:

Dass Strom aus der Steckdose kommt, ist banal; dass er vom Nachbarn kommen kann, ist noch nicht allgemein bekannt. Schon mehrfach haben wir über alternative Stromlieferanten berichtet und sie referieren lassen. Rund 1,4 Millionen Stromerzeuger gibt es mittlerweile in Deutschland. Denn die Energiewende in Deutschland ist längst dezentral. Nur 6 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Anlagen sind im Eigentum der großen vier Energieversorger, über 54 Prozent gehören Privatpersonen, weitere 11 Prozent Landwirten. Heute ist die Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land e.G. eingeladen. Deren „grünen“ Strom können Sie beziehen, demnächst auch aus örtlichen Photovoltaik-Anlagen. Sie können sich aber auch als Genossenschafts-Mitglied aktiv und mit 250€ finanziell beteiligen. Denn: Eine breite Mitwirkung möglichst aller gesellschaftlicher Gruppen ist erwünscht.

Im Fall der Nachhaltigen Stadt Leutkirchen im Allgäu war und ist die Mitsprache aller Bürger Voraussetzung: Seit Oktober 2011 wird in einem mehrstufigen Prozess ein Leitbild für die künftige Entwicklung der Stadt in den Schwerpunkten „Landschaft“, „Gebäude“, „Städtebau“, „Mobilität“ und „Bürger“ erarbeitet. Die Methoden: Arbeitspapiere, Workshops, online-Umfragen, Bürgerversammlungen usw. Herausgekommen ist u.a. ein ausführliches „Leitbild Energie in der Nachhaltigen Stadt Leutkirch“, das nach einjähriger Bürgerdiskussion im Oktober 2012 vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde. Neben einigen Kernsätzen wird eine Vielzahl sehr konkreter Ziele bis 2015 aufgestellt; zu jedem Einzelziel sind Umsetzungsbausteine definiert, die nun konsequent abgearbeitet werden. Oberstes Prinzip: Konsens als Basis für die Akzeptanz der Projekte.

 

 

„Mutbürger für
Energiewende!“

Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

Ikea Stiftung

DBU

 

In Kooperation mit

Landeshauptstadt München,  Referat für Gesundheit und Umwelt

Rückblick

Leben mit der Energiewende

Donnerstag, 27. Februar 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Kleiner Sitzungssaal, Marienplatz 8, München

Filmvorführung „Leben mit der Energiewende“

Podiumsgespräch zwischen

  • Dr. Thomas E. Banning, Naturstrom AG, Vorstandsvorsitzender
  • Dr. Helmut Paschlau, Die Umwelt-Akademie e.V., Vorstand
Der Film „Leben mit der Energiewende“ (2012) des freien Fernsehjournalisten Frank Farenski wurde am Donnerstag, 27. Februar, im Großen Sitzungssaal des Münchner Rathauses in gekürzter Fassung gezeigt. Der neue Film gleichen Titels (2014) ist bereits im Internet zu sehen. Im Anschluss diskutierten Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG, und Dr. Helmut Paschlau, Vorstand von Die Umwelt-Akademie e.V., zuerst in einer Podiumsdiskussion, dann mit dem Publikum. Weil Film und Diskussion von besonderer Bedeutung sind, dokumentieren wir den Film in gesamter und gekürzter Länge und die gesamte Diskussion im Wortmitschnitt.

Dr. Paschlau begrüßte Herrn Dr. Banning mit folgenden Worten: „Als Podiumsgesprächspartner habe ich gewinnen können und darf Ihnen vorstellen: Dr. Thomas E. Banning, „Urgestein“ der Energiewende, Gründer und Vorstandsvorsitzender des alternativen Energieversorgers Naturstrom AG; und als „innovative Unternehmenspersönlichkeit“ ausgezeichneter Preisträger des „Energy Awards“ der Fachmesse Renexpo; so was wie der Alternative Nobelpreis der Erneuerbare-Energien-Wirtschaft.

Sie setzen sich seit vielen Jahren für eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis regenerativer Energien ein, die sich durch Bürgerbeteiligung, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit auszeichnet. „Rückenwind für Bayern“, dieses Bündnis gegen das populistische Ausbremsen der Windenergie, haben Sie mit gegründet. Schön, dass Sie da sind.“


Link zu Film in Originallänge

Link zu Film in gekürzter Länge

Protokoll der Podiumsdiskussion: Klicken Sie hier

 

 

Energiewende europäisch denken!

Donnerstag, 27. März 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, München, Marienplatz 8

Referent: Prof. Dr. Thomas Hamacher, Technische Universität München (TUM), Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik

Welche europäischen Länder sind – gemessen an Wachstumsrate der Wirtschaft (BIP), Anteil erneuerbarer Energien und Gesamtenergieverbrauch – führend? Bulgarien, Estland und Schweden erfüllen ihre Ziele von 2020 schon heute; Deutschland erst zu 12,4%! Nichts da mit „Energiewende-Weltmeister“ (Quelle: Statistisches Amt der EU, zitiert nach Wirtschaftswoche 19.03.14.)

Das Thema „Energiewende Europa“ hat mindestens zwei Aspekte: Welche (technischen) Folgen hat der Energiewende-„Alleingang“ Deutschlands auf die europäischen (Nachbar-) Länder? Und welche Ziele setzt sich die Europäische Union hinsichtlich Energiewende, Abkehr von fossiler Energiewirtschaft, CO2-Klimaschutz für die Periode ab 2020?

Dass es „knirscht“ zwischen Deutschland und einigen Nachbarländern ist medienbekannt: Polen und Tschechien wollen Bollwerke gegen deutschen offshore-Windstrom errichten, Belgien und Niederlande haben sie schon: „Phasenschieber“. Weil deutsche Überlandleitungen von der Nordsee nach Süddeutschland fehlen, drückt offshore-Windstrom in die Übertragungs-Netze der Nachbarstaaten; diese drohen zu kollabieren, Blackouts werden befürchtet. Deshalb sollen dort für viele hundert Mio. Euro riesige Transformationen gebaut werden, die den deutschen Stromdurchfluss begrenzen können; mit der Folge, dass wiederum deutsche Netze überlastet würden. Denn der Strom sucht sich physikalisch „seinen“ Weg des geringsten Widerstands. Deutschland täte gut daran, seine Energiewende-Politik mit den europäischen Nachbarn abzustimmen, denn die haben den „Stromkrieg“ erklärt.

Zeitgleich grätscht die EU-Kommission in die deutsche Energiewende-Politik Deutschlands: Es geht vordergründig um die Wettbewerbskonformität der „Beihilfen“ aus dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG): Ob der zuständige EU-Wettbewerbskommissar die EE-Stromerzeuger-Subventionen durch die privaten Stromnachfrager, also mit dem EEG die gesamte Energiewende kippen will oder „nur“ die überbordenden Ausnahmen zugunsten energieintensiver Industriebetriebe, bleibt in dem seitens der EU-Kommission offiziell eingeleiteten „Straf“-Verfahren gegen Deutschland bislang offen.  Erstaunlich nur, dass die EU-Kommission die „Beihilfen“ – also die Steuerzahler-Subventionen zugunsten Kohle und Atom – nicht angreift. Oder ist das gar nicht erstaunlich? EU-Energiekommissar Oettinger bereitet das europäische Ziele-Paket für die Periode ab 2020 vor: Galten bisher EU-bindende Ziele für Energiesparen, Anteile von Erneuerbare Energien etc., soll es künftig nur noch (abgeschwächte) CO2-Klimaziele geben. Jeder Nationalstaat kann dann energiepolitisch machen, was er will: Großbritannien und Litauen bauen neue AKWs, Frankreich ruht sich auf seinem Staatskonzern EDF mit 80% Atomstrom aus, Polen und Tschechien setzen zunehmend auf Braunkohle, die Alpenstaaten mit ihrem Erneuerbare-Energien-Ansatz werden wettbewerbsrechtlich eingebremst.

