Döring, Nico; Studie zum Gewässerpflegeplan Mühltal – Darstellung der umgesetzten Teilmaßnahmen, Vorschläge für eine ökologisch und flussmorphologisch wirkungsvolle Vervollständigung (Teil 1: Text, Teil 2: Darstellungen/Fotos), Naturprojekt, 2013

Dr. Nico Döring (Naturprojekt, Die Umwelt-Akademie e.V.) hat wieder eine hochaktuelle Studie erarbeitet, diesmal über den Stand der Renaturierung der Isar im Bereich Mühltal. Der Textteil der Studie ist leicht zu lesen und durch die unterstützenden Grafiken und (Luft-) Fotos im zweiten Teil auch für Nicht-Experten gut verständlich.

 

Studie: Klicken Sie hier

Bildmaterial: Klicken Sie hier

Insoweit knüpft die Studie an die Exkursion der Umwelt-Akademie vom 24.03.2012 an, bei der wir zum einen die Renaturierung der Isar in diesem Bereich studieren und zum anderen das Wasserkraftwerk Mühltal der E.ON-Wasserkraft GmbH besichtigen konnten (siehe unter Veranstaltungen/Rückblick)

Nach der historischen Einordnung des Wildflusses Isar beschreibt Döring zunächst die 1983 im Gewässerpflegeplan empfohlenen 19 Maßnahmen und deren teilweise Umsetzung 1997 bis 2002. Die drei Leistungsstufen der (Teil-) Renaturierung wurden mit knapp 7,6 Mio. Euro kalkuliert. Das Planungsverfahren von Mühltal sollte damals hinsichtlich verbleibendem Restwasser des Fließgewässers und einem neuen Umgang mit unseren Flüssen ein Pionierverfahren für über hundert weitere Flussabschnitte mit Wasserkraftwerken werden.

Die tatsächliche Entwicklung der Isar wurde nach den durchgeführten Maßnahmen mehrfach begutachtet, zuletzt nach zehn Jahren. Die Ergebnisse: Zunächst können die damaligen Prozesse als Erfolg verbucht werden, weil es – trotz Verhinderungsmaßnahmen der Stromlobby – zu einer gewissen Wende der Gewässerpflege in Bayern hin zu mehr Nachhaltigkeit gekommen ist; verglichen mit dem Vorzustand ist die derzeitige Lage der Isar im Mühltal-Bereich durchaus als „wesentlich verbessert“ zu bezeichnen. Im Geiste der Verhinderungspolitik war die seinerzeitige Umsetzung aber eher „zurückhaltend“ und fragmentarisch; auch war die tatsächliche Entwicklung der naturnäheren Isar tatsächlich eine andere, als vorhergesehen und gewollt. So bestehen – noch und erneut – ganz erhebliche unausgeschöpfte Renaturierungspotenziale; der Regenerierungsprozess der Isar stagniert, die Flußsohle hat sich nicht gehoben.

Der Autor diskutiert die im seinerzeitigen Gewässerpflegeplan aufgezeigten Maßnahmen hinsichtlich ihrer künftigen Erfolgsaussichten und fügt eine Reihe weiterer Verbesserungsvorschläge hinzu. Alles in allem, so sein Tenor, wäre eine deutliche Verbesserung der Lage der Isar im Bereich Mühltal möglich, und zwar auch mit relativen geringen Mitteln (rd. 3,5 Mio. Euro). Sein Vorschlag: Neugründung der seinerzeitigen Arbeitsgruppe mit dem Auftrag, zeitnah erste realistische Umsetzungsschritte zu diskutieren und in die Wege zu leiten.