Deshalb: „Energiewende europäisch denken!“. Prof. Dr. Thomas Hamacher, Technische Universität München (TUM), ehem. Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik, jetzt Lehrstuhl für Erneuerbare und Alternative Energien, hat am 27.03.14 breit über die Energiesituation weltweit, Europas und – darin eingebettet – Bayerns berichtet. Seine Hauptthese: Gleichgültig welche Art der Stromerzeugung der jeweilige Nationalstaat wählt und gleichgültig wie er seine Energieversorgung organisiert (dezentral oder zentral): Erneuerbare Energien werden technisch nur zunehmen können, wenn sich die Staaten stärker vernetzen. Im wahrsten Worte: Nach Hamacher werden europaweit doppelt so viel Übertragungsnetze als heute benötigt.

 

 

Zur Energiewende gehört die Verkehrswende!

Donnerstag, 17. April 2014, 19:00 Uhr Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, München, Marienplatz 8

Referent: Jörg Schindler; ASPO Deutschland (Association for the Study of Peak Oil and Gas); ehem. Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, Co-Autor des Buches „Postfossile Mobilität“.

Die Diskussion um die Energiewende leidet entschieden unter ihrer Einseitigkeit: Es geht nicht nur um Strom (-preisbremsen)! Wenn die Umkehrung von fossiler Energieversorgung und der CO2-Klimaschutz gewollt ist, dann müssen wir über Wärme, Verkehr, Ernährung, Landwirtschaft, die internationale Handels-Wirtschaft etc. reden. Über die „Große Transformation“ (so der Ratschlag des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) der Bundesregierung).

An diesem Vortrags- und Diskussionsabend wurden drei Aspekte untersucht und diskutiert:

  1.  Grundlagen: Welche Verkehrsarten  (Flug, Schiff, LkW-Logistik, Privat-PkW, e-FZ, Fahrrad)  tragen heute europa- und deutschlandweit wie viel zu CO2-Emissionen und zum Verbrauch fossiler Energien bei? Wie weit bin ich selbst an Energieverbrauch und CO2-Emission beteiligt?
  2. Zukunft: Wie sehen die Verkehrs- und Energieströme 2030/2050 aus? Die Bundesregierung prognostiziert einen Zuwachs von über50 Prozent an Frachtverkehr in Deutschland auf Autobahnen. Fracht-und Personenflugverkehr international wird zunehmen; auch die PkW-Zahl in deutschen und europäischen Städten. Die Menschen in den Schwellenländern eifern unserem westlichen Lebensstil nach – mit noch mehr Mittelklassewagen, BMW 7er und Porsche Cayenne. In Tokio, Delhi, Peking, Sao Paulo reichen schon heute sechsstöckige Autobahnsysteme nicht mehr aus.
  3. Alternativen: Es geht schlicht um die „postfossile Mobilität“. Angesichts zunehmender Mobilitätswünsche weltweit wird es in einer nahen Zeit mangelnder (Öl-, Rohstoff-) Ressourcen um alternative, post-fossile Mobilitätkonzepte gehen müssen. Da sind schnell „die aus dem Alten entwickelten neuen Modelle“ in Rede, e-Bike, e-Auto. Das wird helfen bis 2050, nicht weiter. Und auch nur, wenn der Strom aus der Steckdose erneuerbar ist. Wer Mobilität nicht als Verkehr missversteht, redet über Rollator_Spazieren_Fahrrad, Car-sharing, intelligenter Verknüpfungen von Bahn_Tram_Rad_Fuß, öffentlichem- statt individuellem Verkehr, modernen Verkehrsleitmodellen, neuen Stadtentwicklungsmodellen ohne Trennung von Wohnen/Arbeiten/Einkaufen, Rückbau von Autobahnen als verlängerter Lagerhalle von Industriebetrieben.

 

 

Umwelt-Neurologie: Warum wir nicht tun, was wir tun sollten… und wie man das ändern kann.

Donnerstag, 22. Mai 2014, 19:00 Uhr, Neues Rathaus, Kleiner Sitzungssaal, Marienplatz 8, München

Referent: Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Universität Bremen, Institut für Hirnforschung

Umwelt-Neurologie: Warum wir nicht tun, was wir tun sollten… und wie man das ändern kann.
Mittlerweile kann man fast jeden Abend in den Nachrichten von den Folgen der Klimaerwärmung erfahren. Alle sind sich einig, dass man dagegen etwas tun sollte; Licht ausschalten, den Müll trennen, öfters mit dem Fahrrad fahren und nicht stundenlang duschen, für wenig Geld ein programmierbares Ventil am Heizkörper installieren, die Stand-by-Schaltungen an PC und Fernseher regelmäßig ausschalten.  Wir wissen es, aber wir tun es nicht. Warum?

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth vom Institut für Hirnforschung der Universität Bremen hat auf diese Frage Antworten geliefert.

Präsentation Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth: Klicken Sie hier

Blicke ins menschliche Gehirn zeigen, warum Informationen nicht automatisch zu Einsicht führen und Einsicht nicht automatisch zum Handeln. Kognitive Informationsverarbeitung findet auf „Ebenen“ des Gehirns statt, die nicht direkt mit den Ebenen für Gefühle und Persönlichkeit zusammen hängen. „Kopfgesteuertes“ wird nur in Handeln umgesetzt, wenn zu bewußten Motiven auch Emotionen und soziale Eigenschaften eines Menschen angesprochen werden, insbesondere dessen tiefgreifende Persönlichkeitseigenschaften.

Dies geschieht auf den drei getrennten Ebenen des limbischen Systems im menschlichen Gehirn. Die untere limbische Ebene steuert angeborene Reaktionen und Antriebe und ist Grundstein der Persönlichkeitsmerkmale eines jeden Individuums. Die mittlere limbische Ebene macht zusammen mit der unteren den Großteil unserer Persönlichkeit aus. Hier findet die unbewußte Konditionierung statt, es werden emotionale und kommunikative Signale erfasst. In der dritten limbischen Ebene wird die soziale Relevanz relevanter Persönlichkeitsmerkmale festgelegt, Machtstreben, Dominanz, Empathie, Verfolgung von Zielen und Kommunikationsbereitschaft etwa.

Diese drei limbischen Ebenen werden schon im Mutterleib und dann in den ersten Lebensjahren vollständig geprägt. Die genetisch vererbten und früh angelernten Verhaltensmuster sind in späteren Lebensjahren nur noch schwer zu ändern. Die Veränderung der drei limbischen Ebenen, also insgesamt des Verhaltens, ist um so schwerer, je „tiefer“ die Ebene reicht, von je früher die Prägung stammt.

Hinzu kommt eine weitere relevante Ebene, die kognitiv-sprachliche. Sie hat von sich aus keinen Einfluss auf unser Verhalten, sondern immer nur in Verbindung mit den anderen Ebenen. Differenzen zwischen dieser und den anderen Ebenen führen zu Opportunismus, Ausrede, Ausweichen, Lüge etc.

Nun sind vier Möglichkeiten, das Verhalten anderer extern zu steuern, üblich:

  • Anordnung und Befehl, Zuführung von Schmerz: Erbringt eine sofortige Wirkung, allerdings nur kurz und nur so lange die Androhung von Sanktionen relevant ist
  • Appell an Verstand und Einsicht: Ohne Einsicht keine Maßnahme,  aber Vernunft alleine hat keinen Einfluß auf das Verhalten
  • Appell an Solidarität: Erbringt momentane Emotionalisierung und Begeisterung; allerdings ist der Effekt meist nur vorübergehend
  • Ansprechen individueller Einstellungen und Bedürfnisse: Nur Belohnung und Belohnungserwartung haben beim Menschen nachhaltige Verhaltensänderung zur Folge

Dabei werden drei Arten von Belohnung unterschieden:

  • materielle Belohnung (Geld, Prämien, Boni); wirkt am schnellsten, verliert ihre Wirkung aber auch am schnellsten, muss deshalb stets erhöht werden (mit abnehmendem Nutzen)
  • soziale Belohnung (Auszeichnung, Zugehörigkeit); wirkt langanhaltender als die materielle Belohnung, ist vielfach erforderlich
  • intrinsische Belohnung (Selbstbestätigung, befriedigendes Handeln aus Überzeugung); erschöpft sich nicht in ihrer Wirkung; die einzige dauerhaft wirkende Kraft zur Verhaltensänderung.

Das heißt: Informationen, auch wenn sie scheinbar klar sind, führen nur dann zu menschlicher Verhaltensänderung, wenn sie sowohl kognitiv als auch emotional zu den bisherigen individuellen und sozialen Lebenserfahrungen eines Menschen passen.  Einsicht mündet nur dann in verändertes Handeln, wenn sie mit der bewußten, intuitiven und der unbewußten Persönlichkeit und den dazu gehörenden Motiven und Zielen eines Menschen übereinstimmt.

Und: Verhaltensänderungen benötigen Zeit, ein „Ruhenlassen“ von Informationen und Argumenten, ein Einsickern in Emotion und Unterbewußtes.  Neue Rituale sind erforderlich, Einüben anderen Tuns.

Was heißt das für die Energiewende? Wichtig wären:

  • Information und Appell (Energiesparen!) müssen einfach, klar und widerspruchsfrei sein – von Merkel über Seehofer bis energiesparender, statt Cayenne-fahrender Nachbar
  • Einzug in den Alltag und die Denkweisen der Bürger sind erforderlich; die Menschen müssen erkennen können, dass es sich um sie persönlich handelt, nicht um „die Anderen“ („man müsste mal…“). Das Produkt Energiesparen muss „sexy“ werden.
  • Konkrete Anleitung zum Handeln, kleine Schritte sind gefragt, zwischen Nah- und Fernzielen ist zu unterscheiden (gesellschaftliche Änderungen wie das Projekt Energiewende benötigen >20 Jahre!). Intrinsische Belohnungsmechanismen sollten gefördert werden, beginnend im Kindergarten, stolz und zufrieden zu sein, sich so zu verhalten, dass es unseren Enkeln und der globalen Umwelt nicht schadet.

 


 

 

Biodiversität

Ausblick

Gutes Zusammenleben mit Fuchs, Marder und Co. durch ein professionelles Wildtiermanagement

Donnerstag, 3. Juli 2014,

 19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“)

Referent: Dr. Christof Janko,  Fachmann für Wildtiere und Wildtiermanagement

Das Vorkommen von Wildtieren in unseren Städten –  mittlerweile ein weltweites Phänomen – hängt von der zunehmenden Verstädterung und Akzeptanz von Wildtieren durch den Menschen ab.

Durch die immer stärkere Ausweitung unserer Metropolen ins Umland,  reduzieren sich zum einen die natürlichen Lebensräume der Tiere, zum anderen profitieren viele Tier- und Pflanzenarten, die sich sehr gut an unsere Strukturen anpassen können, vom neu geschaffenen Lebensraum Stadt. Stadtgebiete mit locker bebauten Häuserreihen bieten gerade Wildtieren – angefangen beim Fuchs über Marder und Gans bis hin zum Biber - ein hohes Maß an Nahrung und Deckung. Oft können städtische Wildtiere in einer viel höheren Dichte leben als ihre Artgenossen auf dem Land, wodurch sich neue interessante Konstellationen ergeben (z.B. städtische Füchse und Marder).

Eine Vielzahl der Tierarten lebt weitgehend unproblematisch unter uns. Aber es kommt zunehmend auch zu Spannungsfeldern zwischen Mensch und Wildtier. Allgemeine Besorgnis, wirtschaftliche Schäden, Ärgernisse durch Verkotung oder humanpathogene Krankheiten sind nur einige Gründe, die zu Konflikten zwischen Tier und Mensch führen.

Da die städtische Bevölkerung in Zukunft weiter anwachsen und somit der Urbanisierungsdruck zunehmen wird, gilt es,  aufkommende Mensch-Wildtier-Konflikte in Form des Wildtiermanagements professionell zu lösen. Wildbiologische Bedürfnisse der Tierarten können vergleichsweise leicht definiert werden. Die Herausforderung ist vielmehr, diese mit den mannigfaltigen Aspekten des Stadtlebens im Rahmen eines funktionalen Managementplans in Einklang zu bringen.

Der Fachmann für Wildtiere und Wildtiermanagement Dr. Christof Janko wird erläutern, wie durch ein Wildtiermanagement in urbanen Räumen - basierend auf einem friedvollen Zusammenzuleben von Mensch und Wildtier - Konflikte abgefedert und bestenfalls vollständig gelöst werden können.

 

„Biodiversität!“ - Veranstaltungsreihe 2014

Gefördert durch

DBU

 

 

Selbach-Umwelt-Stiftung


 

 

 

 

Die Fröttmaninger Heide: Ein Naturschutzgebiet in der Stadt München – wie geht das?

Exkursion in die Fröttmaninger Heide, Samstag, 19. Juli 2014, 11.00 Uhr

Exkursionsleitung: Christiane Joas, Landschaftsarchitektin und Geschäftsführerin des Heideflächenvereins München

Noch vor 200 Jahren erstreckte sich im Münchner Norden ein über 15.000 Hektar großes ursprüngliches Heidegebiet. Im Zuge der Ausdehnung der Stadt nach Norden sind davon heute nur noch Inseln übrig, unter anderen die Fröttmaninger Heide. Sie wird – nicht nur von den direkten Anwohnern – gern als Naherholungsgebiet genutzt. Seit das Gebiet im Jahr 2012 von der Regierung Oberbayern unter Naturschutz gestellt wurde, ist eine äußerst kontrovers geführte Diskussion darüber entbrannt, wie die Bedürfnisse der Menschen nach Naturerleben mit denen der in der Heide heimischen typischen Flora und Fauna unter einen Hut gebracht werden können. Naturschützer, Schafzüchter, Spaziergänger und Hundebesitzer – jeder hat unterschiedliche Vorstellungen und Ansprüche, wie die Fröttmaninger Heide zu nutzen oder eben nicht zu nutzen ist.

Im Rahmen einer geführten Exkursion wollen wir Antworten auf folgende Fragen bekommen: Was macht eine typische Heidelandschaft überhaupt aus und warum ist dieser Lebensraum schützenswert? Was genau bedroht Pflanzen wie Stauden-Lein und Backenklee oder Tierarten wie die Heide-Lerche, die Wechselkröte und den „Himmelblauen Bläuling“, einen selten gewordenen Schmetterling? Welche Maßnahmen braucht es, damit Flora und Fauna weitgehend ungestört existieren können, z.B. während der Brutzeiten der Vögel? Wie unterscheidet sich die städtische von der ländlichen Artenvielfalt und was können wir tun, um beide zu erhalten? Welche Rolle spielt die Schafzucht beim Heideschutz? Und nicht zuletzt: Wie können menschliche Interessen wie Spazierengehen, Feste feiern oder das Ausführen und der Freilauf von Hunden so gestaltet werden, dass die tierischen und pflanzlichen Heidebewohner darunter nicht leiden und diese Landschaft für alle Beteiligten als das erhalten bleibt, was sie ist: ein unschätzbares Kleinod inmitten der Großstadt.

Für diese Veranstaltung konnten wir Christiane Joas, Landschaftsarchitektin und Geschäftsführerin des Heideflächenvereins München, gewinnen.

Da wir die Teilnehmerzahl auf 25 beschränken müssen, bitten wir Sie, sich schnellstmöglich unterDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!%20"> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. Bei erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung sowie die genauen Details zu Anfahrt, Treffpunkt etc. Die Bestätigungen erfolgen nach Reihenfolge des Eingangs. Die Exkursion findet bei jedem Wetter statt.

Achtung: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Nur wer eine Anmeldebestätigung erhält, kann teilnehmen.

Dr. Nico Döring

Für das Thema „Biodiversität und Gewässerschutz“ engagiert sich unser Vorstandsmitglied Dr. Nico Döring

Schwärmen Sie auch für süße Bienen?

Stadtimker bringen Bienenvölker in der Stadt

Donnerstag, 18. September 2014
16:00-18:00 2-stündiger Stadtspaziergang bei jedem Wetter, anschließend
19.00 Vortrag "Bienenvölker in München"
Zirkus-Krone-Straße 10, München, Green City Energy, 6. Stock

Referentin: Erika Mayr, bayerische und internationale Stadtimkerin

Goldener Honig ist seit der Antike äußerst geschätzt: Er galt als Götterspeise, als auch als Zahlungsmittel – der „Honigszins“ - und als Allheilmittel bei geistigen (z.B. Depressionen) und physischen Krankheiten (Fieber, Erkältung, Wunden, Hautkrankheiten). Der griechische Göttervater Zeus hatte den Beinamen „Bienenkönig“, der germanische Gott Odin verdankte dem Honig seine Unsterblichkeit, seine Kraft und Weisheit. Bienen wurden als Götterboten verehrt und galten als „reine Wesen“, in deren Gegenwart nicht gestritten werden durfte. Bereits die Ägypter kannten den Zusammenhang zwischen reichen Obsternten und Bestäubung durch Bienen, daher wurde schon seit dieser Zeit systematische Bienenzucht – auch in Städten - betrieben.

Vor dem Hintergrund des großen Bienensterbens auf dem Land, erwacht in den Städten das Bewusstsein, Bienen neue urbane Lebensräume anzubieten. Was in New York bereits Wirklichkeit ist, könnte auch in München für buntes Treiben sorgen: Stadtimker erobern Dächer (wie z.B. am Gasteig, Seidl Villa), Parks, ja sogar in Hinterhöfen oder Balkonen ist für ein Bienenvolk Platz. Stadtbienen finden von Februar bis November ein reichhaltiges „Nahrungsangebot“ in Gärten, Friedhöfen und Blumenkästen. Sie schützen sich durch eigene Abwehrmechanismen vor Luftverschmutzung, und haben in städtischen Räumen nicht mit Pestizid- und fungizid verseuchten Nektar wie am Land zu kämpfen, die ihr eigenes Überleben gefährden.

Schwärmen Sie zusammen mit der Stadtimkerin Erika Mair aus und machen Sie eine Entdeckungsreise zu den Bienenweiden in München. Warum bieten Städte oft bessere Bedingungen zum Leben für Bienen als das Land? Welche Pflanzungen sind lieben die Bienen, und welche nicht? Wie könnte jeder Interessierte Stadtimker werden?  Welche städtischen Maßnahmen würden die Ansiedlung von Bienenvölkern unterstützen, und welche verhindern sie? Sind die Abgase für den Honig schädlich?

Wir laden alle Interessierten zu dieser interessanten Exkursion mit anschließendem Vortrag ein und würden uns sehr freuen, wenn auch Vertreter der Stadt kommen würden, um gemeinsam Strategien zur Ansiedlung von Bienenvölkern zu diskutieren.

 

 

Rückblick

Waldkindergarten; dreckig aber glücklich, zukunftsfähig mit allen Sinnen in Theorie und Praxis

Dienstag, 8. April 2014, 19.00 Uhr, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Str.), 80335 München, 6. Stock (ÖPNV „Hackerbrücke“

Referentin: Dipl.-Ing. Almut Döring, Landschaftsplanerin und Waldkindergarten-Pädagogin

Auf wunderschönen Fotos sehen wir Kinder barfuß gehen, Eicheln sammeln, Beeren pflücken, in Pfützen springen, Baumhaus bauen, auf Bäume klettern, über Bäche balancieren, im Schnee spielen – Aktivitäten, die jeden Tag zum Erlebnis machen. Was unterscheidet Natur-Kindergärten von Haus-Kindergärten? Als erstes sind die Kinder mit ihren BegleiterInnen meistens draußen, natürlich richtig gekleidet, warm und trocken. Im Wald gibt es immer etwas zu entdecken, zu suchen, zu sammeln, zu sehen, zu hören und zu bestaunen. Mühelos trainieren die Kinder dabei, schulen ihr Gleichgewicht, lernen klettern und stärken ihre Muskeln. Sie dürfen hämmern, sägen, schnitzen, trainieren intuitiv die Achtsamkeit und schärfen ihre Sinne. Sie schulen ihre Grob- und Feinmotorik, wie der Fachmann sagen würde. Dabei lernen sie ganz praktische Dinge – spielerisch, ganz natürlich, fließend und selbstverständlich, ohne es zu merken, ohne „trainieren“ zu müssen. Das sind Qualitäten, welche in unseren urbanen Lebensräumen häufig fehlen und wie sich mittlerweile zeigt, später zu Defiziten, gesundheitlichen Störungen oder zu Krankheiten führen können.

Spielräume in der Natur sind unvergleichbar vielfältiger und dabei anregender als technisch angelegte Spielplätze. So ist der Erlebnisraum Natur nicht nur Spielort, sondern auch ein vielfältiger Lernraum, in dem Kinder Erfahrungswelten erforschen und Fähigkeiten erwerben, die sie auch im Erwachsenenalter in sich tragen. Neben der Chance, ihre Wissbegier zu befriedigen, leben Kinder ihre Fantasie und Kreativität aus, eignen sich beim Klettern Selbstvertrauen an (Risikokompetenz und Selbsteinschätzung) und entwickeln dabei soziale Kompetenzen. Die Natur steigert die Lebensfreude und Lebenslust, hilft Stress abzubauen und fördert die seelische sowie die körperliche Balance (Resilienz).

Als Außenstehender würde man gar nicht daran denken, dass auch „das ganz normale Programm“ in Naturkindergärten selbstverständlich ist. Bilder malen, Bücher lesen oder Geschichten erzählt bekommen. Das geht alles im Freien und bei Regenwetter gibt es Unterstände, Tipis, Bauwägen oder für Tage mit "Sauwetter" andere feste beheizte Räumlichkeiten. An diesen wenigen nasskalten Tagen im Jahr sind die meisten Kinder dann auch gerne drinnen. Naturerlebnisse mit Tieren sind immer aufregend und faszinierend. Mal ist es ein Käfer oder ein Grasfrosch, mal kreuzt ein Eichhörnchen, ein Mauswiesel oder sogar ein Reh den Weg. Das berührt tief. Der große gemeinsame Natur-Spielraum bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten und verbindet miteinander Dabei gestaltet sich eine erlebte Verbindung zur Natur - unserer wirklichen Lebensgrundlage.

Tiefe emotionale Beziehung zur Natur ist eine Voraussetzung dafür, die Samen für einen neuen, achtsamen Umgang mit der Natur in das Bewusstsein der nachwachsenden Generationen zu pflanzen. Denn das, was wir lieben, ehren und schätzen, wollen wir auch erhalten.

In München (Stadt) gibt es nahezu zwanzig Waldkindergärten, Natur-Spielgruppen und sogar einen Naturhort. Wichtigste Voraussetzung ist hierfür Platz, mit natürlichen Spielmaterialien, Klettermöglichkeiten und Raum, um sich in der Natur und unbeobachtet zu fühlen.

Für weitere Informationen lesen Sie den Vortrag "Kindliche Entwicklung und Naturbewusstsein im Waldkindergarten sind untrennbar verbunden": Klicken Sie hier

 

 

           

Veranstaltungen mit unseren Kooperationspartnern

Rückblick

Der große Ausverkauf: Das geplante Freihandelsabkommen EU – USA

Dienstag, 11. Februar 2014, 19.00 Uhr,  Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, 80638 München

Referent/in:

  •     Dr. Fritz R. Glunk
  •     Dr. Martha Mertens

Seit Juni 2013 verhandeln die Europäische Union und die USA über den Ausbau der bisher größten Freihandelszone der Welt – das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP).

Das Abkommen wird nahezu alle Lebensbereiche betreffen: von Landwirtschaft und Ernährung über Umweltschutz, Energieversorgung, Datenschutz, den Zugang zu Medikamenten bis hin zur öffentlichen Auftragsvergabe. Trotz dieser Tragweite werden die Verhandlungen bislang unter bewusstem Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Während sich die EU-Kommission im Einklang mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern „langanhaltende Wachstumsimpulse“ für die europäische Wirtschaft verspricht und auch die deutsche Politik deutlich mehr Chancen als Risiken in der geplanten Liberalisierung der Märkte sieht, formiert sich vor allem in der Zivilgesellschaft der Widerstand.

Der Vortragsabend informierte über die konkreten Verhandlungsziele und über die weitreichenden Folgen des geplanten Freihandelsabkommens.

Dr. Fritz R. Glunk ist Literaturwissenschaftler und Publizist und war 15 Jahre lang in der Auslandskulturpolitik tätig. Er hat sich in jüngster Zeit intensiv mit dem TTIP beschäftigt und u.a. einen vielbeachteten Gastbeitrag in der SZ verfasst.

Dr. Martha Mertens ist Biologin und u.a. Sprecherin des Arbeitskreises „Gentechnik“ beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

 

Münchner Forum Nachhaltigkeit

Veranstalter / Initiatoren

  • oekom e.V.
  • Selbach-Umwelt-Stiftung
  • Schweisfurth-Stiftung

Kooperationspartner

  • Bürgerstiftung
    Zukunftsfähiges München
  • Die Umwelt-Akademie e.V.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften - FH München
  • Ringvorlesung Umwelt
    der Studentischen Vertretung der TU München

Wissenswertes

 

Elektroschrott muss nicht sein!

Nach neuesten Informationen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) produziert jeder Mensch rund drei bis sieben Kilogramm Elektroschrott. In Deutschland kommt jeder Einwohner auf  ca. 23 Kilogramm Elektroschrott pro Jahr.

Windows XP erhält seit April keine Sicherheitsupdates mehr von Microsoft. Ältere Computer, die nicht den Anforderungen von Windows 7 oder 8 entsprechen, müssten theoretisch in den Elektroschrott gegeben werden.

Die regionale Wirtschaftsgemeinschaft (ReWiG) München ÖDP hat deshalb eine Anleitung zur Installation von Linux anstelle von Windows XP verfasst, die auch für Laien geeignet ist. In der Regel kann Lubuntu-Linux auch ohne Fachkenntnisse innerhalb einer Stunde installiert werden, inklusive einem Browser wie Firefox, einem Office-Programm wie LibreOffice, DSL, WLAN, Gerätetreibern und vieler anderer Software.

Der  Link zur Installationsanleitung: Klicken Sie hier


 

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt lädt ein
2014 werden bundesweit drei UN-Dekade-Konferenzen rund um die biologische Vielfalt stattfinden

Das Team der deutschen UN-Dekade Biologische Vielfalt veranstaltet im Laufe des Jahres 2014 drei Konferenzen. Alle, die sich für den Schutz der Natur engagieren – beispielsweise in ausgezeichneten UN-Dekade-Projekten – sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Die Veranstaltungen werden am 27.06.2014 in Osnabrück im DBU Zentrum für Umweltkommunikation, am 10.10.2014 in Leipzig im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie am 07.11.2014 in Stuttgart in der Wilhelma (Zoologisch-Botanischer Garten) stattfinden. Es erwartet Sie ein attraktives Programm gefüllt mit Diskussionen, Angeboten zur Weiterqualifizierung und Möglichkeiten zur Darstellung Ihres eigenen Engagements. In Workshops zu den Themen Sponsoring-Partnerschaften, Umweltethik und Kampagnenarbeit werden Kompetenzen vermittelt, die später direkt in Ihre eigenen Projekte einfließen können und so den Einsatz für die biologische Vielfalt noch erfolgreicher werden lassen. Die Veranstaltungen bieten außerdem die Gelegenheit, sich mit Akteurinnen und Akteuren aus vielfältigen Bereichen, wie dem Naturschutz oder der Umweltbildung, zu vernetzen und sich zu neuen Ideen inspirieren zu lassen.

Prominente Botschafterinnen und Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt werden ihr Wissen auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg vom nachhaltigen Konsum zur Bewahrung der biologischen Vielfalt“ beisteuern. Köchin Sarah Wiener hat ihre Teilnahme für Osnabrück zugesagt, Polarforscher Arved Fuchs kommt nach Stuttgart und Moderatorin Shary Reeves nach Leipzig.

Zu dem aktuellen Schwerpunktthema der UN-Dekade „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ werden Henning Osmers, Nachhaltigkeitsbeauftragter und Umweltmanager bei Lebensbaum (Dekade-Konferenz Osnabrück) und Dr. Sonja Knapp vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Dekade-Konferenz Leipzig) die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unsere alltäglichen Bedürfnisse erläutern und Wege aufzeigen, wie man nachhaltig mit ihr umgehen kann.

Auf jeder Konferenz werden ein bis zwei Projekte aus der Region als neue UN-Dekade-Projekte ausgezeichnet. Darüber hinaus werden auch Initiatoren von bereits ausgezeichneten Projekten vertreten sein, die ihre Erfahrungen an andere Akteure weitergeben wollen. Zudem wird es an jedem Veranstaltungsort für alle Teilnehmenden eine Möglichkeit geben, die eigenen Projekte und Ideen vorzustellen, in Osnabrück zum Beispiel durch eine Postersession.

Der aktuelle Stand und die Perspektiven der UN-Dekade in Deutschland werden von einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) oder des Bundesministeriums für Naturschutz (BfN) vorgestellt.

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins an. Die drei UN-Dekade-Veranstaltungen im Jahr 2014 sind ein Weg, um dieses Ziel zu erreichen und die bereits in die Dekade eingebundenen Akteurinnen und Akteure miteinander zu vernetzen sowie zur Entwicklung neuer Projekte und Ideen zum Schutz der biologischen Vielfalt anzuregen. Ausgezeichnete UN-Dekade-Projekte sowie alle Menschen, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen, sind herzlich eingeladen teilzunehmen und sich für die Veranstaltungen anzumelden.

Die Teilnahme an den UN-Dekade-Veranstaltungen ist kostenlos. Pro Veranstaltung ist die Teilnehmerzahl auf 60 Personen limitiert. Melden Sie sich deshalb bitte verbindlich für den von Ihnen gewünschten Veranstaltungsort an. Nähere Informationen zur Anmeldung und den Veranstaltungen gibt es unter http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/2316.html

 

 

Genussvolle Alternative zum bayerischen Schweinsbraten

Obwohl bekannt ist, dass - je nach Studie -  die Tierwirtschaft zwischen 20 und 50 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase produziert,  sie als wasserverschwendend gilt und die Artenvielfalt gefährdet, nimmt der Fleischkonsum weltweit kontinuierlich zu. 

Auch viele Deutsche essen nahezu täglich Fleisch. Im Schnitt knapp 60 Kilogramm pro Jahr! Allerdings entwickelt sich in Deutschland mittlerweile ein gegenläufiger Trend. Seit 2007 hat sich die Zahl der Vegetarier verdoppelt, zudem achten immer mehr Menschen auf eine (Umwelt-) bewusstere Ernährung und reduzieren ihren Fleischkonsum.  Auch in der Münchner-Küche macht sich dieser Trend bemerkbar.

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. empfiehlt das neu eröffnete vegetarische Restaurant "Myshkin Garden" (www.prinzmyshkin.com/de/garden) in  Obermenzing als neue genussvolle Alternative zum bayerischen Schweinsbraten.  Seit 25 Jahren schon bietet das Restaurant „Prinz Myshkin“ erfolgreich internationale vegetarische Küche in der Innenstadt an. Der neue Standort im Münchner Westen ist aber über das Restaurant hinaus auch das erste vegetarische Hotel der bayerischen Hauptstadt.

 

 

Intern

 

Die Umwelt-Akademie trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr

Am 19. Mai ist er in München gestorben: der grosse Anreger und Vordenker für eine neue Art der Weltbetrachtung, die er in einer bildgewaltigen Sprache vor allem den jungen Menschen nahebringen wollte.

Seine teilweise unglaubliche Energie – er schien manchmal ohne Schlaf auszukommen und absolvierte noch im höheren Alter strapaziöse Reisen um die halbe Welt – steckte er in ungezählte Aktivitäten. Er war Gründer und Mitträger zahlloser Bündnisse, Vereine und Zusammenschlüsse, die alle in einem Begriff  gebündelt werden können: Schaffung einer zukunftsfähigen Zivilgesellschaft.

Die Facetten reichten von aktiver Friedenspolitik (Hans Peter Dürr war wesentlich beteiligt an der Vertrauensbildung zwischen den Blöcken des „kalten Krieges“, bis dieser unter seinem späteren Freund Gorbatschov mehr oder weniger zum Ende kam) über eine verantwortbare Energiepolitik ohne Kernenergie bis hin zu der aus seiner Sicht als Physiker in ganz neuen Bildern zu denkenden Weltsicht.

Zahllose Vorträge, Bücher und öffentliche Diskussionen dienten dem Zweck, möglichst vielen Menschen begreiflich zu machen, wie „offen“ und damit gestaltbar das „System Welt“ eigentlich ist und welche Kosequenzen sich daraus für einen verantwortungsvollen Umgang ergeben.

Die Umwelt-Akademie verdankt ihm sehr viel. Er war Mitbegründer, Vorstandsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums, hat Bündnisse geschmiedet und Menschen geworben und immer wieder seine Ideen eingebracht – und in schwierigen Zeiten den Verein auch finanziell gestützt.

Besonders angetan war er von dem der Akademie zugrunde liegenden Konzept des „et audiatur altera pars“ - also der Methode, nicht bereits mit Voreinstellungen an Probleme heranzugehen, sondern in offenen Diskussionen jeweilige Alternativen transparent zu machen und damit auch praktisch „Partizipation“ zu ermöglichen.

Wir kannten ihn aber nicht nur als den grossen öffentlichen Akteur, sondern auf ganz persönlicher Ebene als echten Freund. Und es gehört zum Bild dieses Freundes und besonderen Menschen, dass er auch die ihn selber formenden Einflüsse vornehmlich aus seiner Jugendzeit in  Gesprächen plastisch schilderte. Eine Schlüsselrolle spielte in den Tagen, die er in Berkeley bei Edward Teller verbrachte und wo er auch seine Frau Sue kennen lernte, die Philosophin Hannah Arendt.

In einer grossartigen Rede zu deren 20. Todestag in Göttingen unter dem Titel „Naturverständnis und politische Macht“ finden sich zwei Bemerkungen, die ihn zu der Aussage bringen: 

"Im Rückblick empfinde ich das Frühjahr 1955 mit Hannah Arendt als eine Art  Wende in meinem Leben"

Es handelte sich um die Überwindung des Schocks, den das Kriegsende 1945 für den jungen Hans Peter Dürr gebracht hatte. Seine völlige Verwirrung über das, was nach der Zeit des Nationalsozialismus noch als „gut“ oder „richtig“ einzuordnen war, konnte die grosse Philosophin mit einem wunderbaren Satz durchbrechen:

"Die persönliche Schuld, die uns als Mitglied einer Gesellschaft an deren Vergehen betrifft, ist im allgemeinen viel kleiner als die Schuld, die uns Aussenstehende zumessen; aber unsere perönliche Schuld ist viel grösser als die Schuld, die wir uns selbst eingestehen.“

Und dann sagte sie den Satz zu ihm, der sein ganzes weiteres Leben bestimmen sollte. Er lautete:

„Misch Dich ein!“

Das hat er seit diesen prägenden Tagen in den USA getan und in dieser Rolle werden wir ihn für immer vermissen.

Prof. Dr. Heinz Häberle, Dr. Dieter Schmid

Paul Greineder ist neuer Vorsitzender des Vorstands

Gemäß des vom Vorstand eingeführten Rotationsverfahrens hat die letzte Mitgliederversammlung Paul Greineder zum neuen Vorsitzenden des Vorstands gewählt.

Für Paul Greineder stellt das Engagement in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit privat wie geschäftlich seit Jahrzenten die Grundlage seines Handelns dar. Als Geschäftsführer der Pharmos Natur Green Luxury GmbH fördert er weltweit nachhaltige Projekte zum biologischen Anbau von Rohstoffen und im Zusammenhang damit auch Bildungsprojekte.

Bei der Umwelt-Akademie ist Paul Greineder für den Themenschwerpunkt "Gesundheit und Eigenverantwortung“ zuständig. Angesichts des nahenden Kollapses des Gesundheitsmarktes sieht er das Ziel seiner Arbeit darin, bei den Menschen eine Verhaltensänderung hin zu mehr Eigenverantwortung unter Einbeziehung von Präventionsmaßnahmen wie gesunde Ernährung, aktive Bewegung, psychische Ausgeglichenheit usw. zu erreichen.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde der vorherige Vorsitzende des Vorstands Michael Lörcher gewählt. Michael Lörcher hatte das Amt des Vorsitzenden zweieinhalb Jahre inne und hat in dieser Zeit die erfolgreiche Entwicklung der Umwelt-Akademie entscheidend mitgeprägt. Vorstand und Kuratorium danken Michal Lörcher für sein großes Engagement.

 

 

Paul Greineder

Paul Greineder
Vorsitzender des Vorstands

Buch- und Filmempfehlungen/Neuerscheinungen

 

Die Bio-Revolution - Die erfolgreichsten Bio-Pioniere Europas

Georg Schweisfurth, Christian Brandstätter Verlag, 24 Seiten, ISBN 978-3-85033-789-2, 22,50 Euro

Der Name Schweisfurth steht seit den 80er-Jahren für ökologische Pionierarbeit in Deutschland. Der Vater leitete einmal den größten fleischverarbeitenden Konzern Europas, das Unbehagen über die damit verbundene Massentierhaltung führte jedoch zum Umstieg auf ökologische Landwirtschaft. Zu einem Zeitpunkt, als es für einen solchen Schritt noch wenige Vorbilder gab und „Bio“ ein Synonym für verschrobene Weltverbesserer ohne Geschäftssinn war. Spätestens mit der Gründung der Bio-Supermarktkette „basic“ zeigte Georg Schweisfurth, dass „Bio-Genuss für alle“ möglich ist.

In seinem neuen Buch zieht Georg Schweisfurth Bilanz: Erleben wir, angesichts von Klimawandel und Lebensmittelskandalen, endlich eine echte „Bio-Revolution“? Wo steht „Bio“ heute? Wo findet man funktionierende Modelle, und welche Lösungsansätze für eine Landwirtschaft der Zukunft bieten sie?

Georg Schweisfurth ist zu mehr als 20 Vorzeige-Bio-Betrieben in Europa gereist und hat mit den leidenschaftlichen Pionieren und Pionierinnen über autochthone Tierarten und Weinsorten, traditionelle Anbaumethoden und modernes Marketing, über Erfolge und Rückschläge diskutiert. Vom traditionellen Rohschinkenproduzenten in Andalusien bis zur ältesten deutschen Bio-Brauerei – die ungewöhnlichen Erfolgsgeschichten dieser Menschen geben uns einen unverstellten Einblick in das wahre Gesicht der Bio-Branche und zeigen, wie jeder einzelne von uns für eine gesündere Umwelt und eine zukunftsfähige Landwirtschaft kämpfen kann.  

Georg Schweisfurth war 1986 Mitinitiator der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, seit 1996 ist er Geschäftsführer des ökologischen Seminarhotels Gut Sonnhausen, 1997 war er Mitbegründer der basic AG und bis 2004 in deren Vorstand. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Biofood“ (2001), „Der echte Geschmack“ (2010, mit Kille Enna) sowie „Bewusst anders“ (2012).

Gemeinschaftsprojekt Energiewende

Ulrich Bartosch, Peter Hennicke und Hubert Weiger, oekom Verlag, 112 S., 14.95 €, ISBN 978-3-86581-668-9.

Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima vor drei Jahren stellte die Bundesregierung ambitionierte Ziele für eine beschleunigte Energiewende vor, die in letzter Zeit jedoch zusehends wieder an Fahrt verloren hat. Das Buch "Gemeinschaftsprojekt Energiewende. Der Fahrplan zum Erfolg", das am 3. April im oekom verlag erscheint und vom BUND gemeinsam mit dem Verband Deutscher Wissenschaftler (VDW) herausgegeben wird, erklärt, warum die Energiewende trotz allem notwendig ist und wie sie gelingen kann.

Den Herausgebern Ulrich Bartosch, Peter Hennicke und Hubert Weiger zufolge droht die Energiewende von der Politik ausgebremst und von der Industrie zerredet zu werden. Nach Auffassung des BUND-Vorsitzenden Weiger gefährden die bisherigen Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Energiewende: "Die geplante Deckelung erneuerbarer Energien verhindert mehr Klimaschutz und verschreckt private Investoren." Im Koalitionsvertrag schweigt die große Koalition vollständig zum ehemals geplanten Energiekonzept. Im Gegensatz dazu wird jedoch von der Wissenschaft übereinstimmend bestätigt, dass die einstigen Leitziele durchaus realisierbar sind und volkswirtschaftlich von großem Vorteil wären.

Um die Energiewende zu retten, muss sie als Gemeinschaftsprojekt verstanden werden, denn sie ist ein Generationenvertrag, der seinen Namen verdient. Die heutige Generation gestaltet und finanziert einen ökologischen Umbau des gesamten Energiesystems, um unsere Kinder und Enkel vor fundamentalen Risiken zu schützen: vor den enormen Kosten eines fossil-nuklearen Energiesystems, vor den Risiken des nuklearen Brennstoffzyklus und des Klimawandels sowie vor Importabhängigkeit, Energiepreisschocks und nationaler Verwicklung in weltweite Ressourcenkriege.

Das "Gemeinschaftsprojekt Energiewende" muss auf drei tragenden Säulen aufgebaut werden: Einem gestaltenden Staat in Form einer zentralen Koordinierungsstelle für die Energiespar- und Effizienzpolitik, einer innovativen Wirtschaft und nicht zuletzt engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die lokal die Energiewende mitgestalten und damit ein weltweites Signal für Klima- und Ressourcenschutz setzen. Mit zahlreichen konkreten Forderungen an die Bundesregierung setzt "Gemeinschaftsprojekt Energiewende" ein politisches Zeichen, getreu dem Motto: Die Fahrtrichtung ist klar – jetzt muss gehandelt werden!

Ulrich Bartosch, Professor für Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), ist Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW. Die VDW wurde 1959 durch Carl Friedrich von Weizsäcker und weitere Atomwissenschaftler gegründet, die sich zuvor als "Göttinger 18" öffentlich gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr ausgesprochen hatten.

Peter Hennicke war Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH und ist emeritierter Professor der Universität Wuppertal. Er war Mitglied von drei Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages zum Thema Klima und Energie und ist einer der wichtigsten Meinungsführer der ökologisch orientierten Energieforschung in Deutschland.

Hubert Weiger ist seit 2007 Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – mit rund 500.000 Mitgliedern und Förderern einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Er ist Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.

Weitere Informationen: www.bund.net/energiewende-buch

 

 


Der Baedeker Deutschland - Erneuerbare Energien erleben

ISBN 978-3-8297-1495-2, 16,99 Euro

Tourismus und Erneuerbare Energien passen gut zusammen
Urlaubs- und Ausflugsziele zeigen, wie die Energiezukunft gestaltet werden kann

Der Ausbau Erneuerbarer Energien lässt sich gut mit Freizeitgestaltung und Tourismus kombinieren. Das ist bei einem Pressegespräch der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Berlin deutlich geworden. Dort wurde der in überarbeiteter Neuauflage im Verlag MAIRDUMONT erschienene Reiseführer „Deutschland: Erneuerbare Energien erleben“ vorgestellt, der bundesweit mehr als 190 Reiseziele zu Erneuerbaren Energien vereint. „Der Baedeker-Reiseführer lädt dazu ein, spannende Energieprojekte aus nächster Nähe kennenzulernen“, erklärte der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Philipp Vohrer.

Vom Windpark an der Küste über Erlebnistouren im Binnenland bis zur Alpenhütte mit regenerativer Energieversorgung: Der Reiseführer zeigt, wie Erneuerbare Energien sich als interessante Ausflugsziele anbieten und in nachhaltigen Tourismus eingebettet sein können. Das gilt zum Beispiel für Wunsiedel in Franken. Dort führt ein Pfad der Wind- und Erneuerbaren Energien zu sehenswerten Erneuerbaren-Projekten. Die Festspielstadt versorgt sich und ihre Besucher zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien. „Nur mit Erneuerbaren Energien bleibt die Region touristisch attraktiv“, betonte der Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel, Marco Krasser. Wie er erklärte, finden Erneuerbare Energien in Wunsiedel einerseits in der Freizeit- und Urlaubsbranche ihren Einsatz und erschließen andererseits eine neue Art des Tourismus.

Ästhetisch überzeugende Lösungen aufzeigen
Erneuerbare Energien erfassen die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite: Sie sind Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum ebenso wie in Ballungszentren, sie schaffen regional und im nationalen Maßstab mehr Unabhängigkeit von umweltschädlichen Energieimporten und die sind Klimaschützer Nummer eins. Weil der Ausbau der Erneuerbaren Energien dezentral vor Ort statt¬findet, sind sie auch im Landschaftsbild präsent. Wie Landschaftsarchitekt Claus Herrmann vom Unternehmen hochC bei der AEE-Veranstaltung verdeutlichte, wird sich das Landschaftsbild mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter verändern. Er plädiert dafür, diesen Wandel aktiv zu gestalten, statt „Tabuzonen zu verwalten“. Vorzüge sieht er für Gestaltungswettbewerbe, denn, so Herrmann: „Ästhetisch überzeugende Energielandschaften mit Wind- Solar- und Biomasseparks in der Nähe von Städten wie der Energieberg Georgswerder erfordern andere Lösungen als Energielandschaften für ländliche Räume wie die Tagebaufolgelandschaft in der Lausitz.“

Energiezukunft schon heute erlebbar
Der Autor des Reiseführers, Fachjournalist und Geograph Martin Frey, hat für die Neuauflage rund 50 neue Reiseziele ausgewählt. „Bei der Auswahl war uns wichtig, dass die Technologien vor Ort gut erklärt werden, am besten durch Ansprechpartner bei Führungen oder in Form von Infozentren, Lehrpfaden oder gut gestalteten Infotafeln. So wird für den Reisenden die Energiezukunft schon heute erlebbar“, sagte Frey. Seit der Erstauflage des Bandes 2011 hat der Verlag gute Erfahrungen mit dem Reiseführer gemacht. „Für MAIRDUMONT ist der Baedeker-Reiseführer „Deutschland – Erneuerbare Energien erleben“ ein besonders sinnvolles und inhaltlich anspruchsvolles Projekt“, so Andreas Tilch, Vertriebsleiter Geschäftskunden beim Verlag. Es erfülle den hohen Anspruch an die Marke Baedeker an Reiseliteratur, „die fundiert, fortschrittlich und funktional ist“, hebt Tilch hervor.

Der Baedeker Deutschland - Erneuerbare Energien erleben ist seit 1. April erhältlich im Buchhandel und im Online-Shop der AEE unter http://www.unendlich-viel-energie.de/shop.

Kontakt:
Agentur für Erneuerbare Energien
Alexander Knebel
Pressereferent
Tel:   030-200535-52
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.unendlich-viel-energie.de


 

Radlkalender 2014

Ab Montag, 26. Mai ist der neue „Radlkalender 2014 für München und Umgebung“ der Radlhauptstadt
München erhältlich.

In der Broschüre sind unter den Rubriken „Radeln und fit bleiben“, „Unterwegs mit dem Pedelec“, „Zuschauen und staunen“ sowie „Informieren und ausprobieren“ alle wichtigen Radltermine kompakt und übersichtlich zusammengestellt. Die Angebote reichen von geführten Familienausflügen mit dem Rad über sportlich und historisch spannende Touren bis hin zu Kursen und überregional bedeutsamen Radsport-Veranstaltungen.

Außerdem enthält der „Radlkalender 2014“ alle Veranstaltungen und Angebote der Radlhauptstadt München.

Die kostenlose Broschüre ist ab dem 26. Mai auf allen Radlhauptstadt-Veranstaltungen, in der Stadt-Information im Rathaus und ab dem 28. Mai im Bürgerbüro im Kreisverwaltungsreferat, in der Geschäftsstelle des ADFC München, im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, sowie an vielen weiteren Punkten in München erhältlich.

Ab sofort steht der Radlkalender 2014 auch unter www.radlhauptstadt.de/broschueren als PDF-Datei zum Download
bereit.


Die Initiative „Radlhauptstadt München“ fördert den Fahrradverkehr in München. Sie wird im Auftrag der Landeshauptstadt München von der Bietergemeinschaft Green City e.V./GreenCity Projekt GmbH, helios und Innovationsmanufaktur durchgeführt. Weitere Informationen unter www.radlhauptstadt.de.

 

 

 Gekaufte Wahrheit

Gentechnik im Magnetfeld des Geldes - ein politischer Thriller über Gentechnik und Meinungsfreiheit
ein Film von Bertram Verhaag

Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food). Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs. Der Film erzählt aber auch die Geschichte ihres persönlichen Mutes und ihres Verantwortungsgefühls der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang GM-Food konsumiert.

Dieser Film läuft im Rahmen von DOK.special Natur, in Zusammenarbeit mit der Hofpfisterei.
Montag, 12. Mai 2014, 19:30 Uhr, City Kinos, City 2, Sonnenstraße 12, 80331 München

Autor: Bertram Verhaag. Kamera: Waldemar Hauschild. Ton: Zoltan Ravasz. Schnitt: Verena Schönauer. Musik: Gert Wilden. Produktion: Denkmalfilm. Produzent: Bertram Verhaag. Länge: 88 min.

 

Pressestimmen:

„GEKAUFTE WAHRHEIT ist ein hemmungslos parteiischer Film. Und doch macht er erschreckend klar: Wir wissen nicht wem wir trauen können. Wir wissen nicht was wir essen. Die Versuchstiere sind wir.“ (titel thesen temperamente, ARD)

„GEKAUFTE WAHRHEIT ist kein Gruselstreifen, leider, sondern ein Dokumentarfilm über Folgen genveränderter Nahrung und über den Umgang mit Wissenschaftlern, die unliebsame Ergebnisse veröffentlichen wollten – und mundtot gemacht wurden.“ (Kieler Nachrichten)

 Citizen Science. Das unterschätzte Wissen der Laien

Peter Finke, oekom Verlag, 240 S., 19,95 , ISBN 978-3-86581-466-1.



Darwin und Mendel gelten als herausragende Figuren der Wissenschaftsgeschichte – dabei waren sie auf ihren Gebieten »nur« Amateure, keine Berufsforscher im heutigen Sinn. Was sie antrieb, war eine unstillbare Neugier, die auch heute noch unzähligen Laien zu Eigen ist und in leidenschaftlich gepflegten Hobbys und ehrenamtlicher Forschung in vielen Problemfeldern der Zivilgesellschaft ihren Ausdruck findet.
Doch Wissenschaft und Forschung gelten mittlerweile als Privileg der Profis, das oftmals lebensnähere Wirken der Laien als zweitklassig. Dabei sind ihre Leistungen bedeutsamer denn je: das Jahrhundertprojekt Wikipedia wäre ohne Citizen Science undenkbar und auch erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement kommt ohne fundierte Sachkenntnisse nicht aus. Peter Finke legt die erste Einführung in die Ideenwelt von Citizen Science vor und lädt ein, die unterschätzte Welt der Wissensbürger zu entdecken.

 

 „Ein faszinierendes Buch, das genau zur richtigen Zeit kommt, ein Muss für jeden an Wissenschaft und Wissenschaftspolitik Interessierten“ (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut)

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

↑ nach oben

Copyright © 2013 www.die-umwelt-akademie.de. Alle Rechte vorbehalten.
Initiative Transparente Zivilgesellschaft